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Deutscher Futterweizen fester, da Risiken im Schwarzen Meer zunehmen

Deutscher Futterweizen fester, da Risiken im Schwarzen Meer zunehmen

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Preise für deutschen Futterweizen ziehen an, da Exportstörungen am Schwarzen Meer die Risikoprämien erhöhen. Erntefreundliches Wetter in Norddeutschland stützt ein stetiges Angebot.

Die Preise für deutschen Futterweizen tendieren fester, gestützt durch das lokale Erntewetter und erneute Störungen der Getreideexporte aus dem Schwarzen Meer, während ukrainische und französische Benchmarks unter Druck bleiben. Kurzfristig zeigt sich der Preis in Norddeutschland leicht fester, bleibt jedoch durch reichliches EU-Angebot und nur verhaltene Nachfrage aus dem Futtersektor begrenzt. In Niedersachsen ist Futterweizen ab Hof (EXW) Drentwede auf rund 219 €/t gestiegen, etwa 4 % höher als Ende Juni. Dies spiegelt eine geringere Verkaufsbereitschaft der Landwirte während der Ernte sowie eine gewisse Basisunterstützung gegenüber den Pariser Terminkursen wider. Gleichzeitig haben sich die Exportangebote aus der Ukraine in den vergangenen Wochen abgeschwächt, doch neue Angriffe auf Schwarzmeerhäfen und eine vorübergehende Aussetzung neuer Schiffsanläufe lassen die Risikoprämien an den europäischen Kassamärkten wieder ansteigen. Das Wetter in Norddeutschland zeigt sich in den kommenden drei Tagen überwiegend erntefreundlich, was auf weitere Fortschritte und einen weiterhin ausgeglichenen lokalen physischen Markt hindeutet.

Preise

Deutscher Futterweizen (EXW Drentwede) wurde zuletzt bei etwa 219 €/t gehandelt, nach rund 211 €/t am 23. Juli und 197 €/t Ende Juni, was auf einen stetigen Aufwärtstrend in das Kernerntefenster hinein hindeutet. Das entspricht einem Plus von rund 8 €/t in der vergangenen Woche und von über 20 €/t im Monatsvergleich.

Ukrainischer Weizen mit 11,5 % Protein FOB Häfen wurde am 21. Juli bei rund 228,5 $/t bewertet, was etwa 211–213 €/t entspricht. Damit liegt Schwarzmeer-Mahlweizen – inklusive Fracht – nur mit einem kleinen Abschlag gegenüber den aktuellen deutschen Futterweizenpreisen. Die Euronext-Weichweizenfutures in Paris haben sich in den vergangenen beiden Sitzungen ebenfalls befestigt, da der Markt erneute Exportrisiken aus der Region einpreist.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Winterweizenernte in Niedersachsen macht Fortschritte, nachdem die Getreideernte mit Wintergerste früh gestartet war; in dieser Saison sind im Bundesland rund 343.000 ha Winterweizen bestellt. Auch wenn Ertragsdaten noch begrenzt sind, wird im Allgemeinen mit einem etwa durchschnittlichen Ergebnis gerechnet, was eine komfortable regionale Versorgung des Futtersektors erwarten lässt.

Auf der Exportseite hat die Ukraine durch intensivierte russische Angriffe rund ein Drittel ihrer Getreideexportkapazitäten über wichtige Schwarzmeerhäfen verloren, wobei Reeder aus Sicherheitsgründen neue Schiffsanläufe für Agrar-Exporte an Terminals im Raum Odessa vorübergehend ausgesetzt haben. Ein Teil des ukrainischen Getreides wird über EU-Routen über Rumänien und andere Solidaritätskorridore umgeleitet, doch die Logistik bleibt teurer und langsamer als Tiefseeverbindungen. Für EU-Abnehmer bedeutet dies kurzfristig ein engeres Angebot an preislich wettbewerbsfähigem Schwarzmeerweizen, was deutsche und französische Preise leicht stützt.

Wetter & Ernteausblick (Deutschland, DE)

Für Drentwede und das Umland bringen die nächsten drei Tage überwiegend günstige Bedingungen für die laufende Weizenernte. Prognosen deuten auf einen warmen und meist trockenen Samstag mit Höchstwerten um 28 °C hin, gefolgt von kühlerem, wolkigerem Wetter am Sonntag mit lediglich vereinzelten Schauerchancen und teils sonnigen Bedingungen am Montag bei milden Temperaturen im unteren 20‑Grad‑Bereich.

Diese Muster begünstigen die Befahrbarkeit der Felder und erlauben kontinuierliche Mähdruscharbeiten, nach einem insgesamt trockenen Winter und episodischen Hitzephasen im Frühsommer in Teilen Deutschlands. Der aktuelle Ausblick signalisiert keine unmittelbar drohenden witterungsbedingten Versorgungsengpässe für norddeutschen Futterweizen, sodass die lokale Preisstärke eher mit Logistik, Verkaufsverhalten der Landwirte und externen Risikoprämien als mit Ernteausfallängsten zusammenhängt.

Wichtige Preistreiber

  • Lokaler Erntedruck vs. Zurückhaltung der Verkäufer: Zwar bringt die Ernte zusätzliches physisches Angebot, doch einige deutsche Landwirte zeigen sich nach der vorangegangenen Preisschwäche zu den aktuellen Niveaus zurückhaltend, was die Kassapreise ab Hof stützt.
  • Risikoprämie durch Störungen im Schwarzen Meer: Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Häfen, die Aussetzung neuer Schiffsanläufe und Schäden an wichtigen Terminals haben die effektive Getreideexportkapazität am Schwarzen Meer reduziert und damit die Risikoprämien an europäischen Weizenbenchmarks angehoben.
  • EU-Exportkorridore weiter offen: Die Solidaritätskorridore über EU-Häfen bleiben entscheidend; allein im Mai 2026 wurden über diese Routen mehr als 4,2 Mio. t Getreide und Ölsaaten verschifft, was einen Teil des Ausfalls im Schwarzen Meer abfedert.
  • Globale Versorgung komfortabel, aber fragiler: Jüngste Analysen deuten weiterhin auf insgesamt ausreichende globale Weizenbestände für 2026/27 hin, doch sowohl der Exportausblick für die Ukraine als auch für Russland ist zunehmend unsicher, wodurch die Märkte empfindlicher auf weitere Angebotsschocks reagieren.

Handelsausblick (nächste 3–5 Tage)

  • Mischfutterhersteller / Käufer (DE): Eine baldige Eindeckung des kurzfristigen Bedarfs ist erwägenswert; das aktuelle Niveau von 219 €/t EXW erscheint angesichts zunehmender Risiken im Schwarzen Meer angemessen, mit moderat aufwärts gerichteter Tendenz bei anhaltenden Störungen.
  • Erzeuger (DE): Angesichts erntefreundlichen Wetters und festerer Terminmärkte bietet sich eine gestaffelte Verkaufsstrategie bei Kursanstiegen über das aktuelle Niveau an, während ein Teil der Mengen für mögliche weitere geopolitisch bedingte Preisspitzen offen gehalten werden kann.
  • Händler: Den Basisabstand Paris–Deutschland beobachten; eine verringerte Verfügbarkeit aus der Ukraine könnte den exportierbaren Überschuss in Westeuropa verengen und deutschen Futterweizen relativ zu MATIF und Schwarzmeerherkünften stützen.

3‑Tage‑Indikation für die regionale Preisrichtung

  • Deutschland, Drentwede EXW Futterweizen: Leicht festerer Bias (0–3 €/t Aufwärtsspielraum), da die Ernte voranschreitet, die Risikoprämien jedoch erhöht bleiben.
  • Paris Euronext Weichweizen (Frontmonat): Verhaltener Aufwärtstrend; geopolitische Schlagzeilen aus dem Schwarzen Meer dürften die Futures innerhalb der aktuellen Spanne von 210–220 €/t unterstützen.
  • Schwarzes Meer (Ukraine 11,5 % FOB-Äquivalent): Tendenziell höhere risikobereinigte Bewertungen, wobei der tatsächliche physische Handel aufgrund von Verschiffungsstopps und Umleitungen über EU-Häfen ausdünnen könnte.
BASIC
Live-Chart
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