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Haferpreise ziehen mit Unterstützung von Mais und Sojabohnen an, Kassamarkt stabil

Haferpreise ziehen mit Unterstützung von Mais und Sojabohnen an, Kassamarkt stabil

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Hafer folgt der Stärke bei Mais und Sojabohnen, während die EU-Futterhaferpreise stabil bleiben. Überblick über Preise, Angebots-Nachfrage-Treiber, Wetter und kurzfristigen Ausblick.

Haferfutures sind entlang der Terminkurve fester und werden von der breiten Stärke bei Getreide und Ölsaaten gestützt, während sich die europäischen Futterhafer-Kassapreise bemerkenswert stabil zeigen. Der starke Exportwettbewerb im Weizen aus dem Schwarzmeerraum und die guten Erwartungen an die globale Getreideversorgung begrenzen vorerst ausgeprägtere Aufwärtsbewegungen beim Hafer.

Nach der US-Feiertagspause legten die CBOT-Getreide auf breiter Front zu, und Hafer folgte den deutlichen Gewinnen bei Mais und Sojabohnen. Nah- und Neutermin-Kontrakte im Hafer verzeichnen moderate Tagesanstiege, das Handelsvolumen bleibt jedoch dünn und unterstreicht, dass der Markt eher vom allgemeinen Getreidekomplex nach oben gezogen wird als von einer spezifischen Angebotsknappheit im Hafer. In Europa zeigen Futterhafer-Offerten aus Deutschland und der Ukraine gegenüber der Vorwoche keine Veränderung, was auf eine komfortable lokale Verfügbarkeit mit Blick auf die herannahende Ernte hindeutet. Eine überwiegend günstige Wetterlage in wichtigen Haferanbauregionen der Nordhalbkugel stützt die Erwartung ausreichender Bestände für 2026/27 und begrenzt damit vorerst das Aufwärtspotenzial.

[pmbreak]

Preise

Die CBOT-Haferfutures haben entlang der Kurve zugelegt. Der Kontrakt Juli 2026 wurde zuletzt bei rund 289,25 USc/bu gehandelt, ein Plus von 3,50 Cents (+1,2 %) zum Vortag, mit ähnlichen Gewinnen von 0,4–1,1 % über die weiterfälligen Kontrakte bis 2028. Dies spiegelt jüngste Bewegungen wider, die auf US-Agrarmarkt-Plattformen berichtet wurden, wo Hafer im Einklang mit anderen Getreidearten leicht anzieht.

Europäische Futterhafer-Kassapreise, in EUR umgerechnet, sind ausgesprochen stabil. Futterhafer ab Hof in Norddeutschland wird unverändert seit Mitte Juni mit rund 0,18 EUR/kg (179 EUR/t) EXW Drentwede indiziert. Ukrainischer Futterhafer (98 % Reinheit, FCA Odessa) wird bei etwa 0,25 EUR/kg (rund 250 EUR/t) offeriert und ist damit in den letzten Wochen ebenfalls unverändert. Diese Kombination aus festeren Futures und statischen physischen Preisen deutet auf eine leicht verbesserte Marktstimmung hin, jedoch ohne klare Hinweise auf eine Verengung des Spotangebots.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Das breitere Getreideumfeld ist derzeit für Hafer wichtiger als spezifische Faktoren der Kultur selbst. Deutliche Kursgewinne bei US-Mais und Sojabohnen haben Weizen und Hafer nach oben gezogen, wobei Euronext-Weizen den US-Rallyes folgt. Gleichzeitig sorgen sehr gute Ernteerwartungen beim Schwarzmeer-Weizen und wettbewerbsfähige russische Exportpreise dafür, dass die globale Wahrnehmung der Getreideverfügbarkeit komfortabel bleibt und die Stärke der Bewegung begrenzt wird.

In der EU deuten offizielle Prognosen für 2026/27 nur auf einen leichten Rückgang der Haferproduktion gegenüber dem Vorjahr hin, und zwar von einem erhöhten Niveau aus. Damit bleibt das Gesamtangebot nach überdurchschnittlichen Endbeständen 2025/26 reichlich. Mit der jüngsten Ausschreibung Saudi-Arabiens über 661.000 t Weizen – voraussichtlich größtenteils aus dem Schwarzmeerraum – bleiben die weltweiten Futter- und Mahlgetreidemärkte gut mit Alternativen versorgt, was das nachfrageseitige Aufwärtspotenzial für Hafer dämpft.

Fundamentaldaten

Die Fundamentaldaten für Hafer sind in der Einzelbetrachtung neutral bis leicht bärisch, werden aber von den externen Märkten gestützt. Die Haferfläche in der EU ist weitgehend stabil, und die Bestände dürften bis 2026/27 hoch bleiben und damit einen Puffer gegen moderate Ertragsschwankungen bieten. Die aktuell flachen Kassapreise in Deutschland und der Ukraine bestätigen, dass die physische Verfügbarkeit in der Nähe ausreichend ist und Käufer sich bislang keine Sorgen um die Versorgung machen.

Auf der Makroseite hat ein schwächerer Euro jüngst Euronext-Weizen und damit den europäischen Getreidekomplex insgesamt gestützt. Der Wettbewerb um Exportziele – insbesondere beim Weizen – dürfte jedoch intensiv bleiben, da die Schwarzmeerherkünfte als aggressive Verkäufer auftreten, was eine anhaltende Rallye im Hafer begrenzt. Das begrenzte Open Interest und die geringen Tagesumsätze in mehreren CBOT-Haferkontrakten unterstreichen, dass die aktuellen Kursbewegungen eher von Cross-Market-Flows und Stimmung als von einer strukturellen Veränderung der Haferfundamentaldaten getrieben sind.

Wetter & Pflanzenzustand

Das Wetter in wichtigen Haferanbauregionen der Nordhalbkugel stützt derzeit die Erwartungen mindestens durchschnittlicher Erträge. Teile der kanadischen Prärien – ein bedeutender Haferexporteur – verzeichnen ein gemischtes Muster aus moderaten Temperaturen und vereinzelten Schauern, ohne Hinweise auf akuten, weit verbreiteten Stress in der sehr kurzen Frist. In Nordeuropa (Skandinavien und Ostseeraum) zeigen 7‑Tage-Prognosen moderate Temperaturen und einige Niederschlagsereignisse, was insgesamt für die Kornfüllung günstig ist.

In den Vereinigten Staaten schreitet die Weizenernte rasch voran, und die Bonituren für Sommerweizen haben sich leicht eingetrübt, was darauf hinweist, dass lokal begrenzte Trockenheit vorhanden ist; dennoch gibt es keine Anzeichen für einen größeren Wetterschock, der die Getreidebilanz wesentlich verändern würde. Insgesamt sprechen die aktuellen meteorologischen Signale derzeit gegen eine ausgeprägte Wetterprämie im Hafer, auch wenn inner­tägige Volatilität anhalten kann, da Händler auf kurzfristige Änderungen der Prognosen reagieren.

Handelsausblick

  • Erzeuger: Nutzen Sie den jüngsten Anstieg der CBOT-Haferpreise, der durch die Stärke bei Mais und Sojabohnen getrieben ist, um schrittweise zusätzliche Absicherungen auf die Produktion 2026/27 aufzubauen. Konzentrieren Sie sich eher auf Spreads gegen Mais oder Weizen als auf reine Short-Positionen, da der breitere Getreidekomplex seine Gewinne ausbauen könnte, falls sich die Witterung bedrohlicher entwickelt.
  • Futterkäufer: Angesichts flacher deutscher und ukrainischer Futterhaferpreise und einer komfortablen physischen Versorgung kann die kurzfristige Deckung weiterhin auf Sicht gefahren werden. Erwägen Sie jedoch, die Absicherung moderat bis ins 4. Quartal 2026 zu verlängern, solange die Futures nur moderat über den jüngsten Tiefs notieren.
  • Trader/Investoren: Haferfutures bleiben ein marktengen Nischenkontrakt. Taktische Long-Hafer-gegen-Short-Weizen- oder -Mais-Spreads erscheinen kurzfristig wenig attraktiv, da Hafer dem Komplex bereits ohne eigene bullische Story nach oben folgt. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf Volatilitätsstrategien oder Relative-Value-Chancen innerhalb der größeren Getreidemärkte.

3‑Tage-Richtungstendenz (in EUR)

  • CBOT-Nahkontrakt Hafer (in EUR/t umgerechnet): Leicht fester bis seitwärts; Unterstützung durch den breiteren Getreidekomplex gleicht wahrscheinlich etwaige technische Korrekturen aus.
  • Deutschland Futterhafer ab Hof: Stabil um 175–185 EUR/t; begrenzter Bewegungsspielraum, bis konkretere Ernteinformationen vorliegen.
  • Ukraine Futterhafer FCA Odessa: Überwiegend stabil bei rund 245–255 EUR/t; Exportwettbewerb bei anderen Getreidearten begrenzt das Aufwärtspotenzial.
BASIC
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