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Chinas Vorstoß in russisches ESPO verengt Rohölspannen, während Brent sich €90 nähert

Chinas Vorstoß in russisches ESPO verengt Rohölspannen, während Brent sich €90 nähert

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Chinesische Raffinerien erhöhen ihre Käufe von russischem und iranischem Rohöl, da Störungen im Nahen Osten Brent nahe €90 treiben und ESPO-Abschläge verengen.

Chinesische Käufe von russischem ESPO und das wiederauflebende Interesse an iranischen Sorten verengen die Rohölspreizungen, just in dem Moment, in dem die globalen Benchmarks nahe €90 pro Barrel handeln und das Angebotsrisiko aus dem Nahen Osten zunimmt. Engere Abschläge auf russische und iranische Fässer signalisieren eine Neuausrichtung der Käufer weg von gestörten Strömen aus dem Golf, während schwächere chinesische Raffineriemargen den Aufwärtsspielraum für die sofortige Nachfrage begrenzen. Chinesische Raffinerien sichern sich aggressiv russisches Rohöl zur Verladung im September, da der Konflikt im Nahen Osten die Exporte dämpft und Schifffahrtsrouten verkompliziert. Die ESPO-Abschläge gegenüber Brent haben sich verengt, während iranische Fässer wieder auf dem Verhandlungstisch liegen – auch wenn schwächere Margen und jüngste Käufe aus dem Nahen Osten den chinesischen Appetit begrenzen. Da Brent angesichts eskalierender Risiken in der Straße von Hormus und im Roten Meer über 100 $ (rund €88–€90) handelt, zahlt der Markt einen zunehmenden Aufschlag für Alternativen aus dem Atlantikraum und Russland, selbst wenn einige chinesische Raffinerien versuchen, zuvor gekaufte Fracht aus dem Nahen Osten zu festen Prämien wieder zu verkaufen.

Preise

Der Frontmonat ICE Brent ist über 100 $/bbl gestiegen und handelt am 24. Juli bei etwa 100–101 $, was bei einem EUR/USD-Kurs um 1,13 ungefähr €88–€90/bbl entspricht. Erhöhte Angebotsrisiken durch erneute Zusammenstöße zwischen den USA und Iran sowie Huthi-Drohungen gegen saudische Exporte über das Rote Meer stützen diese Bewegung und verstärken eine strukturell höhere Risikoprämie.

Im russischen Fernen Osten wurde ESPO Blend zur Verladung im September aus Kozmino nur noch mit Abschlägen von rund 1–3 $/bbl gegenüber ICE Brent verkauft, deutlich enger als die Abschläge von etwa 4 $/bbl für August-Frachten. Starke chinesische und indische Käufe haben frühere Zugeständnisse aufgezehrt und ESPO faktisch näher an die Leitbenchmarks herangerückt. Gegenüber Brent in EUR impliziert dies ESPO-Nettoerlöse von rund €84–€89/bbl, abhängig von den genauen Differenzen und Wechselkursen.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Chinesische Raffinerien ziehen russische Käufe vor, während sie die Versorgungssicherheit aus dem Nahen Osten neu bewerten. Zwei große chinesische Raffinerien sollen den Großteil der ESPO-Ladungen für September übernommen haben, wodurch andere Käufer verdrängt werden und der ESPO-Abschlag gegenüber Brent weiter schrumpft. Die indische Nachfrage nach ESPO bildet eine zusätzliche Untergrenze, da Indien seine Abhängigkeit von anfälligen Golf-Sorten verringern will.

Gleichzeitig nehmen Chinas unabhängige Raffinerien (Teapots) in Shandong Gespräche mit iranischen Verkäufern über schwerere Sorten wie Pars und Iran Light wieder auf – zu größeren Abschlägen als bei früheren Angeboten. Pars wurde nahe einem Abschlag von 8 $/bbl gegenüber ICE Brent abgeschlossen, gegenüber früheren Indikationen um 6 $, während Iran Light mit 3–4 $/bbl unter Brent angeboten wird. Dies unterstreicht, wie sanktionierte Fässer neu bepreist werden, um mit russischem Rohöl zu konkurrieren, das im aktuellen Logistikgefüge als relativ sicher gilt.

Das globale Umfeld ist von massiven Störungen im Nahen Osten geprägt. Die Straße von Hormus verzeichnet nach erneuten Angriffen und Attacken auf Schiffe einen Einbruch des Tankerverkehrs auf Mehrmonatstiefs, während Huthi-Kräfte saudische Ströme über das Rote Meer und Yanbu bedrohen und damit wichtige Umgehungsrouten untergraben. Die faktische Einschränkung sowohl der Hormus- als auch der Rotmeer-Korridore lenkt zusätzliche Nachfrage in Richtung Russland, Atlantikbecken und Landrouten und verstärkt Chinas Schwenk hin zu russischer Pazifik- und iranischer Versorgung.

Fundamentaldaten & Margen

Trotz der dringlichen Neuordnung der Rohölströme eilen Chinas unabhängige Raffinerien nicht zu zusätzlichen Käufen. Die Raffineriemargen haben sich merklich abgeschwächt, da die Brent-Rallye in Richtung 100 $/bbl die Rohölkosten schneller steigen lässt als die Produkt-Spreads. Diese Margenkompression ist der Hauptgrund, warum Teapots härter über iranische Abschläge verhandeln und es nicht eilig haben, große zusätzliche Volumina zu fixieren.

Viele dieser Raffinerien haben sich bereits während einer früheren Waffenruhe, als die Angebotsrisiken vorübergehend nachzulassen schienen, etwa 20 Millionen Barrel Rohöl aus dem Nahen Osten zur Verladung im Juli–August gesichert. Mit der erneuten Eskalation des Konflikts versuchen einige chinesische Akteure nun, diese Frachten an Taiwan und Südkorea zu Prämien von etwa 6–9 $/bbl über Dubai auf Lieferbasis weiterzuverkaufen. Die Fähigkeit, solche Prämien durchzusetzen, zeigt, dass regionale Käufer bereit sind, für kurzfristig verfügbare physische Fässer mehr zu zahlen, selbst wenn die absoluten Preisniveaus hoch bleiben.

Weltweit waren die Lagerbestände nach monatelang gestörten Hormus-Strömen deutlich abgebaut worden, sodass nur begrenzte Puffer vorhanden sind, wenn neue Angebotsschocks eintreffen. Dieses enge Lagerumfeld verstärkt die Preisreaktion auf jedes zusätzliche Risiko und ermutigt Raffinerien und Händler, Fässer weiter in die Zukunft hinein zu sichern – insbesondere aus Routen, die als weniger exponiert gegenüber den Engpässen im Golf gelten.

Logistik & geopolitische Risiken

Die Tankerbewegungen durch die Straße von Hormus bleiben aufgrund von Angriffen und Militärschlägen stark eingeschränkt, während US-Streitkräfte versuchen, sichere Passage wiederherzustellen. Drohungen der Iran-nahen Huthi gegen saudische Exporte über das Rote Meer und Bab al-Mandab fügen eine weitere Risikoschicht hinzu und zielen auf genau jene Pipelines und Häfen (wie Yanbu), die zur Umgehung von Hormus gebaut wurden.

Vor diesem Hintergrund gewinnen russische Pazifikhäfen und Landrouten relativ an Bedeutung. ESPO aus Kozmino kann Käufer in Nordasien erreichen, ohne umkämpfte Engpässe zu durchqueren, was es trotz Sanktionen und früherer Preisobergrenzen strategisch attraktiv macht. Für Chinas unabhängige Raffinerien sind die logistische Zuverlässigkeit und die Reisezeit von Kozmino nach Shandong besonders überzeugend im Vergleich zu den zunehmend unsicheren Routen aus dem Nahen Osten.

Ausblick & Handelsbild

Kurzfristig bleibt das Risikogleichgewicht für Rohöl nach oben verschoben. Mit Brent bereits um €90/bbl und bedrohten Tankerströmen sowohl durch Hormus als auch durch das Rote Meer könnte jede weitere Eskalation die Benchmarks höher treiben und die Abschläge für alternative Ströme wie ESPO und iranische Sorten weiter einengen. Umgekehrt dürfte ein belastbarer Waffenstillstand oder ein glaubwürdiger maritimer Sicherheitsrahmen die Frachtrisiko-Prämien dämpfen und die Differenzen wieder etwas weiten.

Chinesische Raffineriemargen sind ein wichtiger dämpfender Faktor. Sollten die Produkt-Spreads mit der Rohölrallye nicht Schritt halten, werden Teapots voraussichtlich weiterhin bevorzugt rabattierte iranische und russische Fässer kaufen und zusätzliche Spotkäufe hinauszögern, was das Nachfragewachstum begrenzt. Sollten sich die Margen hingegen dank stärkerer inländischer Kraftstoffnachfrage oder einer Liberalisierung der Exportquoten erholen, könnte aufgestaute Nachfrage aus Shandong eine weitere Kaufwelle auslösen und den regionalen Markt für süßes Rohöl weiter verengen.

Handelsempfehlungen

  • Raffinerien: Priorisieren Sie die Sicherung von russischem ESPO und rabattierten iranischen Fässern für das 4. Quartal, vermeiden Sie jedoch Überengagement bei den aktuell engen Differenzen; behalten Sie die Flexibilität, bei Normalisierung der Logistik und nachlassenden Prämien wieder auf Sorten aus dem Nahen Osten umzuschwenken.
  • Produzenten und Verkäufer von ESPO-/iranischen Sorten: Halten Sie an festen Angeboten fest; das aktuelle geopolitische Umfeld und die chinesische Nachfrage ermöglichen reduzierte Abschläge gegenüber Brent, insbesondere für kurzfristige oder logistisch abgesicherte Partien.
  • Physische Händler: Erwägen Sie Time-Spreads und Arbitragegeschäfte, die von engen kurzfristigen Bilanzen und erhöhtem Frachtrisiko profitieren, sichern Sie sich jedoch gegen einen starken Rücksetzer ab, falls ein politischer Durchbruch Hormus wieder öffnet und die Routen im Roten Meer stabilisiert.

3‑Tage-Richtungshinweis für Preise (EUR)

  • ICE Brent (Europa): Leicht aufwärts- bis seitwärtsgerichtete Tendenz um €88–€92/bbl in den nächsten drei Tagen, mit Intraday-Spikes bei neuen Sicherheitsvorfällen.
  • ESPO Blend (FOB Kozmino, impliziert): Erwartet wird eine enge Spanne bei etwa €84–€89/bbl-Äquivalent, mit einem moderaten Abschlag zu Brent angesichts starker Nachfrage aus China und Indien.
  • Auf Dubai referenzierte Sorten aus dem Nahen Osten (geliefert Nordostasien): Voraussichtlich Handel zu erhöhten Prämien gegenüber Dubai (rund €5–€8/bbl), da regionale Käufer um Fässer konkurrieren, die die exponiertesten Engpässe meiden.
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