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Mais balanciert zwischen knapperen US-Beständen und Export­risiken im Schwarzen Meer

Mais balanciert zwischen knapperen US-Beständen und Export­risiken im Schwarzen Meer

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Maispreise stabil, da knappere US-Bilanz und Exportnachfrage mit Rekord­ernten in Südamerika und gestörten ukrainischen Exporten kollidieren. Prägnanter Marktausblick.

Mais handelt in einer engen, aber gut gestützten Spanne, da knappere US-Bilanzen und Exportnachfrage den Druck durch wachsende südamerikanische Versorgung und unsichere ukrainische Exporte ausgleichen. In den jüngsten Sitzungen zeigen sich die internationalen Preise etwas fester, wobei Euronext- und CBOT-Mais leicht zulegen, während Dalian-Mais weitgehend stabil bleibt. Unterstützung kommt von robusten US-Alt­ernte-Exportverkäufen, niedrigeren prognostizierten Endbeständen und Wetterrisiken im US Corn Belt und Teilen Europas. Gleichzeitig verändern große Ernten in Südamerika und nur teilweise funktionierende Logistik im Schwarzen Meer die globalen Handelsströme und begrenzen stärkere Kursrallyes.

Preise

Der Euronext-Maiskontrakt Nov 2026 wird um etwa 252,75 EUR/t indiziert, während der neue Erntetermin Nov 2027 mit rund 225,25 EUR/t deutlich niedriger notiert und damit Erwartungen auf eine gewisse Entlastung der Versorgung weiter in der Zukunft signalisiert. An der CBOT handelt der nahe Sep 2026 bei rund 460 USc/bu und der Dez 2026 um 485 USc/bu, beide tageweise leicht im Plus und spiegeln damit einen etwas festeren internationalen Ton wider. Dalian-(DCE-)Mais zeigt sich vergleichsweise flach und unterstreicht vorerst komfortable inländische Bilanzen in China.

Die physischen Notierungen spiegeln die Terminstruktur wider. Deutscher Futtermais (EXW) hat sich auf rund 292 EUR/t befestigt, während französischer FOB-Mais bei etwa 240 EUR/t liegt. Ukrainischer Mais ab Odessa bleibt mit etwa 170–180 EUR/t FCA/FOB-Äquivalent deutlich abgezinst, was sowohl reichliche lokale Versorgung als auch hohe Prämien für Export- und Logistikrisiken widerspiegelt.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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*CBOT aus USc/bu in EUR/t umgerechnet, näherungsweise.

Angebot & Nachfrage

Die derzeitige Preisstützung wird vor allem von der Angebotsseite getrieben. Die US-Maisbilanz hat sich durch niedrigere prognostizierte Endbestände und eine robuste Exportnachfrage, insbesondere für Alt­ernte, verengt. Die wöchentlichen US-Alt­ernte-Exportverkäufe erreichten in der Woche bis 6. August etwa 410.700 t, den höchsten Stand seit fünf Wochen, angeführt von Spanien (257.600 t) und Mexiko (74.000 t). Dies unterstreicht, dass US-Mais trotz reichlicher globaler Verfügbarkeit wettbewerbsfähig bleibt.

Die Exportverkäufe für die neue Ernte sind ein Schwachpunkt: Sie gingen in der jüngsten Woche auf rund 924.500 t zurück, den niedrigsten Stand seit drei Wochen und fast 55 % unter dem Vorjahresniveau. Dies verdeutlicht die Vorsicht der Käufer angesichts großer bevorstehender Liefermengen aus Südamerika und anhaltender makroökonomischer Unsicherheit. Dennoch begrenzt eine strukturell knappere US-Bilanz das Abwärtspotenzial der nahen Termine, solange die Exportnachfrage robust bleibt und Wetterrisiken anhalten.

Fundamentaldaten: Amerika vs. Schwarzes Meer

Südamerika bleibt der wichtigste bärische Gegenpol. Die Prognose für die argentinische Maisernte 2025/26 wurde aufgrund einer größer als erwarteten Anbaufläche von 68 auf 70,5 Mio. t angehoben, wobei trotz Verzögerungen durch ungewöhnlich warmes und nasses Juliwetter bereits rund 75 % der Fläche gedroschen sind. Für 2026/27 deuten erste Schätzungen trotz einer prognostizierten Flächenreduzierung um 7,3 % weiterhin auf eine umfangreiche Ernte von 66 Mio. t hin. In Brasilien hat CONAB seine Prognose für die Maisernte um 1,23 Mio. t auf nahezu 143 Mio. t erhöht, darin enthalten etwa 111 Mio. t Safrinha-Mais (Zweitfrucht).

Aus dem Schwarzen Meer kommt ein gemischtes Signal. Die Ukraine exportierte vom Beginn des Vermarktungsjahres 2026/27 bis zum 14. August rund 1,403 Mio. t Mais, fast 70 % mehr als ein Jahr zuvor und erstmals mehr als die Weizenexporte im gleichen Zeitraum. Allerdings haben sich die Ausfuhren im August deutlich verlangsamt: In den ersten zwei Wochen wurden lediglich rund 348.000 t Getreide insgesamt verschifft, da der Seeverkehr erneut unter Druck gerät und alternative Routen nur begrenzt kompensieren können. Angesichts einer bevorstehenden Rekordernte bei ukrainischem Mais und eingeschränkten Seetransporten dürfte ein großer Teil dieser Ernte im Inland „gefangen“ bleiben oder nur langsam über teurere Routen abfließen, was die ukrainische Basis schwach hält, die tatsächlich verfügbaren Exportmengen am Weltmarkt jedoch begrenzt.

Wetter & Bestandsbedingungen

In Teilen des US Corn Belt haben zuletzt Gewitterfronten für verbesserte Bodenfeuchte gesorgt, während andere Regionen weiterhin episodischer Hitze ausgesetzt sind. Der Markt reagiert sensibel auf Anzeichen anhaltenden Stresses während der Kornfüllungsphase. In Europa hat anhaltende Hitze in wichtigen Maisanbaugebieten die Ertragsunsicherheit erhöht, insbesondere in den südwestlichen und zentralen Regionen, auch wenn einige weiter nördlich und östlich gelegene Gebiete von günstigeren Feuchtebedingungen profitieren.

In Südamerika verlangsamte die Kombination aus warmen und nassen Bedingungen in Argentinien zwar den Erntefortschritt, stützte letztlich aber das Ertragspotenzial, während Brasiliens Safrinha-Ernte weitgehend „gemacht“ ist und den sehr großen Produktionsausblick untermauert. Das kurzfristige Wetterrisiko für das globale Angebot konzentriert sich daher auf die Nordhalbkugel, insbesondere die USA und Teile Europas, weniger auf Südamerika.

Prognose & Handelsausblick

Mit einer engeren US-Bilanz, kräftigen jüngsten Alt­ernte-Exportverkäufen und wachsender Unsicherheit darüber, wie viel ukrainischer Mais tatsächlich den Weltmarkt erreichen wird, dürften die internationalen Preise kurzfristig gut unterstützt bleiben, jedoch durch die Rekordversorgung aus Südamerika nach oben begrenzt sein. Die Terminstruktur an der Euronext, mit 2027er Kontrakten deutlich unter den nahe gehandelten 2026er Terminen, deutet darauf hin, dass der Markt bereits eine gewisse mittel­fristige Entspannung der Versorgung und weichere Preise einpreist, sofern sich die Logistik normalisiert.

  • Futterkäufer (EU): Erwägen Sie gestaffelte Deckung für Q4 2026–Q1 2027 an der Euronext, solange nahe Futures um 250 EUR/t handeln, vermeiden Sie jedoch eine Überdeckung über Mitte 2027 hinaus angesichts großer Ernten in Südamerika und einer möglichen Entschärfung der Störungen im Schwarzen Meer.
  • Erzeuger (EU/Ukraine): Nutzen Sie die derzeitige relative Stärke der nahen Termine, um Margen für einen Teil der erwarteten Produktion 2026/27 zu sichern. In der Ukraine liegt der Fokus auf Basis- und Logistikrisiken: Lagerung auf dem Betrieb und Wahlmöglichkeiten zwischen Land- und Donau-Routen werden entscheidend sein.
  • Händler: Beobachten Sie die US-Exportverkäufe, Schlagzeilen zur Schifffahrt im Schwarzen Meer und das europäische Wetter genau. Spreads zwischen Euronext-2026- und 2027-Kontrakten sowie zwischen US- und ukrainischen Herkünften dürften volatil bleiben und relative-Value-Chancen eröffnen.

3‑Tage-Preisindikation

  • Euronext (Nov 2026): Seitwärts bis leicht fester um 250–255 EUR/t, mit wetter- und Schwarzmeer-Nachrichten als Treiber der Intraday-Volatilität.
  • CBOT (Dez 2026, in EUR): Kurzfristig leicht unterstützt, grob innerhalb einer Spanne von 170–175 EUR/t, vorbehaltlich neuer US-Daten zu Exporten und Bestandsbedingungen.
  • Physischer EU- & Schwarzmeer-Markt: Deutscher und französischer Spot-Mais dürften mit einem Aufschlag gegenüber ukrainischen Offerten gehandelt werden, wobei die ukrainische Basis schwach, aber schlagzeilengetrieben bleibt, da die Logistik weiter gestört ist.
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