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Deutscher Futterroggen gibt leicht nach, hält aber deutlichen Aufschlag gegenüber ukrainischem FOB

Deutscher Futterroggen gibt leicht nach, hält aber deutlichen Aufschlag gegenüber ukrainischem FOB

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutscher Futterroggen EXW gibt leicht nach, bleibt aber in einer engen Spanne und deutlich über ukrainischem FOB Odesa. Analyse von Preisen, Angebot, Wetter und kurzfristigem Ausblick.

Deutscher Futterroggen EXW Drentwede ist leicht gesunken, bleibt jedoch weitgehend innerhalb der bisherigen Handelsspanne und wird weiterhin mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber ukrainischem FOB Odesa gehandelt. Deutscher Roggen steht gegen Ende September leicht unter Preisdruck, da komfortable Inlands- und EU-Vorräte auf eine vorsichtige Nachfrage aus der Mischfutterindustrie treffen. Gleichzeitig wird der Markt durch feste regionale Getreideindizes und begrenzte Verkäufe seitens der Landwirte gestützt. Hohe Temperaturen und überwiegend trockene Bedingungen in Norddeutschland sind kurzfristig positiv für Qualität und Lagerfähigkeit auf den Höfen, stellen jedoch noch kein Risiko für Ertrag oder Verfügbarkeit dar. Auf der Exportseite bleibt ukrainischer Roggen auf FOB-Odesa-Basis eine kostengünstige Konkurrenz, auch wenn die breiteren Logistikrisiken im Schwarzen Meer viele Käufer weiterhin auf nahegelegene EU-Herkünfte fokussieren. Insgesamt wirkt der deutsche Roggenkomplex stabil bis leicht schwächer, jedoch nicht eindeutig bärisch.

Preise

Die jüngsten Indikationen für deutschen Futterroggen (14 % Feuchtigkeit, EXW Drentwede) liegen am 25. September 2026 bei 0.205 EUR/kg EXW und damit geringfügig unter den 0.209 EUR/kg des Vortags. Damit setzt sich die leichte Abschwächung gegenüber den Höchstständen zu Monatsbeginn von etwa 0.215 EUR/kg fort. Ukrainischer Roggen FOB Odesa wird am 24. September 2026 mit 0.118 EUR/kg FOB angegeben, leicht niedriger als bei der vorherigen Bewertung, wodurch der deutliche Abschlag gegenüber den deutschen Inlandspreisen bestehen bleibt.

Offizielle deutsche und EU-Daten zum Getreidemarkt bestätigen, dass Futterroggen fest, aber ohne Rally blieb. Die Mannheimer Referenzpreise für Futterroggen zeigten im September moderate monatliche Anstiege, jedoch keine starken Ausschläge. Dies stimmt mit den beobachteten Kassapreisen in Norddeutschland überein, wo Makler den Markt gegenüber Anfang September als unverändert bis leicht schwächer beschreiben, obwohl die Getreideindizes insgesamt stabil sind.

Herkunft Spezifikation Ort / Basis Preis (EUR/kg) Geschäftsbedingung Letzte Aktualisierung
Deutschland (DE) Roggen, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit Drentwede 0.205 EXW 2026-09-25
Ukraine (UA) Roggen Odesa 0.118 FOB 2026-09-24
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Die Fundamentaldaten für Roggen in der EU bleiben nach einer guten Ernte 2026 komfortabel. Frühere EU-weite Prognosen deuteten bereits auf die größte Roggenernte seit mehreren Jahren und eine deutliche Erholung der Erträge hin. Deutschland profitiert als wichtiger Erzeuger von diesem reichlichen Angebot, während das Nachfragewachstum im Futtersektor nur moderat ausfällt, da viele Rationen weiterhin preislich wettbewerbsfähigen Weizen und Gerste bevorzugen.

Aktuelle regionale Marktberichte aus Deutschland zeigen, dass die lokale Verfügbarkeit von Futterroggen gut ist und Lagerhäuser sowie Händler nahegelegene Mengen problemlos anbieten können. Allerdings halten sich die Verkäufe der Landwirte bei den aktuellen Preisniveaus etwas zurück, was die EXW-Notierungen nach unten absichert. Parallel dazu weisen Getreidemarktberichte aus nord- und westdeutschen Landwirtschaftskammern Ende September auf stabile bis leicht festere Getreideindizes hin. Dies begrenzt das Abwärtspotenzial für Roggen, selbst wenn die physische Nachfrage unspektakulär bleibt.

Auf der Importseite behauptet ukrainischer Roggen seine Position als kostengünstige Herkunft, wobei die FOB-Odesa-Preise deutlich unter den EU-Inlandspreisen liegen. Der Einfluss auf die deutschen EXW-Preise wird jedoch durch Frachtkosten, Qualitätspräferenzen und anhaltende Logistikrisiken im Schwarzen Meer abgeschwächt. Diese Faktoren führen dazu, dass viele Futtermittelverbraucher bei kurzfristigem Bedarf auf inländische oder nahegelegene EU-Angebote setzen.

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Wetter & Erntebedingungen (DE)

Für die wichtige Roggenregion rund um Drentwede in Niedersachsen werden in der 3‑Tage-Prognose (29. September–1. Oktober 2026) ungewöhnlich warme Bedingungen erwartet. Am 29.–30. September sollen die Höchstwerte 26–28 °C erreichen, gefolgt von kühleren 20 °C am 1. Oktober und einer Möglichkeit für leichte Schauer. Die nächtlichen Tiefstwerte bleiben mit 11–16 °C moderat, schweres Unwetter wird nicht erwartet.

Dieses Muster ist für die eingelagerte Ernte 2026 weitgehend neutral bis leicht unterstützend: Warme, überwiegend trockene Tage begünstigen die Konditionierung des Getreides und die Logistik, ohne zusätzliche Ernterisiken zu schaffen, da die Ernte in den meisten Teilen Norddeutschlands bereits abgeschlossen ist. Kurzzeitige Schauer später in der Woche könnten die Lkw-Logistik vorübergehend verlangsamen, dürften die Getreideverfügbarkeit oder -qualität kurzfristig jedoch kaum wesentlich beeinflussen.

Fundamentaldaten & externe Einflussfaktoren

Aktuelle EU-Bewertungen der Getreidepreise zeigen, dass deutscher Futterroggen im Monatsverlauf einem moderaten Aufwärtstrend folgt. Dies spiegelt eher die allgemeine Stärke des Getreidemarktes als eine spezifische Knappheit bei Roggen wider. Deutsche Marktkommentare weisen darauf hin, dass die Rolle von Roggen in Futterrationen durch das reichliche Angebot an Weizen und Gerste begrenzt bleibt. Sein relativer Abschlag gegenüber hochwertigem Mahlweizen macht ihn jedoch für bestimmte Schweine- und Rinderrationen attraktiv.

Gleichzeitig stehen die Getreideströme aus dem Schwarzen Meer aufgrund von Sicherheitsrisiken weiterhin unter Druck; die Logistik ukrainischer und russischer Häfen wird wiederholt gestört. Obwohl sich die meisten Schlagzeilen auf Weizen und Mais konzentrieren, stützen diese Einschränkungen indirekt auch Roggen, da sie den gesamten Getreidekomplex untermauern und nahegelegene EU-Herkünfte für risikoaverse Käufer attraktiver machen. Vor diesem Hintergrund stellt der deutliche Preisabstand zwischen deutschem EXW-Roggen und ukrainischem FOB-Roggen in Odesa sowohl eine Wettbewerbsherausforderung für EU-Exporteure als auch einen strukturellen Aufschlag für sichere, nahegelegene Versorgung dar.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsperspektive

Angesichts der aktuellen Fundamentaldaten dürften die Preise für deutschen Futterroggen in den kommenden Tagen in einer engen Spanne um die jüngsten Niveaus bleiben. Das komfortable Angebot, eine vorsichtige, aber stetige Futternachfrage und das günstige Wetter sprechen gegen starke Bewegungen. Unterstützende Getreideindizes und begrenzte Verkäufe der Landwirte sollten zugleich den Abwärtsdruck weiter begrenzen.

  • Käufer (Futtermühlen, Tierhalter): Es kann sinnvoll sein, den kurzfristigen Bedarf bei Rückgängen in Richtung des unteren Endes der jüngsten EXW-Spanne zu decken, da das Abwärtspotenzial durch starke übergeordnete Getreideindizes und zurückhaltende Verkäufe der Landwirte begrenzt erscheint.
  • Erzeuger & Lagerhalter: Da die ukrainischen FOB-Werte deutlich unter den inländischen EXW-Niveaus liegen, können eine disziplinierte Verkaufspolitik und eine schrittweise Vermarktung statt großer Einmalangebote dazu beitragen, den regionalen Aufschlag zu erhalten.
  • Händler: Die Logistik im Schwarzen Meer und die EU-Getreidebenchmarks sollten beobachtet werden. Neue Störungen oder Preisrallys bei Weizen und Gerste könnten sich schnell in festeren Roggenbasen in Norddeutschland niederschlagen.

3-Tage-Regionale Preisindikation (DE)

  • Deutschland – Drentwede, Futterroggen EXW: Für die nächsten drei Tage wird erwartet, dass die Preise bei aktuell 0.205 EUR/kg EXW stabil bis leicht schwächer handeln. Ohne neue makroökonomische Impulse oder Schocks im Schwarzen Meer dürfte die Intraday-Volatilität nur moderat ausfallen.
  • Ukraine – Odesa, Roggen FOB: Die Richtwerte dürften kurzfristig schwach, aber bei etwa 0.118 EUR/kg FOB stabil bleiben und damit weiterhin einen gewissen Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Exporte ausüben.
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Live-Chart
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