Deutscher Futterroggen behauptet sich, während Angebote aus dem Schwarzen Meer unter Druck bleiben
Die Preise für deutschen Futterroggen in Nordwestdeutschland ziehen leicht an, während ukrainische FOB-Angebote weiterhin mit Abschlag angeboten werden. Ruhiges Wetter in DE unterstützt einen stabilen bis festen Ausblick für die nächsten 3 Tage.
Preise
Deutscher Futterroggen (Feuchtigkeit max. 14 %, Ursprung DE, EXW Drentwede) wird derzeit mit 0.21 EUR/kg EXW indikativ bewertet, nach 0.20 EUR/kg zwei Tage zuvor. Dies markiert Ende Oktober eine moderate kurzfristige Befestigung.
Die aggregierten EU-Roggenpreise liegen bei 161.7 EUR/t für die jüngste verfügbare Notierung vom 25. Oktober und damit rund 4–5 % über dem 12-Monats-Durchschnitt. Dies bestätigt ein allgemein unterstützendes Preisumfeld in der EU.
Roggen mit Ursprung am Schwarzen Meer (Ursprung UA, FOB Odessa) wird derzeit mit 0.118 EUR/kg FOB angeboten, geringfügig unter dem Niveau der Vorwoche und weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gegenüber deutschen Ab-Hof-Werten. Der Abschlag begrenzt das Aufwärtspotenzial der EU-Binnenmarktpreise, hat in Norddeutschland jedoch bislang keinen ausgeprägten Abwärtstrend ausgelöst, da die kurzfristige physische Nachfrage ausreichend bleibt.
Angebot & Nachfrage
Deutschland bleibt der weltweit größte Roggenproduzent und stellt zusammen mit Polen mehr als 70 % der EU-Roggenfläche und -produktion. Damit bildet das Land ein Fundament für das regionale Angebot. Der offizielle deutsche Erntebericht für 2026 weist auf witterungsbedingte Ertragseinbußen bei Getreide hin. Die gesamte Getreideproduktion wird aufgrund von Frühjahrstrockenheit und Sommerhitze auf etwa 7 % unter dem Vorjahresniveau geschätzt.
Trotz der niedrigeren Erträge zeigen Daten auf EU-Ebene nur eine moderate Verknappung der Roggenverfügbarkeit, da ein leichter Anstieg der Anbauflächen in Deutschland und Polen die Witterungseinflüsse teilweise ausgleicht. Der Futterverbrauch in Deutschland wird durch den anhaltenden Druck im Tierhaltungssektor gestützt, da Landwirte nach kostengünstigem Getreide suchen. Roggen konkurriert mit Gerste und Weizen. Die aktuellen Oktober-Leitwerte ordnen deutschen Futterroggen auf energetisch bereinigter Basis ungefähr im mittleren bis oberen Bereich der wichtigsten Futtergetreide ein.
Auf der Nachfrageseite bleibt der menschliche Roggenverbrauch in Deutschland strukturell stabil bis leicht rückläufig. Meldungen über einen jüngsten Nachfrageschock liegen nicht vor. Die Exportnachfrage wird durch günstigere Angebote aus dem Schwarzen Meer und das weltweit reichliche Angebot an alternativen Futtergetreiden gedämpft. Der größte Teil des deutschen Roggens fließt daher in den heimischen Futterkanal und nicht in aggressive Exportprogramme.
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Fundamentaldaten & Wetter
Die EU-Getreidepreis-Benchmarks für Oktober bestätigen einen festen Ton an den Futtergetreidemärkten. EU-Futterroggen liegt auf Monatsdurchschnittsbasis bei rund 157 EUR/t, etwa 2–3 % über dem Vormonat und fast 8 % über dem Vorjahresniveau. Dies steht im Einklang mit dem leichten Aufwärtstrend der nordwestdeutschen Ab-Hof-Indikationen in der zweiten Oktoberhälfte.
Für Norddeutschland (Region Niedersachsen/Bremen) wird in den kommenden drei Tagen ruhiges und jahreszeitlich mildes Wetter erwartet. Die Tageshöchstwerte liegen bei etwa 11–12 °C, dazu kommen überwiegend bewölkter Himmel und nur leichter, vereinzelter Niederschlag. Es werden Hochdruckeinfluss und etwas Nachtnebel erwartet, jedoch kein nennenswerter Regen und kein früher Frost. Dies deutet auf minimale Beeinträchtigungen bei Lagerbewegungen, der Trocknung auf den Betrieben oder der regionalen Logistik hin.
Da die Roggenernte abgeschlossen ist, liegt die wichtigste Wetterrelevanz nun bei den Bodenbedingungen für die spätherbstliche Feldarbeit und die Aussaat nachfolgender Kulturen. Die aktuelle Prognose mit stabilem, relativ trockenem Wetter unterstützt die Befahrbarkeit der Böden und sollte es den Landwirten ermöglichen, Bodenbearbeitung und Aussaat von Winterkulturen ohne witterungsbedingte Verzögerungen voranzutreiben.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
Marktrichtung (nächste 3 Tage, Region DE): Angesichts fester EU-Benchmarks, leicht höherer lokaler Ab-Hof-Preise in Nordwestdeutschland gegenüber der Vorwoche und einer durch das milde Wetter unterstützten Logistik dürften die kurzfristigen Roggenwerte bis Anfang nächster Woche stabil bis leicht fester bleiben.
Handelsausblick
- Futtermittelkäufer (Deutschland): Es empfiehlt sich, einen Teil des Bedarfs für November und Dezember auf dem aktuellen Ab-Hof-Niveau zu decken. Die EU-Benchmarks und die knappen Getreidebilanzen sprechen gegen einen kurzfristigen Preisrückgang, während die Abschläge am Schwarzen Meer bereits in der aktuellen Marktstruktur berücksichtigt sind.
- Produzenten (Norddeutschland): Da die Inlandspreise einen Aufschlag gegenüber ukrainischen FOB-Werten halten, sollte für noch unverkauften Roggen eine geduldige Verkaufsstrategie beibehalten werden. Weitere Anstiege sollten jedoch genutzt werden, um schrittweise Mengen abzusichern und das Lagerrisiko zu steuern.
- Händler/Exporteure: Die Spanne zwischen deutschem EXW und ukrainischem FOB bleibt für Importe in preissensible Bestimmungsländer attraktiv. Logistik- und Risikoprämien in der Schwarzmeerregion müssen jedoch vor dem Eingehen großer Terminpositionen sorgfältig abgewogen werden.
3-Tage-Preisindikation nach Region (Richtung)
| Markt | Lieferbedingung | Aktuelles Niveau (EUR) | 3-Tage-Tendenz (Region DE) |
|---|---|---|---|
| Futterroggen, DE, EXW Drentwede | Spot / kurzfristig | 0.21 EUR/kg EXW | Stabil bis leicht fester |
| Roggen, UA, FOB Odessa | Spot / kurzfristig | 0.118 EUR/kg FOB | Stabil bis leicht schwächer |
| Aggregierter EU-Roggen-Benchmark | Letzte offizielle Notierung (25. Okt.) | 161.7 EUR/t | Seitwärts, fester Grundton |