Zum Hauptinhalt springen
CMB Emblem
ICE-Zucker gibt nach, aber Kurve bleibt stabil, da brasilianische Exporte robust bleiben

ICE-Zucker gibt nach, aber Kurve bleibt stabil, da brasilianische Exporte robust bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

ICE-No.11-Zuckerfutures geben leicht nach bei einer relativ flachen Forwardkurve, während die brasilianischen Raffinadezucker-Preise FOB São Paulo in EUR fest bleiben.

Die ICE-Terminkontrakte auf Rohzucker gaben am 20. August 2026 leicht nach, doch die Gesamtkurve bleibt bis 2027–28 relativ flach und gut unterstützt, was auf einen Markt hindeutet, der sich eher konsolidiert als einbricht. Nahe Fälligkeiten schwächten sich ab, während weiter entfernte Kontrakte über dem Frontmonat bleiben und damit auf anhaltende Sorgen um das mittelfristige Angebot hinweisen – trotz verbesserter Verfügbarkeit auf kurze Sicht. Die Märkte für Zuckerrohr und Raffinadezucker balancieren derzeit komfortable Exportströme aus Brasilien mit anhaltenden Wetter- und Logistikrisiken in wichtigen Erzeugerregionen aus. Während die ICE-No.11-Terminkontrakte nur um einen Bruchteil eines Cents nachgaben, bleiben physische FOB-Notierungen für raffinierten Zucker aus Brasilien in EUR gerechnet fest und unterstreichen eine robuste Importnachfrage. Bei rückläufiger Volatilität und weiterhin hohen Umsätzen scheint der Markt sich von einer Knappheitsrally hin zu einer stärker seitwärts gerichteten Phase zu bewegen, in der das Wetter in den kommenden Wochen und politische Maßnahmen in wichtigen Importländern die Stimmung in beide Richtungen kippen könnten.

Preise

Am 20. August 2026 schloss der ICE-No.11-Kontrakt Oktober 2026 bei 17,52 US¢/lb, ein Minus von 0,03 US¢ (‑0,17 %) gegenüber dem Vortag. Der März-2027-Kontrakt notierte bei 18,50 US¢/lb (‑0,05 US¢, ‑0,27 %), während Mai 2027 bei 18,07 US¢/lb (‑0,06 US¢, ‑0,33 %) endete. Die Handelsvolumina waren solide; rund 429.800 Kontrakte wechselten über alle gehandelten Positionen hinweg den Besitzer, was trotz der leichten Abwärtskorrektur auf eine anhaltende Liquidität hindeutet.

Die Forwardkurve weist bis Anfang 2028 nur eine moderate Aufwärtsneigung auf: März 2028 schloss bei 18,34 US¢/lb (+0,05 US¢, +0,27 %), während Juli 2028 bei 17,12 US¢/lb (‑0,02 US¢, ‑0,12 %) notierte. Weiter draußen handelten März 2029 bei 17,48 US¢/lb und Juli 2029 bei 16,68 US¢/lb, beide leicht niedriger zum Vortag. Diese Konfiguration deutet darauf hin, dass sich der Markt von der ausgeprägten Backwardation früherer Knappheitsjahre hin zu einem flacheren Profil bewegt, was mit ausgewogeneren Fundamentaldaten im Einklang steht.

Preisüberblick (umgerechnet in EUR)

Unter Verwendung eines indikativem Wechselkurses von 0,91 EUR je 1,00 USD ergeben sich für die Schlusskurse vom 20. August 2026 die folgenden ungefähren EUR-Preise:

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

(Indikative EUR-Werte; tatsächliche Preise hängen von exaktem Wechselkurs und Kontraktspezifikationen ab.)

Angebot & Nachfrage

Die leichte Abschwächung entlang der ICE-Kurve deutet auf schrittweise Verbesserungen der kurzfristigen Verfügbarkeit von Rohzucker hin, unterstützt vor allem durch starke Exportprogramme aus der brasilianischen Centre-South-Region. Dort dürften die Mühlen weiterhin einen hohen Zuckeranteil in ihrem Produktmix fahren, da das aktuelle Preisniveau im Vergleich zu Ethanol attraktiv bleibt. Gleichzeitig signalisiert die leichte Contango-Struktur bis 2027–28, dass der Markt nach wie vor eine gewisse mittelfristige Knappheit einpreist, möglicherweise im Zusammenhang mit witterungsbedingten Risiken in anderen Erzeugerländern und Unsicherheit über die künftige Anbaufläche.

Auf der Nachfrageseite bleiben die Importbedarfe aus wichtigen Bestimmungsländern im Nahen Osten, Nordafrika und Teilen Asiens robust, mit nur begrenzten Anzeichen einer Nachfrageschwäche trotz früherer Preisspitzen. Endabnehmer scheinen den jüngsten Rückgang der Futures zu nutzen, um ihre Absicherung selektiv bis 2027 zu verlängern, was die weiter entfernten Kontrakte stützt, auch wenn die Spotpreise leicht korrigieren.

Physische Indikationen für Raffinadezucker (EUR)

Jüngste Angebote für brasilianischen raffinierten Zucker ICUMSA 45 FOB São Paulo deuten auf stabile bis leicht feste physische Werte in EUR hin, die im Großen und Ganzen mit der weiterhin erhöhten Futures-Kurve übereinstimmen.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Der allmähliche Anstieg der FOB-São-Paulo-Preise für Raffinadezucker Ende 2024, in EUR ausgedrückt, unterstreicht, dass die nachgelagerten physischen Preise trotz der mittlerweile in eine Konsolidierungsphase übergegangenen Futures weiterhin fest geblieben sind. Diese Spanne zwischen Roh- und Raffinadezucker stützt die Margen der Raffinerien und fördert die anhaltende Abnahme von Rohrohrzucker.

Wetter & Ernteausblick

Das Wetter in den wichtigsten Zuckerrohrregionen in den kommenden Wochen wird entscheidend sein, um den derzeit ausgewogenen Ausblick zu bestätigen. In der brasilianischen Centre-South-Region dürften die kurzfristigen Bedingungen für die Ernte überwiegend günstig bleiben, ohne dass unmittelbar großflächige Störungen erkennbar sind. Jede Verschiebung hin zu übermäßigen Niederschlägen könnte jedoch den Rohrschnitt verlangsamen und das Exportangebot vorübergehend verknappen, was sich wahrscheinlich rasch in den nahe gelegenen ICE-Kontrakten widerspiegeln würde.

Im Gegensatz dazu bleiben Teile Asiens gegenüber Schwankungen des Monsuns und potenziellen tropischen Stürmen in der Spätsaison exponiert, was sowohl Ertrag als auch Zuckergehalt beeinträchtigen könnte. Auch wenn derzeit kein einzelnes Ereignis die Risiken dominiert, deutet die relativ flache Forwardkurve darauf hin, dass Marktteilnehmer weiterhin vor Wetterüberraschungen gewarnt sind, die das Gleichgewicht insbesondere in den Saisons 2027–28 wieder in Richtung knapperer Versorgung verschieben könnten.

Handelsausblick

  • Produzenten / Mühlen: Die weiterhin gut gestützten ICE-Kontrakte 2027–28 können genutzt werden, um die künftige Zuckerrohrproduktion schrittweise auf Kursanstiegen nach vorne zu hedgen, mit Fokus auf März und Mai 2027, wo die Kurve einen moderaten Aufschlag gegenüber den nahen Monaten bietet.
  • Raffinerien / Importeure: Es bietet sich an, zusätzliche Abdeckung bei Kursrücksetzern um die aktuellen Niveaus Oktober 2026–März 2027 aufzubauen, da die leichte Contango-Struktur und die festen raffinierten FOB-Indikationen auf ein begrenztes Abwärts­potenzial ohne klaren bärischen Angebotsschock hindeuten.
  • Trader / Fonds: Mit nachlassender Volatilität und einer sich abflachenden Kurve könnten Range-Trading-Strategien kurzfristig attraktiv sein, während über weiter außen liegende Call-Optionen eine optionale Exponierung gegenüber wetterbedingten Preisspitzen aufrechterhalten wird.

3‑Tage-Richtungsausblick (EUR)

  • ICE No.11 Frontmonat (Okt 2026, EUR-Äquivalent): Leicht bärisch bis seitwärts über die nächsten drei Handelstage, mit moderatem Abwärtsrisiko, falls der Erntefortschritt in Brasilien reibungslos weiterläuft.
  • Gestreckte ICE No.11-Kontrakte (Mär–Mai 2027, EUR-Äquivalent): Seitwärtstendenz, gestützt durch anhaltende mittelfristige Angebotsunsicherheit und Hedging-Interesse der Endabnehmer.
  • Brasilien Raffinade FOB São Paulo (EUR/t): Stabil, mit begrenztem Spielraum für eine kurzfristige Abschwächung angesichts gestützter Margen und stabiler Importnachfrage.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →