Sojabohnen handeln moderat fester, unterstützt von den rapide steigenden Erwartungen an Rohöl- und Biodieselnachfrage, während die steigenden Angebotsprognosen 2026/27 und schwache US-Exportverkäufe das Rallyepotenzial begrenzen.
Der Sojabohnenkomplex in Chicago bewegt sich zu Beginn des Handels nach oben, mit naheliegenden Bohnen, Mehl und Öl, die alle tägliche Gains verzeichnen. Der Hintergrund ist ein Rohölmarkt, der durch Angriffe auf Energieanlagen im Golf und Bedrohungen um die Straße von Hormuz erschüttert wurde, was Brent in den letzten Sitzungen gut über EUR 95–100/bbl gebracht hat und die Attraktivität von Biokraftstoffen erhöht. Gleichzeitig bestätigen frische fundamentale Projektionen des IGC und Brasiliens ein komfortables mittelfristiges Gleichgewicht. Diese Kombination begünstigt ein festeres Front-End und eine relativ flache Forward-Kurve.
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📈 Preise & Kurvenstruktur
Die CBOT-Sojabohnenterminkontrakte sind in den nahen Monaten höher: Mai 2026 handelt bei etwa 1.169 US-ct/bu (+0,69 % im Vergleich zum Vortag), Juli 2026 bei 1.185 US-ct/bu (+0,72 %), mit moderaten Gewinnen auch im 2027-Stripping. Sojabohnenschrot führt den Komplex prozentual an, mit Mai 2026, das um etwa 1,1 % auf 331,7 USD/t steigt, während Sojaöl in den vorderen Monaten etwa 0,4–0,5 % hinzufügt.
Die Forward-Kurven bleiben in Bohnen und Mehl nur leicht invers, während Sojaöl einen klareren Abwärtstrend zeigt, von etwa 65,8 US-ct/lb im Mai 2026 in Richtung der mittleren 50er US-ct/lb in 2028–2029. Diese Struktur signalisiert kurzfristige Engpässe, die mit der Nachfrage nach Biokraftstoffen und den Energiepreisen verbunden sind, jedoch erwarten wir mehr komfortable Verfügbarkeiten in den späteren Jahren.
| Produkt | Nahe Futures* | Indikative Cash FOB** |
|---|---|---|
| Sojabohnen CBOT Mai 26 | ≈ 390–400 €/t (1.169 ct/bu) | US No. 2 FOB US Golf ≈ 0,56 €/kg |
| Sojabohnenschrot CBOT Mai 26 | ≈ 335–345 €/t (331,7 USD/t) | — |
| Sojaöl CBOT Mai 26 | ≈ 1,35–1,40 €/kg (65,8 ct/lb) | — |
*In EUR umgerechnet mit indikativem FX, **aus aktuellen FOB-Angeboten in EUR/kg umgerechnet.
🌍 Angebot & Nachfrage Gleichgewicht
Die neuesten Prognosen des International Grains Council deuten auf eine größere globale Sojabohnenernte 2026/27 hin. Die Weltproduktion wird auf 442 Mt geschätzt, 26 Mt mehr als im Vorjahr, während der Verbrauch um 12 Mt auf die gleichen 442 Mt steigen wird. Infolgedessen werden die Endbestände bei 79 Mt prognostiziert, was ein insgesamt ausgewogenes, aber nicht enges mittelfristiges Bild unterstreicht.
Für 2025/26 hat der IGC seine Produktionsschätzung um 2 Mt auf 426 Mt gesenkt und die Nachfrage um 1 Mt reduziert. Die Endbestände wurden geringfügig um 1 Mt auf 78 Mt gesenkt. Mit anderen Worten, die aktuelle Saison bleibt angemessen versorgt, und die erwartete Bestandsaufstockung bis 2026/27 ist moderat statt explosiv, was den Spielraum für einen anhaltenden Bullenmarkt einschränkt, es sei denn, es treten Wetter- oder Politikschnitte auf.
📊 Brasilien & Verarbeitungsfundamentals
In Brasilien hat die Ölsaatenvereinigung Abiove ihre Prognose für die Sojabohnenernte 2026 leicht auf 177,85 Mt (von 177,12 Mt) angehoben. Der Verarbeitungsgrad wird nun auf 61,5 Mt im Vergleich zu zuvor 61,0 Mt geschätzt, und die Exporte bleiben bei erheblichen 111,5 Mt. Diese Anpassungen bestätigen, dass Brasilien der entscheidende Anker der globalen Sojabohnenversorgung und des Exportwettbewerbs im kommenden Vermarktungsjahr bleiben wird.
Abiove hat auch seine Prognosen für Nebenprodukte angehoben: Die Produktion von Sojaöl wird jetzt auf 12,35 Mt (zuvor 12,25 Mt) geschätzt und die von Sojabohnenschrot auf 47,4 Mt (von 47,0 Mt). Der zusätzliche Anstieg der Ölproduktion ist besonders relevant in einem Markt, in dem die Nachfrage nach Biodiesel durch hohe Energiepreise und potenzielle Mischungsmandate in wichtigen produzierenden und konsumierenden Ländern angeheizt wird.
⛽ Energie-Schock & Biodieselnachfrage
Ein starker Anstieg des Rohöls, angetrieben durch eskalierende Konflikte und Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf sowie Bedrohungen, die Straße von Hormuz zu schließen, hat Brent in den letzten Tagen weit über den Bereich von EUR 95–100/bbl geschoben. Die Volatilität war hoch, aber das allgemeine Niveau des Rohöls bleibt hoch, auch nach einigen intraday Korrekturen. Dieses Umfeld stärkt die Wirtschaftlichkeit von Biokraftstoffen erheblich.
Marktteilnehmer erwarten höhere Biodiesel-Mischungsverhältnisse, wobei Diskussionen in Indonesien und Brasilien und neue mehrjährige Mischungsrichtlinien in den USA in den kommenden Tagen stattfinden. Eine stärkere Nachfrage nach Biodiesel erhöht typischerweise den Druck auf pflanzliche Öle, einschließlich Sojaöl, was erklärt, warum die Forward-Kurve für Sojaöl in den nahen Monaten enger ist. Diese Verbindung überträgt die Energierisikoprämie auf den Ölsaatenkomplex und unterstützt Soja- und Zerkleinerungswerte, trotz ansonsten komfortabler Bestandsprognosen.
🚢 Handelsströme & US-Exportverkäufe
Die US-Exportnachfrage nach Sojabohnen ist ein bemerkenswerter Schwachpunkt. Der letzte wöchentliche Exportverkaufsbericht zeigte Netto-Altbestandverkäufe von 298.200 t, weit unter den Markterwartungen von 350.000–800.000 t und markiert einen Jahrestiefstand. Die Volumina lagen auch 15 % unter dem Vorjahr, was auf schleppende Entnahmen hinweist, trotz der jüngsten Preisstärke.
China blieb der größte Käufer mit netto 79.900 t, einschließlich Umverteilungen von zuvor unbekannten Bestimmungsorten. Mexiko fügte 74.000 t hinzu, auch teilweise umklassifiziert aus unbekannt. Neuernteverkäufe erreichten nur 6.600 t, am unteren Ende der Analystenschätzungen. Im Gegensatz dazu waren die Buchungen für Sojabohnenschrot solide bei 220.900 t für das laufende Jahr, innerhalb der Erwartungen, und die Sojaölverkäufe von 5.200 t lagen am positiven Ende der erwarteten Spanne. Insgesamt deuten die Daten auf eine relativ bessere Nachfrage nach Produkten als nach ganzen Bohnen hin.
🌦️ Wetter-Snapshot (Brasilien & USA)
Aktuelle Berichte zeigen, dass heftige Regenfälle in Teilen von Brasiliens Zentral-Norden die Sojabohnenernte und Logistik zeitweise verlangsamt haben, obwohl Anzeichen für eine Verbesserung gegen Ende März bestehen, da sich die Niederschläge normalisieren. Momentan sind diese Störungen mehr ein Timing-Problem als eine materielle Bedrohung für die nationale Ernteerwartung, die gerade leicht von Abiove nach oben korrigiert wurde.
In den USA wird das frühe Frühlingswetter im Mittleren Westen beobachtet, während die Landwirte sich auf die Aussaat vorbereiten. Aktuelle Wettervorhersagen deuten auf gemischte Bedingungen mit abwechselnden kalten und milderen Phasen hin; bisher gab es keine großflächige, anhaltende Wetterbedrohung für die Sojabohnensaat. Wetterrisiken bleiben daher eher ein latenter Faktor für die Prognose 2026/27 als ein unmittelbarer Treiber.
📉 Regionale Barpreise (in EUR)
Neueste FOB-Indikationen, die in EUR umgerechnet wurden, zeigen in den internationalen Cash-Märkten in den letzten zwei Wochen einen moderat festeren Ton, in Übereinstimmung mit dem Futures-Rebound:
- US No. 2 Sojabohnen, FOB US (Washington D.C.): etwa 0,59 €/kg, gestiegen von 0,55–0,57 €/kg Anfang März.
- Indien, sortex rein FOB Neu-Delhi: nahe 0,99 €/kg, moderat höher im Monat bis dato.
- Ukrainische Sojabohnen, FOB Odessa: etwa 0,35 €/kg, stabil bis leicht fester.
- China, gelbe Sojabohnen FOB Peking: ungefähr 0,68–0,78 €/kg für konventionelle vs. biologische Qualitäten.
Dieses Muster bestätigt ein global gestütztes, aber nicht explosiven Preisumfeld, wobei Premium-Quellen wie Indien und biologische chinesische Bohnen einen klaren Aufpreis gegenüber den Schwarzmeer-Lieferungen aufrechterhalten.
📆 Handelsausblick & Strategie
- Kurzfristig (Tage bis Wochen): Hohe Rohöl- und Biodieselnachfrageerwartungen unterstützen Sojaöl und, im weiteren Sinne, die Zerkleinerung. Nahe Sojabohnenterminfutures haben Spielraum für weitere Stärke bei Energieüberschriften und etwaigen logistischen Problemen in Brasilien, doch Rallyes werden voraussichtlich auf Verkaufsbereitschaft der Produzenten treffen.
- Mittelfristig (bis 2026/27): Die höheren Produktionsprognosen des IGC und stabile Endbestände sprechen für einen breit gehaltenen Markt, wobei das Wetter während der Frühjahrsaussaat auf der Nordhalbkugel und die frühe Pflanzenentwicklung das Schlüsselrisiko nach oben darstellen. Abwärtsrisiken ergeben sich aus konstant schwacher US-Exportnachfrage und eventuellen Entspannungen in geopolitischen Energiespannungen.
- Positionierungsideen: Endverbraucher könnten in Betracht ziehen, Deckung bei Rückschlägen zu erweitern, insbesondere im Sojabohnenschrot, angesichts solider Nachfragesignale. Produzenten und Händler könnten Stärke im Sojaöl nutzen, um zukünftige Zerkleinerungsmargen abzusichern oder günstige Forward-Preise in den Slots 2027–2028 zu sichern, bei denen die Kurve zukünftige Werte nach wie vor rabattiert.
📍 3-Tage Preisindikation (Richtung)
- CBOT Sojabohnen (Mai 26): Leicht bullish; energiebedingte Unterstützung, aber empfindlich gegenüber jedem Rückgang bei Rohöl und weiteren schwachen US-Exportdaten.
- CBOT Sojabohnenschrot (Mai 26): Moderat bullish; resilienten Nachfrage und festeren Komplex deuten auf relative Überperformance gegenüber den Bohnen hin.
- CBOT Sojaöl (Mai 26): Bullish, aber volatil; eng verbunden mit den täglichen Bewegungen in Brent und mit den Überschriften zur Biodiesel-Politik.



