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Rekord-Maisernte in Argentinien lastet auf seitwärts tendierendem Weltmarkt

Rekord-Maisernte in Argentinien lastet auf seitwärts tendierendem Weltmarkt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Die Kernregion Argentiniens steuert auf eine Rekord-Maisernte 2025/26 zu und belastet einen seitwärts tendierenden Weltmarkt mit stabilen Euronext-Notierungen und flachen Offerten aus dem Schwarzen Meer.

Der zentrale Maisgürtel Argentiniens steuert auf eine Rekordernte 2025/26 zu und erhöht damit das komfortable Angebot auf einem globalen Markt, in dem Termin- und Kassapreise weitgehend in einer Seitwärtsrange verharren. Kurzfristiger Preisdruck ist wahrscheinlich, doch eine starke Futter- und Industrianfrage dürfte das Abwärtspotenzial begrenzen. Die Kern-Agrarregion Argentiniens dürfte 2025/26 rund 20,35 Mio. Tonnen Mais liefern, etwa 35 % über dem bisherigen Rekord und deutlich über den Erwartungen zu Saisonbeginn. Der Anstieg wird durch die größte Anbaufläche seit 17 Jahren und hohe Erträge getrieben, trotz lokal begrenztem Trockenstress. Gleichzeitig handeln Euronext-Maisfutures in Paris und physische Werte am Schwarzen Meer in einer engen Spanne, was darauf hindeutet, dass der Markt ein reichliches Angebot bereits einpreist. Das Wetter für spät gesäten argentinischen Mais und die Kulturen auf der Nordhalbkugel sowie die Nachfrage aus Futter- und Biokraftstoffsektor werden bis in den Sommer hinein die entscheidenden Einflussgrößen sein.

Preise

Maisfutures in Paris (Euronext) für Liefertermin Mitte 2026 handeln um 220–225 €/t, wobei die jüngsten Notierungen für Juni 2026 nahe 224–225 €/t liegen und das insgesamt seitwärts gerichtete Muster der vergangenen Wochen unterstreichen.

Physische Offerten zeigen ein ähnliches Bild der Stabilität. In Odessa werden ukrainische Maispartien bei rund 0,18–0,19 €/kg FOB (≈180–190 €/t) und etwa 0,26 €/kg FCA (≈260 €/t) für gelben Futtermais indiziert, während französischer FOB-Mais in Paris stabil bei etwa 0,26 €/kg (≈260 €/t) notiert. Popcorn aus Argentinien und Brasilien handelt mit einem Aufschlag bei rund 0,76–0,84 €/kg FOB/FCA, was die Nischennachfrage und den höheren Verarbeitungswert widerspiegelt.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

In der Kern-Agrarregion Argentiniens wird die Maisproduktion 2025/26 derzeit auf etwa 20,35 Mio. Tonnen geschätzt, deutlich über der ursprünglichen Prognose von 15,5 Mio. Tonnen zum Zeitpunkt der Aussaat. Die Ernte übertrifft den bisherigen Rekord aus 2019/20 um rund 35 % und unterstreicht eine beeindruckende Erholung nach vorangegangenen Dürrejahren. Die durchschnittlichen Erträge liegen bei etwa 11 t/ha, gestützt durch eine Rekordanbaufläche von 2,3 Mio. Hektar – die größte Fläche seit 17 Jahren.

Die Ertragsleistung ist stark heterogen. Südliches Santa Fe und Nordwest-Buenos Aires erreichen 13,5–14 t/ha, deutlich über dem regionalen Mittel, während dürregeschädigte Gebiete 7,8–9,1 t/ha melden. Die Ernte des früh gesäten Mais nähert sich dem Abschluss, und die Aussichten für spät gesäte Bestände bleiben günstig. Parallel zum Mais ist Argentiniens Sojabohnenernte zu etwa 90 % abgeschlossen, mit weitgehend stabilen Erträgen, was die Rolle des Landes als wichtiger Anbieter von Getreide und Ölsaaten in der Saison 2025/26 untermauert.

Auf globaler Ebene deuten jüngste USDA-Projektionen auf reichliche, aber sich leicht verengende Bilanzen bei Grobgetreide bis 2026/27 hin, wobei das Angebot etwas sinkt, während der Verbrauch leicht steigt, was auf einen moderaten Lagerabbau schließen lässt. Vor diesem Hintergrund liefert die Rekordproduktion der argentinischen Kernregion einen wichtigen exportierbaren Überschuss, der erwartete Produktionsrückgänge in anderen Exportregionen teilweise ausgleicht.

Fundamentaldaten & Wetter

Die zentralen Treiber hinter der Rekordproduktion Argentiniens sind die ausgeweitete Anbaufläche und robuste Erträge in den Schlüsselprovinzen. Ertragsstarke Zonen im Süden von Santa Fe und im Nordwesten von Buenos Aires kompensieren dürrebetroffene Regionen, in denen die Erträge deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Diese Divergenz macht deutlich, dass Wetterstress nicht verschwunden ist, aber durch agronomische Verbesserungen und Flächenausdehnung übertroffen wurde.

Mit Blick nach vorn wird der Markt den Fokus auf die Entwicklung des spät gesäten Maises und das kurzfristige Wetter in Argentinien und auf der Nordhalbkugel legen. Prognosen für Anfang Juni deuten auf saisonal milde, überwiegend trockene Bedingungen in Teilen des argentinischen Maisgürtels hin, was den Erntefortschritt unterstützt, während die Maisanbaugebiete der Nordhalbkugel in den kommenden Wochen in ihre kritischen vegetativen und Blütephasen eintreten. Jeglicher Hitze- oder Feuchtestress bei großen Produzenten könnte die Stimmung rasch von komfortabel auf defensiver drehen, doch vorerst bleiben die Fundamentaldaten überwiegend günstig.

Handelsausblick

  • Kurzfristig (nächste 2–4 Wochen): Rekordproduktion in der argentinischen Kernregion sowie stabile Offerten aus Schwarzem Meer und EU sprechen für leicht bärische bis neutrale Preisbewegungen. Endverbraucher können weiterhin bedarfsgerecht („hand-to-mouth“) einkaufen, mit begrenztem Risiko einer kurzfristigen Angebotsknappheit.
  • Mittelfristig (Q3 2026): Im Blick behalten sollten Marktteilnehmer die Erträge des spät gesäten argentinischen Maises und das Wetter auf der Nordhalbkugel. Etwaige Erntesorgen in den USA oder der EU könnten die Bilanzen verknappen und Futures von den aktuellen Niveaus von 220–225 €/t nach oben treiben, doch Anfangsbestände und ein starkes südamerikanisches Angebot begrenzen das Aufwärtspotenzial.
  • Absicherungsstrategie: Futterverbraucher und Stärkeproduzenten können erwägen, bei Kursrücksetzern unter etwa 220 €/t an der Euronext schrittweise Teilabsicherungen aufzubauen, um Margen zu sichern, während Erzeuger mit guter Ertragssicht einen Teil der Produktion 2025/26 absichern könnten, falls die Futures das obere Ende der jüngsten Handelsspanne erneut testen.

3‑Tage-Regionale Preisindikation

  • Euronext-Maisfutures Paris: Voraussichtlich seitwärts in einer Spanne von etwa 218–226 €/t, im Einklang mit freundlichen Angebotsnachrichten.
  • Schwarzes Meer (Ukraine, FOB Odessa): Physische Mais-Indikationen dürften stabil um 180–195 €/t bleiben, gestützt durch wettbewerbsfähige Offerten und ausreichende Logistik.
  • Argentinien (FOB Up-River / Buenos Aires, Popcorn und Schüttgut): Schüttgutmais steht unter Druck durch die Rekordernte, während Popcorn dank spezialisierter Nachfrage eine feste Prämie nahe 760–840 €/t behauptet.
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Live-Chart
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