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Chinas Kaufrausch stützt Sojabohnen, während südamerikanische Zuflüsse hoch bleiben

Chinas Kaufrausch stützt Sojabohnen, während südamerikanische Zuflüsse hoch bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Sojabohnen tendieren fester, da China US-Käufe ausweitet und US-Forward-Exportverkäufe ein 4-Jahres-Hoch erreichen, während starke brasilianische Exporte Kursanstiege begrenzen.

Die erneuten Käufe Chinas von US-Sojabohnen und feste Crush-Margen verleihen den CBOT-Terminkontrakten moderaten Auftrieb, doch das reichliche Angebot aus Südamerika und nur durchschnittliche US-Nachfrage begrenzen die Aufwärtsbewegungen. Der Sojabohnenkomplex tendiert fester, gestützt durch neue chinesische Nachfrage und robuste Exportverpflichtungen für die neue Ernte, auch wenn sich die Verkäufe der alten US-Ernte saisonal verlangsamen. Nahe Fälligkeiten bei CBOT-Sojabohnen, -öl und -schrot handeln allesamt moderat im Plus, während auch die Dalian-Futures in China anziehen und damit eine verbesserte Importnachfrage signalisieren. Gleichzeitig bleiben die brasilianischen Exporte umfangreich und werden voraussichtlich bis in den August hinein historisch hoch bleiben, was eine globale Verknappung begrenzt. Physische Preisangebote in wichtigen Ursprungsländern wie China, Indien, der Ukraine und den USA haben sich in den letzten Wochen leicht abgeschwächt, was die Nachfrage stützt, aber die Terminpreise deckelt. Das Wetter in den wichtigsten Anbauregionen ist derzeit nicht extrem genug, um eine ausgeprägte Risikoprämie auszulösen.

Preise

Die CBOT-Sojabohnenfutures notieren über die gesamte Terminstruktur hinweg moderat fester. Der Kontrakt November 2026 wird zuletzt bei etwa 1.185 USc/bu gehandelt, rund 7 Cent bzw. 0,6 % höher am Tag, mit einem leichten Contango bis Juli 2027 bei nahe 1.218 USc/bu. Die nahe gelegenen Fälligkeiten August und September 2026 liegen knapp unter der neuen Ernte, was auf eine komfortable kurzfristige Versorgung, aber eine sich verbessernde Nachfrage hindeutet.

Sojaöl-Futures liegen von den vorderen Terminen bis Mitte 2027 leicht höher, mit September 2026 bei etwa 68,0 USc/lb, ein Plus von 0,4 % am Tag, während die weiter entfernten Kontrakte bis Ende 2028 allmählich auf 61–62 USc/lb nachgeben. Sojaschrot tendiert in den nahen Terminen ebenfalls fester: September 2026 handelt bei rund 313 USD/short ton, mit einer stetig ansteigenden Kurve bis Mitte 2027 bei nahe 329 USD/short ton, was auf weiterhin attraktive Crush-Margen hinweist.

Umgerechnet in indikative EUR-Niveaus (unter Verwendung eines ungefähren Wechselkurses von 1 EUR = 1,10 USD): CBOT-Sojabohnen November 2026 liegen bei rund 390–395 EUR/t, Sojaschrot bei etwa 290–295 EUR/t und Sojaöl bei rund 1.360–1.380 EUR/t. Die physischen FOB-Angebote für Sojabohnen spiegeln den weichen, aber sich stabilisierenden Ton wider: Gelbe Sojabohnen (konventionell) aus China liegen bei rund 0,76 EUR/kg FOB Peking, US No.2 FOB bei etwa 0,63 EUR/kg und ukrainische Ware FOB Odessa bei rund 0,37 EUR/kg – alle leicht unter den Niveaus der letzten Wochen, zeigen nun aber Anzeichen einer Konsolidierung.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Nachfragestimmung für den kurzfristigen Zeitraum hat sich dank neuer chinesischer Käufe verbessert. Marktquellen zufolge hat Sinograin rund 10–15 Ladungen US-Sojabohnen gekauft, mit mindestens 10 Ladungen für die Verschiffung im Oktober–November, während das USDA einen privaten Verkauf von 122.000 Tonnen an China für die Saison 2026/27 bestätigt. Diese Aktivität signalisiert, dass China aktiv neue US-Erntebestände absichert.

Die wöchentlichen US-Exportverkäufe bis zum 30. Juli zeigen ein saisonales Bild: Die Verkäufe von Alt-Ernte-Sojabohnen 2025/26 erreichten mit 32.157 Tonnen ein Tief der laufenden Vermarktungssaison, da sich das Vermarktungsjahr seinem Ende am 31. August nähert. Die Neu-Ernte-Buchungen 2026/27 summierten sich jedoch auf 903.920 Tonnen. Obwohl dies ein Vier-Wochen-Tief und am unteren Ende der Erwartungen ist, belaufen sich die gesamten Verpflichtungen 2026/27 auf 8,37 Mio. Tonnen – ein Vierjahreshoch und 134 % über dem Vorjahr, gestützt durch große Käufe aus unbekannten Destinationen (497.500 t) und aus China (330.000 t).

Bei den Nebenprodukten zeigt sich eine stabile, aber nicht spektakuläre Nachfrage: Die Verkäufe von Sojaschrot im laufenden Vermarktungsjahr summieren sich auf 101.400 Tonnen, mit 146.700 Tonnen für das neue Jahr – beide etwas unter den breiten Markterwartungen. Die Sojaölverkäufe sind mit 3.900 Tonnen moderat, liegen jedoch in einem Bereich, in dem auch Netto-Stornierungen möglich gewesen wären, sodass sie für Crush und Ölbilanzen leicht konstruktiv zu werten sind.

Das südamerikanische Angebot bleibt reichlich. Brasilien exportierte im Juli rund 13,4 Mio. Tonnen Sojabohnen, ein Plus von 9,3 % im Jahresvergleich, während die Schätzungen des Exportverbands für August bei etwa 9,74 Mio. Tonnen liegen – rund 1,6 Mio. Tonnen weniger als im Vorjahr, aber weiterhin historisch hoch. Dieser anhaltende Fluss hält die Märkte im Atlantik- und Asienraum gut versorgt und dämpft den Einfluss der stärkeren US-Forward-Verkäufe auf das globale Preisniveau.

Regionale Märkte & Fundamentaldaten

In China sind die Dalian No.1-Sojabohnenfutures über die vorderen Fälligkeiten um etwa 0,5–0,7 % gestiegen, mit September 2026 bei rund 4.740 CNY/t und November 2026 bei nahe 4.774 CNY/t. Die festeren Inlandsterminkurse in Kombination mit leicht niedrigeren FOB-Angeboten in Peking deuten auf sich verbessernde Import- und Crush-Margen hin, insbesondere nach der jüngsten Kaufrunde von Sinograin.

In den USA ist die Terminkurve für Sojabohnen von August 2026 bis Mitte 2027 um etwa 50–60 USc/bu ansteigend, was mit einer ausreichenden Verfügbarkeit in der Nähe, aber Erwartungen engerer Bilanzen oder höherer Risiken nach der Ernte im Einklang steht. Die stärkere Terminstruktur (Carry) bei Sojaschrot im Vergleich zu Bohnen unterstreicht die robuste Nachfrage aus dem Futtermittelsektor, während die leichte Backwardation bei Sojaöl in Richtung 2028 die Erwartung allmählich nachlassender Knappheit bei Pflanzenölen widerspiegelt, da die weltweite Produktion wächst.

Das Schwarzmeerangebot trägt zum insgesamt komfortablen Bild bei: Ukrainische Sojabohnen werden mit einem deutlichen Abschlag gegenüber US- und chinesischen Herkünften bei etwa 0,37–0,39 EUR/kg angeboten, obwohl die Preise Ende Juli leicht angezogen haben. Diese Preisdifferenz sorgt dafür, dass sich Europa und einige Mittelmeerabnehmer dort, wo es logistisch möglich ist, stärker ukrainischer und brasilianischer Ware zuwenden und damit das Aufwärtspotenzial der US-Gulf-Prämien begrenzen.

Wetter & Ernteausblick

Der zentrale Wetterfokus liegt weiterhin auf dem US-Midwest und dem bevorstehenden Aussaatfenster in Südamerika. In den kommenden Tagen sind die Bedingungen im US-Midwest überwiegend saisonal, mit vereinzelten Gewittern und ohne flächendeckende extreme Hitze, die stark genug wäre, um die Schotenfüllung substanziell zu gefährden. Dies reduziert den unmittelbaren Bedarf an einer Wetterprämie in den CBOT-Futures.

In Brasilien und Argentinien befindet man sich derzeit überwiegend in der Phase nach der Ernte und vor der Aussaat von Sojabohnen, sodass das Wetter kurzfristig nur begrenzten direkten Einfluss auf die Produktion hat. Allerdings werden frühe Signale zur bevorstehenden Pflanzsaison in den nächsten 4–6 Wochen zunehmend wichtig, insbesondere wenn Prognosen auf eine erneute La-Niña-ähnliche Trockenheit im Süden Brasiliens oder in Argentinien hindeuten.

Handelsausblick (nächste 1–3 Wochen)

  • Flat Price: Mit neuer chinesischer Nachfrage und starken US-Forward-Verpflichtungen, aber hohen brasilianischen Exporten werden Sojabohnen voraussichtlich in einer moderaten Spanne gehandelt, mit leicht bullischer Tendenz, sofern das US-Wetter nicht klar freundlich ausfällt oder die brasilianischen August-Exporte die Erwartungen deutlich übertreffen.
  • Spreads: Das leichte Contango an der CBOT deutet auf eine begrenzte Knappheit in der Nähe hin. Short-Positionen in nahen Terminen und Long-Positionen in der neuen Ernte könnten profitieren, falls zusätzliche chinesische Käufe sich auf spätere Verschiffungsmonate konzentrieren.
  • Crush-Margen: Festeres Sojaschrot und stabiles Sojaöl stützen weiterhin attraktive Crush-Erträge. Verarbeiter können Margen bei Rücksetzern in den Bohnen absichern, während sie die Verkaufskurve bei Schrot und Öl abgesichert halten.
  • Physische Beschaffung: Importeure, insbesondere in Europa und Asien, können die aktuellen Abschläge für ukrainische und brasilianische Ware nutzen, um die Herkunft zu diversifizieren und sich gegen mögliche Wetter- oder Logistikschocks in den USA später in der Saison abzusichern.

3-Tages-Richtungsausblick (EUR-basiert)

  • CBOT-Sojabohnen (EUR-Äquivalent): Leicht fester bis seitwärts; Unterstützung durch chinesische Käufe, Widerstand durch brasilianisches Angebot.
  • CBOT-Sojaschrot (EUR-Äquivalent): Leichtes Aufwärtspotenzial bei anhaltender Futtermittelnachfrage und soliden Crush-Margen.
  • CBOT-Sojaöl (EUR-Äquivalent): Seitwärts bis leicht höher, im Gleichschritt mit den breiteren Pflanzenöl- und Energiemärkten, jedoch begrenzt durch reichliches globales Ölsaatenangebot.
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