Haferfutures steigen, da sich die Forward-Kurve abflacht und die Basis im Schwarzen Meer stabil bleibt
Kompakte Aktualisierung zum Hafermarkt im Mai 2026: CBOT-Futures steigen entlang der Kurve, ukrainische Futterhafer stabil um 250 EUR/t, mit ausgewogenen Fundamentaldaten und milden Aufwärtsrisiken.
Preise & Forward-Kurve
CBOT-Hafer zeigen eine stimmige Aufwärtsanpassung über die gelisteten Kontrakte. Der Mai 2026-Kontrakt wurde zuletzt bei etwa 345 US-ct/bu gehandelt, was einem Anstieg von etwa 2,3 % gegenüber der vorherigen Abrechnung entspricht, während die liquideren Positionen für Juli und September 2026 an diesem Tag um 1,5–1,8 % zulegen konnten.
Weiter entfernt schloss der Dezember 2026 nahe 374 US-ct/bu, wobei März und Mai 2027 in einem engen Band um 370–376 US-ct/bu gehandelt wurden, was auf eine bescheidene Carry, aber kein ausgeprägtes Risiko-Prämie hinweist. Kontrakte bis Ende 2027 und 2028 gewannen ebenfalls etwa 2 %, was das Bild einer sanft ansteigenden, aber nicht überhitzten Kurve verstärkt.
💶 Indicative Preislevels in EUR
Unter Verwendung eines repräsentativen FX-Kurses von 1,10 USD/EUR und einem typischen Haferbuschelgewicht von ~32,0 lb (≈0,86 bu pro 25 kg) übersetzen sich die aktuellen Futures-Niveaus ungefähr in die folgenden Euro-Preisindikationen:
*Gerundete, indikative Umrechnungen basierend auf typischen Vertragspezifikationen.
Angebot & Nachfrage
Das relativ flache Carry von Mitte 2026 bis 2027–2028 deutet weder auf einen bevorstehenden Überschuss noch auf ein akutes Defizit im globalen Hafergleichgewicht hin. Komfortable Getreidebestände im breiteren Getreidekomplex halten aggressive Haferpreisspitzen in Schach, auch wenn nahe Kontrakte steigen.
Im Schwarzen Meer haben sich ukrainische Futterhafer (98 % Reinheit, FCA Odesa) von etwa 0,24 EUR/kg auf rund 0,25 EUR/kg (≈ 250 EUR/t) bewegt, wo sie derzeit bleiben. Dieser Anstieg von etwa 10 EUR/t im April und Anfang Mai deutet auf eine leicht knappe Nähe und/oder höhere Logistikkosten hin, aber absolute Preise sind im Vergleich zu westlichen europäischen Futtergetreiden weiterhin niedrig, was die Wettbewerbsfähigkeit in der Nachfrage aus dem Mittelmeerraum und dem Nahen Osten bewahrt.
Fundamentaldaten & externe Treiber
Hafer profitiert von der breiteren positiven Stimmung über CBOT-Getreide, wobei Weizen insbesondere aufgrund von Wetterbedenken und sich ändernden spekulativen Positionen in den letzten Sitzungen gestiegen ist. Das Übergreifen von Käufen auf kleinere Märkte wie Hafer hilft, die Preise trotz geringer Handelsvolumina und bescheidenen offenen Positionen zu stützen.
Fundamentals deutet das Fehlen einer ausgeprägten Inversion in der Haferkurve darauf hin, dass die Endverbraucher sich bis zur Saison 2026/27 gut abgesichert fühlen. Gleichzeitig deuten die konstanten, kleinen täglichen Gewinne über die Kontrakte auf eine aufkommende Risiko-Prämie in Bezug auf Fortschritte bei der Aussaat, Unsicherheiten bei den Erträgen und den Wettbewerb zwischen den Kulturen auf Flächen mit anderen Sommerfrüchten hin.
Wetter & regionaler Ausblick
Die Wettervorhersagen für die kommenden Tage in den wichtigsten Getreidegebieten Nordamerikas bleiben gemischt, mit etwas Feuchterleichterung, aber anhaltenden Bedenken hinsichtlich lokalisierten Trockenheit und Temperaturschwankungen. Während Hafer weniger empfindlich auf Schlagzeilen reagiert als Weizen oder Mais, könnten anhaltende Anomalien während der Keimung die Ertragserwartungen später in der Saison belasten.
In Europa und im Schwarzen Meer herrschen allgemein saisonal normale bis leicht variable Bedingungen, ohne dass in den nächsten Tagen sofort extreme, marktbewegende Schwankungen festgestellt wurden. Sollte es jedoch zu einem Wechsel zu heißeren und trockeneren Mustern in Nordeuropa oder weiteren Störungen im Exportkorridor des Schwarzen Meeres kommen, würde sich dies schnell in den regionalen Haferbasisniveaus widerspiegeln.
Handelsausblick & Empfehlungen
- Endverbraucher (Futtermühlen, Integratoren): Ziehen Sie in Betracht, die Absicherung moderat bis ins 4. Quartal 2026 zu verlängern, während die Kurve nur leicht ansteigend bleibt und die Haferpreise im Schwarzen Meer um 250 EUR/t historisch günstig erscheinen.
- Produzenten: Nutzen Sie die kürzliche Rallye von 1,5–2 % entlang der Kurve, um Absicherungsaufträge für einen Teil der erwarteten Produktion 2026/27 zu platzieren, insbesondere bei den Kontrakten für Dezember 2026 und März 2027, wobei Flexibilität für weitere wetterbedingte Aufwärtsbewegungen gewahrt wird.
- Händler: Überwachen Sie die Spreads zwischen Hafer/Weizen und Hafer/Gerste; der feste, aber immer noch niedrige absolute Haferpreis im Schwarzen Meer deutet auf Spielraum für relative Wertgeschäfte im Vergleich zu volatilerem Weizen hin, falls die Weizenrallye anhält.
Kurzfristige (3-Tage) Preisindikation
- CBOT-Hafer (Frontmonat, EUR/t): Leichte bullische Neigung; voraussichtlich Handel in einem leicht höheren Bereich von 245–255 EUR/t, wenn die breitere Krafte im Getreide anhält.
- Deferred CBOT (Dez 2026, EUR/t): Stabil bis fester; voraussichtlich halten um 265–275 EUR/t mit begrenzter Liquidität, aber Unterstützung durch wetterbedingte Risiko-Prämie.
- Futterhafer im Schwarzen Meer, FCA Odesa (EUR/t): Seitwärts bis leicht fester bei etwa 250 EUR/t, mit Aufwärtsrisiko, falls Frachtraten oder regionale Sicherheitskosten weiter steigen.