CMB Emblem
Gerstenmärkte zwischen Ukraine und Deutschland stabil bis schwächer

Gerstenmärkte zwischen Ukraine und Deutschland stabil bis schwächer

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompakter Gerstenmarktbericht Juli 2026: aktuelle Preise, DE–UA-Spread, Angebot, Wettereinfluss und 3-Tage-Preisausblick für Ukraine und Deutschland.

Die Gerstenpreise in der Ukraine und Deutschland sind weitgehend stabil mit leicht weicher Tendenz, da der frühe Erntedruck und komfortable Futtergetreidebestände das Aufwärtspotenzial begrenzen. Die Preisdifferenz zwischen der exportorientierten ukrainischen Gerste und der deutschen inländischen Futtergerste bleibt groß und stützt die anhaltende Nachfrage nach Schwarzmeer-Ursprüngen. In der Ukraine zeigen sich Futtergerstenpreise CPT Odessa um 167 EUR/t nur mit marginalen Tagesgewinnen, während FCA-Inlands- und FOB-Offerten von den Hochs Ende Juni nachgegeben haben. Dies spiegelt verstärkte Verkäufe durch Landwirte und eine angemessene Exportnachfrage wider. In Deutschland halten sich EXW-Preise in nördlichen Regionen bei rund 188 EUR/t stabil, getragen von einer ausgeglichenen Nachfrage der Mischfutterhersteller und günstigen Witterungsbedingungen für den Abschluss der Wintergerstenernte und die Entwicklung der Sommergerste. Ohne größere Wetterschocks oder logistische Störungen in DE oder UA dürfte sich die kurzfristige Preisentwicklung in einer Spanne bewegen, mit leichtem Abwärtsrisiko bei zunehmendem Erntedruck.

Preise

Ukrainische Futtergerste (14 % Feuchtigkeit, CPT Odessa) wird zum 8. Juli mit rund 0,167 EUR/kg (167 EUR/t) angegeben, nur 1 EUR/t über dem Vortag, aber leicht unter den Niveaus von Ende Juni bei etwa 171–172 EUR/t. FCA-Angebote in Kiew und Odessa sind auf etwa 180–190 EUR/t zurückgegangen, gegenüber rund 190–220 EUR/t Mitte Juni, was auf nachlassende Inland-Prämien im Vorfeld der Ernte hinweist.

In Deutschland ist Futtergerste EXW Drentwede (Niedersachsen) bei etwa 0,188 EUR/kg (188 EUR/t) stabil, mit regionalen Spotnotierungen deutscher Marktdienste für Futtergerste überwiegend im hohen 170er- bis niedrigen 190er-EUR-Bereich pro Tonne – je nach Region und Qualität. Braugerste (Braugerstenqualität) erzielt weiterhin einen deutlichen Aufschlag, mit süddeutschen Indikationen um 200–205 EUR/t ab Lager. Insgesamt bleibt der DE–UA-Spread bei Futtergerste von rund 15–25 EUR/t intakt und erhält die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Ware in Importmärkten.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

In der Ukraine bleibt die exportorientierte Gerstennachfrage von Schwarzmeer-Käufern stabil, gestützt durch wettbewerbsfähige FOB-Niveaus und anhaltendes Interesse traditioneller Ziele im Nahen Osten und in Nordafrika. Aktuelle ukrainische Getreidepreisberichte zeigen, dass Schwarzmeer-Gerste weiterhin mit Abschlag gegenüber EU-Ursprüngen gehandelt wird, was Vorwärtskäufe begünstigt, jedoch ohne kräftige Preisrallye. Die Verkäufe der Landwirte nehmen zu, da mit der neuen Ernte die Verfügbarkeit steigt und die Liquidität zunimmt, was einen leichten Druck auf die Inlandspreise ausübt.

Die Futtergetreidebilanz Deutschlands ist komfortabel. Regionale Marktberichte aus West- und Norddeutschland vermerken einen guten Fortschritt der Wintergerstenernte und zufriedenstellende Anfangserträge, was ein reichliches lokales Angebot für Futterzwecke sicherstellt. Die Mischfutternachfrage ist saisonal moderat, ohne Hinweise auf einen starken Anstieg des Verbrauchs. Importe aus dem Schwarzmeerraum bleiben für einige Nutzer eine wirtschaftliche Alternative, doch Frachtkosten und Risikoaufschläge begrenzen Arbitragemengen.

Wetter & Bestandsentwicklung (DE, UA)

Für die Oblast Odessa werden in der kommenden Woche warme bis heiße, überwiegend trockene Bedingungen mit Tageshöchstwerten meist im oberen 20er- bis niedrigen 30er-°C-Bereich und nur vereinzelten leichten Schauern erwartet. Dieses Muster ist im Allgemeinen vorteilhaft für den laufenden Gerstendrusch, da es das Trocknen des Getreides und die Logistik unterstützt, wenngleich lokale Hitze bei zunehmenden Feuchtigkeitsdefiziten das Potenzial spät entwickelter Sommergerste etwas schmälern könnte.

In Norddeutschland (einschließlich Niedersachsen) brachten die vergangenen Tage gemäßigte Sommertemperaturen und zeitweilige Schauer, und die Prognosen deuten auf weiterhin wechselhafte, aber nicht extreme Bedingungen hin. Ein solches Muster unterstützt im Großen und Ganzen den Abschluss der Wintergerstenernte sowie die Kornfüllung der Sommergerste, ohne dass derzeit ein akutes wetterbedingtes Ertragsrisiko erkennbar ist. Insgesamt wirkt das Wetter in DE und UA neutral bis leicht preisbelastend, da es solide Ernteschätzungen untermauert.

Fundamentaldaten & Markttreiber

  • Erntetermin und -druck: Die Wintergerstenernte in Deutschland schreitet gut voran, bringt frisches Angebot auf den Markt und begrenzt das Potenzial für Preisspitzen. In der Ukraine beginnen frühe Neugerstenmengen, auf FCA- und CPT-Gebote zu drücken.
  • Wettbewerb zwischen Getreidearten: Deutsche Marktberichte heben hervor, dass Futterweizen und Mais nahe Substitute für Gerste bleiben, wobei die relativen Preisrelationen eine flexible Getreideeinbindung in den Rationen begünstigen. Dies begrenzt die Fähigkeit der Gerste, sich nach oben abzukoppeln.
  • Exportparität und Fracht: Ukrainische FOB-Gerste bleibt im Vergleich zu EU-Angeboten preislich attraktiv, doch Fracht, Versicherung und geopolitisches Risiko führen zu Aufschlägen, die die Nettoerlöse der Schwarzmeer-Verkäufer dämpfen.
  • Spekulative Aktivität: Es gibt wenig Hinweise auf starke spekulative Positionierung speziell in Gerste; die Volatilität der breiteren Getreidemärkte wird stärker von Weizen und Mais getrieben, sodass Gerste den fundamentalen Signalen folgt.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

  • Ukrainische Verkäufer (Landwirte/Lagerhäuser): Schrittweise Verkäufe bei Erholungen in Richtung 170–175 EUR/t CPT Odessa in Betracht ziehen, angesichts steigender Lagerbestände auf den Betrieben und günstiger Witterung. Ein kleiner unbepreister Teil für mögliche, weizengetriebene Preisspitzen bleibt vertretbar, insgesamt ist das Risiko jedoch eher seitwärts bis leicht abwärts gerichtet.
  • Deutsche Futterkäufer: Bei EXW um 185–190 EUR/t und einem reibungslosen Fortgang der lokalen Ernte kann die kurzfristige Deckung für die nächsten 1–2 Monate bei Rücksetzern ausgebaut werden, insbesondere wenn die Weizenmärkte nachgeben. Panikkäufe sollten vermieden werden, solange kein klarer Wetter- oder Logistikschock auftritt.
  • Importeure in der EU und im Mittelmeerraum: Ukrainische Gerste bleibt kostengünstig; es erscheint sinnvoll, die aktuell stabilen bis leicht schwächeren Schwarzmeerpreise zur Sicherung von Prompt-Lieferungen zu nutzen, während für das vierte Quartal ein gewisser Spielraum erhalten bleibt, um auf mögliche Volatilität der globalen Getreidemärkte reagieren zu können.

3‑Tage-Regionale Preisindikation (Richtung, EUR)

  • Ukraine – Odessa CPT Futtergerste: Um 165–170 EUR/t, Tendenz: leicht abwärts bis seitwärts, da der Erntedruck zunimmt und das Wetter günstig bleibt.
  • Ukraine – FCA Kiew/Odessa Futtergerste: Um 180–190 EUR/t, Tendenz: weich, mit Spielraum für einen weiteren Rückgang um 2–3 EUR/t, falls die Verkäufe der Landwirte anziehen.
  • Deutschland – Nördliche EXW-Futtergerste: Um 185–190 EUR/t, Tendenz: seitwärts; reichliches Lokalangebot und stabile Futternachfrage sprechen für eine bandbreitengebundene Notierung nahe den aktuellen Niveaus.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →