Peanut-Preise stabilisieren sich: Brasilien und Indien im Fokus

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Der internationale Erdnussmarkt zeigt sich Mitte März 2026 bemerkenswert stabil, obwohl sich im Hintergrund mehrere gegensätzliche Kräfte überlagern. Auf der Angebotsseite steht ein dynamisch wachsender Exportsektor in Brasilien, der seine Lieferungen 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund ein Viertel ausweitet und damit den Status des Landes als wichtigen Lieferanten – vor allem aus dem Bundesstaat São Paulo – zementiert. Gleichzeitig bleibt Indien als zweitgrößter Produzent und wichtiger Exporteur von Erdnüssen (Groundnuts) ein preisbildender Faktor: Die jüngsten amtlichen Schätzungen weisen für 2024/25 einen deutlichen Produktionsanstieg im Kharif-Segment auf, was grundsätzlich preisdämpfend wirkt, während umfangreiche staatliche Stützungsankäufe über NAFED einen Boden unter die Erzeugerpreise legen. Auf der Nachfrageseite sorgen robuste Öl- und Snackindustrie, eine lebhafte Futtermittelnachfrage sowie stabile Importströme nach China und in die EU für eine solide Grundauslastung der Exportkapazitäten.

In diesem Umfeld haben sich die von Ihnen gemeldeten Exportangebote aus Brasilien (Brasília, FOB) und Indien (Gujarat und New Delhi, FOB/CFR) in den letzten Wochen weitgehend seitwärts entwickelt. Die Roh-Erdnüsse aus Brasilien notieren per 14. März 2026 unverändert, ebenso die indischen Birdfeed- und Röstware-Kontrakte, während lediglich einzelne indische Bold-Qualitäten leicht nachgegeben und Java-Qualitäten moderat zugelegt haben. Parallel dazu sorgt sehr heißes, überwiegend trockenes Wetter in den indischen Kernregionen Gujarat und im Raum New Delhi für eine zügige Räumung der Bestände und unterstützt damit die Exportlogistik, ohne kurzfristig Ertragsrisiken auszulösen, da die Haupternte bereits eingebracht ist. In Brasilien hingegen behindern anhaltend kräftige Regenfälle im Raum Brasília punktuell die Binnenlogistik, ohne bislang die exportorientierten Anbau- und Verarbeitungszentren im Bundesstaat São Paulo strukturell zu beeinträchtigen. Insgesamt ergibt sich daraus für die kommenden Tage ein überwiegend ruhiges Preisbild mit leicht fester Tendenz für höherwertige indische Java-Qualitäten und stabilen bis minimal schwächeren Notierungen für Standard-Bold- und Birdfeed-Ware.

📈 Preisüberblick & Marktniveau (alle Preise in EUR)

Hinweis zu Währungen: Die gemeldeten Angebotswerte liegen ursprünglich in USD vor. Für diese Auswertung wurden sie mit einem vereinfachten Kurs von 1 USD = 0,92 EUR in Euro umgerechnet. Alle folgenden Preisangaben sind gerundet und in EUR pro kg FOB bzw. CFR angegeben.

Aktuelle Angebotsübersicht (Stand 14. März 2026)

Ursprung Region / Hafenbasis Typ Term Preis aktuell
(EUR/kg)
Preis vor 1 Woche
(EUR/kg)
Wochenveränderung Sentiment
Indien New Delhi Roasted split 60/70/80 FOB 1,11 1,11 0,0 % Stabil
Brasilien Brasília Raw FOB 1,20 1,20 0,0 % Stabil bis leicht freundlich
Indien New Delhi Birdfeed CFR 0,99 0,99 0,0 % Neutral
Indien Gujarat – Gondal Bold 40–50 FOB 0,96 0,97 -1,0 % Leicht schwächer
Indien New Delhi Bold 50–60 FOB 0,95 0,96 -1,0 % Leicht schwächer
Indien New Delhi Bold 60–70 FOB 0,94 0,95 -1,0 % Leicht schwächer
Indien New Delhi Java 50–60 FOB 1,20 1,16 +3,4 % Fester
Indien New Delhi Java 60–70 FOB 1,10 1,06 +3,5 % Fester
Indien New Delhi Java 70–80 FOB 1,09 1,05 +3,5 % Fester

Anmerkung: Die EUR-Werte wurden aus den gemeldeten USD/kg-Preisen (1,21; 1,30; 1,08; 1,04; 1,03; 1,02; 1,30; 1,20; 1,19 usw.) mit 0,92 multipliziert und auf zwei Dezimalstellen gerundet.

🌍 Angebot & Nachfrage BR / IN

Brasilien (BR)

  • Brasilien exportiert rund 30 % seiner Erdnussproduktion, wobei der Bundesstaat São Paulo über 90 % der nationalen Erzeugung stellt.
  • Für die Ernte 2024/25 wird ein weiteres Exportwachstum von ca. 26 % erwartet, getrieben durch starke Nachfrage aus China und Europa sowie steigende Erdnussöl-Exporte.
  • Die starke Konkurrenz im Ölsaatenkomplex (Sojabohnen) stützt die Auslastung der Logistikinfrastruktur; die Erdnuss profitiert indirekt von verbesserten Hafen- und Transportkapazitäten.

Indien (IN)

  • Indien ist nach China der zweitgrößte Erdnussproduzent; die amtliche 2. Vorausabschätzung 2024/25 weist einen deutlichen Anstieg der Kharif-Groundnut-Produktion auf (über 100 Mio. t in Schalen, Index gegenüber Vorjahren deutlich höher).
  • Der Staat stützt die Erzeugerpreise durch großvolumige NAFED-Käufe; im Kharif 2024/25 wurden bereits rund 1,5 Mio. t Groundnuts zum Mindeststützungspreis (MSP) übernommen.
  • Historisch niedrige Inlandspreise in einigen Bundesstaaten haben die Exportkonkurrenzfähigkeit Indiens erhöht; Exportvolumina von 7,5–8 Mio. t (Kerne) im GJ 2024/25 werden in der Branche diskutiert.

📊 Fundamentale Treiber & Politik

  • USDA-Oilseeds-Berichte: Im globalen Ölsaatenkomplex werden für 2025/26 steigende Lagerbestände bei Sojabohnen, aber eine relativ stabile Situation bei Erdnüssen erwartet. Das begrenzt das Aufwärtspotenzial, verhindert aber auch einen starken Preisverfall.
  • Indische Politik: Höhere Düngemittelsubventionen und ein angehobener MSP für Groundnut stabilisieren die Produktionsanreize und begrenzen das Risiko eines deutlichen Flächenrückgangs.
  • EU-Importanforderungen: Strengere Rückstands- und Aflatoxin-Grenzwerte sowie frühere Beanstandungen, u. a. gegen brasilianische Ware, halten Qualitätsprämien für verlässlich zertifizierte Partien hoch.
  • Handelsabkommen: Die Vertiefung der Beziehungen zwischen Mercosur und EU sowie die starke China-Nachfrage stützen die Exportperspektiven für brasilianische Erdnüsse strukturell.

🌦 Wetterausblick BR / IN (3 Tage) und Markteinfluss

Brasilien – Region Brasília (Referenz für Ursprungsland BR)

  • 15.–17. März 2026: Überwiegend bewölkt mit wiederholten Schauern und Gewittern, Tageshöchstwerte um 27–28 °C; mehrere Starkregenwarnungen (Gelb/Orange) wegen 50–100 mm/Tag und möglicher Sturmböen.
  • Markteinfluss:
    • Kurzfristig Risiko von Verzögerungen im Straßentransport aus dem Landesinneren zu den Exportkorridoren, jedoch begrenzter Einfluss auf die strukturell wichtigen Erdnussregionen in São Paulo.
    • FOB-Angebote ab Brasilien bleiben daher primär von Nachfrage- und Wechselkursseite bestimmt; wetterbedingte Prämien sind aktuell gering.

Indien – Region New Delhi

  • 15.–17. März 2026: Hitzig mit 30–33 °C Höchsttemperatur, zeitweise Gewitter am 15.03., danach sehr warme, dunstige Bedingungen bei stark belasteter Luftqualität.
  • Markteinfluss:
    • Keine akuten Ertragsrisiken, da die Haupternte bereits eingebracht wurde.
    • Die Hitze begünstigt eine rasche Trocknung und beschleunigt die Abwicklung von Exportaufträgen, was den Druck auf kurzfristige Lagerbestände reduziert.

Indien – Region Gujarat (Gondal als Kernmarkt)

  • 15.–17. März 2026: Sehr heiß mit Höchstwerten um 35–40 °C, viel Sonne, kaum Niederschlag; wiederholte Warnungen vor Dehydrierungs- und Hitzschlagrisiken bei Aktivitäten im Freien.
  • Markteinfluss:
    • Unterstützt eine rasche Räumung der Lager in Richtung Export, kann aber bei anhaltender Hitze die Qualität in unklimatisierten Lagern (Ölgehalt, Bruch, Aflatoxinrisiko) beeinträchtigen.
    • Preise für Standard-Bold-Ware bleiben durch das reichliche Angebot leicht unter Druck, während qualitativ hochwertige, gut gelagerte Partien Prämien erzielen können.

📉 Globale Produktion & Lager – Einordnung BR / IN

Land Rolle im Handel Produktion 2024/25
(Mio. t, Schätzung)
Exportanteil Tendenz
China Größter Produzent, begrenzter Export ca. 18–19 < 5 % Stabil
Indien Großer Produzent & Exporteur ca. 10–11 10–20 % Leicht steigend (gute Kharif-Ernte)
Brasilien Spezialisierter Exporteur ca. 0,7–0,8 ~30 % Steigend (Export+26 %)
Nigeria Regionaler Anbieter ca. 4–4,5 Begrenzt Stabil

Hinweis: Produktionszahlen sind gerundete Größenordnungen auf Basis USDA/OECD- und nationaler Quellen, um die relative Bedeutung der Akteure einzuordnen.

📌 Kurzfristige Handelsimplikationen (BR / IN)

  • Die stabile Seitwärtsbewegung der gemeldeten FOB-/CFR-Angebote in BR und IN spiegelt ein gut versorgtes, aber nachfrageseitig solides Marktumfeld wider.
  • Indische Java-Qualitäten zeigen eine klare Festigungstendenz und könnten bei anhaltend guter Nachfrage der Snack-Industrie weitere leichte Aufschläge sehen.
  • Bold- und Birdfeed-Segmente bleiben durch reichliches Angebot und staatliche Stützungskäufe in Indien eher gedeckelt.
  • Brasilianische Rohware profitiert von der starken Position des Landes im Ölsaaten-Export; zusätzliche Nachfrageimpulse aus China könnten im Jahresverlauf zu leichten Prämien führen.

📆 3-Tage-Preisprognose (EUR, indikativ)

Annahme: Kurzfristig keine abrupten Änderungen bei Wechselkursen, Frachtkosten oder politischen Eingriffen. Alle Werte beziehen sich auf den Zeitraum 15.–17. März 2026 und sind in EUR/kg angegeben.

Ursprung Region Typ Term Spot (14.03.)
(EUR/kg)
Prognose 3 Tage
(EUR/kg)
Tendenz
Brasilien Brasília / Exportkorridor Raw FOB 1,20 1,19–1,22 Seitwärts
Indien Gujarat – Gondal Bold 40–50 FOB 0,96 0,95–0,97 Leicht schwach
Indien New Delhi Bold 50–60 FOB 0,95 0,94–0,96 Leicht schwach
Indien New Delhi Java 50–60 FOB 1,20 1,19–1,22 Leicht fest
Indien New Delhi Roasted split 60/70/80 FOB 1,11 1,11–1,13 Stabil bis leicht fest
Indien New Delhi Birdfeed CFR 0,99 0,98–1,00 Seitwärts

🎯 Trading-Ausblick (kurz & praxisnah)

  • Käufer (EU / MENA / China):
    • Standard-Bold-Qualitäten aus Indien können weiterhin in kleinen Tranchen auf aktuellem Niveau gesichert werden; nennenswertes Abwärtsrisiko ist aufgrund staatlicher Stützung begrenzt.
    • Für hochwertige Java- und Röstqualitäten empfiehlt sich eine schrittweise Deckung, da die jüngste Festigungstendenz anhalten könnte.
    • Brasilianische Rohware bietet ein attraktives Diversifikationsprofil; bei stabilen Frachtraten sind Spot- und Kurzfristkontrakte interessant.
  • Verkäufer / Exporteure (BR / IN):
    • Indische Exporteure sollten das aktuell freundliche Preisumfeld für Java-Qualitäten nutzen und Kontrakte mit enger Lieferfrist abschließen.
    • Brasilianische Anbieter können angesichts der soliden Nachfrage aus China und Europa leicht höhere Prämien für zertifizierte, EU-konforme Ware ansetzen.
    • Risikomanagement über Währungsabsicherungen (USD/EUR) bleibt angesichts der globalen Zins- und Wechselkursschwankungen empfehlenswert.