Bärische Woche für große Kardamom, aber knappe himalayanische Versorgung begrenzt die Abwärtsbewegung
Die Preise für großen Kardamom stehen kurzzeitig unter Druck durch Assam-Lieferungen und Verkäufe, aber knappe himalayanische Ernten und starke Exporte stützen eine mittelfristige Erholungsbasis.
Preise & Marktton
Die kräftige, rauchige Sorte großer Kardamom aus Sikkim, Assam und Nepal hatte eine herausfordernde zweiwöchige Periode. Kaichi-Cut (scherenbeschnittene) Qualitäten fielen in zwei Wochen um etwa 1,04–1,26 USD pro kg und liegen nun bei etwa 16,15–16,26 USD pro kg, einem mehrtägigen Tief, das von Händlern als technisch anfällig angesehen wird. Die letzte Auktion am 30. April brachte einen durchschnittlichen Preis von etwa 14,32–18,81 USD pro kg, wobei Käufer nicht bereit waren, über den Auktionsniveaus hinaus zu jagen.
Parallel dazu sind die FOB-Angebote für indischen grünen Kardamom in Neu-Delhi leicht gesunken, jedoch insgesamt stabil. Indicative whole green cardamom ranges (7–8 mm) liegen rund um 20–22 EUR pro kg, mit den besten 8 mm Qualitäten nahe 24 EUR pro kg und kleineren 6–6,8 mm Größen um 15–20 EUR pro kg. Neueste Angebote zeigen einen leichten Rückgang von etwa 0,3–0,6% gegenüber der Vorwoche über die wichtigsten Qualitäten, was eher auf eine Konsolidierung als auf eine scharfe Korrektur hinweist.
Angebots- & Nachfragetrends
Die kurzfristige Schwäche bei großem Kardamom ist hauptsächlich eine inländische Angelegenheit. Assam hat billigere, minderwertige Materialien freigegeben, die die Premium-Qualitäten aus Sikkim und Nepal unterbieten und den Käufern eine einfache kostengünstige Alternative bieten. Gleichzeitig liquidieren in Gwalior ansässige Händler, die während der früheren Rallye Positionen aufgebaut hatten, jetzt Bestände und fügen dem Markt nur langsam zusätzliche Spot-Lieferungen hinzu.
Auf der Angebotsseite aus dem Himalaya ist die Situation deutlich knapper. Nepals Ernte wurde von ungünstigem Wetter getroffen, und aktualisierte Schätzungen deuten darauf hin, dass die zweite Ernte im besten Falle die Ausbeute der letzten Saison erreichen wird, anstatt sich zu erholen. Bhutan und Sikkim haben ebenfalls Ernteverluste gemeldet, die die zukünftige Verfügbarkeit strukturell einschränken. Großer Kardamom aus Nepal wird auf einem Importkostenbasis knapp bei 16,66 USD pro kg angeboten, jedoch verhindern die aktuelle schwache Stimmung und der Wettbewerb durch Assam-Material, dass diese erhöhten Kosten vollständig in die Spotpreise einfließen.
Die Nachfrage bleibt in den Exportkanälen gesünder als der schwache Ton im Inland vermuten lässt. Indiens Exporte von großem Kardamom in den ersten zehn Monaten des Haushaltsjahres 2025-26 erreichten rund 1.320 Tonnen im Wert von 24,9 Millionen USD, gegenüber 1.046 Tonnen und 17,97 Millionen USD im Vorjahr – ein Volumenanstieg von 26%. Starke Käufe aus dem Nahen Osten und Südostasien stützen eine mittelfristige Basis, selbst wenn die lokalen Händler derzeit vorsichtig und stark preisempfindlich sind.
Fundamentaldaten & Wetter
Dies deutet auf eine Divergenz zwischen kurzfristigem Preisdruck und mittelfristiger Knappheit hin. Einerseits belasten billige Assam-Lieferungen und das Auflösen von Positionen in Gwalior die Preise und die Stimmung, was zu einem schwankenden Handel knapp über den aktuellen Auktionsniveaus führt. Andererseits impliziert wetterbedingter Ernteausfall in Nepal, Sikkim und Bhutan, dass die Wiederauffüllung der Pipeline begrenzt sein wird, insbesondere wenn die bestehenden indischen Bestände abgebaut werden.
Das Wetter in den entscheidenden hochgelegenen Anbaugebieten des östlichen Himalaya bleibt ein Beobachtungspunkt. Weitere Episoden übermäßigen Regens, Hagels oder unzeitgemäßen Kältes während der verbleibenden Wachs- und Trocknungsperioden könnten den Versorgungsengpass ins nächste Vermarktungsjahr verschärfen. Im Moment konzentriert sich der Markt jedoch mehr auf die sichtbare Überversorgung aus Assam und die Liquidation als auf zukünftige Knappheit, was ein Zeitfenster für Endverbraucher schafft, um mittelfristige Deckung zu sichern.
Ausblick & Handelsstrategie
Kurzfristig wird der große Kardamommarkt voraussichtlich schwach bis seitwärts bleiben. In den nächsten zwei bis drei Wochen werden die Preise voraussichtlich im Bereich bleiben oder leicht fallen, es sei denn, eines von zwei Auslösern tritt auf: entweder eine Verlangsamung der Assam-Lieferungen oder eine weitere Erhöhung der Importkosten aus Nepal, die die Käufer zwingt, den Wert neu zu bewerten. Der aktuelle Kaichi-Cut-Bereich um 16,15–16,26 USD pro kg hat keine klare technische Unterstützung, und die Stimmung wird fragil bleiben, solange der inländische Verkauf anhält.
- Industriekäufer / Importeure: Nutzen Sie die aktuelle Schwäche, um die Deckung moderat bei oder unter den auktionierten Niveaus zu erweitern, und fokussieren Sie sich auf hochwertige Sikkim- und Nepal-Ursprünge, bei denen die strukturelle Knappheit am deutlichsten ist.
- Ursprungsinhaber (Sikkim, Nepal, Bhutan): Vermeiden Sie aggressive Rabatte unterhalb der aktuellen Tiefstände; die Angebotsfundamentaldaten sprechen gegen eine anhaltende Subcurrent-Preise, sobald spekulative Liquidation und der Druck aus Assam nachlassen.
- Händler: Die kurzfristige Tendenz bleibt leicht bärisch bis neutral. Ziehen Sie eine konstruktivere Haltung in Betracht, wenn Anzeichen dafür auftreten, dass der Zustrom aus Assam sich verlangsamt oder wenn die Exportanfragen aus dem Nahen Osten und Südostasien bei aktuellen Preisniveaus erhöhen.