Raps unter Wetterstress, aber Ernte stabil: Ukraine Marktupdate
Ukraine Raps 2026: Dürre und Frost treffen die Bestände, aber die Ernte wird nahe dem Vorjahr erwartet. Sehen Sie Preistrends, Wetterrisiken und kurzfristigen Handelsausblick.
Preise
Die inländischen Rapskurse in der Ukraine sind relativ stabil, mit leicht festerer Tendenz der CPT-Odesa-Werte vor dem Eintreffen der neuen Ernte, während sich die MATIF-Futures gut unterstützt zeigen.
- Ukraine, CPT Odesa (Qualität 1, < 35 mcm): etwa 0,487 EUR/kg (487 EUR/t) am 26. Juni, geringfügig unter dem Vortag, aber gegenüber rund 475 EUR/t vor einer Woche fester.
- Ukraine, FCA Kyjiw/Odesa (42 % Öl, 98 % Reinheit): stabil nahe 0,53 EUR/kg (530 EUR/t) seit Mitte Juni, nach einer Korrektur von 580 EUR/t zu Monatsbeginn.
- Frankreich, FOB Paris: rund 0,70 EUR/kg (700 EUR/t) am 26. Juni, entsprechend dem oberen Bereich der Juni-Spanne und im Einklang mit festen Euronext-Rapsfutures nahe 515–520 EUR/t.
Angebot & Nachfrage
Raps wird von ukrainischen Landwirten als die schwierigste Kultur in dieser Saison beschrieben. Die südlichen Regionen litten unter Herbstdürre und nahezu trockener Aussaat, gefolgt von Frostperioden im Winter und im Mai, die Bestände schädigten und das Ertragspotenzial verringerten.
Trotz dieser Belastungen sind die Felder, die den Winter im Süden überstanden haben, nun fast druschreif, dort wird eine moderate Ernte erwartet. Auf nationaler Ebene deuten die aktuellen Erwartungen auf eine Rapsernte 2026 nahe dem Vorjahresvolumen hin, was auf eine nur begrenzte Verengung des inländischen Angebots schließen lässt und die Exportströme weitgehend im Einklang mit der vergangenen Saison hält.
Fundamentaldaten & Wetter
Wetter bleibt ein wichtiger kurzfristiger Risikofaktor, ist jedoch nicht mehr der dominierende Treiber, da sich die Kultur der Ernte nähert. Im Süden der Ukraine, einschließlich der Region Odesa, zeigen die jüngsten und prognostizierten Bedingungen überwiegend warmes, saisonal trockenes bis mäßig trockenes Wetter, was den Feldzugang und einen frühen Drusch ohne größere Verzögerungen ermöglichen sollte.
Auf der Nachfrageseite signalisieren feste Euronext-Rapsfutures über 500 EUR/t und vergleichsweise hohe FOB-Preise in Frankreich eine anhaltend angespannte europäische Ölsaatenbilanz und stützen die ukrainische Exportnachfrage. Gleichzeitig dämpft die Erwartung einer ukrainischen Ernte in etwa auf Vorjahresniveau – statt deutlich niedriger – eine stark bullische Reaktion auf die früheren Wetterschäden.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsmeinung
- Preis-Tendenz (Ukraine, ab Hof/CPT): leicht fester bis seitwärts in den nächsten Tagen, da der frühe Erntefortschritt im Süden auf solide Exportnachfrage und feste EU-Benchmarks trifft.
- Landwirte: Erwägen Sie, einen Teil der erwarteten Produktion aus verbliebenen Beständen im Voraus zu verkaufen, insbesondere im Süden, wo die Ernte unmittelbar bevorsteht und die Erträge moderat erscheinen, um die aktuellen Aufschläge gegenüber den Niveaus Anfang Juni zu sichern.
- Händler/Exporteure: Halten Sie die Absicherung für nahe Termine aufrecht; die Basis in ukrainischen Häfen dürfte unterstützt bleiben, solange das Inlandsangebot nur schrittweise durch Raps der neuen Ernte aufgefüllt wird.
- Ölmühlen: Beobachten Sie das Erntetempo; wenn die Erträge eine Ernte nahe dem Vorjahr bestätigen, könnten sich später Beschaffungsmöglichkeiten ergeben, kurzfristig werden die Inputkosten jedoch durch die Konkurrenz der Exportkanäle hoch bleiben.
3‑Tage-Preisindikation (EUR)
- Ukraine, CPT Odesa (Raps, Qualität 1): Wird in den nächsten drei Tagen voraussichtlich in einer Spanne von etwa 480–495 EUR/t gehandelt, mit leichtem Aufwärtspotenzial, falls die Ernteergebnisse nur moderate Erträge bestätigen.
- Ukraine, FCA Kyjiw/Odesa (42 % Öl): dürfte sich um 520–540 EUR/t einpendeln und sich nach den Korrekturen Mitte Juni stabilisieren.
- Frankreich, FOB Paris: Preise dürften sich fest nahe 690–710 EUR/t halten, im Einklang mit Euronext-Futures über 500 EUR/t und als Ausdruck der angespannten EU-Ölsaaten-Fundamentaldaten.