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Hafer-Futures legen leicht zu, während energiebedingter Ausverkauf bei Getreide auf die Stimmung drückt

Hafer-Futures legen leicht zu, während energiebedingter Ausverkauf bei Getreide auf die Stimmung drückt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Hafer-Futures legen leicht zu, stehen aber unter Druck durch niedrigere Energiepreise und reichlich Getreidevorräte. Kompakter Ausblick auf Preise und Handel.

Hafer-Futures an der CBOT sind fester, handeln aber weiterhin in einem schwachen übergeordneten Getreideumfeld, da nachlassende geopolitische Spannungen die Energie- und Biokraftstoffmärkte unter Druck setzen und auf Getreide übergreifen. Der nahe Juli-2026-Termin legte um rund 2 % zu, während die Kurve bis 2027–28 relativ flach bleibt – ein Hinweis auf verhaltene Nachfrageerwartungen statt eines ausgeprägten Bullenmarkts. Die europäischen Getreidemärkte stehen nach der Ankündigung, dass die USA und der Iran ihren Konflikt beilegen werden, weiterhin stark unter Druck, was Rohöl- und Rohstoffpreise nach unten treibt. Dies hat Euronext-Weizen nach unten gezogen und begrenzt jede stärkere Erholung bei Hafer und anderen Getreiden. Gleichzeitig wird erwartet, dass einige Importeure nach einer Phase des Abwartens in Erwartung niedrigerer Preise nun wieder an den Markt zurückkehren.

Preise & Terminstruktur

CBOT-Hafer-Futures erholten sich am 17. Juni 2026 leicht:

  • Jul 2026: 310.50 USc/bu, +6.00 c (+1.97 %) ggü. Vortagesschluss
  • Sep 2026: 328.50 USc/bu, +6.25 c (+1.94 %)
  • Dec 2026: 338.50 USc/bu, +5.75 c (+1.73 %)
  • Spätere 2027–28-Kontrakte überwiegend unverändert, geringes Volumen und Open Interest

Umgerechnet in EUR je Tonne handeln Jul-2026-Haferkontrakte grob im Bereich der niedrigen 40 €/t und verdeutlichen damit, wie gedrückt die internationalen Haferpreise im Vergleich zu historischen Durchschnitten weiterhin sind – selbst nach der Erholung des Tages.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Makro- & Cross-Market-Treiber

Der wichtigste externe Treiber ist der kräftige Rückgang bei Rohöl nach Signalen, dass die USA und der Iran ihren Konflikt beilegen werden. Niedrigere Energiepreise setzen Biokraftstoffnotierungen und in der Folge die Getreide- und Ölsaatenkomplexe in Europa und weltweit unter Druck. Dies hat Euronext-Weizen auf neue Tiefstände gezogen und belastet die Stimmung bei Hafer, der oft den breiteren Futtergetreide-Indizes folgt.

Dasselbe Ereignis könnte jedoch auch die Nachfrage beleben: Mehrere Importeure hatten Käufe zurückgehalten, in der Hoffnung, dass eine Deeskalation im Persischen Golf in günstigere Getreidepreise münden würde. Da ein Großteil dieser Bewegung nun eingepreist ist, könnte das kurzfristige Kaufinteresse für Hafer und andere Futtergetreide zunehmen, insbesondere aus preissensiblen Destinationen.

Fundamentaldaten & USDA-Signale

Auch wenn die jüngsten USDA-Berichte zu Bestandsentwicklung und Exporten den Fokus auf Weizen legen, liefern sie einen wichtigen Hintergrund für Hafer. Die Bewertungen für US-Winterweizen haben sich leicht verbessert, mit 27 % der Fläche in der Kategorie „gut bis ausgezeichnet“ – weiterhin der schwächste Wert für diese Kalenderwoche seit 1989. Rund 63 % des US-Winterweizens sind noch von Dürre betroffen, gegenüber nur 15 % vor einem Jahr, aber die Ernte ist bereits zu 25 % abgeschlossen, deutlich vor dem durchschnittlichen Tempo von 13 %.

Beim Sommerweizen werden 55 % der Bestände als „gut bis ausgezeichnet“ eingestuft, drei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche und am oberen Ende der Analystenerwartungen. Die Exportabfertigungen für Weizen in der Woche bis 11. Juni erreichten 334.000 Tonnen, ein Plus von 3,4 % gegenüber der Vorwoche, aber 14 % unter dem Vorjahreswert. Diese Kombination aus sich moderat verbessernden US-Ernteaussichten und weiterhin verhaltenen Exporten hält die globalen Getreidebilanzen komfortabel und begrenzt das Aufwärtspotenzial für Hafer als Nebengetreide.

Am physischen Markt haben sich ukrainische Futterhafer (98 % Reinheit, FCA Odessa) in den letzten Wochen stabil um 0,25 EUR/kg (≈ 250 EUR/t) bewegt, ohne Preisveränderung seit Ende Mai. Diese Stabilität deutet darauf hin, dass derzeit lokale Logistik- und Qualitätsfaktoren die Schwarzmeer-Haferpreise stärker bestimmen als die Volatilität an den Terminmärkten.

Wetter & Ernteausblick

Wetterrisiken konzentrieren sich weiterhin eher auf den breiteren Getreidekomplex als speziell auf Hafer. Von Dürre betroffene Gebiete in wichtigen US-Winterweizenstaaten (Kansas, Oklahoma, Texas, Nebraska) leiden nach wie vor unter Niederschlagsdefiziten, wenngleich sich die Bedingungen in einigen Regionen wie Colorado leicht verbessert haben. Für Hafer, der oft in kühleren und feuchteren Zonen angebaut wird, passt das Fehlen eines klaren Wetterrisikos zu der verhaltenen Risikoprämie, die in der Forward-Kurve sichtbar ist.

Weltweit deutet die Kombination aus ausreichenden Beständen wichtiger Getreidearten und verbesserten Bonituren in Teilen Nordamerikas auf eine komfortable Versorgungslage bei Futtergetreide in der Saison 2026/27 hin. Damit bleibt der Hafermarkt weitgehend gut versorgt, solange kein bedeutendes Wetterereignis später im Vegetationsverlauf auftritt.

Handels- & Preisausblick

  • Kurzfristig (kommende Tage): Leicht konstruktiv nach der technischen Erholung bei CBOT-Hafer, aber das Aufwärtspotenzial wird durch den breiten Getreideausverkauf infolge niedrigerer Energie- und Biokraftstoffpreise begrenzt.
  • Physische Käufer: In Erwägung ziehen, für Q3–Q4 2026 schrittweise zusätzliche Absicherung aufzubauen und die aktuell niedrigen Terminnotierungen sowie stabile Schwarzmeer-Angebote zu nutzen, solange die Basis günstig bleibt.
  • Erzeuger: Kursanstiege für schrittweise Absicherung nutzen, statt auf eine große Rallye zu warten; die flache Forward-Kurve und reichlichen Getreidevorräte sprechen dafür, das Abwärtsrisiko aktiv zu managen.
  • Spekulative Händler: Momentum bleibt fragil; Anstiege in Richtung des oberen Endes der jüngsten Handelsspanne erscheinen eher für kurzfristige Verkäufe als für das Eingehen neuer Long-Positionen geeignet.

3-Tage-Richtungsausblick (in EUR)

  • CBOT-Hafer (Frontmonat, EUR/t): Leicht fester bis seitwärts; tägliche Handelsspanne tendenziell ±1–2 EUR/t um das Niveau der niedrigen 40 €/t.
  • Schwarzmeer-Futterhafer FCA Odessa (EUR/t): Stabil um 250 EUR/t; kurzfristig kein Auslöser für deutliche Auf- oder Abwärtsbewegungen erkennbar.
  • Europäischer Getreidekomplex: Weiterhin unter Druck durch niedrigere Energiepreise, was mögliche Unterstützungseffekte für Hafer begrenzt.
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