Feste Baumwollsaat-Extraktionsschrotpreise in Nordindien bei knappen Beständen und stabiler Futternachfrage
Die Preise für Baumwollsaat-Extraktionsschrot in Nordindien bleiben fest, gestützt durch knappe Altbestände, stabile Viehfutternachfrage und den Fokus auf die Baumwollernte 2026-27.
Prices
In Nordindien halten sich die Preise für Baumwollsaat-Extraktionsschrot angesichts eingeschränkter Versorgung auf festem Niveau. In Haryana und Punjab liegen die Notierungen bei rund 4.400–4.700 INR je Quintal, was etwa 48,05–51,31 EUR je 100 kg entspricht, ausgehend von einem Richtkurs von 95,44 INR je USD und 1,10 USD/EUR. Bathinda liegt mit 4.800–4.850 INR je Quintal höher (etwa 52,40–52,96 EUR je 100 kg), was auf vergleichsweise knappere lokale Bestände und eine konstante Nachfrage hindeutet.
Preissupport resultiert aus begrenzten Verkäufen durch Lagerhalter, dem schrittweisen Abbau von Altbeständen und stetigen Anfragen von Viehfutterabnehmern. Die Käufe erfolgen jedoch überwiegend zur sofortigen Bedarfdeckung, da hohe Futterkosten die Möglichkeit kleinerer Viehhalter einschränken, Bestände aufzubauen oder höher bepreiste Proteinträger aggressiv zu verfolgen.
Supply & Demand
Auf der Angebotsseite ist die neue Baumwollverarbeitungssaison in Indien noch nicht voll angelaufen, wodurch die Verfügbarkeit von Baumwollsaat knapp bleibt. Die Bestände aus der vorherigen Ernte gehen zurück, und viele Lagerhalter scheinen zufrieden damit, Ware langsam in einen festen Markt zu geben, statt die Verkäufe zu beschleunigen. Dieses Verhalten stützt gemeinsam mit strukturell starker Nachfrage in wichtigen Milchregionen das aktuelle Preisniveau.
Die Nachfrage ist fundamental solide, aber klar bedarfsorientiert. Die Rolle von Baumwollsaat-Extraktionsschrot als eiweißreiches Futtermittel ist besonders in milchfokussierten Regionen wichtig, wo Milchpreisanreize und teilweise eingeschränkte Grundfutterverfügbarkeit die fortgesetzte Nutzung begünstigen. Gleichzeitig begrenzen erhöhte Preise für alternative Futtermittel wie Rapsschrot (Senfschrot) und andere Ölsaatenschrote die Substitution weg von Baumwollsaat-Extraktionsschrot und sorgen für zusätzliche Unterstützung.
Fundamentals & Weather
Die entscheidende fundamentale Unsicherheit betrifft nun die indische Baumwollernte 2026/27. Flächendynamik in Gujarat, Maharashtra, Haryana, Punjab und Rajasthan sowie der Verlauf des Südwestmonsuns werden die Saatguterzeugung und nachgelagert das Angebot an Baumwollsaat-Extraktionsschrot in der kommenden Entkörnungssaison bestimmen. Jüngste Diskussionen zu Monsunmustern deuten auf räumlich ungleich verteilte Niederschläge hin, mit zeitweisen Schauern über Punjab, Haryana und Rajasthan sowie wechselhaften Bedingungen in Zentralindien, was die Produktionsrisiken im Fokus halten könnte.
Marktteilnehmer beobachten die Niederschlagsverteilung, den Schädlingsdruck und die Schoten-/Kapselentwicklung genau. Ausreichende und rechtzeitige Niederschläge würden die Kapselbildung unterstützen und die Saatgutverfügbarkeit erhöhen, was die Balance beim Baumwollsaat-Extraktionsschrot später in der Saison entspannen würde. Umgekehrt würden erneuter Wetterstress oder Schädlingsausbrüche den Saatgutkomplex weiter verknappen und könnten den Schrotpreisen trotz bereits hoher Futterkosten zusätzlichen Auftrieb geben.
Outlook & Trading Guidance
Kurzfristig dürfte der Markt für Baumwollsaat-Extraktionsschrot in Nordindien unterstützt bleiben, solange sich die Altbestände nur langsam abbauen und der Entkörnungssektor noch nicht vollständig wieder angelaufen ist. Eine deutlich größere neue Ernte und frühere Ankünfte wären nötig, um spürbaren Abwärtsdruck zu erzeugen. Da sich die Nachfrage auf den laufenden Bedarf beschränkt und Substitutionsoptionen weiterhin teuer sind, ist das wahrscheinlichste Szenario in den kommenden Wochen ein fester, aber relativ seitwärts tendierender Markt.
- Futtermittelhersteller: In Betracht ziehen, den Bedarf für 4–6 Wochen gestaffelt zu decken und übermäßige Vorwärtskontrakte zu vermeiden, bis klarere Signale zur Größe der neuen Ernte und zum Ankunftstermin vorliegen.
- Milchviehhalter und kleine Viehbesitzer: Schwerpunkt auf Rationsoptimierung statt Mengenausweitung beim Baumwollsaat-Extraktionsschrot, angesichts knapper Margen und begrenztem Spielraum für kurzfristige Preisrückgänge.
- Lagerhalter und Händler: Eine vorsichtig Long-orientierte Positionierung beibehalten, während die Monsunentwicklung und erste Berichte zum Erntezustand beobachtet werden; bereit sein, Verkäufe zu beschleunigen, falls sich Anzeichen für eine größer als erwartete Saatguternte abzeichnen.
3-Day Directional View (EUR-based)
- Nordindien (Haryana & Punjab ex-Bathinda): Seitwärts bis leicht fest; Preise dürften sich bei etwa 48–51 EUR je 100 kg halten.
- Bathinda (Punjab): Leicht fester Bias; ein kleiner Aufschlag gegenüber den umliegenden Märkten dürfte angesichts vergleichsweise knapperer lokaler Bestände bestehen bleiben.
- Gesamter indischer Baumwollkomplex: Weiche Saaten und Nebenprodukte bleiben stark wetter- und ernteberichtssensitiv; vor klareren Hinweisen zu den Neuzugängen der Ernte wird kein wesentlicher Abwärtsdruck erwartet.