Deutscher Futterroggen gibt bei komfortabler Versorgung leicht nach
Deutsche Futterroggenpreise auf EXW-Basis in Drentwede geben leicht nach, während ukrainische FOB-Preise vergünstigt bleiben. Überblick über Angebot, Nachfrage, Wetter und 3-Tage-Ausblick für Deutschland.
Preise
In Drentwede (Niedersachsen) wird Futterroggen mit maximal 14 % Feuchtigkeit auf EXW-Basis derzeit mit 0.21 EUR/kg angegeben, gegenüber 0.22 EUR/kg am 22. Oktober 2026. Damit hat der Preis gegenüber dem im Oktober erreichten Monats-Hoch moderat nachgegeben.
Ukrainischer Roggen FOB Odesa wird mit 0.12 EUR/kg angegeben und ist seit Mitte Oktober unverändert. Damit bleibt der deutliche Abschlag gegenüber den deutschen Inlandspreisen bestehen und erhöht den Substitutionsdruck durch Importe auf heimisches Futtergetreide.
| Herkunft | Ort | Spezifikation | Lieferbedingung | Aktueller Preis (EUR/kg) | Richtung gegenüber vorheriger Notierung |
|---|---|---|---|---|---|
| DE | Drentwede | Roggen, Futter, max. 14 % Feuchtigkeit | EXW | 0.21 | ▼ von 0.22 (21. Okt. 2026) |
| UA | Odesa | Roggen | FOB | 0.12 | = (seit 16. Okt. 2026 unverändert) |
Angebot & Nachfrage
Die Getreideernte Deutschlands 2026 wird offiziell als umfangreich eingeschätzt. Die Regierung meldet trotz regional unterschiedlicher Wetterbedingungen eine solide Gesamternte, was zu entspannten kurzfristigen Versorgungsbedingungen bei Roggen und anderem Futtergetreide beiträgt.
EU-Statistiken weisen Deutschland als einen der wichtigsten Roggenproduzenten und -exporteure innerhalb des Blocks aus. Exportdaten der vorherigen Saison bestätigen stetige Roggenausfuhren neben den dominierenden Weizen- und Gerstenmengen, was darauf hindeutet, dass strukturelle Überschüsse weiterhin für Futter- und Exportkanäle verfügbar sind.
Auf der Importseite transportiert die Ukraine Getreide weiterhin hauptsächlich über Landrouten und die EU-„Solidarity Lanes“, während Schwarzmeertransporte ab Odesa wegen des erhöhten Risikos durch Drohnenangriffe und steigender Versicherungsprämien unter erschwerten Bedingungen laufen. Dadurch fließen ukrainische Getreideerzeugnisse, einschließlich Roggen, weiterhin in die EU-Märkte, jedoch mit gewissen logistischen Reibungen und Kostenunsicherheiten.
In Deutschland beschreiben jüngste regionale Getreidemarktberichte die Erzeugerpreise für Getreide trotz schwächerer internationaler Futures als weitgehend stabil. Dies signalisiert, dass die lokale Nachfrage aus Viehhaltung und Ethanolproduktion ausreichend, aber nicht aggressiv ist, wodurch das Aufwärtspotenzial für Roggen begrenzt wird.
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Wetter & Erntebedingungen (Region: DE)
Die Aussaat von Winterroggen in Deutschland findet typischerweise von Mitte September bis Mitte Oktober statt; in der aktuellen Phase liegt der Schwerpunkt daher auf der Bestandesetablierung und nicht auf der Ernte.
Für Drentwede und die umliegende Region Niedersachsen deuten Kurzfristprognosen für die kommenden drei Tage auf saisonal milde Temperaturen ohne länger anhaltende Starkregenereignisse hin. Diese Bedingungen sind im Allgemeinen günstig für späte Feldarbeiten, den Aufgang und die frühe Bestockung von Wintergetreide. (Basierend auf aktuellen öffentlichen Wetterprognosedaten für Niedersachsen, DE.)
Fundamentaldaten & Markttreiber
- Ausreichende deutsche Getreidebilanz: Die nationalen Ernte- und Brotgetreidebewertungen bestätigen eine gute Verfügbarkeit von Getreide. Dadurch sinkt der Bedarf an einer aggressiven Preisrationierung bei Roggen, und ohne externe Schocks werden Preisanstiege begrenzt.
- EU-Preissignale für Roggen: Veröffentliche Indikationen für Futterroggen in Süddeutschland zeigen gegenüber dem Vormonat moderate Zuwächse, bleiben absolut betrachtet jedoch relativ niedrig. Dies steht im Einklang mit der in Norddeutschland beobachteten engen EXW-Spanne.
- Riskante, aber funktionierende ukrainische Exporte: Trotz Angriffen auf Schiffe im Schwarzen Meer sowie in der Umgebung Rumäniens und Bulgariens weisen Analysten darauf hin, dass der Handel über alternative Routen und angepasste Korridore fortgesetzt wird. Dies erhöht hauptsächlich Fracht- und Versicherungskosten, anstatt die Lieferströme vollständig zum Erliegen zu bringen.
- Stabiler regionaler Getreidekomplex: Deutsche Landesmarktservices melden Mitte Oktober weitgehend stabile Erzeugerpreise für Getreide und Ölsaaten, obwohl die Futures nachgaben. Dies spiegelt ein ausgeglichenes lokales Angebot-Nachfrage-Verhältnis wider und trägt dazu bei, den Roggen in seiner aktuellen Bandbreite zu verankern.
Handelsausblick
- Mischfutterhersteller (DE): Bei einem EXW-Roggenpreis von 0.21 EUR/kg und einer reichlichen heimischen Getreideverfügbarkeit sollten kurzfristige Bedarfe gedeckt werden. Von übermäßigen Vorkäufen mit weit in der Zukunft liegenden Lieferterminen sollte jedoch abgesehen werden, da die Angebots- und Wetterrisiken derzeit moderat erscheinen.
- Erzeuger (DE): Der jüngste Rückgang von 0.22 auf 0.21 EUR/kg deutet auf eine begrenzte Prämie für aggressive Spotverkäufe hin. Eine gestaffelte Vermarktung bei möglichen Verbesserungen der Winterbasis könnte vorzuziehen sein, sofern Lagerkapazitäten vorhanden sind.
- Importeure/Händler: Die anhaltende Differenz von 0.09 EUR/kg zwischen deutschen EXW- und ukrainischen FOB-Werten spricht für ein anhaltendes Interesse an Roggen aus dem Schwarzmeerraum, sofern Lösungen für Logistik und Risikomanagement vorhanden sind.
3-Tage-Regionalpreisindikation (Deutschland, DE)
- Futterroggen Drentwede EXW: Seitwärts bis leicht schwächer um 0.21 EUR/kg, da ein komfortables lokales Angebot und eine stabile Nachfrage aus der Viehhaltung dominieren.
- Deutscher Inland-Roggenmarkt: Weitgehend stabil und im Einklang mit dem breiteren Futtergetreidekorb, mit kurzfristig nur begrenzten Impulsen durch Wetter- oder Exportnachrichten.