CMB Emblem
Indischer Kardamom stabil bis leicht fester, da der Monsun einsetzt und die Exporte aktiv bleiben

Indischer Kardamom stabil bis leicht fester, da der Monsun einsetzt und die Exporte aktiv bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Update zu indischen Kardamompreisen, Angebot, Exportnachfrage und kurzfristigem Ausblick, inklusive 3‑Tage‑EUR‑Preisprognose für wichtige indische Märkte.

Indische Exportangebote für Kardamom sind insgesamt stabil bis leicht fester, wobei sich die meisten FOB-Preise in Neu-Delhi im Wochenvergleich nicht verändert haben und die Futures über den jüngsten Tiefstständen notieren. Strenge Fundamentaldaten und eine verbesserte Exportnachfrage gleichen die schwächere kurzfristige Kaufbereitschaft einiger Auslandsmärkte aus. Der Kardamommarkt handelt derzeit in einer engen, aber festen Spanne, gestützt durch eine starke Binnen- und Exportnachfrage, obwohl sich der Gesamtwert der indischen Gewürzexporte zuletzt abgeschwächt hat. Die Auktionspreise für kleinen Kardamom in Kerala liegen im Vergleich zum früheren Saisonverlauf weiter erhöht, während MCX-Futures um INR 2.800/kg gehandelt werden – ein Signal, dass der Handel kurzfristig keinen größeren Rückgang erwartet. Frühe Südwestmonsun-Schauer über Idukki kommen der neuen Ernte zeitlich zugute, führen jedoch noch nicht zu spürbarem Angebotsdruck. Das Exportinteresse aus dem Nahen Osten und anderen Kernmärkten bleibt solide, auch wenn einige Käufer härter über Preise verhandeln.

Prices & Spreads

FOB-Exportangebote in Neu-Delhi für indischen grünen Kardamom sind am 6. Juni 2026 im Vergleich zur Vorwoche weitgehend unverändert. Umgerechnet in EUR bei einem Kurs von etwa 1 EUR = 90 INR handeln Referenzqualitäten im oberen 20er- bis mittleren 30er‑EUR/kg-Bereich, mit einem deutlichen Aufschlag für größere Kaliber und Pulver.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Die durchschnittlichen Inlandspreise bei Auktionen für kleinen Kardamom in Kerala (Puttady und andere Zentren im Bezirk Idukki) liegen Anfang Juni überwiegend im Bereich von INR 2.400–2.700/kg, Spitzennoten über INR 3.200/kg, was die anhaltend starke Nachfrage nach Premiumqualitäten widerspiegelt. MCX-Futures des Frontmonats werden zum 4. Juni um INR 2.800/kg notiert, weitgehend im Einklang mit den physischen Durchschnittspreisen, was auf eine seitwärts bis leicht feste kurzfristige Markterwartung hinweist.

Supply, Demand & Trade Flows

Auf der Angebotsseite haben sich die Anlieferungen auf den Auktionen in Kerala nach früheren Schwankungen normalisiert, ohne Anzeichen eines starken Verkaufsdrucks. Jüngere Marktkommentare heben hervor, dass sich zwar bei einigen Grobgewürzen wie Kreuzkümmel und großem Kardamom die Preise angesichts schwacher Nachfrage abgeschwächt haben, die Fundamentaldaten für kleinen grünen Kardamom jedoch angespannt bleiben. Zuvor war von einem drohenden Angebotsdefizit die Rede, falls Produktion und Überhänge unter dem Verbrauchsbedarf bleiben.

Indiens gesamte Erlöse aus Gewürzexporten sind im Geschäftsjahr 2026 im Jahresvergleich um rund 6 % auf 4,43 Mrd. USD zurückgegangen, vor allem wegen schwächerer Ausfuhren von Chili und Kreuzkümmel. Kardamomexporte zählten jedoch zu den wenigen Lichtblicken: Volumen und Werte stiegen deutlich an und unterstreichen die robuste globale Nachfrage. Jüngste Branchenberichte stellen heraus, dass sich die Exportwerte von Kardamom und Tamarinde im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt haben, was vor allem auf eine stärkere Nachfrage aus dem Nahen Osten und aus asiatischen Abnehmerländern zurückzuführen ist.

Auf Mikroebene wirkt das Interesse inländischer Käufer solide: Wöchentliche Einschätzungen großer Großhändler in Kerala deuten auf eine bessere Stimmung und höhere Höchstpreise bei den Auktionen in Bodi und Puttady Ende Mai hin, während kleinere, exportorientierte Händler weiterhin regelmäßig Volumina für Re-Exporte suchen. Kurzfristige Nachfrageeinbußen in Dubai wurden aufgrund geopolitischer Spannungen in der weiteren Nahostregion gemeldet, bislang führte dies jedoch eher zu vorsichtigerer Beschaffung als zu einer breiten Preiskorrektur.

Weather & Crop Outlook (India – Idukki)

Der Südwestmonsun ist nach Kerala vorgedrungen; in der ersten Juniwoche wurden im ganzen Bundesstaat nennenswerte Niederschläge verzeichnet. Der Indische Wetterdienst meldete kräftige Schauer in wichtigen Distrikten, darunter rund um Peermade in Idukki – einem Kerngebiet für kleinen Kardamom – mit Tagesmengen nahe oder über 9 mm an einigen Stationen am 4. Juni.

Für Kardamomplantagen in den Hochlagen Idukkis sind diese frühen Regenfälle grundsätzlich positiv: Sie verbessern die Bodenfeuchte und schaffen die Voraussetzungen für Blüte und Fruchtansatz der kommenden Ernte. Historische agrometeorologische Leitfäden weisen darauf hin, dass eine kontinuierliche Feuchte zwischen Juni und August entscheidend für die Ertragsbildung ist. Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass das Wetter das kurzfristige Angebot ausweiten wird; vielmehr wird sich der Effekt der neuen Ernte erst später im Jahr bemerkbar machen, sodass die Verfügbarkeit in der laufenden Saison relativ knapp bleibt.

Market Drivers & Fundamentals

  • Stabile Exportangebote, fester physischer Markt: Die FOB-Preise in Neu-Delhi in EUR bleiben im Wochenvergleich unverändert, doch in Rupien gerechnet liegen sie im historischen Vergleich zu Vorsaison-Niveaus weiter hoch und spiegeln ein knappes Gleichgewicht wider.
  • Futures bestätigen Seitwärtstendenz: MCX-Kardamom-Futures um INR 2.800/kg bilden die physischen Auktionsniveaus ab, was darauf hindeutet, dass spekulatives Kapital bislang nicht auf eine starke Korrektur setzt.
  • Exporte schneiden besser ab als der Gesamt‑Gewürzkomplex: Trotz eines Rückgangs der gesamten indischen Gewürzexporterlöse um 6 % sind die Kardamomexporte in Volumen und Wert stark gewachsen und haben einen Großteil des verfügbaren Überschusses aufgenommen.
  • Gemischte Signale von der Auslandsnachfrage: Während einige wöchentliche Berichte auf eine gedämpfte Nachfrage nach bestimmten Gewürzen und geringere Käufe aus Dubai hinweisen, bleibt Kardamom vergleichsweise besser unterstützt – bedingt durch seinen kleineren, qualitätssensiblen Markt und die Nachfrage aus Festtags- bzw. Gastronomiesegmenten.
  • Wetter stützend, aber noch nicht bärisch: Frühe Monsunschauer sind für die nächste Ernte vorteilhaft, doch da die Ernte noch Monate entfernt ist, entspannen sie die aktuelle Knappheit bislang nicht.

Short‑Term Outlook & Trading Ideas

Kurzfristig spricht die Gesamtlage für ein stabiles bis leicht festeres Preisprofil für indischen grünen Kardamom in EUR. Exportangebote dürften durch die soliden Fundamentaldaten und etwaige weitere Rupienvolatilität gestützt bleiben; nur ein deutlicher Nachfragerückgang im Ausland oder unerwartet hohe Zufuhren würden eine merkliche Korrektur auslösen.

  • Importeure (EU/MENA): Es bietet sich an, den Bedarf für mindestens 4–6 Wochen auf dem aktuellen EUR-Niveau zu decken – mit Fokus auf 7–8‑mm-Kaliber, bei denen die Spannen moderat bleiben. Käufe sollten gestaffelt werden, statt auf eine ausgeprägte Korrektur zu warten, für die die aktuellen Daten keine klaren Signale liefern.
  • Indische Exporteure: Kurzfristig Angebotsdisziplin wahren, insbesondere bei Premiumqualitäten, sich aber auf selektive Nachlässe für preissensible Abnehmer in den Golfstaaten einstellen, falls geopolitische Unsicherheiten die Spotnachfrage weiter dämpfen.
  • Spekulanten/Hedger (MCX): Ein vorsichtig bullischer bis seitwärts orientierter Ansatz erscheint sinnvoll; Käufe auf Rücksetzern in Richtung der Untergrenze der jüngsten Spanne von INR 2.600–2.800/kg mit engen Stopps können physische Leerverkäufe absichern oder begrenztes Aufwärtspotenzial nutzen.

3‑Day Price Direction (Region: IN)

Auf Basis der aktuellen Exportangebote, der Auktionsentwicklungen in Kerala und des MCX-Futures-Verlaufs bis zum 6. Juni 2026 stellt sich der 3‑Tage‑Ausblick (8.–10. Juni) für die Preise von indischem grünem Kardamom in EUR wie folgt dar:

  • Exportangebote Neu-Delhi (FOB/FCA, alle Größen): Weitgehend stabil in EUR/kg, mit einer Schwankungsbreite von ±1–2 % je nach Qualität.
  • Auktionen in Kerala (Region Idukki): Die Durchschnittspreise dürften in einer festen Spanne umgerechnet von etwa €26–30/kg bleiben, Premiumlose höher, was die anhaltende lokale und Exportnachfrage widerspiegelt.
  • MCX-Futures: Seitwärts bis leicht fester, im Einklang mit den physischen Märkten und der Stimmung im breiteren Gewürzsegment, sofern es nicht zu einem neuen Nachfrageschock aus dem Nahen Osten kommt.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →