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Europäische Free-Buy-Kartoffelpreise am Boden festgefahren, während sich der Fokus auf die neue Ernte verlagert

Europäische Free-Buy-Kartoffelpreise am Boden festgefahren, während sich der Fokus auf die neue Ernte verlagert

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Der belgische Free-Buy-Kartoffelmarkt stagniert bei 10 EUR/t vor dem Hintergrund eines Rekordangebots in Nordwesteuropa, während Flächenkürzungen und Hitzewellen den Fokus auf Ernte­risiken 2026 lenken.

Der belgische Free-Buy-Markt für Verarbeitungskartoffeln ist nach einem kurzen Aufschwung Mitte Juni wieder nahezu zum Stillstand gekommen. Die Referenzpreise für Fontane liegen unverändert bei rund 10 EUR/t ab Hof (EXW), ohne nennbare Anzeichen frischer Nachfrage. Das Überangebot aus der Rekordernte 2025–2026 und ein stark vertraglich gebundener Verarbeitungssektor begrenzen weiterhin jede Preis­erholung, selbst wenn die Branche bereits auf eine voraussichtlich kleinere Ernte 2026 blickt. Der europäische Free-Buy-Handel bleibt zum Ende der Saison 2025–2026 strukturell schwach. Die Rekordproduktion in Nordwesteuropa von über 27 Mio. t, kombiniert mit hoher Vertragsabdeckung und schwacher Exportnachfrage, hat dazu geführt, dass unkontraktierte Mengen nach Käufern suchen. Einige Erzeuger sind Medienberichten zufolge bereit, Restbestände zu Minimal- oder Nullerlösen abzugeben, nur um die Lager zu räumen. Während reduzierte Flächen und Hitzewellen Fragen zur nächsten Ernte aufwerfen, wird die aktuelle Witterung bislang nicht als gravierend schädlich eingestuft, sodass sich ein deutlich bullischer Stimmungsumschwung verzögert.

Preise

Die Expana-Referenzpreise für Fontane-Verarbeitungskartoffeln ab Hof (EXW) Belgien wurden am 23. Juni 2026 mit etwa 10 EUR/t bewertet, unverändert zur Vorwoche und faktisch an einer Untergrenze für Free-Buy-Ware. Die gehandelten Volumina werden als minimal beschrieben; der kurze Anstieg Mitte Juni hat sich bereits wieder umgekehrt, da Käufer sich erneut zurückziehen.

Im Termin- und Nebenproduktbereich sind die Indikationen für Kartoffelstärke aus Polen (FCA Lodz) im vergangenen Monat etwas nachgegeben. Spotangebote lagen am 25. Juni bei rund 0,66 EUR/kg gegenüber etwa 0,72 EUR/kg Ende Mai, was auf eine generell weiche Wertschöpfungskette im Kartoffelsektor hinweist.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Saison 2025–2026 in Nordwesteuropa wurde von einem Überschuss geprägt. Ein regionaler Ausstoß von über 27 Mio. t, mehr als 10 % über Vorjahr, hat zusammen mit einer umfangreichen Vertragsbindung der Verarbeiter den Bedarf im Free-Buy-Segment deutlich reduziert. Da der Großteil des Rohwarenbedarfs bereits über Verträge abgesichert ist, zeigen die Verarbeiter am Spotmarkt wenig Eile.

Auf der Nachfrageseite hat eine schwächere Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten die Bereitschaft zu offenen Marktkäufen zusätzlich gedämpft. Erzeuger mit unkontraktierten Partien berichten von Schwierigkeiten, Abnehmer zu finden, und einige haben sich entschieden, Restbestände zu sehr geringen Erlösen abzubauen, um die Lager vor Eintreffen der neuen Ernte zu räumen.

Fundamentaldaten & Wetter

Strukturell befindet sich der Markt im Übergang von einem Rekordangebotsjahr zu einer voraussichtlich knapperen Saison 2026–2027. Reduzierte Anbauflächen in den wichtigsten Erzeugerregionen und Erwartungen niedrigerer Erträge führen zu engeren Angebotsannahmen für die Zukunft. Dies stützt ein gewisses latentes Aufwärtspotenzial, das sich jedoch bislang noch nicht in höheren Spotpreisen niedergeschlagen hat.

Kurzfristig bleibt das Wetter ein zentraler Beobachtungspunkt. Die aktuellen Hitzewellen in Teilen Europas, mit Phasen von 30–34 °C und mehr in einigen kontinentalen Regionen, werden von der Branche genau verfolgt, gelten aber noch nicht als gravierend schädlich für die neue Ernte. In Belgien deutet die 7‑Tage-Prognose auf warme, überwiegend günstige Bedingungen mit Höchstwerten meist im unteren bis mittleren 20‑Grad‑Celsius-Bereich hin, mit vereinzelten Schauern und ohne unmittelbar drohenden Dürreschock.

Ausblick & Handelsstrategie

  • Kurzfristig (0–4 Wochen): Free-Buy-Preise in Belgien dürften angesichts der verbliebenen Altbestände und der weiterhin verhaltenen Nachfrage der Verarbeiter um die aktuellen Tiefststände verankert bleiben. Jede Preisfestigung vor einer spürbaren physischen Verknappung in den Lagern dürfte begrenzt bleiben.
  • Neue Ernte (Q3–Q4 2026): Geringere Anbauflächen und normalere Erträge würden die Fundamentaldaten in Richtung eines ausgeglicheneren Marktes verschieben und könnten die Free-Buy-Notierungen von den aktuell gedrückten Niveaus anheben, insbesondere wenn Hitzewellen anhalten oder sich die Exportnachfrage von ihrem derzeit schwachen Niveau erholt.
  • Risikomanagement: Verarbeiter mit hoher Vertragsabdeckung könnten zusätzliche Free-Buy-Käufe hinauszögern, sollten jedoch erwägen, ihre Spot-Exposure schrittweise wieder aufzubauen, falls frühe Signale zur neuen Ernte auf enttäuschende Erträge hindeuten. Erzeuger sollten Lager- und Qualitätsmanagement priorisieren und mögliche Vorvermarktungsoptionen prüfen, falls wetterbedingte Sorgen zu frühen Preisspitzen führen.

3‑Tage-Richtungsausblick (EUR)

  • Belgische Free-Buy-Fontane (EXW): Stabil um 10 EUR/t; Abwärtsspielraum begrenzt, Aufwärtspotenzial gedeckelt, solange kein klarer Wetterschock eintritt.
  • Polnische Kartoffelstärke (FCA Lodz): Leicht weich bis seitwärts bei etwa 0,65–0,67 EUR/kg, was reichlich Rohware und verhaltene nachgelagerte Nachfrage widerspiegelt.
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