Südkoreas Sesamnachfrage bricht ein, während sich Lieferantenmix verschiebt
Sesammarkt-Kurzbericht: starker Importrückgang im ersten Halbjahr 2026 in Südkorea, höhere durchschnittliche CIF-Preise, weichere FOB-Offerten aus Ägypten und Indien sowie eine sich verschiebende Lieferantenstruktur.
Preise
Südkorea importierte im Zeitraum Januar–Juni 2026 insgesamt 25.605 Tonnen Sesamsaat, ein Rückgang um 32 % gegenüber dem Vorjahr; die Importausgaben sanken um 29 % auf rund 52,9 Mio. USD. Trotz dieses Rückgangs stieg der durchschnittliche Importpreis um 3 % auf etwa 2.064 USD/t, was darauf hindeutet, dass Käufer leicht höhere Stückkosten akzeptierten, während sie die Volumina deutlich reduzierten.
FOB-Offerten der wichtigsten Exporteure bleiben vergleichsweise weich. Jüngste Angebote für ägyptischen naturbelassenen Sesam liegen bei rund 1,77 EUR/kg für goldenen und 1,30 EUR/kg für standardmäßige Naturqualität, während indischer naturbelassener Sesam bei etwa 1,18–1,22 EUR/kg und geschälter EU-Qualität bei rund 1,40–1,43 EUR/kg notiert – allesamt leicht unter dem Niveau von Ende Juli. Diese Divergenz – festeres CIF Korea, leicht schwächeres FOB ab Ursprung – hebt die Rolle von Frachtraten, Qualitätsdifferenzen und Vertragszeitpunkten hervor.
Angebot & Nachfrage
Der starke Rückgang der koreanischen Importe weist in erster Linie auf eine schwächere Inlandsnachfrage oder einen aktiven Lagerabbau hin, nicht auf eine Angebotsknappheit. Die Volumina fielen von 37.507 Tonnen im ersten Halbjahr 2025 auf 25.605 Tonnen im ersten Halbjahr 2026, wobei sich der Abschwung im Juni zuspitzte, als die Eingänge um 55 % auf nur 3.269 Tonnen einbrachen.
China blieb mit 14.779 Tonnen Koreas größter Lieferant, doch seine Lieferungen gingen im Jahresvergleich um 12 % zurück und unterstreichen eine breit angelegte Nachfrageschwäche. Gleichzeitig erhöhte die Vereinigten Staaten ihre Exporte nach Korea von 1.520 Tonnen auf 4.920 Tonnen und signalisieren eine wachsende Präferenz für US-Qualitäten und möglicherweise wettbewerbsfähigere Logistik oder Vertragskonditionen. Indien, Nigeria und Burkina Faso fielen aus den Top fünf der koreanischen Ursprünge heraus – ein klarer Hinweis auf eine Neusortierung der Lieferantenlandschaft.
Fundamentaldaten & Handelsströme
Die Kombination aus geringeren Importmengen und höheren Durchschnittspreisen legt nahe, dass koreanische Käufer bestimmte Qualitäten und Ursprünge priorisieren, während sie ihre Gesamtengagements zurückfahren. Der Preisanstieg von 13 % im Jahresvergleich bei den Juni-Ladungen auf rund 2.042 USD/t fiel mit dem stärksten Volumenschnitt zusammen und deutet auf selektive Einkaufstätigkeit und potenziell strengere Qualitätsanforderungen hin.
Für globale Exporteure reduziert Koreas Rückzug den unmittelbaren Nachfragedruck, eröffnet aber Chancen für Ursprünge wie die USA, die sich an koreanische Spezifikationen und Anforderungen an die Lieferkette anpassen können. Traditionelle Lieferanten aus Indien und Westafrika dürften Preisgestaltung, Qualitätszusagen oder Lieferkonditionen anpassen müssen, um Marktanteile zurückzugewinnen – insbesondere da die FOB-Notierungen aus Ägypten und Indien Spielraum für eine wettbewerbsfähige Positionierung signalisieren.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
- Nachfragetendenz: Es ist zu erwarten, dass die koreanische Importnachfrage kurzfristig verhalten bleibt, da Käufer Bestände abbauen und die Verbraucherabnahme beobachten, insbesondere nach der starken Korrektur im Juni.
- Preisrichtung: Da FOB-Offerten aus Ägypten und Indien in EUR gerechnet leicht nachgeben, erscheint das kurzfristige globale Preisrisiko seitwärts bis leicht abwärts gerichtet – sofern nicht neue Nachfrage aus anderen asiatischen oder nahöstlichen Abnehmerländern aufkommt.
- Strategie – Käufer: Lebensmittelhersteller und Importeure mit ungesicherten Bedarfen für das vierte Quartal können das aktuell weiche FOB-Niveau nutzen, um ihre Absicherung selektiv zu verlängern – mit Fokus auf hochspezifizierte geschälte und schwarze Qualitäten, bei denen sich die Aufschläge verengen könnten, falls der Wettbewerb um koreanische Geschäfte zunimmt.
- Strategie – Verkäufer: Exporteure mit Zielmarkt Korea sollten Rückverfolgbarkeit und gleichbleibende Qualität in den Vordergrund stellen und flexible Verschiffungsfenster in Betracht ziehen, während sie gleichzeitig Absatzkanäle in Märkten mit stabilerer Nachfragebasis diversifizieren.