Der indische Markt für Dill-Saat (Dill Seeds) startet Mitte März 2026 mit überwiegend stabilen bis leicht schwächeren Exportpreisen in die heiße Vorsommerphase. Auf FOB-Basis New Delhi zeigen die jüngsten Notierungen für konventionelle sortex-gereinigte Ware und Bio-Dill-Saat ein divergierendes Bild: Während konventionelle Dill-Saat seit drei Wochen weitgehend seitwärts tendiert, ist bei Bio-Qualitäten eine schrittweise Korrektur nach unten zu beobachten. In Euro umgerechnet (angenommener Kurs 1 USD ≈ 0,92 EUR) liegen aktuelle Exportangebote aus Indien im unteren bis mittleren Preisband der letzten Monate. Gleichzeitig deuten Wetterprognosen für Nord- und Westindien, insbesondere Rajasthan, Delhi-Region und Teile von Gujarat, auf einen frühen und intensiven Hitzeeinbruch hin, der die Restbestände der laufenden Rabi-Saison und die Lagerfähigkeit sensibler Gewürzsaaten beeinflussen kann. Erste Hitzewarnungen des indischen Wetterdienstes (IMD) für West-Rajasthan und Nord-Gujarat sowie Berichte über deutlich übernormale Temperaturen in Delhi unterstreichen das Risiko eines überdurchschnittlich heißen Sommers 2026.
Für Dill-Saat, die vor allem in Rajasthan, Gujarat und Madhya Pradesh im Rahmen der Rabi-Saaten angebaut wird und als Nischen-Gewürzsaat im Exportkorb Indiens geführt wird, bleibt die globale Nachfrage moderat, während sich die Exportströme angesichts strengerer Qualitäts- und Rückstandsanforderungen in wichtigen Zielmärkten wie EU und USA eher konsolidieren. Die jüngsten Jahresberichte des Spices Board of India zeigen, dass die Sammelkategorie „Other seeds“ (u. a. Ajwain, Dill, Mohn, Anis, Senf) exportseitig unter Druck stand, was auf eine gewisse Nachfragedelle und/oder Angebotsausweitung hindeutet. Vor diesem Hintergrund positioniert sich Dill-Saat aktuell als ruhiger, aber witterungsanfälliger Markt: kurzfristig begrenztes Abwärtspotenzial durch bereits erfolgte Preisanpassungen bei Bio-Ware, mittelfristig jedoch Wetterrisiken für Lagerbestände und die kommende Anbauplanung. Käufer aus Europa sollten die aktuelle Seitwärtsphase für selektive Deckung nutzen, gleichzeitig aber die sich rasch verschärfende Hitzesituation in den Kernanbaugebieten im Blick behalten.
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📈 Preise & Marktniveau
Aktuelle FOB-Preise New Delhi (Umrechnung in EUR)
Hinweis: Ausgangsdaten in USD; Umrechnung mit 1 USD ≈ 0,92 EUR. Alle Preise verstehen sich als indikative FOB-Angebote New Delhi.
| Datum (Update) | Produkt | Qualität | Bio-Status | Lieferbedingung | Preis aktuell (EUR/kg) | Vorheriger Preis (EUR/kg) | Wochenänderung (EUR/kg) | Wochenänderung (%) | Marktstimmung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 14.03.2026 | Dill-Saat | Standard | Bio | FOB New Delhi | 1,20 | 1,21 | -0,01 | -0,8 % | leicht schwach |
| 07.03.2026 | Dill-Saat | sortex, 99,95 % | konventionell | FOB New Delhi | 0,93 | 0,93 | 0,00 | 0,0 % | seitwärts |
| 07.03.2026 | Dill-Saat | Standard | Bio | FOB New Delhi | 1,21 | 1,24 | -0,03 | -2,4 % | schwach |
| 28.02.2026 | Dill-Saat | Standard | Bio | FOB New Delhi | 1,24 | 1,27 | -0,03 | -2,4 % | schwach |
| 28.02.2026 | Dill-Saat | sortex, 99,95 % | konventionell | FOB New Delhi | 0,93 | 0,95 | -0,02 | -2,1 % | leicht schwach |
Aus den vorliegenden Daten ergibt sich für Bio-Dill-Saat (FOB New Delhi) seit Mitte Februar ein kumulativer Rückgang von rund 14–15 % in EUR, während konventionelle sortex-Ware im gleichen Zeitraum nur etwa 2 % nachgegeben hat und zuletzt vollständig seitwärts lief. Dies deutet auf eine Angebotsentspannung oder eine temporär schwächere Nachfrage speziell im Bio-Segment hin, während das Standardsegment durch konstante Exportnachfrage besser abgestützt bleibt.
Preisstruktur & Differenzen Bio vs. konventionell
- Bio-Aufschlag: Aktuell liegt der Aufschlag von Bio-Dill-Saat gegenüber konventioneller sortex-Ware bei ca. 0,27 EUR/kg, nach zuvor über 0,30 EUR/kg.
- Spanne: Die Preisspanne zwischen den niedrigsten konventionellen Exportangeboten und den höchsten Bio-Offerten liegt derzeit bei rund 0,25–0,30 EUR/kg.
- Marktlesart: Die abnehmende Bio-Prämie signalisiert eine Normalisierung nach zuvor hohen Bio-Preisen und/oder eine gewisse Preissensitivität auf der Nachfrageseite.
🌍 Angebot, Nachfrage & Handelsströme
Struktur des Dill-Saat-Marktes in Indien
- Indien ist ein wichtiger Produzent und Exporteur von Dill-Saat (Anethum graveolens), die als Nischen-Gewürzsaat hauptsächlich in der Kategorie „Other seeds“ des Spices Board geführt wird.
- Die Produktion von Dill-Saat in Indien wird von Rajasthan, Gujarat und Madhya Pradesh dominiert, oft in Fruchtfolge mit anderen Saatgewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel und Bockshornklee.
- Die Spices-Board-Statistik zeigt für die Sammelkategorie „Other seeds“ (inkl. Dill-Saat) in der Vergangenheit teils deutliche Rückgänge der Exportmengen von bis zu 25 % im Vorjahresvergleich, was auf wetter- oder preisbedingte Flächenschwankungen sowie Nachfrageverschiebungen schließen lässt.
Exportnachfrage & Zielmärkte
- Die wichtigsten Abnehmerländer für indische Gewürze liegen in Europa, Nordamerika, dem Nahen Osten und Asien (u. a. Deutschland, USA, VAE, UK).
- Dill-Saat wird vor allem für die Verarbeitung zu Gewürzmischungen, für Essig- und Gurkenkonserven sowie für pharmazeutische und ätherische Ölanwendungen nachgefragt.
- Verschärfte Rückstandsgrenzwerte und Qualitätskontrollen in Europa und Nordamerika führen zu einer stärkeren Differenzierung zwischen Standard- und Premium-/Bio-Chargen, was sich in stabileren Preisen für zertifizierte, rückstandsarme Partien äußert.
Aktuelle Markttreiber auf der Nachfrageseite
- Moderate, aber stabile Nachfrage aus Europa, insbesondere für sortex-gereinigte, rückstandsarme Ware; Bio-Nachfrage zeigt sich preissensitiver, was die jüngste Korrektur widerspiegelt.
- Kein Hinweis auf akute Versorgungsengpässe in den großen Importregionen; Lagerbestände in Europa werden vor Beginn der dortigen Einlege- und Verarbeitungsphase (Sommer) sukzessive aufgebaut.
- Währungseffekte: Die relative Stärke des USD gegenüber dem EUR im Verlauf der letzten Monate wirkt leicht dämpfend auf die Importpreise in Europa, gleichzeitig aber stützend für die USD-Notierungen der Exporteure. (EUR-Angaben hier bereits umgerechnet).
📊 Fundamentaldaten & Produktionslage
Produktionsumfeld Saatgewürze in Indien
- Indien ist weltweit führend bei der Produktion und dem Export von Saatgewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Fenchel und Bockshornklee; Dill-Saat ist mengenmäßig kleiner, folgt aber ähnlichen Anbau- und Vermarktungsstrukturen.
- Die jüngsten Analysen zu Saatgewürzen zeigen für 2024/25 in den Kernstaaten (Gujarat, Rajasthan, Madhya Pradesh) insgesamt solide Flächen und tendenziell gute Erträge, sofern keine extremen Witterungsereignisse während Spätwinter und Vorsommer eintreten.
- Für Dill-Saat selbst weist eine Spices-Board-Auswertung eine indische Produktion im Bereich von rund 18.000–20.000 Tonnen aus, womit die Kultur klar im Nischensegment bleibt, jedoch mit wachsender Exportorientierung.
Politische & regulatorische Faktoren
- Programme einzelner Bundesstaaten wie Rajasthan zur Förderung von Exportgewürzen haben Dill-Saat bereits in frühere Exportförderpläne aufgenommen und damit die Professionalisierung im Anbau und in der Vermarktung unterstützt.
- Auf nationaler Ebene treibt das Spices Board of India Qualitätsinitiativen und Rückstandsmonitoring voran, was die Verfügbarkeit von EU-konformer Ware langfristig erhöht, kurzfristig aber zu Chargenausfällen und damit Angebotsrestriktionen führen kann.
🌦 Wetterlage IN & Auswirkungen auf Dill-Saat
Aktuelle Wetterentwicklung (Mitte März 2026)
- Delhi / Nordindien: Für New Delhi werden in den kommenden drei Tagen Höchsttemperaturen von 30–33 °C mit sehr schlechter Luftqualität und teils gewittrigen Einlagen gemeldet.
- Rajasthan & Westindien: Der indische Wetterdienst (IMD) warnt vor frühen Hitzewellenbedingungen in Teilen von West-Rajasthan (u. a. Jaisalmer, Barmer) sowie in Nord-Gujarat und Saurashtra/Kutch.
- Temperaturtrend: Die Temperaturen liegen bereits deutlich über dem jahreszeitlichen Mittel, und Marktbeobachter rechnen mit einer überdurchschnittlich heißen Vorsommersaison, nachdem Indien in den Jahren 2024 und 2025 wiederholt von ausgeprägten Hitzewellen betroffen war.
Auswirkungen auf Dill-Saat (Lager & Logistik)
- Die laufende Dill-Ernte ist in vielen Regionen bereits weitgehend eingebracht; die Hitze betrifft daher vor allem Lagerbestände und Transport.
- Höhere Temperaturen und trockene Luft können Lagerverluste (Qualitätsabfall, ätherischer Ölverlust) beschleunigen, wenn Lagerhäuser und Container nicht ausreichend gekühlt oder belüftet sind.
- Für Exporteure aus Rajasthan und Gujarat können Hitzewellen zu logistischen Verzögerungen (Arbeitszeiten, Kühlbedarfe, Energieknappheit) und höheren Handlingkosten führen, was mittelfristig leichte Prämien für gut gelagerte, qualitativ einwandfreie Ware rechtfertigen könnte.
Wetterrisiko für kommende Anbauentscheidungen
- Die wiederholten Hitzewellen der letzten Jahre erhöhen das wahrgenommene Klimarisiko für rabi-basierte Saatgewürze; Landwirte könnten Flächen in Richtung hitzeresistenter oder politisch stärker gestützter Kulturen (z. B. Senf/Raps, Weizen) verschieben.
- Für Dill-Saat bedeutet dies mittelfristig ein potenziell begrenztes Flächenwachstum, was bei stabiler oder steigender Exportnachfrage tendenziell preisstabilisierend bis preistreibend wirken kann.
📆 Kurzfristiger Preis-Ausblick (3 Tage, Region IN)
Die folgenden Einschätzungen beziehen sich auf indikative FOB-Preisniveaus in EUR/kg für Dill-Saat aus Indien (Region IN, Schwerpunkt New Delhi/Rajasthan/Gujarat) für die nächsten drei Handelstage ab 15.03.2026.
| Tag | Produkt | Region (IN) | Erwarteter Preisbereich (EUR/kg, FOB) | Erwartete Tendenz | Begründung |
|---|---|---|---|---|---|
| Tag 1 (15.03.2026) | Dill-Saat konventionell, sortex | New Delhi / Rajasthan / Gujarat | 0,92 – 0,95 | seitwärts | Stabile Nachfrage aus Exportmärkten, keine neuen fundamentalen Impulse; Wetterlage noch ohne unmittelbaren Einfluss auf Angebot. |
| Tag 1 (15.03.2026) | Dill-Saat Bio | New Delhi / Rajasthan / Gujarat | 1,18 – 1,22 | leicht schwach | Jüngste Abwärtskorrektur im Bio-Segment setzt sich leicht fort, da Käufer zurückhaltend und preissensitiv agieren. |
| Tag 2 (16.03.2026) | Dill-Saat konventionell, sortex | New Delhi / Rajasthan / Gujarat | 0,92 – 0,96 | seitwärts bis minimal fester | Mögliche leichte Prämien für chargenspezifisch hochwertige Ware; Wetterdiskussion (Hitzewelle) beginnt in Preisverhandlungen einzufließen. |
| Tag 2 (16.03.2026) | Dill-Saat Bio | New Delhi / Rajasthan / Gujarat | 1,18 – 1,23 | stabil | Nach initialer Korrektur leichte Stabilisierung, da Verkäufer unwillig sind, deutlich unter aktuelle Niveaus zu gehen. |
| Tag 3 (17.03.2026) | Dill-Saat konventionell, sortex | New Delhi / Rajasthan / Gujarat | 0,93 – 0,97 | seitwärts bis leicht fester | Anhaltende Hitzewellenmeldungen könnten die Risikoprämie für gut gelagerte Ware leicht erhöhen; insgesamt aber ruhiger Handel. |
| Tag 3 (17.03.2026) | Dill-Saat Bio | New Delhi / Rajasthan / Gujarat | 1,19 – 1,24 | seitwärts | Begrenzter Angebotsdruck nach vorangegangener Preisanpassung; Käufer warten eher auf neue Fundamentaldaten. |
🎯 Handelsempfehlungen (kurzfristig)
- Europäische Importeure:
- Konventionelle sortex-Ware: Aktuelle Seitwärtsphase mit moderaten EUR-Preisen bietet Gelegenheit für Teildeckungen Q2/Q3 2026.
- Bio-Dill-Saat: Nach der jüngsten Korrektur selektiv kaufen, aber auf Qualitäts- und Rückstandsprofile achten; zusätzliche Preisverhandlungen sind möglich.
- Indische Exporteure:
- Lagerdisziplin stärken (Temperatur, Feuchte), um Qualitätsverluste in der Hitzewelle zu vermeiden und Preisabschläge zu verhindern.
- FOB-Angebote in EUR und USD aktiv managen, um Währungsschwankungen auszugleichen.
- Händler & Broker:
- Spread zwischen Bio und konventionell beobachten; bei weiterer Verengung könnten Umschichtungen der Nachfrage einsetzen.
- Wetter- und Hitzewellenmeldungen aus Rajasthan, Gujarat und Delhi eng verfolgen, da sie kurzfristig Risikoprämien in den Markt bringen können.




