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Sojabohnen geben von Höchstständen nach, da Öl schwächer wird und Schrot die Rallye fortsetzt

Sojabohnen geben von Höchstständen nach, da Öl schwächer wird und Schrot die Rallye fortsetzt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

CBOT-Sojabohnen sind etwas weicher, da Sojaöl fällt und Schrot zulegt. Brasiliens vorsichtiges Wachstum und El-Niño-Risiken begrenzen die Unterseite. Inklusive kurzer 3-Tage-Prognose.

Terminkontrakte auf Sojabohnen tendieren leicht schwächer, da ein deutlicher Rücksetzer bei Sojaöl die anhaltende Stärke bei Sojaschrot kompensiert. Nahefristige CBOT‑Bohnen bleiben in der Nähe der jüngsten Spanne um 1.220 USc/bu, während die Crush‑Spanne durch festeres Schrot und weicheres Öl gestützt wird. Das Angebot aus Brasilien bleibt reichlich, aber das zukünftige Flächenwachstum scheint begrenzt, und aufkommende El‑Niño‑Risiken beginnen die Stimmung zu prägen. Sojaöl an der CBOT steht entlang der Forward‑Kurve klar unter Druck, mit Frontkontrakten, die gegenüber dem Vortag um nahezu 2,8–2,9 % niedriger liegen, während Sojaschrot um etwa 0,5–0,6 % zulegt. Dieses divergierende Produktverhalten stabilisiert die Brutto‑Crush‑Marge und hält die Rohbohnen‑Futures in einer relativ engen Spanne. Am physischen Markt sind FOB‑Sojabohnenangebote in China und Indien in EUR gerechnet weitgehend stabil bis leicht schwächer und spiegeln sowohl weichere Ölpreise als auch weiterhin feste internationale Nachfrage wider.

Preise

CBOT‑Sojabohnen für September 2026 handeln zuletzt um 1.220,5 USc/bu, 4,5 Cent niedriger (-0,37 %) am 24. August, während November 2026 bei 1.233 USc/bu liegt, 6,5 Cent im Minus (-0,52 %). Entlang der Forward‑Kurve bis Mitte 2027 notieren die Kontrakte 20–80 Cent über dem Nearby, sind aber ebenfalls leicht schwächer zum Vortag, was auf eine moderate langfristige Abschwächung statt auf einen strukturellen Ausverkauf hindeutet.

Umgerechnet in EUR (≈1 EUR = 1,10 USD) impliziert der Sojabohnen‑Future September 2026 grob 408–410 EUR/t, im Einklang mit den jüngsten Hochs der letzten Woche, als derselbe Kontrakt in der Spanne 1.200–1.225 USc/bu gehandelt wurde. Aktuelle Tagesdaten bestätigen, dass die Futures bis Mitte August aufgrund von Witterungssorgen und chinesischer Nachfrage gestiegen sind, bevor sie in den letzten Sitzungen leicht nachgegeben haben.     

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Physische Angebote spiegeln dieses Bild wider: US No. 2‑Bohnen FOB (USA) liegen bei rund 0,63 EUR/kg und indische Herkunft, sortex gereinigt, bei 0,87 EUR/kg, beide im August kaum verändert. Preise chinesischer Herkunft in Peking haben sich leicht auf 0,741–0,83 EUR/kg für konventionelle und Bio‑Bohnen abgeschwächt, während ukrainische FOB Odesa von 0,378 auf etwa 0,364 EUR/kg gefallen sind, was auf weiterhin komfortablen Wettbewerb aus dem Schwarzmeerraum hinweist.

Angebot & Nachfrage

Die Terminstruktur der Futures und die verwandten Produkte zeigen einen Markt im Gleichgewicht zwischen starker Nachfrage auf kurze Sicht und Erwartungen eines reichlichen globalen Angebots. Sojaschrot‑Futures von September 2026 bis Mitte 2027 liegen tagessaldo alle 0,5–0,6 % im Plus, was auf eine robuste Nachfrage aus dem Futtersektor hinweist und trotz schwächerem Öl die Crush‑Margen stützt. Sojaöl hingegen verliert entlang derselben Kurve rund 2,6–2,9 %, was auf eine weichere Nachfrage nach Biokraftstoffen und Pflanzenölen auf kurze Sicht schließen lässt.

In Brasilien beschleunigen Exporteure ihre Verschiffungen: Die Prognosen für Sojabohnenexporte im August wurden auf etwa 10,9 Mio. Tonnen angehoben, rund 34 % über dem gleichen Monat des Vorjahres, was die weiterhin starke Auslandsnachfrage unterstreicht. Gleichzeitig bedeuten hohe Kosten und straffere Kreditbedingungen, dass die geplante Ausweitung der Sojabohnenfläche für die Saison 2026/27 nur etwa 0,3 % im Jahresvergleich beträgt – der langsamste Zuwachs seit zwei Jahrzehnten.     

Diese Kombination deutet auf eine robuste aktuelle Verfügbarkeit, aber eine vorsichtigere Angebotslage über die nächste Ernte hinaus hin. Die chinesische Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf brasilianische Herkunft, doch US‑Verkaufsankündigungen und höhere Sojaschrotpreise deuten auf ein allmähliches Wiederaufleben des Interesses an US‑Bohnen hin, insbesondere für Lieferungen 2026/27. Spekulatives Kapital hat seine Netto‑Long‑Positionen in CBOT‑Sojabohnen zuletzt erhöht und verstärkt damit das Aufwärtspotenzial, falls später im Jahr wetter- oder angebotsseitige Überraschungen auftreten.     

Fundamentaldaten & Wetter

Auf der Fundamentalseite profitiert die Crush‑Marge derzeit von den gegenläufigen Bewegungen bei den Produkten: Sojaöl‑Futures sind über die aktiven 2026–2027‑Kontrakte hinweg um etwa 1,8–2,0 USc/lb gefallen, während Sojaschrot entlang desselben Horizonts um grob 1,7–3,0 USD/sh. ton zugelegt hat. Dies ermutigt Ölmühlen, hohe Auslastungsraten beizubehalten, was die Nachfrage nach Rohbohnen stützt, auch wenn der Aufwärtsimpuls beim Flat Price pausiert.

Der Ausblick für die nächste brasilianische Ernte wird zunehmend vom El‑Niño‑Risiko geprägt. Analysten- und Branchenbewertungen dieser Woche heben erhöhte Wahrscheinlichkeiten (um 80 %) für ein El‑Niño‑Ereignis im letzten Quartal 2026 hervor, das trotz nur geringfügigen Flächenwachstums die Erträge schmälern könnte. Brasilianische Branchenvertreter warnen, dass die Sojabohnenernte 2026/27 „etwas zurückgehen“ könnte, falls El Niño die Produktivität bremst, was die Vorstellung untermauert, dass das heutige komfortable Angebot sich nicht automatisch in das nächste Wirtschaftsjahr fortschreibt.     

In den USA deutet die sehr kurzfristige Wetterprognose für den wichtigsten Sojabohnen‑Gürtel (Upper Midwest und Northern Plains) auf vereinzelte Gewitter und nur lokal schwere Wetterereignisse in den nächsten 48–72 Stunden hin. Prognosekarten des US Weather Prediction Center zeigen für Spätsommer typische Konvektion, aber keine weit verbreitete, extreme Hitzekuppel, was auf begrenzten unmittelbaren witterungsbedingten Stress für die reifende US‑Ernte schließen lässt.     

Handelsausblick

  • Produzenten: Da CBOT‑Bohnen im oberen Bereich der jüngsten Spanne verharren, während Sojaöl nachgibt, sollten gestaffelte, zusätzliche Absicherungen der Produktion 2026/27 oberhalb der Zone von 1.220–1.250 USc/bu (≈410–420 EUR/t) erwogen werden, insbesondere dort, wo die Margen bereits positiv sind.
  • Ölmühlen: Nutzen Sie die verbesserte Crush‑Marge infolge niedrigerer Öl- und höherer Schrotpreise, indem Sie die Vorwärtsdeckung bei Bohnen sichern und – wo möglich – das Produktrisiko separat absichern, um die aktuellen Spreads festzuschreiben.
  • Importeure & Futterkäufer: Nutzen Sie die aktuelle Konsolidierung der Flat Prices und die wettbewerbsfähigen FOB‑Angebote aus dem Schwarzmeerraum und China, um die Deckung moderat in das 4. Quartal 2026 bis 1. Quartal 2027 zu verlängern, wobei Flexibilität für möglichen weiteren Abwärtsraum gewahrt werden sollte, falls das US‑Erntewetter freundlich bleibt.
  • Spekulative Trader: Der Markt befindet sich in einem fragilen Gleichgewicht; eine moderate Long‑Tendenz über Optionen statt über reine Futures kann angesichts der Aufwärtsrisiken durch Wetter und El Niño gegenüber weiterhin reichlichen kurzfristigen Beständen sinnvoll sein.

3‑Tage‑Richtungsausblick (EUR‑basiert)

  • CBOT‑Sojabohnen (Sep 26): Seitwärts bis leicht schwächer in EUR gerechnet, da freundliches US‑Wetter und schwache Pflanzenöle die Oberseite begrenzen.
  • CBOT‑Sojaschrot (Sep 26): Leicht bullische Tendenz; starke Futternachfrage dürfte EUR/t‑Preise stützen.
  • CBOT‑Sojaöl (Sep 26): Bärischer Ton; weitere Entspannung in EUR/t möglich, falls die Energiemärkte gedämpft bleiben und die Biokraftstoffnachfrage nachlässt.
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