Leicht festerer Kardamommarkt: FOB Neu-Delhi folgt schwächeren Auktionen

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Der indische Kardamommarkt zeigt Mitte März 2026 ein gemischtes, aber insgesamt leicht festeres Bild: Während die Auktionspreise in den Ursprungsregionen Kerala und Tamil Nadu Anfang März gegenüber Februar etwas nachgegeben haben, stabilisieren sich die exportorientierten FOB-Notierungen in Neu-Delhi leicht nach oben. Die vorliegenden Angebotsdaten für grüne ganze Kardamomschoten (6,0–8,0 mm) und Kardamompulver aus Indien (FOB Neu-Delhi, bio und konventionell) per 14.03.2026 deuten auf moderate Preisaufschläge von rund 0,10 EUR/kg gegenüber der Vorwoche hin. Gleichzeitig signalisieren die aktuellen Auktionsberichte aus Bodi/Puttady und die Spices-Board-Daten steigende Ankünfte bei etwas schwächerer Nachfrage, was zu durchschnittlichen Auktionspreisen von etwa 2.250–2.350 INR/kg (≈ 24,7–25,8 EUR/kg bei ca. 1 EUR = 91 INR) geführt hat – ein Niveau, das unter den Spitzenwerten von 2024/25 liegt, aber historisch weiterhin hoch ist. Die Wetterlage in den Hauptanbaugebieten Idukki (Kerala) und den Kardamomlagen Karnatakas ist aktuell überwiegend sonnig und sehr warm, ohne unmittelbare Extremereignisse, die das Angebot kurzfristig verknappen würden. Mittelfristig bleibt der Markt jedoch witterungs- und krankheitsbedingt angespannt, da die Ernte 2025/26 laut jüngsten Fachanalysen unter dem Einfluss früher und intensiver Monsunregen sowie Pilzkrankheiten wie Kapsel- und Wurzelfäule steht. Für Exporteure und Importeure bedeutet dies: Kurzfristig sind die FOB-Preise in EUR eher seitwärts bis leicht steigend, während die strukturellen Angebotsrisiken im Hintergrund weiter für hohe Volatilität sorgen.

📈 Preisüberblick FOB Neu-Delhi (in EUR)

Hinweis: Alle Preise in EUR/kg, FOB Neu-Delhi. Ursprungsdaten lagen in EUR vor; keine Währungsanpassung erforderlich.

Produkt Spezifikation Bio Standort Lieferbedingung Letzter Preis (14.03.2026, EUR/kg) Preis Vorwoche (07.03.2026, EUR/kg) 2-Wochen-Veränderung (EUR/kg) 2-Wochen-Veränderung (%) Marktsentiment
Kardamom ganz grün, 7,5–8 mm Bio Neu-Delhi (IN) FOB 18,05 17,95 +0,10 +0,6 % leicht fest
Kardamom ganz grün 6,0–6,5 mm, 99 % Reinheit Bio Neu-Delhi (IN) FOB 16,30 16,20 +0,10 +0,6 % stabil bis fest
Kardamom ganz grün, 8 mm konventionell Neu-Delhi (IN) FOB 24,30 24,20 +0,10 +0,4 % seitwärts
Kardamom ganz grün 7–7,2 mm konventionell Neu-Delhi (IN) FOB 22,05 21,95 +0,10 +0,5 % leicht fest
Kardamom ganz grün 7,5 mm konventionell Neu-Delhi (IN) FOB 23,40 23,30 +0,10 +0,4 % leicht fest
Kardamom ganz grün 6,5–6,8 mm konventionell Neu-Delhi (IN) FOB 21,20 21,10 +0,10 +0,5 % stabil bis fest
Kardamompulver fein gemahlen Bio Neu-Delhi (IN) FOB 24,30 24,20 +0,10 +0,4 % stabil

📉 Kurzfristige Preisbewegung (4-Wochen-Rückblick)

  • Seit dem 14.02.2026 bewegen sich die FOB-Preise in Neu-Delhi in einer engen Spanne mit leichten Auf- und Abwärtskorrekturen von meist ±0,10 EUR/kg je Woche.
  • Premiumgrößen (8 mm) bleiben mit rund 24–25 EUR/kg klar über den kleineren Kalibern (6,0–6,5 mm) bei rund 16–17 EUR/kg.
  • Bio-Qualitäten notieren im Segment der kleineren Kaliber nur leicht über konventioneller Ware; im Premiumsegment (Pulver, 8 mm) ist der Bio-Aufschlag deutlicher.

🌍 Angebots- und Nachfragekontext

📊 Auktionspreise & Inlandsmarkt Indien

  • Aktuelle Auktionsberichte aus Bodi und Puttady (Tamil Nadu/Kerala) zeigen für die Woche 02.–07.03.2026 durchschnittliche Auktionspreise von ca. 2.250–2.350 INR/kg, was bei einem Wechselkurs von ca. 1 EUR = 91 INR etwa 24,7–25,8 EUR/kg entspricht.
  • Gegenüber Referenzauktionen im Februar wurden Preisrückgänge gemeldet, ausgelöst durch höhere Anlieferungen und zurückhaltende Käuferseite.
  • Spices-Board-Daten für Ende Februar 2026 bestätigen hohe Angebotsmengen: einzelne Auktionen verzeichneten Ankünfte von über 75 t mit vollständiger Abnahme, bei Durchschnittspreisen um 2.450 INR/kg (≈ 26,9 EUR/kg).
  • Im historischen Vergleich bleiben die aktuellen Niveaus zwar unter den Rekordständen von über 3.000–4.500 INR/kg, die zwischen Mitte 2024 und Anfang 2025 erreicht wurden, liegen jedoch weiterhin klar über dem langjährigen Mittel.

🌐 Exportnachfrage

  • Die Exportnachfrage bleibt strukturell stark, insbesondere aus dem Nahen Osten (Saudi-Arabien, Kuwait, VAE) und zunehmend aus Nordamerika und Europa, wo Kardamom in Chai, Spezialitätenkaffee und Feinkostsegmenten wächst.
  • Aktuelle geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten zwar andere Agrarströme (z.B. Basmati-Reis), die Berichte zeigen jedoch bisher keine spezifische, starke Dämpfung der Kardamomnachfrage; das Risiko logistischer Störungen bleibt jedoch im Hinterkopf.
  • Indische Exportdaten 2024/25 weisen auf stabile bis leicht steigende Ausfuhrmengen hin; die Regierung bestätigt eine grundsätzlich robuste Aufnahme indischer Gewürze auf den internationalen Märkten.

🧮 Relation FOB Neu-Delhi vs. Auktionsniveau

  • Die aktuellen Durchschnittspreise an den südindischen Auktionen (≈ 25–27 EUR/kg) liegen deutlich über den angebotenen FOB-Notierungen für kleinere Kaliber in Neu-Delhi (16–18 EUR/kg) und in etwa auf Höhe der FOB-Preise für Premiumware (8 mm, Pulver um 24–25 EUR/kg).
  • Die Differenz reflektiert Sortierung, Qualitätsabschläge, Margen sowie teils zeitverzögerte Weitergabe von Auktionsbewegungen in Exportangebote.

🌦 Wetterausblick Anbauregionen (IN)

☀ Idukki (Kerala) – Kernregion für Small Cardamom

  • Zeitraum 15.–17.03.2026: überwiegend sonnig bis leicht bewölkt, Tageshöchstwerte um 33 °C, Tiefstwerte 18–19 °C, vereinzelt leichte Schauer am 16.03. erwartet.
  • Die aktuelle Witterung ist für die Nachernte- und Pflegephase eher neutral bis leicht positiv: keine Hitzespitzen über 35 °C, keine Starkregenereignisse.
  • Rückblickend wurde die Saison 2025/26 jedoch durch früh einsetzende und intensive Monsunregen geprägt, die Pilzkrankheiten (Kapsel- und Wurzelfäule) begünstigten und damit die Ertragserwartung für Kerala und Umgebung gedrückt haben.

☀ Karnataka – Ergänzendes Anbaugebiet

  • Zeitraum 15.–17.03.2026: sehr warm, meist sonnig, Höchstwerte 35–36 °C, Tiefstwerte 21–22 °C; zum 17.03. vereinzelt Schauer möglich.
  • Die Temperaturen liegen am oberen Rand des für Kardamom tolerierten Bereichs, bleiben aber kurzfristig ohne größere Stresssignale.
  • Spices-Board-Daten zeigen, dass Karnataka in den letzten Jahren seine Fläche und Produktion leicht ausbauen konnte, bleibt aber deutlich hinter Kerala zurück.

📊 Fundamentale Marktlage

🏭 Produktion & Flächen

  • Die von der Spices Board India publizierten Daten weisen für 2023/24 eine Gesamtproduktion von kleinem Kardamom (small cardamom) in Indien von rund 25.000 t aus, bei einer Anbaufläche von gut 70.000 ha.
  • Eine aktuelle agrarökonomische Analyse bestätigt, dass die Gesamtfläche unter kleinem und großem Kardamom bis 2024/25 leicht zugenommen hat, was jedoch durch witterungsbedingte Ertragseinbußen teilweise kompensiert wurde.
  • Fachspezifische Marktkommentare für die Saison 2025/26 betonen, dass frühe und intensive Monsunregen in Südindien die Ausbreitung von Pilzkrankheiten verstärkt haben; die Ernte 2025/26 wird daher eher unterdurchschnittlich erwartet, was das Angebot strukturell verknappt.

📦 Lagerbestände & Exportströme

  • Indien bleibt der dominierende Exporteur von grünem Kardamom; Exporte 2024/25 werden in aktuellen Studien auf über 11.000 t geschätzt, mit weiterem Wachstumspotenzial, sofern die Produktion stabil bleibt.
  • Die Bestände bei Auktionären und Zwischenhändlern wurden im Laufe von 2024/25 abgebaut, als die Preise auf ein Fünfjahreshoch stiegen; aktuelle Auktionen deuten auf eine gewisse Wiederauffüllung hin, jedoch ohne Überhang.
  • Globale Nachfrageprognosen sehen den Kardamommarkt bis 2035 mit einem jährlichen Wachstum von rund 6 %, getrieben von Premiumsegmenten in Nahost, Europa und Nordamerika.

📈 Marktausblick & Handelsimplikationen

📌 Kurzfristiger Ausblick (nächste 1–3 Wochen)

  • FOB-Preise Neu-Delhi werden voraussichtlich in der aktuellen Spanne verharren, mit leichter Aufwärtstendenz bei Premiumgrößen (7,5–8 mm, 8 mm, Pulver), sofern die Auktionen in Südindien kein erneutes Überangebot signalisieren.
  • Die sehr warmen, aber stabilen Wetterbedingungen in Idukki und Karnataka sprechen kurzfristig weder für eine deutliche Angebotsausweitung noch für akute Ernteverluste.
  • Die Korrelation zwischen Auktionspreisen (rund 25–27 EUR/kg) und FOB-Angeboten in Neu-Delhi deutet darauf hin, dass Exportpreise auf aktuellem Niveau kosten- und margenmäßig vertretbar sind.

📆 3-Tage-Preisprognose (FOB Neu-Delhi, in EUR/kg)

Annahme: stabile Wechselkurse, keine außergewöhnlichen politischen oder logistischen Schocks. Prognosezeitraum: 15.–17.03.2026.

Produkt Spezifikation Bio Aktueller Preis 14.03.2026 (EUR/kg) Erwartete Spanne 15.–17.03.2026 (EUR/kg) Kurzfristiger Trend
Kardamom ganz grün, 7,5–8 mm Bio 18,05 17,90 – 18,20 seitwärts bis leicht fester
Kardamom ganz grün 6,0–6,5 mm, 99 % Bio 16,30 16,10 – 16,40 stabil
Kardamom ganz grün, 8 mm konventionell 24,30 24,10 – 24,60 leicht fester
Kardamom ganz grün 7–7,2 mm konventionell 22,05 21,90 – 22,20 seitwärts
Kardamom ganz grün 7,5 mm konventionell 23,40 23,20 – 23,60 leicht fester
Kardamom ganz grün 6,5–6,8 mm konventionell 21,20 21,00 – 21,30 stabil
Kardamompulver fein gemahlen Bio 24,30 24,10 – 24,50 seitwärts bis leicht fester

💡 Handlungsempfehlungen (preisgetrieben)

  • Importeure in Europa/Nahost: Das aktuelle Niveau bietet bei Premiumgrößen (8 mm, Pulver) ein moderat attraktives Einstiegsfenster. Teilabsicherung der Bedarfe für Q2/Q3 2026 wird empfohlen, insbesondere für Bio-Qualitäten.
  • Indische Exporteure: FOB-Angebote knapp über dem aktuellen Niveau (z.B. 0,10–0,30 EUR/kg Aufschlag) erscheinen durchsetzbar, solange Auktionspreise nicht deutlich fallen. Flexible Preisformeln, die an Spices-Board-Auktionen gekoppelt sind, können das Risiko auf Käufer und Verkäufer verteilen.
  • Industrielle Verarbeiter: Für Standardgrößen (6,0–6,8 mm) bietet das seitwärts tendierende Preisniveau die Möglichkeit, mittelfristige Kontrakte zu schließen, bevor sich die erwartete Unterproduktion 2025/26 stärker in den Exportpreisen niederschlägt.
  • Händler/Trader: Kurzfristige Spekulation auf starke Preisrückgänge erscheint angesichts der strukturell knappen Angebotslage und der robusten Nachfrage riskant. Eher bietet sich ein „Buy-on-dips“-Ansatz bei temporären Korrekturen an.