Die ICE-Zucker-Nr.-11-Futures haben am 16.03.2026 auf breiter Front nachgegeben, mit Rückgängen zwischen rund –0,4 % und –1,3 % über die Notierungen von Mai 2026 bis Oktober 2028. In Euro umgerechnet liegen die Frontmonate nun grob im Bereich von 3,15–3,40 EUR je 100 lb Rohzucker und damit spürbar unter den Hochs der vergangenen Monate. Parallel dazu bleiben die physischen Preise für raffinierten Zucker (ICUMSA 45, FOB Brasilien) im Bereich von ca. 0,51–0,53 EUR/kg stabil bis leicht fester.
Für den Zuckerrohrmarkt ergibt sich damit ein Bild, in dem die Terminpreise kurzfristig unter Druck stehen, während die Fundamentaldaten für 2025/26 und 2026/27 eher auf eine komfortable, aber nicht überschäumende Versorgungslage hindeuten. Steigende Ernten in Brasilien und eine deutliche Produktions-Erholung in Indien treffen auf moderat wachsende Nachfrage und eine anhaltend hohe Nutzung von Zuckerrohr für Ethanol, insbesondere in Brasilien. Wetterrisiken – vor allem in Brasilien und Indien – bleiben der zentrale Preistreiber nach oben, während die jüngste Preisbewegung eher einer technischen Korrektur in einem insgesamt seitwärts bis leicht abwärts gerichteten mittelfristigen Trend entspricht.
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Sugar refined
ICUMSA 45
FOB 0.53 €/kg
(from BR)
📈 Preise & Marktstruktur
ICE Zucker Nr. 11 – Terminkurve (US-Cent/lb, in EUR umgerechnet)
Ausgangspunkt ist der bereitgestellte Rohtext zu ICE Zucker Nr. 11 per 16.03.2026. Zur Umrechnung wird ein angenommener Wechselkurs von 1 USD = 0,92 EUR und 1 lb = 0,4536 kg genutzt. 1 US-Cent/lb entspricht damit rund 0,0203 EUR/kg bzw. 2,03 EUR je 100 kg; zur besseren Lesbarkeit werden nachfolgend EUR je 100 lb angegeben (1 Cent/lb ≈ 0,2205 EUR/100 lb).
| Kontrakt | Schlusskurs (US-Cent/lb) |
Schlusskurs (EUR je 100 lb) |
Veränderung (US-Cent/lb) |
Veränderung (%) |
Geschätzte Tendenz |
|---|---|---|---|---|---|
| Mai 2026 | 14,19 | ≈ 3,13 EUR | -0,18 | -1,27 % | schwach |
| Jul 2026 | 14,38 | ≈ 3,17 EUR | -0,19 | -1,32 % | schwach |
| Okt 2026 | 14,78 | ≈ 3,26 EUR | -0,15 | -1,01 % | leicht schwach |
| Mär 2027 | 15,47 | ≈ 3,41 EUR | -0,13 | -0,84 % | leicht schwach |
| Mai 2027 | 15,28 | ≈ 3,37 EUR | -0,10 | -0,65 % | neutral bis schwach |
| Jul 2027 | 15,31 | ≈ 3,38 EUR | -0,08 | -0,52 % | neutral bis schwach |
| Okt 2027 | 15,61 | ≈ 3,44 EUR | -0,07 | -0,45 % | seitwärts |
| Mär 2028 | 16,22 | ≈ 3,58 EUR | -0,07 | -0,43 % | seitwärts |
| Mai 2028 | 16,05 | ≈ 3,54 EUR | -0,07 | -0,44 % | seitwärts |
| Jul 2028 | 16,03 | ≈ 3,54 EUR | -0,07 | -0,44 % | seitwärts |
| Okt 2028 | 16,25 | ≈ 3,58 EUR | -0,07 | -0,43 % | seitwärts |
Die Terminkurve ist leicht ansteigend (Contango): Vom Frontmonat Mai 2026 (≈ 3,13 EUR/100 lb) bis Oktober 2028 (≈ 3,58 EUR/100 lb) ergibt sich ein moderater Aufschlag. Das deutet auf eine insgesamt ausreichende physische Versorgung hin, bei gleichzeitig gewissen Prämien für langfristige Lager- und Risikoaufschläge.
Physischer Markt – Raffinierter Zucker (ICUMSA 45, FOB Brasilien)
| Produkt | Herkunft | Lieferbedingung | Preis (EUR/kg) |
Vorheriger Preis (EUR/kg) |
Änderung | Datum | Marktstimmung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Zucker raffiniert ICUMSA 45 | Brasilien | FOB São Paulo | 0,53 | 0,52 | +0,01 | 28.10.2024 | leicht fest |
| Zucker raffiniert ICUMSA 45 | Brasilien | FOB São Paulo | 0,52 | 0,51 | +0,01 | 18.10.2024 | fest |
| Zucker raffiniert ICUMSA 45 | Brasilien | FOB São Paulo | 0,51 | 0,52 | -0,01 | 09.10.2024 | konsolidierend |
Die physischen Exportpreise für brasilianischen Raffinadezucker im FOB-Geschäft bewegen sich damit in einer Spanne von 510–530 EUR/t. Im Vergleich zu den aktuellen ICE-Rohzuckerpreisen besteht weiterhin eine Marge für Raffination, Logistik und Risikoaufschläge, was die Verarbeitungsanreize in den Hauptproduktionsregionen stützt.
🌍 Angebot & Nachfrage im Zuckerrohrsektor
Globale Produktionslage
Entscheidend für den Zuckerrohrmarkt ist die Entwicklung der globalen Zuckerproduktion, die stark von den Erträgen in Brasilien, Indien und Thailand abhängt. Laut verschiedenen Branchen- und USDA-Schätzungen dürfte die Weltzuckerproduktion 2025/26 auf etwa 188–189 Mio. t steigen, nach rund 183–185 Mio. t im Vorjahr.
Brasilien bleibt klarer Schlüssellieferant: Für die Saison 2025/26 wird im Zentrum-Süd eine Zuckerproduktion von gut 41 Mio. t erwartet, mit weiterem Anstieg auf über 43 Mio. t in 2026/27, da ein höherer Anteil des Zuckerrohrs in die Zuckerproduktion statt in Ethanol fließt. Dies erhöht das Exportpotenzial und wirkt tendenziell preisdeckelnd, sofern keine massiven Wetterstörungen eintreten.
In Indien zeichnet sich nach den dürrebedingten Rückgängen eine kräftige Produktions-Erholung ab. USDA- und Branchenprognosen sehen die indische Zuckerproduktion 2025/26 bei etwa 34–35 Mio. t, was einem Plus von 15–26 % gegenüber der schwächeren Vorjahressaison entspricht. Zusammen mit zunehmenden Exporten aus Thailand sorgt dies für eine Entspannung der globalen Angebotslage.
Nachfrage und Ethanol-Konkurrenz
Die weltweite Zuckernachfrage wächst laut OECD-FAO mittelfristig nur moderat um rund 0,5–1,5 % pro Jahr, getrieben von Bevölkerungswachstum, wirtschaftlicher Erholung und Tourismus, aber gebremst durch Gesundheits- und Zuckerkonsum-Debatten. Regional legt der Verbrauch vor allem in Asien und Afrika zu, bleibt dort aber pro Kopf weiterhin unter dem globalen Durchschnitt.
Ein struktureller Faktor ist die Konkurrenz zwischen Zucker und Ethanol. In Brasilien werden langfristig bis zu gut 50 % des Zuckerrohrs für Ethanol erwartet; OECD-FAO geht davon aus, dass bis 2034 etwa 24 % der globalen Zuckerernte in Ethanol fließen, gegenüber 18 % in der Basisperiode. Kurzfristig hängt die Allokation stark vom Verhältnis Zuckerpreis zu Rohöl- und Ethanolpreisen ab – der aktuelle Rückgang der ICE-Notierungen erhöht das Risiko einer stärkeren Verschiebung von Zucker zu Ethanol.
📊 Fundamentaldaten & Marktindikatoren
Terminmarkt, Volumen und Struktur
Der Rohtext zeigt ein hohes Handelsvolumen im Frontmonat Mai 2026 von über 58.000 Kontrakten und insgesamt rund 122.000 Kontrakten über alle gehandelten Fälligkeiten. Das deutet auf eine gute Marktliquidität und aktive Neupositionierung hin. Die stärksten prozentualen Rückgänge verzeichnen die nahen Fälligkeiten, was auf Gewinnmitnahmen und eine Korrektur nach vorangegangenen Anstiegen schließen lässt.
Die leicht ansteigende Kurve (Contango) signalisiert, dass der Markt aktuell keine akute Knappheit einpreist. Gleichzeitig liegen die Notierungen auf einem Niveau, das im historischen Vergleich eher im unteren bis mittleren Bereich der letzten Jahre angesiedelt ist. Zusammen mit den steigenden globalen Produktionsprognosen ergibt sich ein fundamental eher komfortables Bild, allerdings mit deutlicher Wetterabhängigkeit.
Politik und Bestände
US-Politik und Lagerbestände wirken vor allem über die Weltmarktstimmung: Der USDA-Marktausblick für Zucker und Süßungsmittel weist für 2025/26 eine leicht steigende US-Produktion und stabile Bestände aus, bei gleichzeitig begrenzten Importen. Dies stützt die Erwartung eines nicht angespannten, aber auch nicht überversorgten Marktes.
In Indien bleibt die Exportpolitik ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Höhere Produktion könnte zu Exportfreigaben führen, gleichzeitig bindet das ambitionierte Ethanolbeimischungsziel (20 % Beimischung) erhebliche Zuckermengen im Inland. Für den globalen Zuckerrohr- und Zuckerhandel bedeutet dies, dass politische Entscheidungen in Neu-Delhi kurzfristig starke Preisausschläge auslösen können.
🌦 Wetterausblick & Ertragsrisiken
Brasilien (Zuckerrohr, Center-South)
Für die brasilianische Center-South-Region deuten aktuelle Marktberichte auf insgesamt günstige Bedingungen für die kommende Ernte hin, mit Erwartungen, dass der Cane Crush 2026/27 das bereits hohe Niveau 2025/26 noch übertrifft. Lokale Wetterdienste melden bislang keine flächendeckenden Extremereignisse, wenngleich Niederschlagsverteilung und Temperaturspitzen in den kommenden Monaten entscheidend für die endgültigen Erträge bleiben.
Aus Marktsicht bedeutet dies: Solange keine signifikante Trockenheit oder Starkregenperioden eintreten, dürfte Brasilien seine Rolle als preisbestimmender Exporteur festigen. Jede unerwartete Verschlechterung der Witterung könnte angesichts der hohen globalen Abhängigkeit von brasilianischem Zuckerrohr allerdings rasch zu Preissprüngen an der ICE führen.
Indien & Asien
Für Indien projizieren USDA und Ratingagenturen eine deutliche Produktions-Erholung dank eines überdurchschnittlichen Monsuns, der die Zuckerrohrflächen und -erträge insbesondere in Maharashtra und Karnataka verbessert. Die frühe Saison 2025/26 zeigt bereits zweistellige Zuwachsraten gegenüber dem Vorjahr.
Das Wetterrisiko verlagert sich damit stärker in die Zukunft: Sollte der Monsun in den Folgejahren schwächer ausfallen oder regional versagen, könnte die indische Produktion erneut einbrechen – mit entsprechendem Aufwärtsrisiko für die ICE-Notierungen. Kurzfristig überwiegt jedoch der Entspannungseffekt der guten Monsunaussichten.
🌐 Globale Produktion & Bestände – Überblick
| Region/Land | Periode | Geschätzte Zuckerproduktion (Mio. t, Rohwert) |
Tendenz | Marktwirkung |
|---|---|---|---|---|
| Welt gesamt | 2025/26 | ≈ 188–189 | steigend | Entspannung, aber wetterabhängig |
| Brasilien (CS) | 2025/26 | ≈ 41,4 | +3 % ggü. Vorjahr | preisdeckelnd |
| Brasilien (CS) | 2026/27 | ≈ 43,2 | weiter steigend | Exportdruck, falls Wetter stabil |
| Indien | 2025/26 | ≈ 34–35 | +15–26 % | Entlastung, potenzielle Exporte |
| Thailand | 2025/26 | + signifikant ggü. Vj. | steigend | zusätzliche Exportmengen |
In Summe deutet die globale Produktions- und Bestandslage eher auf eine leichte Überversorgung oder zumindest eine komfortable Balance hin. Das erklärt die aktuell schwächeren ICE-Notierungen und die Contango-Struktur der Kurve. Dennoch bleibt der Markt sensibel für Wetter- und Politikschocks, insbesondere in Brasilien und Indien.
📆 Kurzfristiger Marktausblick & 3-Tage-Preisprognose
Handelsausblick für Marktteilnehmer
- Produzenten (Zuckerrohr, Brasilien/Thailand): Die aktuelle Schwäche der ICE-Frontmonate bietet Anlass, Preisabsicherung schrittweise aufzustocken, insbesondere für die Ernten 2026/27, da die Kurve hier attraktive Prämien bietet. Eine Staffelung von Hedging-Volumina reduziert das Risiko, bei eventuellen wetterbedingten Preisspitzen zu früh vollständig abgesichert zu sein.
- Raffinerien & Exporteure: Die Spanne zwischen Rohzucker-Futures (≈ 3,1–3,6 EUR/100 lb) und FOB-Preisen für Raffinade (≈ 510–530 EUR/t) ermöglicht weiterhin auskömmliche Margen. Einkaufsstrategien können kurzfristig auf Preisschwächephasen an der ICE ausgerichtet werden, um Rohstoffkosten zu senken.
- Industrielle Nachfrager (Getränke, Lebensmittel): Das aktuelle Preisniveau bietet Chancen für mittel- bis langfristige Fixierung eines Teils des Bedarfs. Aufgrund der Wetter- und Politikrisiken empfiehlt sich jedoch, nicht den gesamten Bedarf zu heutigen Preisen zu fixieren, sondern einen gestaffelten Ansatz zu wählen.
- Finanzinvestoren & Spekulanten: Nach der jüngsten Korrektur und angesichts komfortabler Fundamentaldaten überwiegen kurzfristig Abwärts- oder Seitwärtsrisiken. Opportunitäten ergeben sich eher auf der Short-Seite oder über Spreads entlang der Kurve, wobei Wetter- und Politikschocks eng überwacht werden müssen.
3-Tage-Prognose ICE Zucker Nr. 11 (Frontmonat, in EUR)
Ausgehend vom Schlusskurs des Frontmonats (Mai 2026) von rund 3,13 EUR je 100 lb am 16.03.2026 und unter Annahme unveränderter Fundamentaldaten sowie ruhiger Wetterlage wird folgende indikative Spanne erwartet:
| Tag | Erwarteter Preisbereich Frontmonat (EUR je 100 lb) |
Erwartete Richtung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| 17.03.2026 | 3,08 – 3,18 | seitwärts bis leicht schwächer | Nachhall der Korrektur, technische Verkäufe möglich |
| 18.03.2026 | 3,05 – 3,20 | seitwärts | Suche nach neuem Gleichgewicht, Fokus auf Wetter- und Politiknachrichten |
| 19.03.2026 | 3,05 – 3,25 | seitwärts mit Aufwärtsrisiko | Mögliche technische Gegenbewegung, sofern keine neuen bearishen Fundamentaldaten |
Diese sehr kurzfristige Prognose ist naturgemäß mit hoher Unsicherheit behaftet und dient eher der Orientierung als konkreter Handelsanweisung. Insbesondere wetter- oder politikinduzierte Nachrichten aus Brasilien, Indien oder den USA können die Preisspanne rasch verschieben.


