Maismärkte stabil, doch Wetter- und Schwarzmeer-Risiken begrenzen die Unterseite
Maismärkte behaupten sich: Euronext-Mais stabil um 247–252 EUR/t, während CBOT nachgibt. Hitze in der EU und Schwarzmeer-Exportrisiken begrenzen die Unterseite. Kurzfristig leicht fester Bias.
Die Maispreise handeln in einer relativ engen Spanne, wobei Euronext-Mais unverändert und CBOT etwas schwächer tendiert, während die physischen Prämien in Europa und im Schwarzmeerraum stabil bis leicht weicher bleiben. Witterungsstress in Teilen der EU und anhaltende Risiken für den ukrainischen Exportkorridor verhindern eine stärkere Korrektur, haben aber bislang noch keine ausgeprägte Risikoprämie ausgelöst.
Die europäischen Maisfutures an der Euronext sind entlang der Kurve unverändert und signalisieren eine Pause nach der vorherigen Volatilität. Am physischen Markt sind die Preise für ukrainischen und deutschen Futtermais im Monatsverlauf leicht gesunken, während französische FOB-Offerten wieder angezogen haben, was lokale Wetterbedenken und Logistik widerspiegelt. Gleichzeitig geben die US-Futures angesichts insgesamt ausreichender Erntebedingungen nach.
Preise
Euronext-Mais notiert weitgehend stabil: Die nächstfälligen Kontrakte liegen bei rund 252 EUR/t für Aug 2026 und 247 EUR/t für Nov 2026, während sich die 2027er Strip-Kontrakte nahe 248 EUR/t bündeln. Ab Ende 2027 dreht die Kurve deutlich nach unten, mit Nov 2027 und weiter laufenden Terminen bei etwa 223 EUR/t. Dies deutet auf die Erwartung einer mittel- bis langfristigen Angebotsverbesserung und einer begrenzten Risikoprämie am langen Ende der Kurve hin. An der CBOT handelt vorderer Sep 2026-Mais bei etwa 445 USc/bu und Dez 2026 bei rund 468 USc/bu, beide rund 0,2 % schwächer zum Vortag. Diese leichte Schwäche spiegelt gute Bonitierungen und freundliche Kurzfrist-Wetterprognosen in wichtigen US-Anbaugebieten wider, was den Exportwettbewerb hoch hält und den Spielraum für Aufwärtspotenzial bei den europäischen Preisen begrenzt. Am physischen Markt deuten jüngste Offerten auf ukrainischen Futtermais um 0,175–0,19 EUR/kg (175–190 EUR/t) FOB/FCA/CPT Odessa hin, etwas unter dem Niveau von Anfang Juli, während deutscher EXW-Futtermais bei etwa 0,26–0,27 EUR/kg (260–270 EUR/t) liegt. Französischer FOB-Gelbbmais nahe Paris wird mit etwa 0,26 EUR/kg (260 EUR/t) angegeben, nach 0,25 EUR/kg Mitte Juli, was auf eine gewisse Verengung des Angebots in Westeuropa hinweist.
BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage
Das Wetter bleibt der zentrale Treiber für die kurzfristigen Ertragserwartungen. In West- und Mitteleuropa haben anhaltende Hochdrucklagen und wiederholte Hitzewellen seit Juni die Wasserbilanz verschärft und Maisbestände in Teilen Frankreichs, Deutschlands und der Nachbarländer unter Stress gesetzt. Nationale und EU-weite Analysen verweisen nach der Juni-Hitze auf erhebliche Einbußen im französischen Maisertragspotenzial; Frankreich gehört zu den am stärksten betroffenen Getreideerzeugern. In den USA zeigen jüngste NOAA-Prognosen für den Corn Belt tendenziell normale bis leicht überdurchschnittliche Temperaturen und uneinheitliche Niederschläge, jedoch ohne unmittelbare, flächendeckende Ausweitung der Dürre in den Kernanbaustaaten in den kommenden Tagen. Dies stützt die Erwartungen an eine insgesamt ausreichende 2026er Ernte und passt zum aktuellen Mangel an Aufwärtsdynamik an der CBOT. Die Ukraine bleibt der wichtigste geopolitische Unsicherheitsfaktor. Während die Fundamentaldaten weiterhin eine beträchtliche Maisernte 2026/27 von über 30 Mio. t erwarten lassen, werden die Exportlogistik und der Getreidekorridor durch Raketen- und Drohnenangriffe auf die Schwarzmeer-Hafeninfrastruktur und wiederholte Störungen weiter beeinträchtigt. Jüngste Berichte über schwere Schäden an wichtigen Exportterminals unterstreichen die Abwärtsrisiken für die tatsächlich realisierten Exportvolumina, trotz wettbewerbsfähiger ukrainischer FOB-Werte.Fundamentaldaten & Wetter
Fundamental signalisiert die flache Euronext-Kurve für 2026–2027 um 247–248 EUR/t, dass sich der Markt insgesamt mit der Versorgungslage wohlfühlt, aber angesichts von Wetter- und kriegsbedingten Unsicherheiten noch nicht zuversichtlich genug ist, deutlich niedrigere Preisniveaus einzupreisen. Der starke Sprung nach unten auf etwa 223 EUR/t bei späten 2027er- und 2028er-Kontrakten deutet auf die Erwartung einer Normalisierung hin, sobald die aktuellen Schocks auslaufen. Kurzfristig ziehen sich die EU-Maisfundamentaldaten an der Marge zusammen: Hitze und Trockenheit haben die Erträge in Frankreich und Teilen Mitteleuropas bereits reduziert, während anhaltend hohe Temperaturen bis in den frühen August hinein die Spätblüte und Kornfüllung weiter belasten könnten. Demgegenüber könnten günstigere Bedingungen in Teilen Deutschlands und Osteuropas diese Verluste teilweise kompensieren, sodass die EU-Gesamtbilanz angespannt, aber noch nicht kritisch bleibt. In den USA stützen die wöchentlichen Zustandsberichte der Kulturen und die Niederschlagsprognosen weiterhin die Erwartung einer insgesamt „guten“ Maisernte, auch wenn lokale Trockenheit in Teilen des westlichen Corn Belt und der Plains ein Thema bleibt, wo das Risiko einer schnell einsetzenden Dürre hervorgehoben wurde. Derzeit ist dies eher ein Beobachtungspunkt als ein aktiver Preistreiber, doch ein Umschwung zu anhaltend heiß-trockenem Wetter würde sich rasch in den CBOT-Notierungen und in der Folge auch an der Euronext widerspiegeln.Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
- Seitwärts bis fester Bias in Europa: Mit Euronext Aug/Nov 2026 um 247–252 EUR/t und weiterhin nach oben gerichteten Wetterrisiken in Westeuropa dürften Spot- und Naheterminkontrakte in den nächsten Tagen seitwärts bis moderat fester tendieren, sofern es nicht zu einer deutlichen Änderung beim US-Wetter oder im Makroumfeld kommt.
- Unterseite durch Schwarzmeer-Risiko begrenzt: Wettbewerbsfähige ukrainische Offerten um 175–190 EUR/t bleiben attraktiv, werden jedoch durch Sicherheits- und Logistiksorgen relativiert. Weitere Angriffe auf Exportinfrastruktur könnten die Spannen zwischen EU- und Schwarzmeerpreisen rasch ausweiten.
- Absicherungsstrategie für Verbraucher: EU-Futterverbraucher und Stärkehersteller können bei Rücksetzern in Richtung des unteren Endes der jüngsten Euronext-Spanne schrittweise Deckung aufbauen und dabei auf terminferne Kontrakte bis Mitte 2027 setzen, wo die Kurve relativ flach bleibt.
- Vorgehen der Erzeuger: Europäische Landwirte, die mit Wetterunsicherheiten konfrontiert sind, könnten einen Teil der erwarteten Produktion auf dem aktuellen Niveau absichern, sich aber über Optionen eine gewisse Aufwärtspartizipation erhalten, angesichts des Potenzials weiterer Ertragsherabstufungen und geopolitischer Schocks.
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