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Chinesischer Hirsemarkt wird weicher, da das Angebot aus neuer Ernte zunimmt

Chinesischer Hirsemarkt wird weicher, da das Angebot aus neuer Ernte zunimmt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die chinesischen Hirsepreise dürften nachgeben, da das Angebot neuer Ernteware aus der Inneren Mongolei und Liaoning wächst, während die Nachfrage nach Hirsereis hinter den Vorjahren zurückbleibt.

Die Preise für Hirse und Hirsereis in wichtigen chinesischen Anbauregionen dürften in der kommenden Woche etwas nachgeben, da das Aufkommen der neuen Ernte zunimmt, während die Nachfrage in den nachgelagerten Marktstufen schwächer bleibt als in den Vorjahren. Marktteilnehmer berichten von einem sich allmählich verbessernden Zufluss neuer Hirse auf den Markt, insbesondere aus der Inneren Mongolei und aus Liaoning, doch insgesamt ist das Angebot noch nicht reichlich, da Hebei und Shanxi mit der Vermarktung der neuen Ernte praktisch noch nicht begonnen haben. Gleichzeitig haben sich die Umsätze mit neuem poliertem Hirsereis gegenüber den Vorwochen zwar verbessert, liegen aber weiterhin deutlich unter dem Niveau der letzten Jahre. Dies veranlasst Mühlen und Großhändler zu vorsichtigen, bedarfsorientierten Einkäufen. Da die Beschaffungskosten für Rohhirse voraussichtlich sinken und die Preise für fertigen Reis weiterhin instabil sind, stehen beide Segmente kurzfristig unter Abwärtsdruck.

Preise

Für die kommende Woche wird erwartet, dass die inländischen Hirsepreise (Paddy) in Nordchina unter dem Druck zunehmender Neuzugänge aus der neuen Ernte und einer nachlassenden Beschaffungsneigung der Mühlen leicht nachgeben. Die Preise für verarbeiteten Hirsereis dürften ihre Abwärtsanpassung ebenfalls fortsetzen, da Großhändler höheren Angebotspreisen widerstehen und sich auf kleine, schnell drehende Käufe konzentrieren.

Exportorientierte Benchmark-Angebote liefern zusätzlichen Kontext: Jüngste Offerten für chinesische gelbe, entspelzte Hirsekörner (FOB Peking) liegen bei rund 0,87 EUR/kg für konventionelle und 0,95 EUR/kg für Bio-Ware. Das zeigt in Euro nur geringe Veränderungen gegenüber der Vorwoche, signalisiert aber begrenzten Spielraum für Preisaufschläge im Exportgeschäft.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Auf der Angebotsseite ist in der Inneren Mongolei (insbesondere im Raum Chifeng) ein deutliches Plus bei den vermarkteten Hirsevolumina gegenüber den Vorwochen zu beobachten, und auch in Teilen von Liaoning ist neue Erntehirse aufgetaucht. Allerdings haben Niederschläge in Ulanqab das Trocknen und die Feldarbeiten verlangsamt und den dortigen Vermarktungsbeginn vorübergehend verzögert.

Hebei und Shanxi haben neue Erntehirse im Wesentlichen noch nicht auf den Markt gebracht, was verhindert, dass das insgesamt verfügbare Angebot kurzfristig zu stark ansteigt. Mit dem Erntebeginn in weiteren Regionen rechnen Marktteilnehmer jedoch damit, dass sich das Angebot bis Ende September schrittweise lockert.

Auf der Nachfrageseite haben sich die Verkäufe von neuem Hirsereis im Vergleich zum sehr schleppenden Tempo zu Saisonbeginn zwar verbessert, bleiben aber deutlich hinter den entsprechenden Zeiträumen der vergangenen zwei Jahre zurück. Viele Mühlen kaufen daher nur nach Bedarf und legen mehr Wert auf Lagerumschlag und Preisrisikosteuerung als auf den Aufbau großer Rohwarenbestände.

Fundamentaldaten & Kosten

Die Beschaffungskosten für Rohhirse dürften in der kommenden Woche tendenziell sinken, da mehr Ware aus der neuen Ernte auf den Markt kommt und Mühlen höheren Eröffnungspreisen Widerstand entgegensetzen. Dieser Kostendruck schlägt direkt auf das verarbeitete Segment durch, in dem die Preise für neuen Hirsereis bereits nach unten angepasst werden und noch keinen klaren Boden gefunden haben.

Angesichts der weiterhin verhaltenen Endnachfrage und des vorsichtigen Agierens der Großhändler dürften Versuche, die Hirsereispreise anzuheben, auf Widerstand stoßen. Stattdessen könnten Verkäufer gezwungen sein, Liquidität und Qualitätsdifferenzierung zu priorisieren, wobei hochwertige und spezielle Hirsesorten sich relativ besser behaupten als Standardqualitäten.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsstrategie

Kurzfristig weisen sowohl Paddy-Hirse als auch Hirsereis in Nordchina eine weiche bis schwächere Preisneigung auf, getrieben durch schrittweise zunehmendes Angebot und eine unterdurchschnittliche Abnahme in den nachgelagerten Stufen. Witterungsbedingte Verzögerungen in Ulanqab kompensieren die breitere Angebotslockerung aus der Inneren Mongolei und Liaoning nur teilweise.

  • Mühlen: Vorsichtige, gestaffelte Beschaffung beibehalten. Größere Käufe möglichst aufschieben und dabei das Tempo der lokalen Anlieferungen sowie die Qualität beobachten; kurzzeitige Preisrücksetzer nutzen, um begrenzte Volumina terminlich abzusichern.
  • Großhändler: Lagerbestände schlank halten und sich auf schnell drehende Spezifikationen konzentrieren. Die Kaufzurückhaltung nutzen, um kleine Preiszugeständnisse auszuhandeln, insbesondere bei Standardqualitäten.
  • Erzeuger: Nach Möglichkeit konzentrierte Verkäufe unmittelbar nach der Ernte vermeiden. Die Vermarktung staffeln, um Druck zu reduzieren, aber sich auf ein strukturell weicheres Preisumfeld im Vergleich zu den vorherigen starken Jahren einstellen.

3-tägige regionale Preisindikation (China)

  • Paddy-Hirse Nordchina: Leichte Abwärtstendenz, da mehr Partien der neuen Ernte auf den Markt kommen, insbesondere aus der Inneren Mongolei und aus Liaoning.
  • Hirsereis (verarbeitet): Weiterhin leichtes Abwärtspotenzial, mit aktiven Preisverhandlungen und einer Bevorzugung von Spotkäufen in kleinen Losgrößen durch die Käufer.
  • Exportorientierte Kerne FOB Nordchina: Weitgehend stabil in EUR, wobei das Aufwärtspotenzial durch schwache globale Nachfrage und konkurrenzfähige Angebote aus dem Schwarzmeerraum begrenzt ist.
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