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Deutscher Futterroggen seitwärts, während sich der EU-Markt weiter abschwächt

Deutscher Futterroggen seitwärts, während sich der EU-Markt weiter abschwächt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutsche Futterroggenpreise EXW bleiben stabil, während der EU-Roggenmarkt schwächer wird. Eine ausreichende Ernte 2026 und eine verhaltene Futternachfrage begrenzen das Aufwärtspotenzial; Ausblick neutral bis leicht schwächer.

Die Preise für deutschen Futterroggen bewegen sich seitwärts. Die lokalen Niveaus bleiben trotz eines allgemein schwachen europäischen Roggenkomplexes und einer komfortablen Getreideverfügbarkeit stabil. Reichliche Vorräte aus der Ernte 2026 und eine begrenzte Futternachfrage verhindern eine nennenswerte Rally, während der internationale Wettbewerb durch Herkünfte aus dem Schwarzmeerraum die exportgetriebene Unterstützung begrenzt. Deutscher Roggen wird in einer engen Spanne gehandelt. Dies spiegelt eine gute Getreideernte 2026 und eine ausreichende Roggenproduktion wider, wodurch die inländischen Bilanzen entspannt bleiben. Die Nachfrage der Mischfutterhersteller bleibt verhalten, da Gerste und Mais auf Basis des Energie-Preis-Verhältnisses häufig attraktiver sind. Gleichzeitig sind die EU-Roggennotierungen im Monatsvergleich leicht gesunken, was auf keine unmittelbar bevorstehende Verknappung hindeutet. Das Wetter in Norddeutschland ist saisonal mild und überwiegend trocken, was eine reibungslose Logistik nach der Ernte begünstigt, anstatt neue Ernteunsicherheiten zu schaffen. Insgesamt zeigt sich für die kommenden Tage ein stabiles Preisbild mit leichtem Abwärtsbias.

Preise

Deutscher Futterroggen (Herkunft DE, Drentwede, EXW) wird derzeit mit 0.208 EUR/kg EXW bewertet. Damit bleibt der Preis gegenüber der vorherigen Notierung unverändert und liegt auch im Wochenvergleich ungefähr auf demselben Niveau. Dies bestätigt ein seitwärts gerichtetes Muster auf niedrigem Niveau. Pan-EU-Referenzdaten weisen für September deutsche durchschnittliche Futterroggenpreise im niedrigen Bereich der 170er EUR/t aus, etwa 4–5 % unter August und rund 18 % unter dem Vorjahr. Dies unterstreicht einen breit angelegt schwachen europäischen Roggenmarkt trotz der lokalen Stabilität.

Im Gegensatz dazu werden EU-Mahlroggen-Benchmarks wie München deutlich höher als Futterroggen notiert. Dies verdeutlicht die große Spanne zwischen Futter- und Lebensmittelqualität und unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit von Roggen als Futtergetreide – allerdings nur dort, wo Nachfrage vorhanden ist. Ukrainischer Roggen FOB Odesa bleibt deutlich günstiger als deutsche Inlandspreise. Dies unterstreicht den starken Wettbewerb auf den Exportkanälen und verhindert kurzfristig eine deutliche Aufwertung des deutschen Futterroggens.

Herkunft Ort Spezifikation Lieferbedingung Aktueller Preis (EUR/kg)
DE Drentwede Roggen, Futterqualität, max. 14 % Feuchtigkeit EXW 0.208
UA Odesa Roggen FOB 0.119
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Der deutsche Erntebericht der Bundesregierung beschreibt die Getreideernte 2026 als zufriedenstellend. Die gesamte Getreideproduktion liegt bei rund 37.5 Millionen Tonnen, während die Roggenproduktion als ausreichend charakterisiert wird. Dies deutet für die Saison 2026/27 nicht auf eine strukturelle Knappheit hin. Breiter gefasste deutsche Getreidestatistiken bestätigen, dass Anbauflächen und Mengen der 2026 geernteten Getreide nahe am Durchschnitt liegen. Dies sorgt für ein komfortables Angebotsumfeld bei Roggen und anderen Futtergetreiden.

Kommentare zum EU-Markt zeigen, dass die Futterroggenpreise in der Union im September weiter nachgegeben haben, da ein reichliches Angebot aus der neuen Ernte auf eine vorsichtige Mischfutternachfrage trifft. In Deutschland bevorzugen Mischfutterhersteller Berichten zufolge Gerste und Mais, wenn das Energie-Preis-Verhältnis attraktiver ist. Dies begrenzt den Roggenanteil in den Rationen und dämpft die Kassanachfrage. Diese Substitution hält zusammen mit wettbewerbsfähigen Angeboten aus dem Schwarzmeerraum die heimische Roggenversorgung reichlich und begrenzt jeden Aufwärtsimpuls.

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Wetter & Logistik (DE)

Niedersachsen und Norddeutschland erleben derzeit saisonal mildes, überwiegend trockenes Wetter mit lediglich vereinzelten Schauern. Diese Bedingungen begünstigen die laufende Aufbereitung nach der Ernte, die Lagerverwaltung und die landwirtschaftliche Logistik, anstatt neue Ernterisiken zu schaffen. Regionale deutsche Getreideberichte weisen zu diesem späten Zeitpunkt des Vermarktungsjahres nicht auf wetterbedingte Qualitätsprobleme beim Roggen hin. Stattdessen richtet sich die Aufmerksamkeit zunehmend auf die Herbstarbeiten und die Aussaat von Winterkulturen.

Da die Roggenernte 2026 weitgehend gesichert ist und keine unmittelbaren Wettergefahren bestehen, ist der Einfluss der Meteorologie auf die nahen Preise minimal. Das Wetter wird später im Herbst wieder an Bedeutung gewinnen, wenn die Landwirte die Aussaat von Wintergetreide, einschließlich Roggen für die Ernte 2027, vorbereiten und durchführen. Für die Kassapreise von Futterroggen in Drentwede ist dies jedoch derzeit noch kein Preistreiber.

Fundamentaldaten & Markttreiber

Das jüngste Monitoring des EU-Getreidemarktes weist allgemein auf ausreichende bis komfortable Getreidebilanzen hin. Roggen gehört nicht zu den knappen Rohstoffen, und auch die globalen Märkte für Grobgetreide sind angemessen versorgt. Nationale und regionale deutsche Marktberichte bestätigen dieses Bild. Sie heben einen ruhigen physischen Handel und ein begrenztes Verkaufsinteresse der Landwirte auf den aktuellen Preisniveaus hervor, zugleich aber auch eine verhaltene Dringlichkeit auf Käuferseite. Zusammen stützen diese Faktoren das derzeitige Seitwärtsmuster.

Die spekulative Beteiligung am Roggenmarkt ist im Vergleich zu Weizen oder Mais gering, sodass die Preisfindung vor allem durch physische Warenströme und regionale Arbitrage bestimmt wird. Der deutliche Abschlag ukrainischen FOB-Roggens gegenüber deutschen Inlandspreisen lenkt exportorientierte Käufer weiterhin auf den Schwarzmeerraum und beschränkt Deutschland im Wesentlichen auf die heimische Futternachfrage sowie begrenzte grenzüberschreitende EU-Bewegungen. Solange diese Arbitrage besteht und aus dem Futter- oder Industriesektor kein neuer Nachfrageimpuls entsteht, dürfte der deutsche Futterroggen nahe den aktuellen Niveaus gedeckelt bleiben.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

  • Preistendenz (3–5 Tage): Neutral bis leicht bearish für deutschen Futterroggen EXW Drentwede. Angesichts des komfortablen Angebots und der verhaltenen Nachfrage dürften die Preise um das aktuelle Niveau pendeln.
  • Für Futterkäufer: Es empfiehlt sich, nur den kurzfristigen Bedarf abzudecken. Das schwache EU-Umfeld und der Wettbewerb durch alternative Futtergetreide sprechen derzeit gegen aggressive Vorauskäufe.
  • Für Landwirte/Bestandsinhaber: Bei stabilen Preisen und begrenzten Aufwärtskatalysatoren könnten gestaffelte Verkäufe in kleinere Erholungen gegenüber umfangreichen Kassaverkäufen vorzuziehen sein. Dabei sollten die Spreads zu Gerste und Mais beobachtet werden.
  • Für Händler: Der Fokus sollte auf regionalen Basis-Chancen zwischen deutschen Inlandserzeugungsgebieten und nahegelegenen Export- oder Grenzmärkten liegen. Günstiger Roggen aus dem Schwarzmeerraum dient dabei als obere Benchmark für Wiederbeschaffungswerte.

Regionale 3-Tage-Preisindikation (nur Richtung)

  • Deutschland (Drentwede, EXW Futterroggen): Stabil bis leicht schwächer. Es sind keine wesentlichen Treiber erkennbar, die die Preise in den nächsten drei Handelstagen deutlich nach oben bewegen könnten.
  • EU-Referenz (deutscher durchschnittlicher Futterroggen): Der schwache Ton hält an. Ein geringes Abwärtsrisiko besteht, falls die Mischfutternachfrage schwach bleibt und der Wettbewerb aus dem Schwarzmeerraum zunimmt.
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Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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