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Sonnenblumenmarkt: Chinesische Kerne geben nach, während ukrainische Werte stabil bleiben

Sonnenblumenmarkt: Chinesische Kerne geben nach, während ukrainische Werte stabil bleiben

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Kompaktes Sonnenblumenmarkt-Update: schwächere chinesische Kernpreise, feste ukrainische Saat- und Ölwerte, Wetter in CN/UA und 3‑Tage-EUR-Preisausblick.

Chinesische Sonnenblumenkerne und -saaten haben sich Ende Juni moderat abgeschwächt, während ukrainische Saat- und Ölwerte insgesamt stabil bis leicht fester bleiben, gestützt durch knappe Altbestände und eine rege Exportnachfrage. Das Wetter sowohl in China als auch in der Ukraine wirkt in der sehr kurzen Frist überwiegend unbedrohlich, was die unmittelbare Wetterrisikoprämie begrenzt. Die Sonnenblumenmärkte handeln derzeit eine Geschichte mit zwei Geschwindigkeiten. In China lassen die Exportangebote für Konfektionskerne und Kerne für Backzwecke nach, da sich die Exportnachfrage in der Nahfrist abkühlt und die Aussichten für die heimische Ernte komfortabel erscheinen. In der Ukraine jedoch sorgt die Kombination aus begrenzter Verarbeitungskapazität, weiterhin eingeschränkter Logistik und lebhaften Exporten von Sonnenblumenöl und -kuchen dafür, dass Saat- und Produktpreise gestützt bleiben, obwohl die globalen Pflanzenölpreise im Juni nachgeben. Kurzfristig dürfte die Preisentwicklung weitgehend seitwärts mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz in China und einer festeren Untergrenze in der Ukraine verlaufen, während der Markt die Zeit bis zum Eintreffen der neuen Ernte überbrückt.

Preise

Alle Preise wurden zu einem indikativem Kurs von 1,00 USD = 0,93 EUR umgerechnet und gerundet.

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Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Unabhängige Marktdaten sehen die durchschnittlichen chinesischen Sonnenblumen-Saatpreise im Juni bei rund 1,33 USD/kg (≈1,24 EUR/kg) ab Hof, während die Export-Stückwerte näher bei 1,71 USD/kg (≈1,59 EUR/kg) liegen. Dies bestätigt die relativ kostenintensive Position Chinas auf dem globalen Saatmarkt.    

Angebot & Nachfrage (CN & UA)

China (CN)

  • China bleibt ein bedeutender Produzent und Exporteur von Konfektions-Sonnenblumenkernen und -saaten; offizielle Statistiken zeigen einen starken Anstieg der durchschnittlichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich, was auf eine robuste Nachfrage und/oder eine angespanntere frühere Versorgung hindeutet.
  • Der jüngste Rückgang der Exportangebote für Kerne deutet jedoch auf eine schwächere internationale Nachfrage in der kurzen Frist und verstärkten Wettbewerb durch Schwarzmeer- und EU-Herkünfte hin.
  • In wichtigen nordöstlichen Anbauprovinzen wie Heilongjiang verlief der Juni 2026 etwas kühler als üblich (rund 1,5–2,0 °C unter dem langjährigen Mittel), was die vegetative Entwicklung generell begünstigt und bislang noch nicht auf Ertragsstress hindeutet.

Ukraine (UA)

  • Anfang Juni verfügte die Ukraine noch über rund 2,16 Mio. t Sonnenblumen-Saatbestände, was eine starke vorherige Produktion, aber auch eingeschränkte Verarbeitungskapazitäten und Logistik widerspiegelt.
  • Derzeit verarbeiten nur wenige Werke Sonnenblumen, viele sind auf Wartung oder Raps umgestiegen; dies hat die inländischen Sonnenblumenpreise für die alte Ernte auf etwa 742 USD/t CPT Odessa ansteigen lassen, was bei Parität rund 742 EUR/t entspricht, während die neue Ernte etwa 60 USD/t niedriger notiert.
  • Die Exporte von Sonnenblumenöl und -kuchen bleiben rege, mit rund 383.000 t Öl und 276.000 t Kuchen, die in den ersten 28 Tagen des Mai verschifft wurden. Dies signalisiert anhaltende Auslandsnachfrage, die Saat- und Produktpreise trotz saisonalem Druck stützt.

Wetterausblick (nächste 3–7 Tage)

Wichtige ukrainische Region: Dnipro / Zentral-Ost UA

Kurzfristige Prognosen für Dnipro deuten auf saisonal warmes Wetter mit Tageshöchstwerten meist im mittleren 20er-Bereich bis etwa 30 °C und begrenzten Starkregenereignissen in der kommenden Woche hin. Dies ist insgesamt vorteilhaft für das Sonnenblumenwachstum und impliziert derzeit keinen akuten Feuchtestress.

Wichtige chinesische Region: Heilongjiang / Nordost CN

In Heilongjiang verlief der Juni bislang etwas kühler als die historischen Normen, wobei die kurzfristigen Prognosen auf moderate Temperaturen um die oberen 20er °C hindeuten. Dies spricht für günstige Wachstumsbedingungen für Sonnenblumen in den aktuellen Entwicklungsstadien.

In den nächsten 3–5 Tagen sind in keiner der Kernregionen glaubhafte kurzfristige Wetterrisiken (z. B. Hitzewellen oder anhaltend starke Regenfälle) erkennbar, die derzeit eine deutliche Risikoprämie in den Preisen rechtfertigen würden.

Fundamentaldaten & externe Einflüsse

  • Pflanzenölkomplex: Die globalen Sonnenblumenölpreise sind im Juni weiter gesunken, im Einklang mit der bereits früher im Jahr beobachteten Schwäche, auch wenn tägliche Indizes laufend aktualisiert werden. Dies begrenzt weiteres Aufwärtspotenzial für Saat- und Kernwerte.
  • Logistik und Kapazitäten in der Ukraine: Trotz verbesserter Korridore schränken die Binnenlogistik und die begrenzte Zahl der in Betrieb befindlichen Ölmühlen weiterhin das effektive Angebot ein und stützen die inländischen Sonnenblumen-Saatpreise im Vergleich zu globalen Benchmarks.
  • Makro-Stimmung: Breite Kommentare zu den Rohstoffmärkten verweisen auf eine vorsichtige Risikobereitschaft und insgesamt schwächere Stimmung im Bereich der Speiseöle, was bullische Impulse aus regionalen Angebotengpässen dämpft.

Handelsausblick & 3-Tage-Preisindikation (EUR)

Handelsausblick

  • Käufer (Kerne, Ursprung CN): Angesichts der jüngsten Preisschwäche und fehlender unmittelbarer Wetterrisiken im Nordosten Chinas sollte eine schrittweise Ausweitung der Deckung bei Rücksetzern für Lieferungen im 3. Quartal erwogen werden, ohne Kursanstiegen nachzujagen, da die globalen Ölpreise weich sind.
  • Käufer (Saat/Öl, Ursprung UA): Vor Eintreffen der neuen Ernte ist von einem relativ festen Preisboden auszugehen; kleinere Korrekturen im Zuge der Schwäche bei Pflanzenölen können genutzt werden, um Volumina abzusichern – insbesondere, wenn sich Logistikfenster verbessern.
  • Verkäufer (CN & UA): Angebotsdisziplin wahren; in China sollten schrittweise Preiszugeständnisse einkalkuliert werden, um mit Schwarzmeer-Herkünften zu konkurrieren, während in der Ukraine die knappe Verarbeitungskapazität und stetige Exporte dafür sprechen, Niveaus nahe den aktuellen Preisen zu halten.

Richtungstendenz 3-Tage-Sicht (26.–28. Juni 2026)

  • CN Sonnenblumenkerne & -saaten (FOB, EUR/kg): Tendenz leicht abwärts bis seitwärts. Indikative Spanne: Kerne 1,08–1,15; Saaten 1,28–1,32.
  • UA Sonnenblumen-Saaten (FCA, EUR/kg): Überwiegend stabil mit leichtem Aufwärtsrisiko bei etwaigen Logistikstörungen. Indikative Spanne: 0,56–0,59.
  • UA Sonnenblumenöl (CPT, EUR/kg): Seitwärts bis geringfügig schwächer im Einklang mit den globalen Ölbenchmarks. Indikative Spanne: 1,02–1,05.
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