Türkische Trockenaprikosenpreise verharren Mitte März 2026 auf hohem Niveau, zeigen aber kurzfristig nur geringe Dynamik. FOB-Malatya-Notierungen für ungeschwefelte Ware liegen unverändert zwischen 8,00 und 9,05 EUR/kg, während EU-Lagerware (FCA NL/PL) leicht fester tendiert. Die Angebotslage bleibt infolge der Frostschäden 2025 angespannt, gleichzeitig dämpfen hohe Preise und verstärkte Konkurrenz aus Usbekistan und China die EU-Nachfrage.
Nach der massiven Frostschädigung der Ernte 2025 in Malatya – dem Kerngebiet der türkischen Aprikosenproduktion – arbeitet sich der Sektor nur langsam aus dem Defizit. Jüngste Exportdaten zeigen deutlich geringere Ausfuhren in die EU, während alternative Ursprungsländer Marktanteile gewonnen haben. Dennoch stützen begrenzte Bestände und ein insgesamt festes Trockenfruchtumfeld die Preise. Das aktuelle Frühlingswetter in Ostanatolien verläuft bislang überwiegend mild und ohne extreme Frostereignisse, was die Perspektive für die neue Ernte leicht verbessert, aber die physische Versorgung bis zum Sommer kaum entspannt. In diesem Umfeld bleiben Käufer vorsichtig, nutzen Rücksetzer selektiv und sichern sich eher kurzfristig ab.
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📈 Preise & Marktniveau
Aktuelle Angebots- und Lagerpreise (EUR/kg)
| ID | Produkt | Typ | Herkunft | Ort | Term | Preis aktuell (EUR/kg) | Vorwoche (EUR/kg) | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 849 | Aprikosen getrocknet | no:8, TR-1123 | TR | Lodz (PL) | FCA | 5,25 | 5,20 | +0,05 |
| 832 | Aprikosen getrocknet | Cubes, no – 8 | TR | Dordrecht (NL) | FCA | 5,47 | 5,47 | 0,00 |
| 830 | Aprikosen getrocknet | Cubes, no – 5 | TR | Dordrecht (NL) | FCA | 5,90 | 5,90 | 0,00 |
| 821 | Aprikosen getrocknet | Cubes, no-1 | TR | Dordrecht (NL) | FCA | 6,25 | 6,25 | 0,00 |
| 819 | Aprikosen getrocknet | Cubes 8–10 mm | TR | Dordrecht (NL) | FCA | 3,20 | 3,20 | 0,00 |
| ID | Produkt | Kaliber/Behandlung | Bio | Herkunft | Ort | Term | FOB-Preis (EUR/kg) | Vorwoche (EUR/kg) | Veränderung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 46 | Aprikosen getrocknet | No:1, ungeschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 9,05 | 9,05 | 0,00 |
| 48 | Aprikosen getrocknet | No:2, ungeschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 8,75 | 8,75 | 0,00 |
| 50 | Aprikosen getrocknet | No:3, ungeschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 8,20 | 8,20 | 0,00 |
| 52 | Aprikosen getrocknet | No:4, ungeschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 8,10 | 8,10 | 0,00 |
| 54 | Aprikosen getrocknet | No:5, ungeschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 8,00 | 8,00 | 0,00 |
| 38 | Aprikosen getrocknet | No:1, geschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 8,85 | 8,80 | +0,05 |
| 41 | Aprikosen getrocknet | No:4, geschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 7,65 | 7,72 | -0,07 |
| 42 | Aprikosen getrocknet | No:5, geschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 7,20 | 7,38 | -0,18 |
| 45 | Aprikosen getrocknet | No:8, geschwefelt | konventionell | TR | Malatya | FOB | 6,45 | 6,50 | -0,05 |
| 47 | Aprikosen getrocknet | No:1, ungeschwefelt | bio | TR | Malatya | FOB | 10,20 | 10,20 | 0,00 |
| 49 | Aprikosen getrocknet | No:2, ungeschwefelt | bio | TR | Malatya | FOB | 10,35 | 10,35 | 0,00 |
| 51 | Aprikosen getrocknet | No:3, ungeschwefelt | bio | TR | Malatya | FOB | 9,30 | 9,30 | 0,00 |
| 53 | Aprikosen getrocknet | No:4, ungeschwefelt | bio | TR | Ankara | FOB | 9,40 | 9,40 | 0,00 |
Marktstimmung
- FOB Türkei: stabil bis leicht fest, da Angebotsknappheit anhält und Exportmengen begrenzt bleiben.
- EU-Lager (NL/PL): weitgehend seitwärts, mit enger Spanne zwischen 5,20 und 6,35 EUR/kg für Würfelware mittlerer Qualität.
- Bio-Segmente: deutlicher Aufschlag von rund 1,0–1,5 EUR/kg gegenüber konventioneller ungeschwefelter Ware, jedoch ebenfalls ohne frische Impulse.
🌍 Angebot, Nachfrage & Handel
Angebotslage Türkei
Die Türkei stellt nach wie vor den dominierenden Anbieter am Weltmarkt für Trockenaprikosen dar und deckt rund 70–75 % des globalen Angebots. Malatya allein verantwortet etwa 85–95 % der türkischen Produktion, überwiegend in kleinbäuerlichen Strukturen.
Die Saison 2025/26 ist jedoch von massiven Frostschäden im April 2025 geprägt, die in manchen Lagen Ertragsverluste von bis zu 100 % verursachten. Offizielle türkische Berichte und Universitätsanalysen zeigen, dass die Exportvolumina im August 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 60 % eingebrochen sind.
Exportströme & Konkurrenzherkünfte
Zwischen August 2025 und Ende Februar 2026 wurden aus der Türkei nur rund 20.000 t Trockenaprikosen exportiert, deutlich weniger als in normalen Jahren. Vor allem die Lieferungen in die EU sind laut Branchenberichten um etwa 60 % zurückgegangen.
Parallel hat die EU ihre Importe aus Usbekistan stark erhöht – Schätzungen gehen von einem Plus von fast 130 % gegenüber dem Vorjahr aus. Auch China und andere zentralasiatische Ursprungsländer nutzen die Angebotslücke und gewinnen Marktanteile im mittleren Preissegment.
Nachfrageseite
Auf der Nachfrageseite bleibt Europa der wichtigste Absatzmarkt für türkische Trockenaprikosen, gefolgt vom Nahen Osten und Nordafrika. Konsumseitig stützen eine wachsende Verwendung in Müslis, Snacks und Backwaren die Basiskaufkraft.
Allerdings reagieren industrielle Käufer preissensibel und weichen bei anhaltend hohen FOB-Notierungen zunehmend auf Alternativherkünfte aus. Dies führt dazu, dass die physische Knappheit nicht in dem Maße in weitere Preissteigerungen umschlägt, wie es die reine Angebotslage vermuten ließe.
📊 Fundamentale Markttreiber
Produktion & Bestände
Offizielle Schätzungen für die türkische Trockenaprikosenproduktion 2025 liegen – trotz Frost – im Bereich von knapp 200.000 t, aber deutlich unter früheren Rekordjahren.
Die Lagerbestände zu Beginn der aktuellen Exportkampagne waren nach Angaben der Exportverbände relativ gering (Größenordnung 7.000 t), was den Markt strukturell stützt.
Preisumfeld Trockenfrüchte
Das gesamte Trockenfruchtsegment befindet sich in einem eher festen Preisumfeld, getrieben durch höhere Produktionskosten, Logistikkosten und teilweise witterungsbedingte Ernteausfälle. Branchenberichte erwarten für Q1 2026 stabil hohe Trockenaprikosenpreise mit begrenztem Abwärtsrisiko.
Gleichzeitig übt die Konkurrenz anderer Trockenfrüchte (z. B. Feigen, Datteln) und Snackprodukte auf Konsumentenseite einen gewissen Preisdruck aus, da Käufer im Einzelhandel auf Sonderangebote und preisgünstigere Alternativen ausweichen.
🌦 Wetter & Ernteausblick (Region TR, Fokus Malatya)
Aktuelle Wetterlage
Für Malatya wird für die kommenden Tage (18.–20. März 2026) überwiegend bewölktes bis regnerisches, aber relativ mildes Wetter mit Tageshöchstwerten um 12–14 °C und Tiefstwerten um 4–9 °C prognostiziert.
Im klimatologischen Mittel sind die Temperaturen im März in Malatya kühl, aber frostgefährdet – aktuelle Prognosen zeigen jedoch keine ausgeprägten Spätfrostereignisse im genannten Zeitraum.
Auswirkungen auf Blüte und Ertrag
Die Aprikosenbäume befinden sich derzeit im Übergang von Knospen- zu früher Blütephase. Milde, leicht feuchte Bedingungen ohne starke Nachtfröste wirken grundsätzlich positiv auf die Blütenentwicklung und verringern das Risiko eines erneuten Frostschocks wie im April 2025.
Kurzfristig ist daher nicht mit zusätzlichen erntebegrenzenden Wetterschocks zu rechnen. Die Ertragsperspektive für die Ernte 2026 bleibt jedoch noch unsicher, da kritische Frostfenster bis in den April hinein bestehen bleiben und der Klimawandel generell zu höherer Wettervolatilität in der Region führt.
📉 Risiko- und Sentimentfaktoren
- Wetterrisiko: Spätfröste bis Mitte/Ende April bleiben das zentrale Risiko für die kommende Ernte 2026; die kurzfristige Prognose ist aber eher entspannt.
- Währungseffekte: Schwankungen der türkischen Lira gegenüber dem Euro können die in EUR ausgedrückten FOB-Preise dämpfen oder verstärken (hier im Bericht alle Preise bereits in EUR dargestellt).
- Nachfragerotation: EU-Käufer testen Alternativherkünfte (Usbekistan, China), was den Preisspielraum türkischer Exporteure begrenzt.
- Logistik & Geopolitik: Regionale Spannungen und Frachtratenänderungen können kurzfristig Angebot und Nettopreise in der EU beeinflussen.
📆 3-Tage-Preisprognose (Region TR, FOB Malatya/Ankara)
Auf Basis der aktuellen Fundamentaldaten, Wetterlage und der sehr geringen kurzfristigen Handelsaktivität wird für die nächsten drei Handelstage (18.–20. März 2026) nur eine minimale Preisbewegung erwartet.
| Produkt | Kaliber/Behandlung | Region | Preis 17.03.2026 (EUR/kg) | Prognose 18.03.2026 (EUR/kg) | Prognose 19.03.2026 (EUR/kg) | Prognose 20.03.2026 (EUR/kg) | Erwartete Tendenz |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Trockenaprikosen | No:1, ungeschwefelt | FOB Malatya (TR) | 9,05 | 9,05 | 9,05 | 9,00–9,10 | seitwärts, enge Spanne |
| Trockenaprikosen | No:2, ungeschwefelt | FOB Malatya (TR) | 8,75 | 8,75 | 8,75 | 8,70–8,80 | seitwärts |
| Trockenaprikosen | No:4, geschwefelt | FOB Malatya (TR) | 7,65 | 7,60–7,70 | 7,60–7,70 | 7,60–7,75 | leicht schwächer bis stabil |
| Trockenaprikosen | No:5, ungeschwefelt | FOB Malatya (TR) | 8,00 | 8,00 | 8,00 | 8,00 | stabil |
🎯 Trading-Ausblick & Empfehlungen
- Käufer (Industrie/Abpacker EU): Kurzfristig bieten sich nur begrenzte Preisvorteile. Eher selektiv bei schwächeren geschwefelten Kalibern (z. B. No:4–5) engagieren, während bei Premium-ungeschwefelter Ware kleine Rücksetzer konsequent zur Teilabsicherung genutzt werden sollten.
- Händler/Lagerhalter in der EU: Bei FCA-Preisen um 5,20–5,90 EUR/kg für Standardwürfel erscheint das Abwärtsrisiko begrenzt, solange keine starke Normalisierung der türkischen Exportmengen sichtbar wird. Bestände aktiv rotieren, aber nicht aggressiv abbauen.
- Türkische Exporteure: Angesichts wachsender Konkurrenz aus Zentralasien empfiehlt sich ein stärker qualitäts- und serviceorientierter Ansatz, um Preisprämien gegenüber Usbekistan & Co. zu rechtfertigen.
- Risikomanagement: Wetter- und Ertragsrisiken für die 2026er Ernte eng verfolgen; bei Anzeichen neuer Frostschäden könnten rasch Aufwärtsbewegungen einsetzen, die frühzeitige Preisfixierungen für Käufer interessant machen.








