CMB Emblem
Kichererbsenmarkt bleibt fest, da Indien staatliche Bestände und knappe Ankünfte austariert

Kichererbsenmarkt bleibt fest, da Indien staatliche Bestände und knappe Ankünfte austariert

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Update zum Kichererbsenmarkt: Indische Chana-Preise stabil bei knappen Ankünften, zurückhaltenden Verkäufen der Importeure und geringeren Importen gelber Erbsen, mit moderatem Aufwärtspotenzial bis August.

Indischer Chana (Kichererbsen) wird in einer engen, gut unterstützten Spanne gehandelt, da knappe Ankünfte und zurückhaltende Verkäufe der Importeure den dämpfenden Effekt staatlicher Bestandsfreigaben ausgleichen. Mit der näherrückenden, festtagsbedingten Nachfrage und rückläufigen Importen konkurrierender Erbsen ist es wahrscheinlicher, dass die Preise kurzfristig leicht nach oben driften, als dass sie nach unten ausbrechen. Der globale Kichererbsenkomplex wird derzeit von Indien geprägt, wo die physischen Chana-Märkte stabile bis leicht feste Tendenzen zeigen. Die Inlandsspotpreise in wichtigen Anbau- und Verbrauchsregionen behaupten sich trotz der laufenden Versteigerung staatlicher Bestände. Begrenzte Mandi-Ankünfte, langsamer als erwartete Importe und eine geringere Verfügbarkeit von gelben Erbsen straffen die Bilanz leise. Gleichzeitig setzen internationale Angebote aus Australien und Tansania eine Untergrenze knapp unterhalb der geltenden indischen Ersatzkosten. Da die saisonale Nachfrage nach Chana Dal und Besan ab August voraussichtlich anzieht, dürften Kursrückgänge auf solide Kaufinteresse von Verbrauchern und Mühlen treffen.

Preise

Chana aus Rajasthan wird in Delhi mit rund 620–623 $ je Tonne notiert, während Ware aus Madhya Pradesh bei etwa 612–615 $ je Tonne gehandelt wird und damit eine insgesamt stabile Tendenz am Inlandsmarkt widerspiegelt. Die Ernte 2026 in Maharashtra, Karnataka und Andhra Pradesh liegt mit etwa 628–641 $ je Tonne etwas höher, was auf einen moderaten Qualitäts- und Frachtaufschlag für diese Herkünfte hindeutet.

Umgerechnet in EUR (bei einem indikativen Kurs von 1 EUR = 1,09 USD) entsprechen diese Niveaus etwa 569–571 EUR/t für Rajasthan, 562–565 EUR/t für Madhya Pradesh und 577–588 EUR/t für West- und Südindien. Aktuelle Export- und FCA-Indikationen aus Neu-Delhi liegen in etwa auf diesem Niveau, mit indischen Kichererbsen bei rund 0,80–0,99 EUR/kg je nach Kaliber und Ware mexikanischer Herkunft bei etwa 1,12–1,12 EUR/kg FOB für größere Größen, was die Wettbewerbsfähigkeit Indiens in mittleren Größenklassen unterstreicht.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Angebot & Nachfrage

Auf der Angebotsseite versteigert die indische Staatsagentur NAFED fortlaufend Chana-Bestände, was sich jedoch nicht in einem starken Abwärtstrend niederschlägt, da die physischen Ankünfte in den Erzeugermandis begrenzt bleiben. Händler und Importeure zeigen nur geringen Verkaufsdruck und bevorzugen es, Lagerbestände zu halten, statt Partien in einen relativ knappen Kassamarkt mit Abschlägen zu geben.

Die Importe liegen unter den früheren Erwartungen, und ein deutlicher Rückgang der Ankünfte gelber Erbsen im Vergleich zur vergangenen Saison lenkt die Nachfrage für Dal und Mehl wieder stärker auf Chana. Dieser Substitutionseffekt, kombiniert mit zugrunde liegenden Bedenken hinsichtlich der Ernährungssicherheitspolitik, stützt die Inlandsnachfrage auch auf dem aktuellen Preisniveau. In der Folge wirkt die physische Bilanz angespannt, aber nicht überdehnt, wobei staatliche Bestände die kurzfristige Verfügbarkeit glätten.

Fundamentaldaten & externe Treiber

Die Fundamentaldaten werden von drei Säulen geprägt: gesteuerten Staatsbeständen, verhaltenen Importen und einem bevorstehenden saisonalen Nachfrageanstieg. NAFED-Auktionen begrenzen extreme Preisspitzen, helfen angesichts der begrenzten physischen Ankünfte aber zugleich, eine faktische Untergrenze zu signalisieren, da Käufer ihre Gebote an Auktionspreisen und Ersatzkosten aus Importen ausrichten.

Auf der externen Seite stehen die Ernteaussichten in Australien aufgrund von Berichten über widrige Witterung unter Beobachtung, was die CNF-Ideen für Vorwärtsgeschäfte bereits auf rund 575 $/t für Juli–August und 570 $/t für Ankünfte im Oktober–November gehoben hat. Chana aus Tansania, mit rund 590 $/t CNF notiert, trägt ebenfalls zu einer festen Importparität bei und stützt damit die indischen Inlandsbewertungen, statt sie zu unterbieten.

Saisonale Nachfrage & Wetterfaktor

Die saisonale Nachfrage nach Chana Dal und Besan dürfte ab August zulegen, wenn Indien in die Festzeit eintritt, was üblicherweise die Abnahme der Mühlen und die Nachfrage im Einzelhandel ankurbelt. Dal-Mühlen kaufen derzeit nur auf Sicht, aber die Aussicht auf bessere Absatzmöglichkeiten in der Lieferkette dürfte eine schrittweise Lageraufstockung begünstigen, sofern die Preise im Juli im Rahmen bleiben.

Wetterentwicklungen in Australien sind ein zentraler Beobachtungspunkt für die globale Bilanz. Eine weitere Verschlechterung der Ertragsperspektiven würde voraussichtlich die internationalen CNF-Angebote und damit die indische Importparität untermauern. In diesem Szenario erhielten die Inlandspreise zusätzliche Unterstützung, just in dem Moment, in dem die festtagsbedingte Nachfrage an Fahrt gewinnt.

Handelsausblick

  • Kurzfristig (nächste 2–4 Wochen): In Indien ist mit einem festen Seitwärtstrend zu rechnen, wobei begrenzte Ankünfte und zurückhaltende Verkäufe der Importeure das Abwärtspotenzial einschränken. Etwaige kurzfristige Rückgänge dürften flach ausfallen und rasch von Mühlen und Lagerhaltern absorbiert werden.
  • Mittelfristig (Aug–Sep): Die saisonale Nachfrage nach Chana Dal und Besan während der Festperiode sollte das Risikoprofil leicht nach oben verschieben, insbesondere wenn das Wetter in Australien problematisch bleibt und die Importe gelber Erbsen gedämpft bleiben.
  • Strategie Käufer: Dal-Mühlen und industrielle Verwender können erwägen, ihre Deckung bei kleineren Preisrücksetzern schrittweise auszubauen, mit Fokus auf wichtige Herkünfte (Rajasthan, MP, Maharashtra), bei denen die Preisabstände zur Importparität moderat bleiben.
  • Strategie Verkäufer: Landwirte und Lagerhalter könnten eine abwartende Verkaufsstrategie beibehalten und NAFED-Auktionspreise sowie CNF-Ersatzkosten als Referenz für Mindestpreisniveaus heranziehen.

3-tägige regionale Preisindikation (Tendenz)

  • Indien, Delhi (Rajasthan & MP Chana): In EUR gerechnet stabil bis leicht fester, da knappe Ankünfte die Versteigerung staatlicher Bestände ausgleichen.
  • Indien, westliche & südliche Märkte (Ernte 2026): Leicht aufwärtsgerichtete Tendenz, da Verbraucher und Mühlen zu einem kleinen Aufschlag gegenüber nördlichen Herkünften stetiges Interesse zeigen.
  • Importparität nach Indien (Australien, Tansania): Feste Untergrenze erwartet; CNF-Niveaus dürften wetterbedingten Nachrichten folgen, deutliche Rückgänge in naher Zukunft erscheinen jedoch unwahrscheinlich.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →