Chinesische Bohnen-FOB-Preise geben leicht nach, da Wetterrisiken kurzfristig nachlassen
FOB-Peking-Preise für chinesische Mung-, Kidney- und Adzukibohnen gaben Ende August um 1–4 % nach, da die Erwartungen an das Angebot der neuen Ernte steigen und Wetterrisiken nachlassen.
FOB-Preissnapshot (Peking, CN)
Alle nachfolgenden Preise sind FOB Peking und wurden von USD in EUR zum Kurs von ~0,92 EUR/USD umgerechnet. Die aktuellsten Stände beziehen sich auf den 26. August 2026 im Vergleich zum 20. August 2026.
Diese Rückgänge stehen im Großen und Ganzen im Einklang mit früheren Erwartungen, dass die chinesischen Mungbohnen-FOB-Werte sich im August einpendeln und zum Ende des Monats sowie im September nachgeben würden, wenn sich das Angebot aus der neuen Ernte verbessert.
Signale vom chinesischen Inlandsmarkt für Hülsenfrüchte
Die Preise für frische Bohnen und Hülsenfrüchte auf wichtigen chinesischen Großmärkten bleiben im Vergleich zu den Export-FOB-Werten fest und unterstreichen eine solide Grundnachfrage. Auf dem Baishazhou-Markt in Wuhan liegen die Großhandelspreise Ende August bei rund 6,2 CNY/kg für kleine rote Bohnen und etwa 5,2 CNY/kg für schwarze Bohnen – beide deutlich über exportorientierten Referenzpreisen für getrocknete Bohnen, sobald in EUR umgerechnet.
Nationale Großhandelsdaten für frische Brech- bzw. Fisolenbohnen (Yundou) um den 21. August zeigen Preise von etwa 5–10 CNY/kg über die wichtigsten Märkte hinweg. Dies deutet darauf hin, dass die verbrauchernahen Preise trotz einer gewissen Entspannung auf Exportebene gut unterstützt bleiben. Diese Divergenz legt nahe, dass die derzeitige Schwäche der FOB-Preise eher von der Vorsicht der Exportkäufer und den Erwartungen einer besseren Verfügbarkeit getrieben ist, als von einem Einbruch der Endnachfrage.
Wetter- & kurzfristiger Angebotsausblick (Region: CN)
Für Peking und die umliegenden Gebiete der Nordchinesischen Tiefebene wird für den Zeitraum 27.–30. August 2026 ein Übergang von Schauern zu überwiegend trockenem, wärmerem Wetter prognostiziert. Lokale 30‑Tage-Prognosen deuten auf Gewitter am 27. August hin, gefolgt von teils bewölktem bis wolkigem Himmel mit Höchstwerten im oberen 20er-Bereich bis etwa 29 °C bis zum 30. August sowie schwachen Winden.
Diese Bedingungen sind insgesamt günstig für späte Feldarbeiten und die Logistik: Die jüngsten Niederschläge haben die Bodenfeuchte verbessert, ohne dass es aktuell Hinweise auf großflächige Überschwemmungen oder Hitzestress rund um Peking gibt. Infolgedessen erscheinen die kurzfristigen witterungsbedingten Angebotsrisiken für Bohnen in der Region CN begrenzt, was den leichten Abwärtsdruck auf die FOB-Preise verstärkt, da Käufer auf klarere Signale zu den Volumina der neuen Ernte warten.
Haupttreiber der aktuellen Bewegung
- Erwartungen zur neuen Ernte: Markteinschätzungen im Juli gingen bereits von einem Übergang von einer angespannten Mungbohnenversorgung im Juli zu einem entspannteren Bild Ende August und September mit dem Eintreffen neuer Ernten aus, was den Aufwärtsspielraum begrenzte und nun die FOB-Werte nach unten drückt.
- Lagerhaltungsstrategie: Nachgelagerte chinesische Abnehmer halten Berichten zufolge niedrige Lagerbestände und kaufen nur nach Bedarf („Hand‑to‑mouth“), was Preisspitzen begrenzt, aber auch die Unterstützung reduziert, sobald sich die Knappheit entspannt.
- Robuste Inlandsnachfrage: Stabile bis feste Großhandelspreise für rote und schwarze Bohnen in Binnenmärkten signalisieren eine anhaltende Nachfrage, auch wenn Exportangebote nachgeben. Dies deutet auf einen zweigeteilten Markt hin, in dem sich Inlands- und Exportkanäle mit unterschiedlicher Geschwindigkeit anpassen.
- Günstiges lokales Wetter: Da die kurzfristige Prognose für Peking nur begrenzten Wetterstress und sich verbessernde Bedingungen nach Schauern anzeigt, sind logistische Störungen oder Qualitätsschäden als unmittelbare Stütze für die Preise eher unwahrscheinlich.
Handelsausblick & 3‑Tage-Preisprognose (EUR)
Handelsausblick (FOB Peking, CN)
- Mungbohnen (konventionell & bio): Tendenz leicht bärisch bis Anfang September, da sich die Verfügbarkeit der neuen Ernte verbessert. Exporteure sollten erwägen, sich über Terminverkäufe auf etwaige kurzfristige Erholungen abzusichern, während Käufer ihre Einkäufe staffeln können, statt Volumina vorzeitig zu bündeln.
- Kidneybohnen (dunkelrot & schwarz): Die jüngsten Rückgänge von 3–4 % im Wochenvergleich deuten auf begrenztes weiteres Abwärtspotenzial hin; wertorientiertes Kaufinteresse von Importeuren könnte sich auf dem aktuellen Niveau einstellen. Kurzfristige Erholungen dürften ohne Wetter- oder Politikschock moderat bleiben.
- Adzukibohnen: Da sowohl konventionelle als auch Bio-Preise im Wochenverlauf um 2–4 % nachgegeben haben, wirkt der Markt ausgewogen. Verarbeiter können ihre Deckung selektiv ausweiten, sollten aber einen Teil des Bedarfs für den September offenlassen, um von weiteren kleineren Rückgängen profitieren zu können.
3‑Tage-Regionale Preisindikation (FOB Peking, CN, EUR/kg)
Richtungstendenz für den 27.–29. August 2026, unter der Annahme stabiler Wechselkurse und ohne größere politische Überraschungen: