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Sojabohnen geben nach, da sich die Terminstruktur abschwächt, während Sojaschrot fest bleibt

Sojabohnen geben nach, da sich die Terminstruktur abschwächt, während Sojaschrot fest bleibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Update Sojabohnenmarkt: CBOT‑Bohnen & ‑Öl geben nach, während Sojaschrot fest bleibt. Regionale Preise in EUR, Spreads und kurzfristiger Handelsausblick.

Die Sojabohnenpreise tendieren an den internationalen Terminmärkten etwas schwächer, wobei Sojaöl und ganze Bohnen unter leichtem Druck stehen, während Sojaschrot vergleichsweise fest bleibt. Nahe Termine im physischen Markt an wichtigen Ursprüngen haben sich in USD leicht abgeschwächt, wirken in EUR jedoch stabiler, sodass die Margen der Ölmühlen weiterhin attraktiv bleiben. Der Markt verarbeitet derzeit eine leicht abwärtsgerichtete CBOT‑Sojabohnenkurve für 2026–2029 sowie eine parallele Abschwächung bei Sojaöl, gegenüber einer moderat festeren Vorwärtsstruktur bei Sojaschrot. Chinesische DCE‑Sojabohnen tendieren im Wochenvergleich fester, was auf eine robuste Inlandsnachfrage in Asien hindeutet. Im physischen Handel zeigen chinesische FOB‑Notierungen für gelbe Bohnen nur einen marginalen Rückgang, während ukrainische GMO‑freie Ware rabattiert bleibt und unter leichtem Druck steht. Insgesamt deuten die Fundamentaldaten auf einen Markt hin, der sich nicht mehr in einer bullischen Phase befindet, aber noch nicht in einen klaren, angebotsgetriebenen Ausverkauf übergegangen ist.

Preise

CBOT‑Sojabohnenfutures notieren über die Kurve 2026–2028 hinweg moderat schwächer. Der vorderste aktive November‑2026‑Kontrakt handelt bei rund 1.307,75 US‑Cent/bu, etwa 0,13 % tiefer zum Vortag. Nahe 2027er Kontrakte verlängern diesen weichen Ton, mit Januar 2027 bei 1.323,25 US‑Cent/bu und März 2027 bei 1.328,50 US‑Cent/bu, beide mit Intraday‑Verlusten von 0,15–0,24 %.

Die Struktur bleibt bis Mitte 2027 leicht ansteigend (rund +30 US‑Cent/bu von Nov 2026 bis Jul 2027), bevor sie sich zum Ende 2028–2029 wieder abschwächt, wo die Preise für die letzten gelisteten Kontrakte nahe 1.211–1.229 US‑Cent/bu zurückfallen. Dies weist auf einen milden Contango hin, der Lager‑ und Finanzierungskosten widerspiegelt, jedoch keine ausgeprägte Angst vor späteren Engpässen.

Beim Sojaöl liegt der nahe September‑2026‑Kontrakt bei 70,01 US‑Cent/lb, auf Tagessicht praktisch unverändert, während die meisten 2026–2027er Fälligkeiten um 0,4–0,7 % niedriger notieren. Weiter draußen fallen die Werte schrittweise auf etwa 65–66 US‑Cent/lb bis Ende 2028–2029, was Erwartungen an entspanntere Pflanzenölbilanzen im mittleren Zeithorizont signalisiert.

Sojaschrotpreise zeichnen ein gegenteiliges Bild dieser Schwäche: September 2026 wird bei 343,30 USD/short ton unverändert gehandelt, und die meisten 2027er Kontrakte verzeichnen kleine Tagesgewinne von 0,03–0,08 %. Die Forwardpreise steigen kontinuierlich von etwa 344–346 USD/short ton Ende 2027 auf rund 347,60 USD/short ton im Dezember 2029, was auf eine strukturell feste Proteinnachfrage hindeutet.

Angebots- & Nachfragesignale

Der leichte Abwärtsdruck auf CBOT‑Sojabohnen und Sojaöl deutet auf eine komfortable globale Verfügbarkeit von Saatgut und Öl hin und spiegelt wahrscheinlich solide Ernteerwartungen in Schlüsselerzeugerländern sowie das Ausbleiben akuter Angebotsschocks wider. Die relativ flache bis leicht steigende Kurve bis Mitte 2027 impliziert, dass der Markt derzeit keinen ausgeprägten Knappheitsaufschlag für spätere Liefertermine einpreist.

Im Gegensatz dazu weist die festere Sojaschrotstruktur über 2026–2029 auf eine robuste Futtermittelnachfrage hin, insbesondere aus der Vieh‑ und Geflügelbranche. Allmählich steigende Vorwärtspreise für Schrot, während Bohnen leicht nachgeben, deuten auf eine konstante oder zunehmende Auslastung der Ölmühlen und eine starke Nachfrage seitens der Futtermittelhersteller hin, vor allem in Asien und Amerika.

An Chinas DCE tendieren Sojabohnen der Sorte Nr. 1 fester: Der wichtige November‑2026‑Kontrakt schloss bei 5.136 CNY/t, ein Plus von 0,64 % gegenüber dem Vortag, mit ähnlichen Zuwächsen von 0,46–0,63 % über die frühen 2027er Fälligkeiten hinweg. Diese Aufwärtsbewegung signalisiert eine feste Inlandsnachfrage und möglicherweise vorsichtige Deckungskäufe vor der neuen Ernte, was den internationalen Komplex trotz weicherer CBOT‑Benchmarks stützt.

Fundamentaldaten & regionales Preisbild (in EUR)

Unter Verwendung eines indikativen Kurses von 1 EUR = 1,09 USD (≈0,92 EUR pro USD) ergeben sich aus aktuellen Termin‑ und physischen Preisen in etwa folgende Niveaus in EUR. Dies erleichtert die Einordnung der CBOT‑ und DCE‑Signale im Vergleich zu regionalen FOB/CPT‑Notierungen:

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Aktuelle physische Notierungen zeigen chinesische gelbe Sojabohnen bei etwa 0,74 EUR/kg für konventionelle und 0,81 EUR/kg für Bio‑Ware am 10. September, in USD gerechnet gegenüber Anfang September leicht schwächer, in EUR jedoch weitgehend stabil. Ukrainische GMO‑freie Sojabohnen CPT Odessa werden bei rund 0,37 USD/kg (≈0,34 EUR/kg) gehandelt, nach einer allmählichen Abschwächung von etwa 0,378 USD/kg Mitte August, und halten damit einen deutlichen Abschlag gegenüber chinesischen und US‑Ursprüngen.

US‑Sojabohnen Nr. 2 FOB werden zuletzt bei rund 0,62 USD/kg (≈0,57 EUR/kg) indiziert, etwas niedriger als Ende August. Indische sortex‑gereinigte Sojabohnen bleiben mit etwa 0,87 USD/kg (≈0,80 EUR/kg) vergleichsweise hoch, stabil in den letzten Wochen und positionieren Indien als Premium‑Nischenanbieter. Insgesamt bestätigt das länderübergreifende Preismuster einen leicht weicheren globalen Bohnenkomplex, wobei die Ursprungsspreads von Qualität, GMO‑Status und Frachtkosten bestimmt werden.

Kurzfristiger Ausblick & Handelsempfehlungen

Da CBOT‑Sojabohnen und Sojaöl nachgeben und Sojaschrot fest bleibt, wird der Komplex derzeit eher von relativen Produktspreads als von klaren Richtungswetten bestimmt. Die Terminstrukturen signalisieren keine akute Angebotsangst, aber weiterhin starke Proteinnachfrage, während die Stärke der chinesischen Futures eine nachfrageseitige Untergrenze bietet.

  • Ölmühlen: Aktuelle Bohnenpreise umgerechnet von etwa 320–330 EUR/t und feste Schrotwerte stützen positive Crush‑Margen. Es bietet sich an, einen Teil der Bohnenbedarfsdeckung für Q4 2026–Q2 2027 zu sichern und gleichzeitig eine gewisse Partizipation an möglichen Aufwärtsbewegungen im Schrot zu erhalten.
  • Futtermittelkäufer: Angesichts der strukturell festen Sojaschrotkurve sollten etwaige kurzfristige Rücksetzer bei Futures oder Basis genutzt werden, um die Deckung insbesondere für Ende 2026 und Anfang 2027 zu verlängern. Bevorzugen Sie GMO‑freie ukrainische Herkunft, sofern Logistik und Qualität dies zulassen.
  • Erzeuger: Mit der nach 2028–2029 leicht rückläufigen Vorwärtskurve erscheinen schrittweise Verkäufe in Aufwärtsbewegungen der nahe gelegenen 2026–2027er Fälligkeiten sinnvoll. Vermeiden Sie eine Überabsicherung weit entfernter Erntejahre, bis Ertrags‑ und Politikunsicherheiten klarer sind.
  • Händler: Beobachten Sie Bean‑to‑Meal‑ und Bean‑to‑Oil‑Crush‑Spreads: Die relative Stärke von Schrot gegenüber Bohnen deutet auf Chancen in Produktspreads hin, eher als in großen, richtungsbestimmten Positionen.

3‑Tage‑Preisindikation (Richtung, in EUR)

  • CBOT Sojabohnen (EUR/t‑Äquivalent): Leicht bärische Tendenz; bei Ausbleiben neuer Wetter‑ oder Nachfrageimpulse ist mit weiterer leichter Abschwächung zu rechnen.
  • CBOT Sojaschrot (EUR/t‑Äquivalent): Neutral bis leicht fest; starke Futtermittelnachfrage dürfte die Werte im Vergleich zu Bohnen stützen.
  • Physisch FOB/CPT (CN, UA, US): Weitgehend stabil in EUR; geringes Abwärtsrisiko in USD könnte durch Wechselkursschwankungen kompensiert werden.
BASIC
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