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Leinsamenpreise behaupten sich, während Russland neue Ausfuhrabgabe einführt

Leinsamenpreise behaupten sich, während Russland neue Ausfuhrabgabe einführt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Leinsamenpreise in die EU bleiben stabil, während Russland eine Ausfuhrabgabe von 10 % einführt und Kasachstan ein starkes, wettergestütztes Exportangebot aufrechterhält.

Russische und kasachische Leinsamenangebote nach Europa bleiben weitgehend stabil, mit nur moderaten Aufschlägen gegenüber Juni, trotz neuer politischer Schlagzeilen aus Moskau. Eine neu angekündigte russische Ausfuhrabgabe von 10 % auf Ölleinsamen stützt die Wiederbeschaffungswerte leicht, doch reichliches kasachisches Angebot und normales Wetter in den wichtigen nördlichen Anbauregionen verhindern eine ausgeprägte Rally. Die Spotmärkte für Leinsamen nach Nordwesteuropa sind sowohl aus Russland als auch aus Kasachstan gut versorgt, und Käufer sehen Anfang Juli wenig Anlass, Preisen aggressiv nachzulaufen. In Russland hat die Regierung befristet eine 10%ige Zollabgabe auf Ausfuhren von rohen Ölleinsamen außerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion eingeführt, gültig bis zum 31. August 2026. Dies dürfte die Nettoerlöse ab Ursprung begrenzen und die FOB‑Verfügbarkeit für EU‑Käufer leicht verknappen.  Kasachstan profitiert dagegen weiterhin von den früher eingeführten EU‑Zöllen auf russische Leinsamen und bleibt für viele europäische Ölmühlen der bevorzugte nicht‑russische Ursprung, gestützt durch weiterhin hohe Exportpotenzial‑Schätzungen für die Saison 2025/26.  Das Wetter im Norden Kasachstans (Kostanai und umliegender Leinsamen‑Gürtel) ist saisonal mild mit Sonne‑Wolken‑Mix und Schauern und unterstützt die Pflanzenentwicklung ohne derzeitige größere Stresssignale. 

Preise

Exportorientierte Leinsamenwerte nach den Niederlanden aus Russland und Kasachstan sind auf EUR‑Basis Woche auf Woche unverändert und spiegeln ein Gleichgewicht zwischen stützenden politischen Nachrichten und komfortabler Spotverfügbarkeit wider. Die inländischen Erzeugerpreise in Kasachstan liegen bei rund 0,39 USD/kg (≈ 0,36 EUR/kg), etwa 8 % höher im Jahresvergleich. Das deutet darauf hin, dass die Produzenten weiterhin angemessene Margen sehen, der Markt aber nicht überhitzt ist. 

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Die Spanne von rund 0,19 EUR/kg zwischen nicht‑biologischen russischen und biologischen kasachischen Leinsamen spiegelt sowohl Qualitätsunterschiede als auch eine verbleibende Risiko‑Prämie auf russischen Ursprung im Zusammenhang mit Sanktionen und Zollpolitik wider. Mit Inkrafttreten der neuen russischen Ausfuhrabgabe berichten Käufer von leicht festeren Angebotspreisen für Vorwärtspositionen, während sich die Spot‑Wiederbeschaffungskosten bislang weitgehend unverändert zeigen. 

Angebot & Nachfrage

Kasachstan bleibt der zentrale „Swing‑Supplier“ von Leinsamen in die EU, begünstigt durch EU‑Zölle auf russische Leinsamen, die ab 2026 auf 50 % angehoben wurden und die Wettbewerbsfähigkeit Kasachstans deutlich verbessert sowie die Handelsströme stärker nach Europa umgelenkt haben.  Frühere Schätzungen für 2025/26 gingen von rekordhohen kasachischen Leinsaat‑Exporten von rund 1,0 Mio. Tonnen aus, und die Zolldaten früher in der Saison zeigten bereits sehr hohe monatliche Ausfuhren. 

Auf russischer Seite führten starke Leinsaat‑Ernten 2025 zu einem robusten Exportpotenzial von geschätzt rund 1,5 Mio. Tonnen für 2025/26, doch die neue Ausfuhrabgabe von 10 % soll mehr Rohware im Land halten und die heimische Verarbeitung stützen.  EU‑Importeure dürften sich in den kommenden Monaten daher noch stärker auf kasachischen Ursprung stützen, während ein Teil der russischen Volumina weiterhin nach Belarus und andere EAWU‑Partner fließt und von dort re‑exportiert wird. 

Wetter & Ernteausblick (KZ, RU)

Im Norden Kasachstans, einschließlich des Leinsamen‑Gürtels um Kostanai, deuten 7‑Tage‑Prognosen auf Tageshöchstwerte meist zwischen 21–27 °C und nächtliche Tiefstwerte von 14–20 °C hin, mit einem Mix aus Bewölkung, leichtem Regen und sonnigen Abschnitten.  Dieses Muster ist im Großen und Ganzen günstig für vegetatives Wachstum und Blüte und sichert nach früheren Frühjahrsniederschlägen eine ausreichende Bodenfeuchte.

Für die kommende Woche werden in den wichtigsten nördlichen Getreide‑ und Ölsaatenregionen weder ausgeprägte Hitzewellen noch länger anhaltende Dürren signalisiert, und internationale Lageberichte beschreiben den Zustand der kasachischen Bestände weiterhin als überwiegend normal, trotz gewisser regionaler Unterschiede.  In Russland liegt der jüngste Fokus der Berichte stärker auf Getreide als speziell auf Leinsamen, doch es gibt keine neuen Meldungen über witterungsbedingte Leinsaat‑Ausfälle, die das Exportgleichgewicht kurzfristig wesentlich verändern würden. 

Fundamentaldaten & politische Treiber

  • Russische Ausfuhrabgabe: Eine 10%ige Zollabgabe auf Ausfuhren von rohen Ölleinsamen außerhalb der EAWU, gültig bis 31. August 2026, erhöht die russischen FOB‑Kosten und stützt nicht‑russische Herkünfte in Premium‑Märkten. 
  • EU‑Zollstruktur: EU‑Zölle auf russische Leinsamen (bis zu 50 % ab 2026) lenken die Nachfrage weiterhin in Richtung kasachischer Lieferungen und halten die kasachischen Exportprogramme trotz nur moderaten globalen Nachfragewachstums gut ausgelastet. 
  • Logistik und Kontrollen: Russische Behörden berichten von reibungslosen phytosanitären Kontrollen bei Ölsaaten‑Exporten über Kaliningrad, einschließlich Leinsamen. Dies deutet darauf hin, dass Hafen‑ und Inspektionsengpässe die Flüsse derzeit nicht begrenzen. 
  • Kasachische Betriebswirtschaft: Erzeugerpreise von rund 0,36 EUR/kg in Kombination mit starker Exportnachfrage machen Leinsamen im Norden Kasachstans weiterhin zu einer attraktiven Kultur und stützen die Aussaatfläche sowie die mittelfristige Verfügbarkeit. 

Handelsausblick & 3‑Tage‑Preisindikation

  • Für Ölmühlen: Die aktuell stabilen Preise können genutzt werden, um die Deckung moderat bis in das späte 3. Quartal zu verlängern, insbesondere bei kasachischem Ursprung, der während der Geltung der russischen Abgabe einen strukturellen Vorteil in der EU behalten dürfte.
  • Für Exporteure (KZ): Ein gleichmäßiges Verkaufs­tempo beibehalten; politische Veränderungen in Russland und feste EU‑Nachfrage sprechen für stabile bis leicht festere Basis, aber Überverpflichtungen sollten vermieden werden, bis klarere Ertragsdaten Ende Juli vorliegen.
  • Für Importeure (EU): Eine Diversifizierung der Herkünfte zwischen kasachischen und begrenzten russischen/EAWU‑Strömen kann helfen, politische Risiken zu steuern, wobei Lieferanten mit verlässlicher phytosanitärer Abwicklung und Logistik zu priorisieren sind.

3‑Tage‑Richtungsausblick (EUR, FCA EU‑Hub)

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
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