Deutsche Futterroggenpreise stabil, während sich der EU-Markt weiter abschwächt
Deutsche EXW-Futterroggenpreise halten sich stabil, während die EU-Referenzwerte bei komfortablem Angebot und schwacher Nachfrage nachgeben. Kurzfristiger Ausblick und Handelstipps.
Preise
Deutscher Futterroggen (max. 14 % Feuchtigkeit, Ursprung DE, EXW Drentwede) wird derzeit mit 0.208 EUR/kg EXW angegeben, unverändert gegenüber der vorherigen Notierung, nachdem er seit Ende August in einer engen Spanne von 0.201–0.215 EUR/kg schwankte. Dieses Seitwärtsprofil steht im Einklang mit Berichten, wonach die deutschen Futterroggenpreise trotz eines schwächeren EU-Umfelds „seitwärts, aber fest“ tendieren.
EU-weite Referenzdaten für Futterroggen setzen den deutschen Landesdurchschnitt im September bei etwa 170 EUR/t an, rund 4–5 % unter August und knapp 18 % unter dem Vorjahresniveau. Dies unterstreicht die allgemein schwache Struktur des europäischen Roggenmarktes. Roggen ukrainischer Herkunft FOB Odessa ist je Kilogramm deutlich günstiger als deutsche EXW-Niveaus, was sowohl die niedrigeren Produktionskosten als auch die anhaltenden Bemühungen widerspiegelt, die Exportströme trotz regionaler Risiken aufrechtzuerhalten.
| Ursprung | Standort | Spezifikation | Lieferbedingung | Aktueller Preis (EUR/kg) | Jüngster Trend |
|---|---|---|---|---|---|
| DE | Drentwede | Futterroggen, max. 14 % Feuchtigkeit | EXW | 0.208 | Seitwärts, gegenüber Anfang September sehr leicht schwächer |
| UA | Odessa | Roggen | FOB | 0.119 | Geringfügiger Anstieg gegenüber Anfang September |
Angebot & Nachfrage
Der jüngste offizielle deutsche Erntebericht bestätigt eine insgesamt zufriedenstellende Getreideernte 2026. Die Roggenerzeugung wird als ausreichend und die Getreideverfügbarkeit insgesamt als komfortabel beschrieben. Dies stützt das derzeit stabile Preisumfeld, da für Käufer kein starker Bedarf besteht, Mengen zu höheren Preisen zu sichern. EU-weit weisen jüngste Marktkommentare auf ausreichende Roggenvorräte und nur ein moderates Wachstum der Futternachfrage hin, was mit den niedrigeren EU-Referenzpreisen übereinstimmt.
Auf der Nachfrageseite bevorzugen deutsche Mischfutterhersteller weiterhin Gerste und Mais, wenn deren Preis-Energie-Verhältnisse attraktiv sind, wodurch der Roggenanteil in den Rationen begrenzt bleibt. Regionale deutsche Marktberichte aus West- und Mitteldeutschland bestätigen eine allgemein ruhige Spotnachfrage. Die Käufer sind gut versorgt und konzentrieren sich auf kurzfristige Beschaffungen. Das schwache Exportinteresse an EU-Roggen, teilweise aufgrund der wettbewerbsfähigen Getreideangebote aus dem Schwarzmeerraum, begrenzt das Aufwärtspotenzial für deutschen Roggen zusätzlich, auch wenn die heimische Logistik und die Qualität nach der Ernte überwiegend reibungslos sind.
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Fundamentaldaten & externe Einflussfaktoren
Die Getreidebilanzen auf EU-Ebene zeigen, dass die Roggenverfügbarkeit 2025/26 und zu Beginn des Wirtschaftsjahres 2026/27 ausreichend ist. Frühere Produktionssteigerungen und eine allmähliche Erholung der Futternutzung stehen dabei keiner größeren strukturellen Knappheit gegenüber. Gleichzeitig zeigen die breiteren Futtermittelmärkte in Deutschland gemischte Entwicklungen: Gerste und Weizen verzeichneten in einigen Regionen zuletzt leichte Preiserholungen, während Roggen zu den schwächeren Komponenten zählt, was seine geringere Priorität bei der Verwendung in Rationen widerspiegelt.
Die Entwicklungen am Schwarzen Meer bleiben ein wichtiger externer Einflussfaktor. Trotz der anhaltenden Sicherheitsrisiken rund um ukrainische Häfen deuten jüngste Marktberichte darauf hin, dass ukrainische Exporteure weiterhin erhebliche Getreidemengen über das Schwarze Meer und alternative Korridore bewegen können. Dadurch bleiben wettbewerbsfähige Angebote für Nebengetreide einschließlich Roggen bestehen, während die EU-Exportmöglichkeiten begrenzt werden. Dieser Wettbewerbsdruck erklärt zusammen mit dem allgemein schwachen EU-Getreidekomplex, warum die deutschen Roggenpreise stabil bleiben, statt zu steigen, obwohl die Ernte abgeschlossen ist und sich die Logistik normalisiert.
Wetterausblick (Region: Deutschland / Niedersachsen)
Das kurzfristige Wetter für Norddeutschland einschließlich Niedersachsen deutet auf relativ milde und wechselhafte Frühherbstbedingungen hin. Die Prognosen für die nächsten 3–5 Tage zeigen überwiegend Temperaturen im niedrigen bis mittleren Bereich der 20er °C mit vereinzelten Schauern und ohne nennenswertes Hitze- oder Frostrisiko. Für Roggen, dessen Ernte weitgehend abgeschlossen ist, hat dieses Muster nur begrenzte unmittelbare Auswirkungen auf die Preise, unterstützt jedoch gute Bedingungen für die Nacherntearbeiten und die ersten Feldarbeiten für die kommende Saison.
Mit Blick auf einen etwas längeren Zeitraum bevorzugen die Ensembleprognosen für die Region Temperaturen und Niederschläge im Normalbereich. Dies deutet auf keine größeren wetterbedingten Störungen bei der Bodenvorbereitung oder der Herbstaussaat von Wintergetreide hin. Da keine erkennbare Wetterprämie besteht, dürften die kurzfristigen Preisbewegungen bei Roggen in Deutschland eher den Spreads bei Futtergetreide und der externen Marktstimmung folgen als lokalen meteorologischen Faktoren.
3-Tage-Preisausblick & Handelsleitlinien
Richtung des 3-Tage-Ausblicks (Region: DE, wichtigste Punkte):
- EXW Norddeutschland (z. B. Drentwede): Die Preise dürften in den nächsten drei Handelstagen insgesamt seitwärts tendieren, mit nur geringfügigen untertägigen Schwankungen um das aktuelle Niveau, da das Angebot komfortabel und die Nachfrage stabil statt aggressiv ist.
- Deutscher Inlandsdurchschnitt: Die nationalen Futterroggenindikationen dürften in einer engen Spanne bleiben, dem schwachen, aber stabilen EU-Referenzumfeld folgen und kaum auf das lokale Wetter reagieren.
- Im Verhältnis zur Schwarzmeerherkunft: Der Preisabstand zum günstigeren ukrainischen FOB-Roggen dürfte bestehen bleiben. Dies setzt die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Exporte weiter unter Druck, ohne jedoch sofortige Anpassungen bei den deutschen Erzeugerpreisen zu erzwingen.
Handelsempfehlungen (kurzfristig, 3–10 Tage):
- Futterkäufer (Deutschland): Eine kurzfristige Beschaffungsstrategie für Roggen sollte beibehalten werden, da das reichliche Angebot und die schwachen EU-Benchmarks gegen einen unmittelbar bevorstehenden Preisanstieg sprechen. Kleinere Rückgänge aufgrund einer allgemeinen Schwäche am Getreidemarkt können genutzt werden, um die Deckung für das vierte Quartal moderat auszuweiten.
- Erzeuger & Erfassungsunternehmen: Da die aktuellen EXW-Niveaus stabil, im historischen Vergleich zum Vorjahr jedoch schwach sind, erscheinen schrittweise Verkäufe bei Erholungen bis an das obere Ende der jüngsten Spanne sinnvoll. Aggressive Term Verkäufe sollten jedoch vermieden werden, falls später winterliche Wetter- oder Logistikprobleme auftreten.
- Händler/Exporteure: Frachtkosten und Entwicklungen bei den Korridoren im Schwarzmeerraum sollten genau beobachtet werden. Jede erneute Störung, die die Exporte aus dem Schwarzmeerraum verknappt, könnte das EU-Exportpotenzial für Roggen rasch verbessern und eine konstruktivere Haltung gegenüber den deutschen Roggenpreisen rechtfertigen.