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Kardamommarkt: Gemischte Signale, da die Nachfrage hoch selektiv wird

Kardamommarkt: Gemischte Signale, da die Nachfrage hoch selektiv wird

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kardamommarkt Juni 2026: Großkardamom und Javitri weicher aufgrund schwacher Nachfrage, Notierungen für grünen Kardamom in Neu-Delhi stabil, gemischter Ausblick mit Monsunrisiken.

Die Kardamompreise in Indien handeln Anfang Juni 2026 weitgehend stabil, doch die Nachfrage ist stark selektiv geworden, was auf Großkardamom lastet, während hochwertiger grüner Kardamom um die jüngsten Niveaus gut unterstützt bleibt. Der breitere Gewürzkomplex in Neu-Delhi zeigt gegensätzliche Tendenzen: Javitri und Großkardamom stehen aufgrund schleppender Einzelhandels- und Großhandelskäufe unter Druck, während Rai und Gola Barada sich auf Grund regelmäßiger Nachfrage und begrenzter Verkäufe fest zeigen. Beim Kardamom verläuft der Markt preislich überwiegend seitwärts, wirkt jedoch von der Stimmung her schwach, wobei Käufer sich auf bestimmte Qualitäten und Herkünfte konzentrieren. Witterungsbedingte Angebotsrisiken in wichtigen Anbauregionen und der Fortschritt des Südwestmonsuns werden in den kommenden Wochen genau beobachtet werden.

Preise & Marktstimmung

In Neu-Delhi sind die jüngsten Offerten für ganzen indischen grünen Kardamom (FOB, Neu-Delhi, Anfang Juni) im Vergleich zu Ende Mai weitgehend unverändert und deuten auf einen stabilen, aber lethargischen Markt hin. Biologische Qualitäten von 6,0–6,5 mm und 7,5–8 mm werden um 15,7 EUR/kg bzw. 17,5 EUR/kg notiert, während nicht-biologische Qualitäten von 7–7,2 mm und 7,5 mm bei etwa 21,6–22,95 EUR/kg liegen. Kardamompulver bleibt mit rund 23,7 EUR/kg fest.

FCA-Offerten für ähnliche nicht-biologische ganze Qualitäten in Neu-Delhi zeigen nur geringfügige Tag-zu-Tag-Bewegungen, wobei 6,5–6,8 mm um 11,6 EUR/kg und 7–7,2 mm bei etwa 15,1 EUR/kg gehandelt werden, was auf eine ausreichende kurzfristige Verfügbarkeit hindeutet. Terminkontrakte an indischen Börsen und physische Mandipreise in anderen Zentren wie Mumbai bestätigen eine überwiegend seitwärts gerichtete Tendenz mit nur geringen Gewinnen Anfang Juni, im Einklang mit einem Markt, dem starke neue Nachfragetreiber fehlen.  ⚡cite⛂turn0search4⛂turn0search5⚡

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Am physischen Gewürz- und Trockenfrüchtemarkt verzeichnet Großkardamom schwächere Preise, da Käufer höhere Offerten ablehnen, was zu einer begrenzten Abnahme auf höheren Preisniveaus führt. Javitri (Muskatblüte) sieht ebenfalls ein nachlassendes Interesse sowohl aus dem Einzelhandel als auch vom Großhandel, was auf eine insgesamt vorsichtige Haltung der Gewürzekäufer hinweist. Im Gegensatz dazu werden Rai und Gola Barada durch regelmäßige Nachfrage und ein knappes Verkaufsangebot gestützt, was unterstreicht, dass die Käufe derzeit sehr produkt- und qualitätsspezifisch sind.

Beim kleinen grünen Kardamom scheint die inländische Nachfrage in Indien ausreichend, aber nicht überschwänglich zu sein, da Einzelhändler und Großverbraucher eher selektiv als aggressiv ihre Bestände auffüllen. Jüngste Auktionsdaten aus Kerala deuten auf stabile durchschnittliche Erlöse hin, im Einklang mit den aktuellen Notierungen in Neu-Delhi, was auf ausgewogene kurzfristige Fundamentaldaten ohne klaren bullischen oder bärischen Ausbruch schließen lässt. Die Auslandsnachfrage aus Schlüsselmärkten im Nahen Osten und in Europa bleibt stetig, aber preissensitiv und bevorzugt wettbewerbsfähige mittlere Qualitäten.  ⚡cite⛂turn0search0⛂turn0search1⚡

Fundamentaldaten & Wetter

Fundamental tritt der Kardamommarkt in eine witterungssensible Phase ein, da der Südwestmonsun über Kerala und andere Kardamom-Anbaugebiete in Südindien voranschreitet. Offizielle Prognosen deuten auf aktive Monsunbedingungen entlang der Küste Keralas Anfang Juni hin, mit böigem Wetter und starken Winden in den nächsten Tagen.  ⚡cite⛂turn0search15⛂turn0search16⚡ Zwar sind solche Bedingungen für die Saison typisch, doch übermäßige Niederschläge oder lokale Überschwemmungen in Hochgebirgsdistrikten wie Idukki könnten Feldarbeiten und logistische Abläufe nach der Ernte beeinträchtigen.

Derzeitige Berichte deuten in dieser Phase noch nicht auf einen größeren Angebotsschock hin, doch etwaige Monsununregelmäßigkeiten in Indien oder in konkurrierenden Ursprüngen wie Guatemala könnten das globale Gleichgewicht rasch verändern. Bislang scheinen die Anlieferungen bei wichtigen Südindien-Auktionen und in den nordindischen Handelszentren ausreichend, um die Nachfrage zu decken, was den jüngsten Seitwärtstrend der Preise trotz gewisser Schwäche bei Großkardamom erklärt.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen

Angesichts des aktuellen Umfelds selektiver Käufe und gemischten Verhaltens bei verwandten Gewürzen ist der kurzfristige Ausblick für Kardamom im Großen und Ganzen stabil, mit einem leicht weichen Unterton für Großkardamom und nicht-premium Qualitäten. Das Preisrisiko ist stärker nach oben gerichtet, bedingt durch Wetter- und potenzielle Angebotsstörungen, weniger durch Nachfrageschübe, doch diese Risiken haben sich bislang noch nicht in einem klaren bullischen Momentum niedergeschlagen.

  • Importeure / industrielle Verwender: Erwägen Sie, den kurzfristigen Bedarf zu aktuellen EUR-Niveaus für bevorzugte Qualitäten zu decken, da flache Preise und die schwache Stimmung bei Großkardamom Wertchancen bieten, insbesondere für bio 6,0–6,5 mm und 7,5–8 mm ganz.
  • Exporteure / Ursprungsverkäufer: Behalten Sie eine disziplinierte Angebotspolitik bei und priorisieren Sie Qualitätsdifferenzierung. Da die Nachfrage klar produktspezifisch ist, kann der Fokus auf höherwertige und zertifizierte Partien helfen, Margen auch in einem gemischten Marktumfeld zu verteidigen.
  • Händler / Spekulanten: Vermeiden Sie aggressive Long-Positionen, bis klarere Signale vom Monsunverlauf und von der Exportnachfrage vorliegen. Range-Trading um die aktuellen Niveaus mit engen Stopps erscheint derzeit angemessener als Richtungswetten.

3-Tage-Preisindikation (Richtung)

  • Neu-Delhi (FOB, Kardamom ganz alle Qualitäten): 0 % bis +1 % gegenüber den aktuellen EUR-Niveaus; neutrale bis leicht feste Tendenz für hochwertigen grünen Kardamom.
  • Kerala-Auktionen (kleiner Kardamom): Weitgehend stabile Durchschnittspreise in EUR, mit möglicher Intraday-Volatilität rund um die Auktionen, aber ohne erwartete klare Trendwende.  ⚡cite⛂turn0search0⛂turn0search1⚡
  • Großkardamom (Nordindische Mandis): Leichter Abwärtsdruck dürfte anhalten, solange die Käufe auf höheren Niveaus begrenzt bleiben.
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