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Rapsmarkt: Rekordhafte Schrot-Nachfrage stützt Saat trotz gemischter Preise

Rapsmarkt: Rekordhafte Schrot-Nachfrage stützt Saat trotz gemischter Preise

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Knackige Analyse des Rapssaatmarkts: Rekord-Schrotverbrauch 2025/26, starke EU- und China-Nachfrage, aktuelle EUR-Preisniveaus und kurzfristiger Trading-Ausblick.

Die weltweite Rapsschrotnachfrage dürfte im Wirtschaftsjahr 2025/26 einen Rekordstand erreichen und sorgt damit für grundsätzlich unterstützende Fundamentaldaten für Rapssaat, auch wenn die Spotpreise in einigen Herkünften leicht nachgeben. Eine starke FuttermitteInachfrage in der EU und wieder auflebendes chinesisches Kaufinteresse sind die zentralen Säulen dieser schrotgetriebenen Haussegeschichte. Von Oktober 2025 bis März 2026 hat der Verbrauch von Rapsschrot bereits deutlich zugelegt, und bis September wird weiteres Wachstum erwartet. Ölmühlen laufen auf hoher Auslastung, um attraktive Margen zu realisieren und die robuste Nachfrage aus der Viehhaltungsbranche zu bedienen. Dies gewährleistet ein reichliches Schrotangebot, hält aber zugleich die Saatenabnahme stabil. Damit entsteht ein konstruktives Umfeld für Saatenpreise, auch wenn regionale Versorgungslage, Frachtkosten und politische Entwicklungen – insbesondere im China–Kanada-Handel – die kurzfristige Preisrichtung prägen.

Prices

Physische Rapsangebote deuten Anfang Juni 2026 auf ein gemischtes, aber insgesamt stabiles Preisumfeld hin. Ukrainischer Raps (mind. 42 % Öl, FCA Odessa und Kiew) wird derzeit bei rund 0,58 EUR/kg indiziert, nach 0,60 EUR/kg Ende Mai, was einen moderaten kurzfristigen Druck und wettbewerbsfähige Schwarzmeer-Angebote widerspiegelt. Französischer Raps FOB Paris behauptet sich nahe 0,64 EUR/kg, im Wochenvergleich weitgehend unverändert, nachdem er sich seit Anfang Mai von rund 0,60 EUR/kg erholt hat.

Auf Tonnenbasis umgerechnet liegen die aktuellen Indikationen grob zwischen 580 EUR/t (Ukraine FCA) und 640 EUR/t (Frankreich FOB) und damit im Einklang mit den jüngsten Euronext-Rapssaat-Futures-Niveaus in EUR. Dies legt nahe, dass trotz leicht nachgebender Kassanotierungen im Schwarzmeerraum der breitere europäische Rapskomplex weiterhin durch solide Nachfrage nach Öl und – entscheidend – Schrot abgesichert bleibt.

Supply & Demand

Die weltweite Rapsschrotnachfrage ist der zentrale Treiber des aktuellen Marktes. Im Zeitraum Oktober 2025–März 2026 stieg der globale Rapsschrotverbrauch im Jahresvergleich um rund 0,9 Mio. t, angetrieben durch höhere Ölsaatenverarbeitung und eine verstärkte Nutzung in Futtermischungen. Für 2025/26 wird nun ein Rekordverbrauch von etwa 47,2 Mio. t Rapsschrot erwartet, was einem jährlichen Zuwachs von rund 2 Mio. t entspricht.

Die Europäische Union bleibt der Motor dieser Expansion. Seit Beginn des Wirtschaftsjahrs 2025/26 ist der Rapsschrotverbrauch in der EU um rund 0,8 Mio. t gestiegen, gestützt durch rege Verarbeitung und eine feste Nachfrage aus der Viehwirtschaft. Für den Zeitraum April–September könnte die weltweite Schrotnachfrage um weitere 1,0–1,1 Mio. t wachsen, wobei nahezu die Hälfte des zusätzlichen Volumens – rund 0,5 Mio. t – allein aus der EU erwartet wird.

China tritt nach der Lockerung der Beschränkungen für kanadische Ware wieder als wichtiger Käufer von Rapsschrot auf, was die Handelsstimmung verbessert und die Exportchancen ausweitet. Jüngste chinesische Maßnahmen zur Senkung der Anti-Dumping-Zölle auf kanadische Canolasaat und zur Aussetzung der Strafzölle auf Canolaschrot bis Ende 2026 verstärken diesen Trend und helfen, die Handelsströme zu normalisieren. Diese Kombination aus starker EU-Nutzung und wiederaufflammender chinesischer Nachfrage verankert die globale Schrotnachfrage und damit indirekt auch die Saatennachfrage.

Fundamentals & Margins

Rekordhoher Schrotskonsum ist eng mit hohen Ölsaaten-Crushmengen verknüpft. Eine rege Rapsverarbeitung in Europa und anderen Kernregionen erhöht die Verfügbarkeit von Schrot und erzeugt zugleich einen stetigen Strom an Rapsöl für Lebensmittel- und Biodieselmärkte. Solange die Crushmargen positiv bleiben – unterstützt durch feste Proteinmehlpreise und eine robuste Nachfrage nach Pflanzenölen – haben Verarbeiter einen Anreiz, die Auslastung hoch zu halten und damit die Saatennachfrage zu stützen.

Gleichzeitig sind die globalen Rapsbilanzen nicht übermäßig eng, und ein stetiges Angebot aus dem Schwarzmeerraum, der EU und Kanada verhindert einen aggressiven Preissprung bei Saaten. Allerdings bleibt das politische Risiko rund um Chinas Importregime für kanadische Canola- und rapsbezogene Produkte sowie die Wetterlage in den wichtigsten Anbauregionen ein entscheidender Beobachtungspunkt. Aktuelle Wetterprognosen für den EU-Rapsgürtel (Frankreich, Deutschland, Polen) weisen auf saisonal milde Temperaturen und generell ausreichende Niederschläge hin, mit lokalen Trockenphasen, aber bislang ohne flächendeckende Stresssignale.

Short-Term Outlook

Ein weiterer Anstieg des Rapsschroteinsatzes zwischen April und September – um bis zu 1,1 Mio. t weltweit – dürfte den Schrothandel gut unterstützt halten und die Saatenpreise indirekt abstützen. Die EU wird voraussichtlich für fast die Hälfte dieser zusätzlichen Nachfrage verantwortlich sein, während Chinas verbesserter Zugang zu kanadischem Angebot der internationalen Handelsdynamik eine zusätzliche Stütze verleiht.

Für Saaten ergibt sich daraus in Europa ein überwiegend seitwärts bis fester Ausblick, mit Abwärtsrisiken in Herkünften, in denen der Exportwettbewerb hoch und die Logistik flexibel ist (z. B. Schwarzmeerraum). Die Preisentwicklung in den kommenden Wochen wird maßgeblich von Crushmargen, der praktischen Umsetzung chinesischer Importpolitik sowie von ersten Signalen zu den Ernteaussichten 2026/27 in Europa, Kanada und dem Schwarzmeerraum abhängen.

Trading Outlook

  • Für Ölmühlen und Futtermittelhersteller: Es kann sinnvoll sein, einen Teil des Raps- und Schrotsbedarfs für den Rest des Wirtschaftsjahrs 2025/26 abzusichern, da rekordhohe Schrotnachfrage und eine feste EU-Nutzung auf anhaltende Unterstützung hindeuten, auch wenn Saaten kurzfristig volatil sein können.
  • Für Erzeuger: In Regionen mit starker Basis (z. B. EU, Frankreich) können gestaffelte Verkäufe in die aktuelle Festigkeit hinein ratsam sein, während ein Teil der Mengen zur Teilnahme an potenziell enger werdenden Saatenbilanzen infolge schrotgetriebener Nachfrage im Spätverlauf gehalten wird.
  • Für Importeure in Asien und MENA: Nutzen Sie die derzeitige relative Preisstabilität – insbesondere ukrainische FCA-Angebote um 580 EUR/t – zur Absicherung des Nahbedarfs, behalten Sie jedoch Flexibilität für mögliche Basisschwankungen infolge chinesischer Käufe und sich ändernder Frachtraten.

3-Day Directional Price Indication (EUR)

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
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