Mais-Futures stabil, aber Basisfestigkeit nimmt zu, da EU-Neuerntesaison näher rückt
Mais-Futures an Euronext und CBOT bleiben in engen Spannen, während sich die EU-Kassabasis festigt und Angebote aus dem Schwarzen Meer aggressiv bleiben. Kurzfristiger Ausblick, Treiber und EUR-Preise.
Preise
Euronext-Mais (Aug–Nov 2026) bewegt sich in einer Seitwärtsrange, mit Aug 26 bei 243 EUR/t und Nov 26 bei 249 EUR/t, ohne Veränderung am 3. August und mit einer sehr flachen Kurve bis Jun 27 um 247–249 EUR/t. Weiter terminierte Kontrakte ab Nov 27 fallen auf etwa 223 EUR/t und deuten auf Erwartungen einer komfortableren langfristigen Versorgungslage hin.
CBOT-Mais ist leicht fester: Sep 26 handelt bei rund 450,25 USc/bu und Dec 26 bei 473,50 USc/bu, beide etwa 0,2 % fester im frühen Handel am 4. August. Umgerechnet entspricht dies ungefähr 177–186 EUR/t für wichtige US-Futures und lässt EU-Werte mit einem moderaten Aufschlag, der die Exportwettbewerbsfähigkeit aus dem Schwarzen Meer und der EU unterstützt.
*Indikative EUR-Umrechnung aus USc/bu.
Angebot & Nachfrage
Die flache Euronext-Kurve bis Mitte 2027 deutet auf eine weitgehend ausgeglichene Angebots- und Nachfragesituation in der EU hin: keine Knappheitsprämie auf nahe Termine, aber auch kein deutlicher Abschlag für spätere Lieferungen. Die niedrigeren Preise ab Nov 2027 um 223 EUR/t spiegeln Erwartungen normalisierter Ernten und stabiler Importströme wider, vermutlich unter der Annahme durchschnittlicher Witterung und stabiler Exporte aus dem Schwarzmeerraum.
Am Kassamarkt ist der Preis für deutschen Futtermais (14 % Feuchte EXW Drentwede) von rund 245 EUR/t Anfang Juli auf etwa 273 EUR/t bis zum 31. Juli gestiegen, was auf eine sich verengende regionale Verfügbarkeit oder eine stärkere Nachfrage der Mischfutterindustrie hinweist. Im Gegensatz dazu hat sich ukrainischer FOB-Mais in Odessa von etwa 185 EUR/t auf rund 175 EUR/t abgeschwächt, was den aggressiven Exportwettbewerb aus dem Schwarzen Meer unterstreicht.
Fundamentaldaten & Basisbewegungen
Die Divergenz zwischen flachen bis weicheren Futures und festeren EU-Kassapreisen deutet auf eine sich verstärkende Basis hin, insbesondere in Nordeuropa. Französischer FOB-Gelbmais ab Paris ist seit Mitte Juli von rund 250 EUR/t auf etwa 260 EUR/t gestiegen, während deutscher EXW-Futtermais nun mit einem klaren Aufschlag gegenüber französischen und ukrainischen Werten gehandelt wird.
Bio-Stärkemais FOB Neu-Delhi bleibt mit rund 1.300 EUR/t hoch, mit nur marginalen Veränderungen gegenüber der Vorwoche, was auf Nischennachfrage und begrenzte Angebotselastizität hinweist. Popcorn-Angebote aus Brasilien (FCA Niederlande) und Argentinien (FOB Buenos Aires) sind mit rund 750–830 EUR/t weitgehend stabil, was darauf hindeutet, dass Spezialmais-Segmente derzeit weniger von der Dynamik in Futter- und Ethanolmärkten betroffen sind.
Wetter & kurzfristige Treiber
In den kommenden Tagen wird das Wetter in den wichtigsten Anbaugebieten der Nordhalbkugel entscheidend für die Ertragserwartungen und damit für die spätere Preisentwicklung sein. Händler sollten Temperatur- und Niederschlagsanomalien im US Corn Belt sowie die Niederschlagssituation im Schwarzmeerraum beobachten; anhaltende Hitze und Trockenheit während der Kornfüllungsphase könnten das sonst komfortable Forward-Bild rasch eintrüben.
Da die Umsätze und das Open Interest an der Euronext auf Nov 26 und Mar 27 konzentriert sind, wird die Preisbildung hier voraussichtlich am schnellsten auf Veränderungen bei Ertragsschätzungen und Exportnachfrage reagieren. Derzeit deutet die geringe Volatilität der Futures darauf hin, dass der Markt nur begrenzte Produktionsrisiken einpreist.
Handelsausblick (nächste 2–4 Wochen)
- Importeure/Futterverbraucher (EU): Erwägen Sie, die Deckung schrittweise bei Rücksetzern in Richtung 240–245 EUR/t für Euronext Nov 26 zu erweitern, da sich die Kassa-Basis in Deutschland und Frankreich bereits gefestigt hat und sich mit Erntelogistik-Engpässen weiter verengen könnte.
- Erzeuger (EU): Bei einer flachen Kurve und lang laufenden Kontrakten um 247–249 EUR/t erscheinen schrittweise Absicherungen bis Mitte 2027 sinnvoll, insbesondere dort, wo Hofmargen oberhalb von 240 EUR/t positiv sind.
- Händler: Behalten Sie die sich ausweitende Spanne zwischen EU-Binnen- und ukrainischen FOB-Werten im Blick; Basistrades (long physisch Schwarzmeer / short Euronext) könnten attraktiv bleiben, solange die Logistikrisiken beherrschbar sind.
3-Tage-Preistendenz
- Euronext-Mais (Frontkontrakte): Seitwärts bis leicht fester, erwartet in einer Spanne von 240–252 EUR/t bei dünnem Nachrichtenfluss.
- EU-Kassa (Deutschland/Frankreich): Leichte Aufwärtstendenz, da Käufer nahe Angebote sichern; Basis dürfte stark bleiben.
- Schwarzmeer-Kassa (Ukraine): Leicht abwärts oder stabil, da Exporteure preislich aggressiv bleiben, um Ausfuhren aufrechtzuerhalten.