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Deutscher Futterweizen legt zu, da Druck aus dem Schwarzen Meer nachlässt

Deutscher Futterweizen legt zu, da Druck aus dem Schwarzen Meer nachlässt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Deutscher Futterweizen im unteren bis mittleren Bereich der 220 €/t, gestützt durch knappe EU-Versorgung, Hitzeschäden im Juni und Exportrisiken im Schwarzen Meer, bei mildem, wechselhaftem Schauerwetter voraus.

Die Preise für deutschen Futterweizen ziehen weiter langsam an, gestützt durch ein knappes regionales Angebot nach Hitzeschäden zu Beginn des Sommers und einer eingetrübten Exportperspektive für das Schwarze Meer. Allerdings sorgen reichlich verfügbare EU-Futtergetreidebestände und eine zurückhaltende Nachfrage der Mischfutterhersteller dafür, dass die Aufwärtsbewegung allmählich verläuft und nicht explosionsartig. In Norddeutschland werden Futterweizenpartien ab Hof und ab Lager im unteren bis mittleren Bereich der 220 €/t gehandelt, etwas über dem Niveau der Vorwoche, vor dem Hintergrund einer stabilen inländischen Nachfrage und begrenztem Erntedruck. Kühleres, wechselhaftes Wetter mit Schauern stabilisiert nach der Hitzebelastung im Juni die Ertragserwartungen, verlangsamt aber zugleich die Feldarbeiten. Gleichzeitig stützen die wachsende Unsicherheit über die Exportkapazität der Ukraine zur neuen Saison sowie anhaltende klimabedingte Ertragsrisiken weltweit strukturell das europäische Preisniveau – auch wenn nahe Termine an der Börse und französische FOB-Werte weiterhin klar unter Druck stehen.

Preise

Die jüngsten Indikationen sehen Futterweizen in Drentwede (EXW, Deutschland) bei rund 225 €/t, etwa 0,5–1,0 % über dem Niveau zur Wochenmitte und rund 6–7 €/t über den Werten von Ende Juli, was einen langsamen, aber anhaltenden Aufwärtstrend bestätigt.

Im Vergleich dazu haben sich die Referenzpreise für Mahlweizen in Frankreich und den USA in der vergangenen Woche abgeschwächt, da die Märkte zuvor eingepreiste Wetterrisioprämien wieder abbauen und sich auf eine komfortable Verfügbarkeit in der Nähefrist konzentrieren. Dies vergrößert den relativen Abschlag von deutschem Futterweizen gegenüber höherwertigen Herkünften.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Eine jüngere Auswertung der Hitzewelle Ende Juni in Europa deutet darauf hin, dass über 2 Mrd. € an Getreidewert verloren gingen, wobei Frankreich und Süddeutschland zu den am stärksten betroffenen Regionen zählen und Weizen während der Kornfüllungsphase geschädigt wurde. Dies untermauert eine strukturell engere Versorgungslage bei Qualitätsweizen in Westeuropa, auch wenn die Gesamtverfügbarkeit von Futtergetreide weiterhin als ausreichend gilt.

Gleichzeitig haben sich die ukrainischen Exportaussichten für 2026/27 nach erneuten Angriffen auf Häfen im Raum Odessa und einer verschärften russischen Blockade deutlich eingetrübt. Offizielle Prognosen gehen von einer möglichen Halbierung der gesamten Agrarausfuhren und von einem Rückgang der Weizenexporte um mehr als 50 % gegenüber früheren Erwartungen aus. Alternative Land- und Flussrouten können einen Teil der Ausfälle kompensieren, doch logistische Reibungen stützen die Basisniveaus im Schwarzmeerraum und legen indirekt einen Boden unter die EU-Futterweizenpreise.

Weltweit sorgen Diskussionen über ungewöhnlich niedrige Weizenbestände und breitere, mit El Niño verbundene Risiken für die Nahrungsmittelversorgung für einen Risikoaufschlag auf den späteren Terminen der Kurve, auch wenn die Spotnachfrage in Deutschland pragmatisch und preissensitiv bleibt. Viehhalter mischen weiterhin Weizen mit anderen Futterkomponenten, was aggressives Spot-Covering auf dem aktuellen Preisniveau begrenzt.

Wetter & Bestandsentwicklung (Deutschland)

Für Niedersachsen und angrenzende norddeutsche Weizenanbaugebiete werden für die nächsten drei Tage (18.–20. August) überwiegend bewölkte Bedingungen mit einzelnen Schauern, Tageshöchstwerten von 18–24 °C und kühlen Nächten um 12–15 °C prognostiziert. Dieses Muster ist für die Jahreszeit mild und niederschlagsfreundlich, verhindert weitere Hitzestressbelastung auf später geernteten Flächen und unterstützt die Bodenfeuchte für nachfolgende Kulturen.

Das kühlere, unbeständige Wetter verlangsamt den Erntefortschritt leicht, ist nach der Rekordhitze im Juni jedoch insgesamt ertragsfreundlich. Da die wesentlichen Qualitätsrisiken bereits eingetreten sind, beeinflusst das Wetter dieser Woche vor allem die Erntelogistik und den kurzfristigen Warenfluss, weniger jedoch das gesamte deutsche Weizenaufkommen.

Fundamentaldaten & Markttreiber

  • EU-Weizenbilanz: Früher in der Saison legten französische und europäische Weizenpreise aufgrund von Trockenheit und Hitze deutlich zu, doch aktuelle Daten deuten weiterhin auf eine insgesamt ausreichende – wenn auch knappere – europäische Bilanz hin, insbesondere bei Futtergetreiden.
  • Qualitätssplit: Hitze während der Kornfüllung in Frankreich und Süddeutschland hat den Anteil von Futterweizen im Vergleich zu Mahlqualität erhöht, die innere Spanne verbreitert und die Futterwerte für deutsche Käufer stärker in den Mittelpunkt gerückt.
  • Risiko im Schwarzen Meer: Erwartete Kürzungen der ukrainischen Getreideexporte 2026/27 um mehr als 50 % in Verbindung mit anhaltenden geopolitischen Risiken begrenzen die Abwärtsrisiken für EU-Herkünfte, obwohl ukrainische Erzeuger- und FOB-Angebote derzeit wettbewerbsfähig sind.
  • Makro & Absicherung: Die erhöhte Preisvolatilität der vergangenen Jahre hat zu einer stärkeren Absicherung über Euronext-Weizenfutures und -Optionen geführt, was die Verknüpfung zwischen deutschen Kassapreisen und den Pariser Referenzen verstärkt und zugleich kurzfristige Kursschwankungen verstärkt.

Handelsausblick

  • Futterkäufer (deutsche Viehhalter, Mischfutterwerke): In Erwägung ziehen, einen Teil des Q4-Bedarfs zu den aktuellen EXW-Niveaus im unteren bis mittleren Bereich der 220 €/t abzusichern, da das Abwärtspotenzial von hier aus durch die Exportrisiken im Schwarzen Meer und strukturell knappere EU-Weizenbestände begrenzt erscheint.
  • Erzeuger in Norddeutschland: Die aktuelle Festigkeit nutzen, um schrittweise weitere Teilmengen zu vermarkten, jedoch einen Teil der Menge unbepreist lassen angesichts anhaltender geopolitischer und klimabedingter Aufwärtsrisiken in Richtung Winter.
  • Händler: Qualitätsdifferenzen zwischen Futter- und Mahlweizen im Blick behalten; jede erneute Rallye beim Pariser Mahlweizen infolge globaler Nachrichten könnte Futterweizen übertreffen und Short-Futter/Long-Mahlweizen-Chancen eröffnen.

3-tägige regionale Preisindikation (DE-Fokus)

  • Norddeutschland (Futterweizen, EXW): Leicht fester Grundton in den kommenden 3 Tagen, mit Preisen voraussichtlich in einer Spanne von etwa 222–228 €/t, da Schauer die Ernte verlangsamen, das Angebot aber nicht wesentlich ausweiten.
  • Deutsche Binnenläger (Futterweizen, Bahn/Straße): Stabil bis moderat fester, im Einklang mit den nördlichen Kassawerten und einer vorsichtigen, aber stetigen Nachfrage der Mischfutterhersteller.
  • Verbindung zu Euronext Paris: Spot-Futterweizen in Deutschland dürfte einen moderaten Abschlag gegenüber Pariser Mahlweizen beibehalten, aber die Basis könnte sich festigen, falls sich die Logistik im Schwarzen Meer weiter verschlechtert.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
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