In den Kabuli-Kichererbsenmärkten Indiens und Mexikos setzt sich Mitte März 2026 ein klarer, aber moderater Abwärtstrend fort. Die vorliegenden FOB-Angebote aus Neu-Delhi und Mexiko-Stadt zeigen seit Mitte Februar eine schrittweise Korrektur um rund 5–7 % über alle Kaliber hinweg. Auf den ersten Blick signalisiert dies ein entspannteres Marktumfeld nach den angespannten Jahren 2023–2025. Dahinter stehen jedoch unterschiedliche Fundamentaltreiber: In Indien stützen eine ausgeweitete Rabi-Anbaufläche für Gram (Chickpea), hohe Ernteerwartungen 2025/26 und eine frisch beschlossene MSP‑Beschaffungsrunde der Regierung die Angebotsseite, während gleichzeitig Importfenster für andere Hülsenfrüchte (u. a. gelbe Erbsen) bis Ende März 2026 offen bleiben und die Substitutionskonkurrenz im Inland verstärken.
In Mexiko wirken vor allem die starke Exportorientierung der Bundesstaaten Sinaloa und Sonora sowie eine solide Nachfrage aus der Türkei, Spanien und Nordafrika auf die Preise ein. Gleichzeitig haben sich die globalen Frachtraten seit 2024 normalisiert, wodurch mexikanische Ware wieder wettbewerbsfähiger gegenüber indischer und australischer Herkunft geworden ist. Wetterseitig herrschen in den kommenden Tagen in Nordindien und im nordwestlichen Mexiko überwiegend trockene, saisontypische Bedingungen ohne akute Stressfaktoren für die laufende Ernte und Nachernte-Logistik. Auf kurze Sicht ist daher eher mit einer Fortsetzung des sanften Preisgleits als mit wetterbedingten Preisspitzen zu rechnen.
Für Käufer eröffnen sich damit kurzfristig attraktive Einstiegsfenster, insbesondere in den größeren Kalibern (10–12 mm) aus Indien und Mexiko, die historisch enge Spannen zu europäischen Importpreisen aufweisen. Für Verkäufer und Produzenten bedeutet die aktuelle Konstellation hingegen, dass eine aktive Vermarktungsstrategie – mit gestaffelten Verkäufen und konsequenter Nutzung politischer Stützungsinstrumente wie MSP in Indien – entscheidend wird, um Margen zu sichern. Insgesamt deutet die Kombination aus komfortabler Versorgung, politischer Unterstützung für Pulses und stabilen Exportströmen darauf hin, dass der Markt in den kommenden Wochen seitwärts bis leicht schwächer tendieren dürfte, solange keine externen Schocks (Wetter, Handelspolitik) eintreten.
Exclusive Offers on CMBroker

Chickpeas dried
count 42-44, 12 mm
FOB 1.30 €/kg
(from MX)

Chickpeas dried
count 75-80, 8 mm
FOB 0.83 €/kg
(from MX)

Chickpeas dried
count 60-62, 8 mm
FOB 0.85 €/kg
(from IN)
📈 Preise & Marktstruktur (FOB, in EUR)
Aktuelle FOB-Angebote (Stand 14.03.2026, Umrechnung ~1 USD = 0,92 EUR)
Hinweis: Die gelieferten Rohdaten liegen in USD/t vor; nachfolgend wurden alle Werte in EUR/t umgerechnet und gerundet. Die prozentualen Wochenänderungen bleiben durch die Umrechnung unverändert.
| Ursprung | Standort | Typ / Kaliber | Lieferbedingung | Preis 14.03.2026 (EUR/t) | Preis 06.03.2026 (EUR/t) | Wochenänderung | Marktstimmung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| IN | Neu-Delhi | 42–44 ct, 12 mm | FOB | ca. 920 EUR/t | ca. 948 EUR/t | −3,0 % | leicht bärisch |
| IN | Neu-Delhi | 44–46 ct, 11 mm | FOB | ca. 892 EUR/t | ca. 920 EUR/t | −3,0 % | leicht bärisch |
| IN | Neu-Delhi | 46–48 ct, 10 mm | FOB | ca. 864 EUR/t | ca. 892 EUR/t | −3,1 % | leicht bärisch |
| IN | Neu-Delhi | 58–60 ct, 9 mm | FOB | ca. 826 EUR/t | ca. 854 EUR/t | −3,3 % | leicht bärisch |
| IN | Neu-Delhi | 60–62 ct, 8 mm | FOB | ca. 806 EUR/t | ca. 836 EUR/t | −3,6 % | leicht bärisch |
| MX | Mexiko-Stadt | 42–44 ct, 12 mm | FOB | ca. 1.196 EUR/t | ca. 1.224 EUR/t | −2,3 % | neutral bis weich |
| MX | Mexiko-Stadt | 75–80 ct, 8 mm | FOB | ca. 764 EUR/t | ca. 782 EUR/t | −2,3 % | neutral bis weich |
Über den Vier‑Wochen-Zeitraum seit dem 14.02.2026 summieren sich die Rückgänge je nach Kaliber auf rund 6–8 % in Indien und 4–6 % in Mexiko, was auf eine sukzessive Anpassung an ein komfortableres globales Angebot hinweist.
🌍 Angebot & Nachfrage IN und MX
Indien (IN)
- Ausweitung der Rabi-Anbaufläche: Die Rabi-Saat 2025/26 weist bei Gram (Chickpea) ein Flächenplus von gut 5 % gegenüber dem Vorjahr auf.
- Produktionsausblick: Offizielle und halb-offizielle Schätzungen deuten für 2024/25 bereits auf eine leicht höhere Kichererbsenernte von rund 11,5 Mio. t hin; bei weiter günstigen Bedingungen ist für 2025/26 nochmals ein moderater Zuwachs möglich.
- Staatliche Beschaffung (MSP): Die Union Cabinet hat Ende Februar 2026 explizit die Beschaffung von Gram für die Rabi‑Saison 2026 unter dem Price Support Scheme (PSS) bestätigt, mit NAFED und NCCF als ausführenden Agenturen. Dies sorgt für eine Untergrenze der Inlandspreise, limitiert aber den Exportdruck.
- Importpolitik & Substitution: Parallel dazu wurden Importfenster für gelbe Erbsen bis Ende März 2026 wiederholt verlängert, was die Verarbeitungsindustrie bei hohen Chana-Preisen Richtung importierte Erbsen ausweichen lässt und so den Aufwärtsdruck auf Kabuli-Kichererbsen dämpft.
- Inlandsnachfrage: Die Wholesale-Preisstatistiken der indischen Regierung zeigen für Chana im März 2026 stabile bis leicht rückläufige Großhandelspreise, was auf eine angemessen versorgte Binnenkette hindeutet.
Mexiko (MX)
- Exportorientierte Produktion: Sinaloa und Sonora dominieren die mexikanischen Kichererbsenexporte mit zusammen deutlich über 150 Mio. USD Ausfuhrwert (2024), vor allem in Kabuli-Qualitäten (9–12 mm).
- Nachfrageziele: Hauptabnehmer sind Türkei, Spanien, Algerien, USA und VAE – alles Märkte mit stabiler bis wachsender Nachfrage nach großkalibrigen Kabuli-Kichererbsen.
- Wettbewerbsfähigkeit: Mit normalisierten Seefrachten und leicht schwächeren FOB-Notierungen hat mexikanische Ware im Mittelmeerraum wieder an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, insbesondere gegenüber australischer Herkunft.
- Lagerverhalten: Nach den hohen Preisen der Vorjahre zeigen Exporteure aktuell eine gewisse Verkaufsbereitschaft, um Lagerbestände vor der nächsten Ernte zu reduzieren, was den jüngsten Preisrückgang unterstützt.
📊 Fundamentale Treiber
- Politik & MSP Indien: Die jüngste MSP-Entscheidung für Gram und andere Rabi-Pulses im Marketingjahr 2026/27 unterstreicht den politischen Willen, Pulses-Produktion und -Einkommen zu stützen. Gleichzeitig wird über Programme zur „Aatmanirbharta in Pulses“ (Selbstversorgung) zusätzlicher Druck aufgebaut, die Anbauflächen weiter zu erhöhen.
- Rabi-Gesamtproduktion: Die zweite Voraus-Schätzung des Landwirtschaftsministeriums signalisiert für 2025/26 ein Plus der gesamten Rabi-Produktion um gut 3 %, was auf insgesamt günstige Witterungs- und Inputbedingungen (u. a. Düngersubventionen) schließen lässt.
- Globale Handelsströme: Mexiko bleibt einer der wichtigsten Lieferanten für großkalibrige Kabuli-Kichererbsen in die Mittelmeerregion, während Indien vor allem kleinere Kaliber und Desi-Chana bereitstellt. Europäische Käufer nutzen die Preisabschwächung beider Ursprünge, um Bestände für die zweite Jahreshälfte aufzubauen.
- Spekulative Positionierung: Mangels liquider Terminkontrakte speziell für Kabuli-Kichererbsen erfolgt die Preisbildung weitgehend physisch, mit nur indirektem Einfluss von Pulses-Futures (z. B. Chana an indischen Börsen). Die jüngsten physisch schwächeren Mandipreise in Indien sprechen eher für eine neutrale bis leicht bärische Stimmung.
🌦 Wetterausblick & Ertragsrisiken (Regionen IN, MX)
Nordindien – Raum Neu-Delhi (IN)
- Wetter 16.–18.03.2026: Für Neu-Delhi werden in den kommenden drei Tagen überwiegend trockene Bedingungen mit Tageshöchstwerten um 30–33 °C, leichten Winden und nur geringen Niederschlagswahrscheinlichkeiten prognostiziert.
- Auswirkung auf Kichererbsen: Die Rabi-Kichererbsen befinden sich vielerorts in der Spätphase der Kornfüllung bis Ernte. Trocken-warme, aber nicht extreme Bedingungen sind für die Abreife grundsätzlich günstig, solange keine Hitzewellen wie 2025 auftreten.
- Preisimplikation: Kurzfristig ist kein witterungsbedingter Ertragsschock zu erwarten; das Risiko liegt eher in lokalen Qualitätsunterschieden (Kornfarbe, Bruch), die aber auf FOB-Basis aus Neu-Delhi aktuell nur begrenzte Prämien/Diskonts auslösen.
Nordwestliches Mexiko – Fokus Sinaloa / Mexiko-Stadt (MX)
- Wetter 16.–18.03.2026: Für den Küstenstreifen Sinaloas werden saisonüblich warme, mehrheitlich trockene Bedingungen mit Tageshöchstwerten im Bereich 28–31 °C gemeldet, begleitet von moderaten Brisen und nur vereinzelten leichten Schauern im Binnenland. (Abgeleitet aus aktuellen regionalen Prognosen für Nordwest-Mexiko.)
- Auswirkung auf Kichererbsen: Die Hauptkichererbsenflächen haben den kritischen Blüte-/Schotenbildungszeitraum weitgehend hinter sich; das aktuelle Wetter unterstützt Erntearbeiten und Trocknung, wodurch Qualitätsrisiken (z. B. Verfärbung, Pilzbefall) gering bleiben.
- Preisimplikation: Da keine Ertragsverluste zu erwarten sind, bleibt das Angebot aus Mexiko verlässlich. Das drückt die Verhandlungsmacht der Verkäufer leicht und begünstigt Käuferforderungen nach Rabatten, insbesondere für Standardware.
📆 Kurzfristiger Preis-Ausblick (3 Tage, 16.–18.03.2026)
Auf Basis der aktuellen Fundamentaldaten, Wetterprognosen und jüngsten Preisbewegungen ergibt sich folgender 3‑Tage‑Ausblick (alle Werte FOB, in EUR/t, gerundet):
| Region | Standort | Typ / Kaliber | Spot 14.03.2026 (EUR/t) | Erwartete Spanne 16.–18.03.2026 (EUR/t) | Tendenz |
|---|---|---|---|---|---|
| IN | Neu-Delhi | 42–44 ct, 12 mm | ca. 920 | 910–930 | seitwärts bis leicht schwächer |
| IN | Neu-Delhi | 44–46 ct, 11 mm | ca. 892 | 880–900 | leicht schwächer |
| IN | Neu-Delhi | 46–48 ct, 10 mm | ca. 864 | 855–875 | leicht schwächer |
| MX | Mexiko-Stadt | 42–44 ct, 12 mm | ca. 1.196 | 1.180–1.210 | seitwärts |
| MX | Mexiko-Stadt | 75–80 ct, 8 mm | ca. 764 | 755–775 | seitwärts bis leicht schwächer |
📌 Handelsausblick & Empfehlungen
- Käufer (Importeure / Verarbeiter in EU & MENA):
- Nutzen Sie die aktuell weichen FOB-Notierungen, um Teilmengen für Q2/Q3 2026 zu fixieren, insbesondere bei 10–12 mm Kabuli aus Indien und Mexiko.
- Prüfen Sie Mischstrategien aus indischer (preisgünstiger) und mexikanischer (größeres Kaliber, Qualitätsprämie) Ware zur Optimierung von Rohwarenkosten und Produktprofil.
- Halten Sie etwas Liquidität zurück, da eine weitere moderate Korrektur bei guter Rabi-Ernte in Indien möglich bleibt.
- Verkäufer / Exporteure in IN & MX:
- Vermeiden Sie großvolumige Spot-Angebote unterhalb der geschätzten MSP-gestützten Inlandsparität in Indien; nutzen Sie die staatliche Beschaffung als Sicherheitsnetz.
- Setzen Sie auf zeitlich gestaffelte Verkäufe (Tranchierung), um von möglichen Zwischenrallys bei Logistik- oder Währungsschocks zu profitieren.
- Für Mexiko: Positionieren Sie 9–12 mm Ware aktiv in der Türkei und Spanien, wo die Nachfrage saisonal robust bleibt und Qualitätsprämien erzielbar sind.
- Industrielle Nutzer:
- Sichern Sie Basisbedarfe über mittelfristige Kontrakte ab, lassen Sie aber bei optionalen Mengen Spielraum, um von eventuellen weiteren Preisrückgängen zu profitieren.
- Beobachten Sie eng die indische Importpolitik für gelbe Erbsen, da Änderungen nach dem 31.03.2026 die relative Attraktivität von Kabuli-Kichererbsen stark beeinflussen können.


