Mais legt wegen ukrainischer CPT-Gewinne zu, während deutsche Kassapreise stabil bleiben
Kompaktes Mais-Update: Schwarzmeer-CPT legt zu, deutsche EXW-Preise stabil, Brasilien-FOB fest und Euronext-Mais gestützt durch dürregeschädigtes EU-Angebot und Haftrisiken.
Preise
Neueste verfügbare physische Indikationen, umgerechnet in EUR/t (ca. 1 EUR = 1,10 USD):
Euronext-Maisfutures November 2026 handeln im Bereich der mittleren 270 EUR/t und liegen damit etwa 5–10 EUR über dem Stand der Vorwoche. Dies spiegelt knappere europäische Getreidebilanzen und witterungsbedingte Risiken wider.
Angebots- & Nachfragefaktoren (BR, DE, UA)
Brasilien (BR)
Der jüngste Conab-Erntebericht für die Woche vom 31. August bis 6. September meldet insgesamt gute Bedingungen für Safrinha-Mais, mit fortschreitenden Feldarbeiten und ohne größeren landesweiten Witterungsschock, auch wenn lokal sowohl überschüssige Feuchtigkeit als auch Trockeninseln bestehen.
Auf der Exportseite liegt ein wichtiger brasilianischer FOB-Indikator zum 5. September 2026 bei 245 USD/t, unverändert zur Vorwoche, aber rund 4 % über dem Augustdurchschnitt. Das unterstreicht einen festen globalen Boden für exportfähigen Mais. Die Erzeuger bleiben nach der vorangegangenen Preisschwäche zurückhaltende Verkäufer, was die nahe Basis stützt.
Deutschland (DE)
Der deutsche Erntebericht 2026 weist aufgrund von Sommerdürre und Hitze auf einen deutlichen Rückgang der gesamten Getreideproduktion hin; die Gesamtmenge an Getreide wird etwa 7 % unter dem Vorjahr geschätzt. Während der Fokus auf Brotgetreide liegt, haben auch Grobgetreide und Silomais Ertragseinbußen erlitten, was die lokalen Futterbilanzen in mehreren Regionen verengt.
Aktuelle deutsche Daten zeigen angespannten Bodenfeuchtezustand für Mais in Teilen des Nordens und Ostens, was mit der Dürreentwicklung übereinstimmt und auf unterdurchschnittliche Erträge in einigen wichtigen Viehhaltungsgebieten hindeutet. Dies stützt stabile bis leicht erhöhte EXW-Futtermaispreise trotz saisonalem Erntedruck.
Ukraine (UA)
Das ukrainische Exportprogramm steht weiterhin vor strukturellen Abwärtsrisiken durch Störungen in den Häfen und Sicherheitsbedrohungen rund um Odessa, die die gesamten landwirtschaftlichen Ausfuhren gegenüber früheren Erwartungen deutlich verringern könnten, selbst wenn Binnenlogistik und Donau-Routen dies teilweise kompensieren. Dieses Risiko hält eine geopolitische Prämie in den Schwarzmeer-Maispreisen gegenüber rein kostenbasierten Niveaus aufrecht.
Zugleich bleiben wettbewerbsfähige ukrainische Angebote für die Deckung der Nachfrage in der EU und MENA unverzichtbar. Die jüngste Festigung der CPT-Odessa-Preise spiegelt eine robuste Nachfrage im Nahbereich und Logistikkosten wider, auch wenn die FOB-Niveaus gegenüber den Hochs von Ende August leicht nachgegeben haben.
Fundamentaldaten & Wetterausblick
- Unterstützung durch globale Handelsströme: Stabile, aber erhöhte brasilianische FOB-Preise und aktive Exportprogramme bilden einen Boden für die Weltmarktpreise und begrenzen das Abwärtspotenzial für Schwarzmeer- und EU-Herkünfte.
- Engpass bei europäischer Versorgung: Die dürregeschädigte deutsche Getreideernte und unterdurchschnittliche Feuchteprofile für Mais verstärken die Knappheit bei Futtergetreide in der Region und stützen Euronext sowie deutsche Kassamärkte.
- Risikoprämie im Schwarzen Meer: Anhaltende Sicherheitsprobleme rund um Odessa und ukrainische Häfen belasten das Exportvertrauen und halten die Korridor- und Versicherungskosten erhöht, was eine Risikoprämie in ukrainischen CPT- und FOB-Notierungen aufrechterhält.
Kurzfristiger Wetterüberblick (nächste ~3 Tage)
- Brasilien (Zentrum‑West & Süden): Prognosen deuten auf vereinzelte Schauer bei saisonal warmen Temperaturen hin, insgesamt neutral für die Logistik des späten Safrinha-Maises, können aber die Erntearbeiten in feuchteren Teilgebieten von Paraná und Mato Grosso do Sul verlangsamen.
- Deutschland (Nord & Ost): Modelle signalisieren begrenzte Niederschläge und für Anfang September typische Temperaturen. Das schafft gute Zeitfenster für die Maisernte, trägt aber wenig zur Auffüllung der ohnehin trockenen Unterböden bei.
- Ukraine (Zentral & Süd, inkl. UA-Maisgürtel): Überwiegend trockene, milde Bedingungen werden erwartet, günstig für Abreife und frühen Erntefortschritt, wobei anhaltende Trockenheit das spätsaisonale Ertragspotenzial auf einigen Schlägen begrenzen könnte.
Handelsausblick & 3‑Tage-Preisindikator
Umsetzbare Hinweise
- Futterkäufer in DE: Erwägen Sie, einen Teil des Bedarfs für Q4–Q1 bei aktuellen EXW-Rücksetzern im Vergleich zu Euronext abzusichern, da lokale Angebotsrisiken und feste Brasilien-/Schwarzmeer-Böden das Abwärtspotenzial begrenzen.
- Ukrainische Verkäufer (UA): Kurzfristige Rallyes aufgrund geopolitischer Schlagzeilen und fester CPT-Nachfrage eröffnen Chancen, Verkäufe schrittweise aufzubauen, insbesondere wenn die Lagerkapazität am Hof begrenzt ist.
- Importeure in MENA/EU: Diversifizieren Sie zwischen UA- und BR-Herkünften, um Logistik- und politische Risiken zu steuern; die derzeitige brasilianische FOB-Parität erscheint wettbewerbsfähig gegenüber den erhöhten europäischen Futures.
3‑Tage-Regionale Preisindikation (Richtung)
- Brasilien FOB (BR): Tendenz: seitwärts bis leicht fester in EUR, verankert nahe 220–225 EUR/t, da Exportnachfrage und Währungsdynamik einander ausgleichen.
- Deutschland EXW (DE): Tendenz: seitwärts um 285–295 EUR/t; Erntedruck wird weitgehend durch die schwache Getreideernte 2026 und eine enge lokale Futternachfrage kompensiert.
- Ukraine CPT/FOB Odessa (UA): Tendenz: leicht fester in EUR, da Exporteure Sicherheitsrisiken und robuste Nahfristnachfrage einpreisen; die Notierungen dürften kurzfristig oberhalb der Spanne von 165–175 EUR/t bleiben.
- Euronext-Maisfutures (Paris): Tendenz: seitwärts bis leicht höher, solange Wetterrisiken in Europa und das Schwarzmeer-Risiko anhalten, mit Unterstützung im oberen 260er- bis mittleren 270er-EUR/t-Bereich.