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Sojakomplex unter Druck, während Schrot fester wird und sich die China‑Nachfrage verlagert

Sojakomplex unter Druck, während Schrot fester wird und sich die China‑Nachfrage verlagert

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Der Sojakomplex entwickelt sich auseinander: US‑Bestandsratings auf 6‑Jahres‑Hoch, Fonds bleiben starke Verkäufer und die USA gewinnen preislich wieder Vorsprung nach China. Ausblick: seitwärts bis leicht schwächer.

US‑Sojabohnen handeln seitwärts bis leicht schwächer, da ausgezeichnete Bestandsbedingungen und starke Fondsverkäufe Aufwärtsbewegungen begrenzen, während Sojaschrot sich aufgrund der Nachfrage befestigt und Sojaöl weiter nachgibt. Die chinesische Nachfrage dreht sich für nahe Termine langsam wieder in Richtung USA, doch Brasilien bleibt der strukturelle Exportführer. Der Sojakomplex weist derzeit eine ausgeprägte Divergenz auf: Die vorderen CBOT‑Sojaölkontrakte sind auf rund 69 USc/lb gefallen, ein Minus von etwa 0,6–0,7 % zum Vortag, während nahe Sojaschrottermine um etwa 0,5–0,7 % zulegen. Sojabohnen‑Futures tendieren insgesamt seitwärts, wobei der wichtige November‑2026‑Kontrakt nach nur leichten Verlusten bei etwa 1.135 USc/bu notiert. Am physischen Markt deuten jüngste Offerten auf leicht weichere Preisniveaus für GVO‑freie ukrainische Bohnen hin, während die FOB‑Werte in Asien und den USA überwiegend stabil, aber erhöht bleiben. Gute US‑Bestandsratings und reichliches brasilianisches Exportangebot begrenzen das Aufwärtspotenzial, selbst wenn US‑Golf‑Sojabohnen für Juli/August gegenüber Lieferungen nach China wieder einen leichten Preisvorteil gewinnen.

Preise

CBOT‑Sojabohnen‑Futures handeln in einer engen Spanne: Juli 2026 liegt bei etwa 1.108,5 USc/bu, August bei 1.116,75 USc/bu und November 2026 bei 1.135 USc/bu, mit Tagesschwankungen überwiegend innerhalb von ±0,1 %.

Sojaöl steht entlang der Kurve unter Druck: Juli 2026 zuletzt bei 69,02 USc/lb (−0,63 % zum Vortag), mit einer klar abwärts gerichteten Struktur in Richtung der langlaufenden Kontrakte bei rund 59–60 USc/lb für 2028–2029.

Im Gegensatz dazu ist Sojaschrot fester: Juli 2026 handelt bei rund 305,8 USD/short ton (+0,72 %), wobei die nahe Kurve leicht ansteigend in die Jahre 2027–2028 auf etwa 315–320 USD/short ton verläuft.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Angebot & Nachfrage

Die Bedingungen für die US‑Sojabohnenernte bleiben sehr gut: 66 % der Flächen werden als gut bis ausgezeichnet eingestuft – dem Vernehmen nach der höchste Wert für diese Jahreszeit seit sechs Saisons. Der Feldaufgang ist mit 93 % weit fortgeschritten, drei Prozentpunkte über dem 5‑Jahres‑Durchschnitt, und 9 % der Fläche befinden sich bereits in der Blüte, ebenfalls vor dem üblichen Zeitplan.

Regional verbesserten sich die Bewertungen deutlich in Indiana (+20 Prozentpunkte) und Nebraska (+12), während North Dakota (−8), Iowa (−7) und Minnesota (−6) nachgaben. Das Gesamtbild spricht weiterhin für eine komfortable Versorgungslage in den USA, was auf die Preis­erwartungen für die neue Ernte drückt.

Brasilien bleibt die dominierende Kraft im weltweiten Export. Die Sojabohnen­ausfuhren im Juni werden auf 15,21 Mio. t geschätzt – nur geringfügig unter der vorherigen Schätzung und weiterhin auf sehr hohem Niveau. Für 2026/27 wird die brasilianische Sojabohnenfläche auf ein Rekordniveau von 49,0 Mio. ha veranschlagt, wobei das jährliche Wachstum von 0,9 % aufgrund höherer Kosten, eingeschränkter Kreditverfügbarkeit und El‑Niño‑bedingter Risiken das geringste seit zwei Jahrzehnten ist.

Im wichtigen chinesischen Markt sind US‑FOB‑Golf‑Offerten für Juli/August um 0,15–0,25 USD/bu günstiger geworden als brasilianische Alternativen, was die Wettbewerbsfähigkeit der USA für nahe Termine verbessert. China hat in dieser Saison bereits rund 12 Mio. t US‑Sojabohnen im Rahmen bestehender Vereinbarungen gekauft, mit zusätzlichen Abschlüssen seit Juni; dennoch deckt Brasilien weiterhin über 60 % der chinesischen Importe, gegenüber rund 23 % aus den USA.

Fundamentaldaten & Positionierung

Kapitalströme spielen weiterhin eine zentrale Rolle. Laut jüngsten CFTC‑Daten haben Investmentfonds ihre Netto‑Long‑Position in Sojabohnen auf 52.818 Kontrakte reduziert und in den vergangenen vier Wochen netto mehr als 301.000 Kontrakte über den gesamten Sojakomplex verkauft.

Diese aggressive Abwicklung belastet die Preise strukturell und trägt zum derzeit verhaltenen Marktbild bei, obwohl die Nachfrage nach Schrot robust ist und die Exportaktivität anhält. Gleichzeitig bedeutet die geringere Netto‑Long‑Exponierung einen kleineren Positionierungsüberhang und eröffnet Spielraum für eine Short‑Covering‑Rally, falls Nachfrage oder Wetter positiv überraschen.

In Europa und im Vereinigten Königreich verschärfen sich die regulatorischen Initiativen. Das Vereinigte Königreich bereitet neue Sorgfaltspflichten für Lieferketten von Soja und Palmöl vor, um illegale Entwaldung einzudämmen, mit teilweiser Angleichung an die EU‑Entwaldungsgesetzgebung. Mittelfristig dürfte dies die Anforderungen an Rückverfolgbarkeit und Dokumentation entlang der Lieferkette erhöhen, insbesondere für südamerikanische Herkünfte, ohne jedoch die kurzfristigen Handelsströme wesentlich zu verändern.

Wetter & Ernteausblick

Da die US‑Bedingungen bereits auf einem Mehrjahreshoch liegen, hängt die kurzfristige Marktsensitivität an möglichen Übergängen zu heißeren, trockeneren Mustern während der entscheidenden reproduktiven Phasen im Juli und August. Die aktuellen überdurchschnittlichen Bewertungen bieten zwar einen Puffer, reduzieren aber zugleich die in die Preise eingepreiste Wetterrisikoprämie.

In Brasilien bremsen El‑Niño‑bedingte Unsicherheit und höhere Produktionskosten die Flächenausweitung. Auch wenn die Anbaufläche ein neues Rekordniveau erreicht, lässt das nur moderate Wachstum weniger Spielraum für Fehler, falls in der Saison 2026/27 Wetterprobleme auftreten – insbesondere in neuen Anbauregionen, die stärker der Variabilität ausgesetzt sind.

Handelsausblick

  • Flat Price: Angesichts starker US‑Bestandsratings und der jüngsten massiven Fondsverkäufe erscheinen CBOT‑Sojabohnen kurzfristig auf eine seitwärts bis leicht schwächere Handelsspanne ausgerichtet, sofern das Wetter sich nicht deutlich verschlechtert.
  • Spreads: Die relativ feste Sojaschrotkurve gegenüber einem weichen Sojaölmarkt deutet darauf hin, dass dort, wo die Crush‑Marge es zulässt, ein Engagement in Schrot gegenüber Öl vorteilhaft bleibt, insbesondere für Futterverbraucher, die Proteinkosten absichern.
  • Basis & Kassamarkt: Käufer in Europa und MENA können von leicht schwächeren ukrainischen GVO‑freien Werten profitieren, während chinesische Käufer einen Teil der nahen Nachfrage taktisch auf rabattierte US‑Gulf‑Lieferungen verlagern können.

3‑Tage‑Preisindikation (Richtung)

  • CBOT Sojabohnen (Frontmonat, EUR‑Äquivalent): Seitwärts bis leicht abwärts, solange die US‑Bestandsratings nahe den aktuellen Höchstständen bleiben.
  • CBOT Sojaschrot: Leicht fester Bias, gestützt durch Futter­nachfrage und eine relativ knappere Schrotbilanz.
  • CBOT Sojaöl: Abwärts bis seitwärts, belastet durch reichliches Pflanzenölangebot und schwaches spekulatives Interesse.
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