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Sojabohnenkomplex gibt nach: Futures schwächer, Basis bleibt fest
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Sojabohnenkomplex gibt nach: Futures schwächer, Basis bleibt fest

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Sojabohnenfutures an CBOT und DCE geben nach, während physische FOB/CPT-Preise weitgehend stabil bleiben. Überblick über Bohnen, Schrot, Öl und kurzfristigen Handelsausblick.

Die Sojabohnenfutures zeigen sich im gesamten Komplex leicht schwächer, wobei CBOT-Bohnen, -Schrot und -Öl entlang der Kurve nachgeben, während physische FOB/CPT-Preise in wichtigen Ursprüngen in EUR gerechnet weitgehend stabil bleiben. Die Terminstruktur weist weiterhin eine leichte Contango-Situation auf, was trotz lokaler Wetterrisiken auf ein komfortables mittelfristiges Angebot hindeutet. Der Markt ist derzeit von moderatem Druck auf die nahen CBOT-Sojabohnenkontrakte im Bereich von rund EUR 0,45/kg gekennzeichnet, während Sojaschrot sich nahe EUR 293/t hält und Sojaöl knapp unter EUR 0,75/kg handelt. Die chinesischen DCE-Sojabohnen notieren unverändert bis leicht schwächer, was auf ein ruhiges Nachfragebild im weltweit größten Importmarkt schließen lässt. Physische Indikationen aus dem Schwarzen Meer, den USA, Indien und China zeigen nur marginale Veränderungen im Wochenvergleich, was darauf hindeutet, dass die Endverbraucherdeckung ausreichend ist und die Schwäche der Futures vor allem Positionierungen und günstige Angebotserwartungen widerspiegelt, weniger akute Knappheit.

Preise

CBOT-Sojabohnenfutures für November 2026 handeln um 1.222,5 US-ct/bu, rund 0,3 % tiefer zum Vortag, wobei der nahe August-2026-Kontrakt leicht darunter liegt. Entlang der Kurve bis 2027–2028 geben die Preise schrittweise nach und bestätigen ein mildes Contango sowie einen Markt, der mittelfristig keinen größeren Angebotsschock einpreist.

Sojaöl an der CBOT weist eine sanft abwärts gerichtete Kurve von etwa 74,8 US-ct/lb im August 2026 bis nahe 66,1 US-ct/lb im Dezember 2027 auf, was auf eine komfortable Versorgung mit Pflanzenölen und Druck durch konkurrierende Öle hinweist. Sojaschrot ist weitgehend stabil, mit dem nahen August-2026-Kontrakt um USD 323,2/short ton und nur moderaten Aufschlägen weiter draußen, was auf stabile Crush-Margen schließen lässt.

An der Dalian-Börse liegen die No.1-Sojabohnen für September–November 2026 leicht im Minus (um CNY 4.689–4.726/t) und unterstreichen das Fehlen neuer bullischer Impulse von der chinesischen Nachfrage. Am physischen Markt bleiben indikative FOB/CPT-Preise in EUR umgerechnet überwiegend seitwärts: US No.2 Sojabohnen FOB etwa bei EUR 0,60–0,61/kg, Ukraine FOB/CPT grob bei EUR 0,33–0,36/kg, indische sortex clean nahe EUR 0,82–0,84/kg und chinesische gelbe Bohnen um EUR 0,71–0,76/kg, bei weiterhin intakten Bio-Prämien.

Angebot & Nachfrage

Das Termin-Contango bei Bohnen und Öl, kombiniert mit stabilen bis leicht höheren Schrot-Notierungen jenseits von Anfang 2027, deutet darauf hin, dass der Markt von einer ausreichenden globalen Versorgung ausgeht. Für die US- und südamerikanischen Ernten wird im Großen und Ganzen eine ausreichende Produktion unterstellt, während die Stabilität der chinesischen Futures darauf schließen lässt, dass die Importprogramme ohne größere Unterbrechungen laufen.

Die Crush-Margen bleiben insgesamt solide unterstützt: Sojaschrot hält sich im Verhältnis zu Bohnen fest, während Sojaöl entlang der Kurve weiter nachgibt. Dies begünstigt eine kontinuierliche Auslastung der Ölmühlen und stützt die Verfügbarkeit von Schrot für die Futternachfrage. Das Ausbleiben starker Bewegungen an der DCE und bei den FOB-Basisniveaus deutet auf eine ausgewogene nahe Nachfrage von Futter- und Industrieabnehmern hin, wobei die meisten Verbraucher kurzfristig ausreichend gedeckt sind.

Regional bleiben Angebote aus der Ukraine (Schwarzes Meer) in EUR gerechnet wettbewerbsfähig und unterstützen Ströme in die Mittelmeer- und EU-Märkte. Bohnen aus indischem und chinesischem Ursprung werden mit einem Aufschlag gehandelt, was deren Qualität und im Fall Chinas Bio- und Spezialsegmente widerspiegelt. Insgesamt wirkt das Angebotsbild komfortabel, ohne unmittelbare Signale für strukturelle Knappheit in den Daten.

Terminstruktur & Fundamentaldaten

Der Sojabohnenkomplex zeigt eine konsistente Struktur: Frontmonats-Bohnen sind gegenüber den weiterfälligen Terminen moderat im Abschlag, Sojaöl weist bis 2028 eine ausgeprägtere Abwärtsbewegung auf, und Sojaschrot zeigt sich im langen Ende etwas fester. Diese Konfiguration signalisiert Erwartungen an eine anhaltend gute Verfügbarkeit von Ölsaaten bei gleichzeitig stabiler Nachfrage nach Proteinmehl.

Das Open Interest konzentriert sich auf die wichtigsten CBOT-Monate (November 2026 Bohnen, Dezember 2026 Öl, Dezember 2026 Schrot), was darauf schließen lässt, dass diese Kontrakte die Preisfindung weiterhin anführen werden. Die täglichen Veränderungen sind gering, was impliziert, dass die aktuellen Bewegungen eher von schrittweisen Anpassungen spekulativer und Absicherungspositionen als von fundamentalen Schocks getrieben sind.

Physische FOB/CPT-Notierungen in EUR zeigen in den vergangenen Wochen nur marginale Anpassungen – etwa US No.2 Bohnen, die von rund EUR 0,63/kg Äquivalent Anfang Juli auf aktuell etwa EUR 0,60–0,61/kg nachgegeben haben, sowie ukrainische GMO-freie CPT Odesa in einer engen Spanne um EUR 0,36–0,37/kg. Diese Stabilität bestätigt, dass Basis- und Frachtdynamik die moderate Schwäche der Futures nicht verstärken.

Wetter- & Risikoausblick

Die aktuelle Preisbildung signalisiert, dass der Markt bislang keine größeren Wetterbelastungen in den wichtigsten Anbauregionen einpreist. Das sanfte Contango und die weiche Sojaölkurve deuten darauf hin, dass die Marktteilnehmer von normalen Ernteergebnissen in Nord- und Südamerika ausgehen, bei lediglich lokalen Trockenheitsrisiken.

Die Hauptrisiken der kommenden Wochen sind eine plötzliche Wetteränderung im US-Corn-Belt während der kritischen Schotenbildung oder aktualisierte Produktionsschätzungen in Südamerika, die deutlich von den Erwartungen abweichen. Beides könnte die Neuerntesaldi verknappen und die derzeit leicht bearish geprägte Stimmung, insbesondere bei den nahen CBOT-Kontrakten, rasch wieder umkehren.

Handelsausblick

  • Verarbeiter: Bei flachen bis leicht schwächeren Bohnenfutures und stabilem Schrot bietet es sich an, Crush-Hedges in wichtigen CBOT-Monaten (Nov 26–Mär 27) schrittweise zu verlängern, während bei Sojaöl angesichts der weicheren Forwardkurve Flexibilität in der Absicherung gewahrt werden sollte.
  • Importeure: Basis- und in EUR umgerechnete FOB-Preise sind relativ stabil; gestaffelte Käufe bei moderaten Rücksetzern in den nahen CBOT-Kontrakten erscheinen sinnvoll, insbesondere aus wettbewerbsfähigen Herkünften wie dem Schwarzen Meer.
  • Erzeuger: Das milde Contango bis 2027–2028 eröffnet Chancen, bei Kursanstiegen gestaffelt Vorwärtsverkäufe zu tätigen, insbesondere wenn das lokale Wetter günstig bleibt und der Kassabasis fest ist.

3‑Tage-Preisindikation (Richtung, in EUR)

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
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