CMB Emblem
Kokosnussmarkt bleibt stabil, während El Niño-Risiko über dem Angebot aus Südostasien schwebt
Price-UpdateID,PH,VN

Kokosnussmarkt bleibt stabil, während El Niño-Risiko über dem Angebot aus Südostasien schwebt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Preise für Kokosraspeln und Kokosflakes aus Indonesien, den Philippinen und Vietnam bleiben stabil, doch steigendes El Niño-Risiko könnte das Angebot verknappen und die EUR-Preise bis ins 3. Quartal stützen.

Preise für getrocknete Kokosnuss aus Indonesien, den Philippinen und Vietnam sind in EUR gerechnet im Wochenvergleich unverändert, ohne dass ein unmittelbarer Angebotsschock eingepreist ist. Steigende El Niño-Wahrscheinlichkeiten und zunehmende Trockenrisiken in der kommenden Saison in Südostasien begrenzen jedoch das Abwärtspotenzial und könnten den Markt bis ins 3. Quartal hinein stützen. Der Markt für Kokosraspeln und Kokosflakes nach Europa handelt seitwärts, mit FCA-Niederlande-Niveaus für indonesische und philippinische Ware, die im letzten Monat unverändert geblieben sind, und ähnlich stabilen vietnamesischen FOB-Notierungen. Das kurzfristige Gleichgewicht spiegelt eine komfortable Versorgungslage auf kurze Sicht wider, doch Wetterdienste und globale Prognostiker sehen inzwischen eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich zwischen Juni und August 2026 El Niño-Bedingungen entwickeln. Dies erhöht das Risiko trockenerer als normaler Bedingungen in wichtigen Kokosgürteln in Indonesien und den Philippinen. Die Exporte sind bisher nicht beeinträchtigt, doch das Thema gewinnt für die Angebotsplanung Q4 2026–2027 zunehmend an Relevanz.

Preise

Alle untenstehenden Preise sind indikative aktuelle Niveaus, umgerechnet in EUR.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →

Indikative Spreads zeigen vietnamesische FOB-Flakes mit einem klaren Aufschlag gegenüber indonesischer Kokosraspel nach Europa, während philippinische Ware preislich dazwischen liegt – ein Spiegel der Unterschiede bei Qualität, Fracht und Produktmix.

Angebot & Wetter – ID, PH, VN

Indonesia (ID)

Indonesien befindet sich im Übergang in die Trockensaison 2026. Die nationale Wetterbehörde (BMKG) prognostiziert den Höhepunkt der Trockenheit für Juli–September und warnt explizit vor sich verstärkenden El Niño-Effekten im weiteren Saisonverlauf. Jüngste nationale Lageberichte betonen, dass ein Großteil des Landes etwas früher als üblich in die Trockensaison eintritt, was Sorgen hinsichtlich feuchtigkeitssensibler Dauerkulturen wie Kokospalmen in Küstengürteln aufkommen lässt. Starkregenereignisse um den 19.–20. Juni in einigen Regionen werden als kurzfristig angesehen und reichen nicht aus, um den allgemeinen Austrocknungstrend auszugleichen.

Philippines (PH)

Die Philippinen befinden sich derzeit in einer Monsunpause, wobei staatliche Prognostiker nach der vorherigen Taifun- und Monsunaktivität über weniger Niederschläge im Vergleich zu Anfang Juni berichten. Klimaprognosen von PAGASA und globalen Agenturen deuten auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin, dass El Niño im Zeitraum Juni–August einsetzt und bis Anfang 2027 anhält. Das impliziert Risiken unterdurchschnittlicher Niederschläge in großen Teilen des Archipels in der kommenden Saison. Für Kokosanbaugebiete wie Eastern Visayas und Bicol könnte dies die Bäume belasten, falls sich die Trockenheit im 3. Quartal verstärkt.

Vietnam (VN)

Vietnams wichtigste Kokosregion um Ben Tre im Mekongdelta tritt in ihre klimatologische Regenzeit ein, doch globale Prognostiker weisen darauf hin, dass ein sich entwickelnder El Niño typischerweise zu höheren Temperaturen und möglichen Niederschlagsdefiziten in weiten Teilen Südostasiens, einschließlich Südvietnams, im Zeitraum Juni–August führt. Während in den letzten Tagen kein akuter Wetterschock gemeldet wurde, erhöht das Gesamtmuster heißerer Witterung mittelfristig das Risiko von Feuchtestress und höheren Bewässerungskosten für Dauerkulturen.

Fundamentaldaten & Treiber

  • Wetterrisiko-Prämie baut sich langsam auf: Die Weltmeteorologische Organisation und mehrere nationale Dienste sehen mittlerweile eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 %, dass sich bis Mitte 2026 El Niño-Bedingungen entwickeln, mit Erwartungen überdurchschnittlicher Temperaturen und häufigerer Extremereignisse weltweit. Für das Kokosangebot ist die entscheidende Sorge eher mögliche Trockenheit in Indonesien und den Philippinen ab dem 3. Quartal als unmittelbare Störungen.
  • Noch keine akuten Schäden in den Kernregionen: Jüngste tropische Systeme im westlichen Pazifik, einschließlich der Taifunaktivität Anfang Juni, haben in Teilen der Philippinen lokal Starkregen und Wind gebracht, jedoch ohne neue, dokumentierte großflächige Schäden an Kokosplantagen in den letzten drei Tagen. Die Exportströme verlaufen weiterhin überwiegend normal.
  • Makro & Nachfrage: In den letzten Tagen wurden keine größeren, speziell kokosbezogenen Nachfrageschocks gemeldet. Die Nachfrage aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Europa und Asien bleibt stabil, die Käufer sind kurzfristig überwiegend gedeckt und beobachten eher die Wettermeldungen, als dass sie eilig nachdecken.

3-Tage-Ausblick & Trading View

Wetter – nächste 3 Tage (ID, PH, VN)

  • Indonesia (ID): Lokale Prognosen heben für den 19.–20. Juni vereinzelte Schauer mit gebietsweise kräftigerem Regen in Teilen des Archipels hervor, doch der übergeordnete Trend weist auf eine sich verstärkende Trockensaison hin, insbesondere ab Juli. In dieser Woche werden keine unmittelbaren Erntestörungen erwartet.
  • Philippines (PH): Eine Monsunpause begrenzt derzeit die Niederschläge über weiten Teilen des Landes; für die kommenden Tage werden nur lokale Schauer und Gewitter prognostiziert. Kurzfristig bleiben die Bedingungen für Ernte und Trocknung von Kopra und Kokosraspeln insgesamt günstig.
  • Vietnam (VN): Saisonale Regenfälle über dem Mekongdelta dürften anhalten, doch im Kontext eines Erwärmungstrends im Zusammenhang mit einem sich entwickelnden El Niño warnen Prognostiker in der Nahfrist eher vor erhöhten Temperaturen als vor übermäßigen Niederschlägen.

Preistendenz – nächste 3 Tage (EUR, Schlüsselreferenzen)

  • Indonesia → NL (geraspelt/medium geraspelt, FCA): Sehr kurzfristig seitwärts, mit erwarteten Notierungen um 1,95–2,00 EUR/kg. Jenseits des 3-Tage-Horizonts könnten Wettermeldungen beginnen, eine leichte Risikoprämie einzuarbeiten.
  • Philippines → NL (Flakes, FCA): Stabil; in den nächsten Tagen gibt es keinen unmittelbaren Grund für Preisbewegungen, die Indikationen bleiben nahe 2,70 EUR/kg für konventionelle und 3,10–3,15 EUR/kg für Bio-Ware.
  • Vietnam (Hanoi, FOB Flakes): Stabil um 4,65 EUR/kg; die Feldbedingungen in der Regenzeit erscheinen ausreichend und die Exportströme verlaufen kurzfristig reibungslos.

Handelsempfehlungen (kurzfristig, 1–4 Wochen)

  • Käufer (EU, MENA): Nutzen Sie das aktuelle Seitwärtspreisniveau, um die Deckung moderat bis ins 4. Quartal 2026 zu verlängern, insbesondere für hochwertige Flakes und Bio-Ware aus den Philippinen, bevor El Niño-Risiken vollständig eingepreist sind.
  • Ursprungsverkäufer (ID, PH, VN): Vermeiden Sie starke Abschläge; halten Sie eine disziplinierte Angebotspolitik und erwägen Sie, auf längeren Laufzeiten (Q4–Q1) eher als im Spotgeschäft leichte Wetterrisiko-Prämien aufzuschlagen.
  • Händler: Verfolgen Sie El Niño-Updates von WMO, BMKG und PAGASA genau. Jede Bestätigung unterdurchschnittlicher Niederschläge in den zentralen Kokosgürteln könnte einen schnellen Stimmungswechsel von seitwärts zu moderat bullisch auslösen.
BASIC
Live-Chart
Den interaktiven Chart findest du auf CMBroker.
Charts öffnen →
PREMIUM
KI-Agent
Was treibt aktuell die Chilli-Prämie?
Knappe Guntur-Bestände, feste EU-Exportnachfrage und geringere Andhra-Anlieferungen — volle Analyse in deinem Dashboard.
Frag die CMB-KI zu Preisen, Marktreibern und Handelsströmen — trainiert auf den Daten unserer Redaktion.
KI-Agent öffnen →