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Sojakomplex gibt nach, während physischer Sojabohnen-Basispreis stabil bleibt

Sojakomplex gibt nach, während physischer Sojabohnen-Basispreis stabil bleibt

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Sojabohnen geben an der CBOT nach, während Sojaschrot fest bleibt und die physische Basis an wichtigen Ursprüngen stabil ist. Ausblick leicht bärisch für Bohnen, seitwärts bis fest für Schrot.

Sojabohnen-Futures und der Sojakomplex tendieren etwas leichter, doch die Abwärtsbewegung verläuft geordnet: Sojaschrot bietet Unterstützung und die Kassapreise für Sojabohnen an wichtigen Ursprüngen bleiben in EUR gerechnet weitgehend stabil. Nach den jüngsten wetter- und risikoprämiengetriebenen Anstiegen konsolidiert der Sojakomplex. CBOT-Sojabohnen notieren über die Kurve 2026–2027 hinweg leicht im Minus, während Sojaöl seine allmähliche Backwardation fortsetzt und Sojaschrot etwas zulegt. Physische Sojabohnenangebote in der Ukraine, den USA, Indien und China zeigen nur geringe Tag-zu-Tag-Veränderungen, was auf einen Markt hindeutet, der korrigiert, aber nicht einbricht. Wetter in den US-Midwest-Staaten und in wichtigen südamerikanischen Regionen sowie chinesische Nachfragesignale bleiben die entscheidenden kurzfristigen Treiber.

Preise

CBOT-Sojabohnen für November 2026 werden zuletzt um 1.199 US-ct/bu gehandelt, rund 0,2 % tiefer zum Vortag, wobei der nahe August-2026-Kontrakt auf einem ähnlichen Niveau liegt. Die Termine 2027 und 2028 sind nur geringfügig im Abschlag, was eher auf eine relativ flache Forward-Kurve als auf einen ausgeprägten Carry oder eine Inversion hinweist. Der nahe Sojaöl-Kontrakt August 2026 notiert bei etwa 72,6 US-ct/lb, ein Tagesminus von 0,5 %, mit einer sanft fallenden Struktur bis 2029. Im Gegensatz dazu zeigt sich Sojaschrot fest: August 2026 handelt bei rund 319,4 USD/short ton, ein Plus von 0,2 % gegenüber dem Vortagsschluss, und weiter vorgelagerte Kontrakte gewinnen etwa 0,3–1,0 %, was anhaltende Stärke auf der Futterseite signalisiert.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Am physischen Markt werden gentechnikfreie Sojabohnen CPT Odessa, Ukraine, per 10. Juli bei rund 0,397 EUR/kg quotiert, praktisch unverändert im Vergleich zum frühen Juli, während FOB-Sojabohnen ex US-Golf (No. 2) im selben Zeitraum von 0,70 auf 0,65 EUR/kg nachgaben. Indiens sortex-gereinigte Sojabohnen gaben leicht auf etwa 0,89 EUR/kg FOB nach, wohingegen chinesische konventionelle und Bio-Angebote in Peking um 0,01–0,02 EUR/kg angezogen haben. Insgesamt bleiben die Anpassungen an den Kassabasen moderat und entsprechen einem Markt, der Futures-Volatilität verarbeitet, anstatt die Fundamentaldaten deutlich neu zu bepreisen.

Angebot & Nachfrage

Die aktuelle Preiskonstellation im Sojakomplex deutet darauf hin, dass Ölmühlen bei der Verfügbarkeit von Bohnen weiterhin relativ entspannt sind, aber bereit sind, für Schrot mehr zu zahlen, was eine solide Futternachfrage widerspiegelt. Die moderate Backwardation bei Sojaöl, kombiniert mit den Tagesverlusten, signalisiert nachlassende Sorgen um eine Knappheit bei Pflanzenölen, möglicherweise bedingt durch eine bessere Verfügbarkeit konkurrierender Öle oder eine abgeflaute Biodieselnachfrage. Die flache bis nur leicht abgezinste Forward-Kurve bei CBOT-Sojabohnen zeigt, dass Händler für die Vermarktungsjahre 2026/27 und 2027/28 bislang noch keinen ausgeprägten Überschuss einpreisen.

Auf regionaler Ebene liegen die DCE-Sojabohnenfutures No. 1 in China über das nahe Laufzeitenband hinweg leicht niedriger, wobei der September-2026-Kontrakt etwa 0,2 % verliert und andere Termine um 0,1–0,2 % nachgeben. Zusammen mit festeren FOB-Angebotspreisen für chinesische Sojabohnen in EUR deutet dies auf einen Inlandsmarkt hin, in dem Importmargen und Währungsfaktoren ebenso wichtig sind wie das absolute globale Angebot. Ukrainische und US-Angebote in EUR sind stabil bis leicht schwächer, was die Wettbewerbsfähigkeit in Mittelmeer- und asiatische Destinationen erhält und den Aufwärtsspielraum für CBOT begrenzt, sofern keine überraschenden Wetter- oder Nachfrageimpulse auftreten.

Wetter & regionaler Ausblick

Das Wetter im US-Midwest während der kritischen Schotenbildungsphase sowie die Spätsaisonbedingungen in Südamerika bleiben entscheidend für die Ertragserwartungen und damit für die Richtung der Futures. Angesichts der moderaten Backwardation und des Fehlens von Panik in weiterfälligen Kontrakten scheint der Markt derzeit von im Großen und Ganzen normalen Witterungsverläufen auszugehen. Jede anhaltende Hitze- und Trockenperiode in wichtigen US-Anbaustaaten oder erneute Sorgen um die Feuchtigkeitslage in Südamerika dürften sich rasch in höheren Risikoprämien für nahe CBOT-Sojabohnen- und Sojaölkontrakte niederschlagen.

In China ist die heimische Produktion stärker von globalen Wetterschwankungen abgeschirmt, doch die Importbedarfe reagieren weiterhin empfindlich auf die Ernteaussichten in Amerika. Nachgebende DCE-Futures deuten darauf hin, dass die chinesischen Käufer derzeit keine unmittelbare Bedrohung für die Versorgung sehen. Für Europa und das Schwarze Meer wird die regionale Ertragsvariabilität vor allem die lokalen Basisspreads beeinflussen; die relative Stabilität der ukrainischen CPT- und FOB-Preise in EUR zeigt, dass die aktuellen Ernteerwartungen weitgehend mit den früheren Annahmen übereinstimmen.

Fundamentaldaten & Crush-Margen

Die auseinanderlaufenden Bewegungen im Sojakomplex – schwächere Bohnen und Öl bei gleichzeitig festerem Schrot – unterstreichen die Bedeutung der Crush-Margen im aktuellen Umfeld. Mit leicht höheren Sojaschrot-Futures über die Kurve und etwas niedrigeren Sojabohnen bleiben die rechnerischen Crush-Margen attraktiv und fördern die anhaltende Auslastung der Ölmühlenkapazitäten. Dies stützt die Bohnennachfrage, selbst wenn die absoluten Preise nachgeben, und wirkt als stabilisierender Faktor für CBOT-Futures und regionale Kassamärkte.

Für Futterkäufer bedeutet die Widerstandsfähigkeit der Sojaschrotpreise, dass die Entlastung auf der Rohbohnenseite nur teilweise in die Futterrezepturen durchschlägt. Gleichzeitig helfen niedrigere Sojaölpreise, die Inputkosten für Lebensmittel- und Industrieabnehmer zu begrenzen, insbesondere im Biodiesel-Segment, wo der Margendruck erhöht war. Hält dieses Muster an, könnte eine Phase folgen, in der die Bohnen enger mit Schrot als mit Öl korrelieren, vor allem wenn die Nachfrage nach tierischem Protein in Asien und anderen Schwellenländern fest bleibt.

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Produzenten / Verkäufer: Nutzen Sie das aktuelle Niveau bei CBOT-Sojabohnen und das feste Sojaschrot für schrittweise Verkäufe der Ernte 2026/27, mit Fokus auf nahe Liefertermine, in denen die Crush-Nachfrage am stärksten ist. Vermeiden Sie eine Überhedgung entfernter Erntejahre angesichts der relativ flachen Forward-Kurve und anhaltender Wetterrisiken.
  • Importeure / Ölmühlen: Erwägen Sie, die physische Deckung in der Ukraine und den USA schichtweise aufzubauen, wo die in EUR denominierten Angebote stabil bis leicht schwächer sind. Die Kombination aus weicheren Bohnen- und Ölpreisen bei gleichzeitig festerem Schrot stützt die Crush-Margen; das Absichern nahe liegender Volumina bei gleichzeitiger Wahrung gewisser Flexibilität für spätere Perioden erscheint sinnvoll.
  • Futterkäufer: Angesichts der Festigkeit bei Sojaschrot sollten Sie eine Diversifikation über verschiedene Proteinträger prüfen, aber die Grunddeckung aufrechterhalten, da die aktuellen Futures-Niveaus keinen großen Überschuss signalisieren. Planen Sie Käufe rund um kurzfristige Rücksetzer bei CBOT-Sojabohnen und Sojaschrot, anstatt auf eine größere Korrektur zu warten, die ohne einen klaren bärischen Impuls möglicherweise ausbleibt.

3‑Tage-Preisindikation (Tendenz)

  • CBOT-Sojabohnen (EUR/t, Frontmonat): Leicht bärische Tendenz; moderates Abwärtsrisiko, falls das Wetter freundlich bleibt und die Makrostimmung verhalten ist.
  • CBOT-Sojaschrot (EUR/t, Frontmonat): Seitwärts bis leicht fester, gestützt durch stabile Futternachfrage und attraktive Crush-Margen.
  • CBOT-Sojaöl (EUR/t, Frontmonat): Leicht bärisch, mit Potenzial für weitere Entspannung, da die Versorgungslage bei Pflanzenölen weniger angespannt erscheint.
  • Physische Sojabohnen, Schwarzes Meer & US FOB/CPT (EUR/kg): Überwiegend seitwärts; die Basis dürfte wettbewerbsfähig bleiben, mit nur geringen Tag-zu-Tag-Anpassungen.
BASIC
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