Indische Sesampreise steigen leicht, da sich der Monsun erholt, die Aussaat aber hinterherhinkt
Indische Sesampreise in Neu-Delhi ziehen an, da die Kharif-Aussaat hinterherhinkt und der Monsun unsicher bleibt. Überblick über wichtige EUR-Preisniveaus, Wetterrisiken und 3-Tage-Ausblick.
Prices
Alle nachstehenden Preise wurden näherungsweise von USD in EUR umgerechnet mit 1 USD ≈ 0,92 EUR.
Der Aufwärtstrend seit Ende Juni spiegelt sowohl eine Erholung von früheren Tiefständen als auch eine leichte Risikoprämie für Monsununsicherheiten wider, statt einer klaren Angebotsverknappung.
Supply & Demand
Indien ist mit einem schwachen Juni‑Monsun, der mit El Niño in Verbindung gebracht wird, in die Kharif‑Saison 2026 gestartet, was die frühe Aussaat verzögert und die Landwirte bei Ölsaaten, einschließlich Sesam, vorsichtig gehalten hat. Im Juli haben sich die Niederschläge im Kerngebiet des Regenfeldbaus verbessert, wodurch das landesweite Defizit auf einstellige Werte geschrumpft ist und die Aussaat an Fahrt gewonnen hat. Dennoch liegt die gesamte Kharif‑Fläche weiterhin rund 16 % unter dem Vorjahreswert.
Für Sesam im Speziellen bedeutet dies, dass die Anbaufläche wahrscheinlich unter einem Normaljahr liegt – insbesondere in östlichen Regionen, wo die Juniregen unzureichend ausfielen –, während westliche Produzenten in Maharashtra und Teilen von Gujarat von nahezu normalen bis überdurchschnittlichen Niederschlägen und einem schnelleren Fortschritt der Kharif‑Saison profitiert haben. Die Signale auf der Nachfrageseite im Export bleiben konstruktiv: Handelsdaten‑Tracker zeigen eine aktive globale Kaufnachfrage für Sesam (HS 120740), wobei wichtige Importeure in Asien und Europa weiterhin beträchtliche Mengen beziehen und so die indischen FOB‑Offerten rund um Neu‑Delhi untermauern.
Fundamentals & Weather
Der Indische Wetterdienst (IMD) prognostiziert inzwischen auf gesamtindischer Basis nahezu normale Niederschläge im Juli, doch in aktuellen Bulletins wird für die nächste Woche eine Phase gedämpfter Regenfälle in Teilen Nordwest‑ und Südindiens hervorgehoben. Speziell für Delhi‑NCR sagt der IMD‑Ausblick für den 14.–17. Juli teils bewölkten Himmel, leichten Regen und Höchsttemperaturen im oberen 30er‑Bereich (°C) voraus – warme, aber noch nicht extrem belastende Bedingungen für die nahegelegenen regenabhängigen Sesam‑Anbaugebiete.
Die verbesserten Juli‑Niederschläge haben die frühere Monsun‑Unsicherheit reduziert, doch der verzögerte Beginn bedeutet, dass die Bodenfeuchtereserven weniger komfortabel sind als in einem Normaljahr und die Aussaat in ein kürzeres Zeitfenster gedrängt wird. Dieser enge Kalender, zusammen mit der allgemeinen, mit El Niño verbundenen Unsicherheit für die zweite Saisonhälfte, hält Aufwärtsrisiken für die Sesamerträge aufrecht und rechtfertigt eine moderate Wetterprämie in den aktuellen Preisen.
3‑Day Outlook & Trading View (Region: IN)
Wetterausblick (Neu‑Delhi & umliegender Anbaugürtel, 14.–17. Juli 2026)
- Temperaturen: Höchstwerte 36–39 °C, Tiefstwerte 26–30 °C, leicht über dem saisonalen Mittel, aber unterhalb der Hitzewellen‑Schwelle.
- Niederschlag: Teilweise bewölkt mit leichtem, vereinzeltem Regen; der Monsun befindet sich vorübergehend in einer abgeschwächten Phase über weiten Teilen Nordwestindiens.
- Auswirkung: Überwiegend neutral bis leicht preisunterstützend; die Bedingungen sind noch nicht feucht genug, um das Risiko von Ernteausfällen vollständig auszuräumen, sodass Käufer weiterhin eine Wetterriskoprämie einkalkulieren.
Handelsausblick (nächste 3–5 Tage, Preissicht in EUR)
- Kurzfristige Tendenz: Leicht bullisch. Es ist zu erwarten, dass indischer geschälter Sesam FOB Neu‑Delhi fest bis leicht höher tendiert, mit einer ungefähren Bandbreite von +0,5–1,5 % gegenüber den aktuellen EUR‑Niveaus, solange die Niederschläge nur punktuell ausfallen.
- Für Exporteure: In Betracht ziehen, einen Teil der Vorwärtsverkäufe auf dem aktuellen FOB‑Niveau für hochreine geschälte Qualitäten zu sichern, während ein Teil des Aufwärtspotenzials offen bleibt, falls sich die Monsunbedingungen Ende Juli erneut verschlechtern.
- Für Importeure (EU/Asien): Kurzfristige Rücksetzer, die durch lokale Schauer oder eine stärkere Währung ausgelöst werden, nutzen, um die Eindeckung in das 3. Quartal auszudehnen, mit Fokus auf EU‑Grade 99,95–99,98 % geschält, solange der Aufpreis gegenüber Standard‑Geschälterware moderat bleibt.
- Für inländische Käufer in Indien: Angesichts der Verzögerung der Kharif‑Flächen aggressive Bestandsabbauten vermeiden; Arbeitsbestände für die nächsten 2–3 Wochen halten, bis ein klareres Bild zu Aussaatumfang und frühem Pflanzenzustand vorliegt.
3‑Tage‑Richtungshinweis für Preise (Neu‑Delhi, in EUR aus INR angepasst)
- Geschälter Sesam EU‑Grade FOB: Stabil bis +1 % in EUR.
- Natürlicher weißer Sesam FCA/FOB: Stabil, mit leichtem Aufwärtspotenzial bei zunehmenden Exportanfragen.
- Schwarzer Sesam (Regular & Z Grades) FOB/FCA: Stabil nach der vorherigen Korrektur, im Gleichlauf mit weißem Sesam und etwaigen Veränderungen in der Nischen‑Exportnachfrage.