Hafer-Futures geben nach, während physische Preise in Europa und Schwarzmeer-Region stabil bleiben
CBOT-Hafer-Futures geben bei dünnem Volumen leicht nach, während die Kassamärkte für Futterhafer in EU und Schwarzmeer-Region stabil bleiben. Überblick über Preise, Angebot-Nachfrage-Lage und kurzfristigen Ausblick.
Preise
CBOT-Hafer-Futures zeigen eine etwas weichere nahe Terminstruktur bei begrenzter Handelsaktivität:
- Jul 2026: 311.00 USc/bu, 2.25 c niedriger (-0.7 %) gegenüber dem Vortag, bei nur 1 gehandelten Kontrakt.
- Sep 2026: 329.25 USc/bu, geringfügig niedriger (-0.1 %), ebenfalls auf 1 Kontrakt.
- Dec 2026: 340.50 USc/bu, 1.75 c höher (+0.5 %), was auf eine etwas festere Terminstruktur in den späteren Fälligkeiten hindeutet.
Weiter vorne liegende Kontrakte ab März 2027 werden höher notiert (rund 346–358 USc/bu), doch der Handel ist sporadisch, was die strukturell geringe Liquidität im Hafer-Futures-Komplex unterstreicht.
Am physischen Markt deuten jüngste indikative Offerten, in EUR umgerechnet, auf stabile Futterhafer-Preise hin:
- Ukraine, Odessa, Futterhafer FCA: etwa 0.25 EUR/kg (unverändert seit Ende Mai).
- Deutschland, Drentwede, Futterhafer EXW: etwa 0.18 EUR/kg, unverändert seit der Erstveröffentlichung Mitte Juni.
Angebot & Nachfrage
Die neuesten internationalen Bewertungen der Nahrungsmittelmärkte deuten für 2026/27 auf ein insgesamt komfortables Getreideangebot hin, auch wenn die Produktion leicht unter den Rekordniveaus des Vorjahres gesehen wird. Dieser günstige Hintergrund sorgt im Rahmen des breiteren Grobgetreidekomplexes für eine gute Versorgung mit Hafer und begrenzt den Bedarf an ausgeprägten Risikoprämien in den Preisen.
Auf der Exportseite hat Russland seine Haferausfuhren im frühen Jahr 2026 deutlich ausgeweitet, was das hohe Angebot in der Schwarzmeer-Region unterstreicht und den Wettbewerb für EU- und nordamerikanische Herkünfte verstärkt, insbesondere in benachbarte GUS- und asiatische Märkte. In Kombination mit stabiler EU-Futtermittelnachfrage und moderatem Wachstum bei Nahrungs- und Getränkeanwendungen (z. B. haferbasierte Drinks) wirkt die Bilanz derzeit komfortabel.
Fundamentaldaten & Wetter
Die Fundamentaldaten im Hafermarkt werden weniger durch Nachfrageschocks als durch bereichsübergreifende Rohstoffdynamiken geprägt. Bei weiterhin reichlichen globalen Getreidebeständen und vergleichsweise gedämpften Weizen- und Maispreisen fällt es Hafer schwer, spekulatives Kaufinteresse anzuziehen. Niedriges Open Interest und sehr geringe Tagesvolumina an der CBOT bestätigen, dass die Preisfindung flach ist und weitgehend an die lokalen Kassamärkte gekoppelt bleibt.
Wetterseitig zeigen Frühsommerprognosen für wichtige nordamerikanische Getreideanbaugebiete ein gemischtes Bild, mit lokal verstärkten Niederschlägen in Teilen des US-Midwest und allgemein warmen Bedingungen in Teilen der Plains. Für Europa bleibt das Wetter im Juni wechselhaft, mit abwechselnden Wärmeperioden und Gewittern, was die Getreidebestände in der Summe bislang eher unterstützt als gefährdet. El‑Niño-bezogene Sorgen für den späteren Saisonverlauf werden beobachtet, haben sich aber bislang nicht in ein klar bullisches Signal für Hafer übersetzt, insbesondere angesichts der derzeit hohen weltweiten Getreidebestände.
4–6-Wochen-Marktprognose
Kurzfristig dürfte der Hafermarkt in einer Spanne bleiben, wobei sich CBOT-Futures eher an breiteren Getreideindizes und lokalen Kassamärkten orientieren als an ihren eigenen Fundamentaldaten. Der kleine Carry zwischen Juli- und Dezember-Kontrakten signalisiert etwas komfortablere Erwartungen an das künftige Angebot, deutet jedoch noch nicht auf einen angebotsgetriebenen Ausverkauf hin.
Wichtige Beobachtungspunkte sind das Sommerwetter in Kanada und Nordeuropa, wo anhaltende Hitze und Trockenheit den Ausblick für 2026/27 rasch eintrüben könnten, falls sie mit empfindlichen Wachstumsphasen der Bestände zusammenfallen. Solange die breiteren Getreidemärkte jedoch gut versorgt bleiben und russische sowie EU-Exporte aktiv sind, sollten die Futterhaferpreise in Europa und in der Schwarzmeer-Region in etwa auf dem aktuellen Niveau verankert bleiben.
Handelsausblick
- Futterkäufer (EU & Schwarzmeer-Region): Die aktuellen Indikationen von 0.18–0.25 EUR/kg bieten komfortable Deckungsniveaus. Eine moderate Ausdehnung der Deckung in das 3. Quartal ist zu erwägen, wobei Flexibilität für möglichen Erntedruck erhalten bleiben sollte.
- Erzeuger: Angesichts dünner Futures-Liquidität und nachgebender Nahfristpreise sollte der Fokus eher auf Basis- und physischen Vorwärtskontrakten liegen, statt ausschließlich auf CBOT-Hedges zu setzen. Wetterentwicklung und mögliche El‑Niño-getriebene Rallys sind als Verkaufsgelegenheiten zu beobachten.
- Händler: Die flache physische Kurve und schwächere Frontmonat-Futures deuten kurzfristig auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial hin. Relative-Value-Strategien gegenüber Weizen oder Gerste könnten attraktiver sein als reine Haferpositionen.
3-Tage-Richtungseinschätzung (in EUR)
- CBOT-Hafer (in EUR/bu umgerechnet): Leichte Abwärts- bis Seitwärtsneigung, folgt in dünnem Handel der allgemeinen Stimmung am Getreidemarkt.
- EU-Futterhafer (Deutschland, EXW): Stabil bei rund 0.18 EUR/kg; kein unmittelbarer Auslöser für Kursbewegungen erkennbar.
- Schwarzmeer-Futterhafer (Ukraine, FCA Odessa): Stabil bis geringfügig weicher bei rund 0.25 EUR/kg; Ernte- und Frachtentwicklungen stellen die wichtigsten kurzfristigen Risiken dar.