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Ukrainischer Rapspreis seitwärts, aber gestützt durch höhere Mindestpreise und heißes Wetter

Ukrainischer Rapspreis seitwärts, aber gestützt durch höhere Mindestpreise und heißes Wetter

CMB
CMB News Redaktion
Editorial Desk

Ukrainische Rapskurse bleiben fest: Höhere Exportmindestpreise, starke Crush-Nachfrage und heißes Wetter stützen den Markt trotz schwächerer Euronext-Futures.

Die Preise für ukrainischen Raps halten sich Ende Juni weitgehend stabil, nachdem die moderaten Gewinne zu Monatsbeginn nun konsolidiert werden. Inländische CPT/FCA-Niveaus liegen leicht unter den festen Euronext-Benchmarks, werden jedoch durch höhere offizielle Mindest-Exportpreise und eine starke Verarbeitung nachgefragt. Die Ukraine startet mit relativ knappen Altbeständen und strukturell hoher Nachfrage lokaler Ölmühlen in die neue Rapssaison, während Exportströme weiterhin durch Regulierung und Logistik begrenzt sind. Heißes, trockenes Wetter in wichtigen Regionen wie Odessa und Kiew beschleunigt die Bestandesentwicklung, ohne derzeit in akuten Stress umzuschlagen. Parallel dazu haben sich die europäischen Futures leicht abgeschwächt, liegen aber klar über dem Vorjahresniveau, was das Abwärtspotenzial für physische Schwarzmeerpreise begrenzt. Der Markt bewegt sich aktuell in einer engen Spanne mit leicht positiver Tendenz, falls Wetterrisi ken oder Frachtunterbrechungen zunehmen.

Preise

Alle nachstehenden Preise sind Näherungswerte und zur Vergleichbarkeit in EUR/kg angegeben.

BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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• Die Euronext-Rapsindikatoren gaben am 26. Juni auf etwa 513 EUR/t nach, was einem Rückgang von gut 2% im Monatsvergleich entspricht, aber immer noch rund 8% über dem Vorjahresniveau liegt und damit ein erhöhtes Preisfundament für physische Schwarzmeerwerte sichert. 

• Das ukrainische Wirtschaftsministerium hat die Mindestexportpreise für Raps im Juni auf rund 360 USD/t CPT und 488 USD/t FOB/CIF angehoben – ein deutlicher Anstieg gegenüber Mai, der die inländischen Gebote effektiv gegen die schwächere globale Stimmung absichert. 

Angebot & Nachfrage

• Bis Anfang Juni hatte die Ukraine seit Beginn der Saison rund 1,32 Mio. t Raps zu Öl verarbeitet, was auf eine starke Inlandsvermahlung hinweist und vergleichsweise knappe Altbestände an Saat zurücklässt. 

• Die gesamte Getreide- und Ölsaatenernte in der Ukraine wird für 2026 auf 83,6 Mio. t geschätzt; die Rapsexporte 2026/27 werden bei nur rund 1,9 Mio. t gesehen, da ein größerer Anteil in die lokale Verarbeitung statt in Rohsaatenexporte gelenkt wird. 

• Die Rapsfläche in der EU für die Ernte 2026 dürfte moderat zunehmen, insbesondere in Deutschland und Polen, während Frankreich einen leichten Rückgang verzeichnet; dies deutet auf eine etwas komfortablere mittelfristige EU-Bilanz hin, schlägt sich aber noch nicht in umfangreichen kurzfristigen Beständen nieder. 

• In der Logistik haben die EU-Solidarity Lanes und die wiedereröffneten Schwarzmeer-Routen seit 2022 zusammen mehr als 240 Mio. t ukrainisches Getreide und Ölsaaten verschifft, davon rund 4,6 Mio. t allein im April 2026, was bestätigt, dass die Exportkanäle trotz regionaler Sicherheitsrisiken funktionsfähig bleiben. 

Fundamentaldaten & Politikfaktoren

• Die Ukraine hat für Juni höhere Mindestexportpreise festgelegt und damit die CPT-Mindestpreise für Raps im Monatsvergleich um etwa 42 USD/t und die FOB/CIF-Niveaus um rund 26 USD/t angehoben; diese Maßnahme unterstützt Landwirte und Ölmühlen, reduziert jedoch die Margen für Händler, die in einen etwas schwächeren europäischen Terminmarkt verkaufen. 

• Internationale Benchmarks zeigen nachgebende, aber historisch weiterhin feste Rapsfutures, wobei CFDs und Euronext-Kontrakte sich über 510 EUR/t behaupten; die relative Stärke gegenüber anderen Ölsaaten, einschließlich Sonnenblumenöl, hält Raps in europäischen Biodiesel- und Pflanzenölmischungen wettbewerbsfähig. 

• Aktuelle Branchendaten deuten darauf hin, dass ukrainische Ölmühlen weiterhin aktiv arbeiten und bereits über 8,4 Mio. t Sonnenblumen sowie erhebliche Rapsmengen verarbeitet haben; mit Eintreffen der neuen Ernte dürfte die Kapazitätsauslastung weiter in Richtung Raps verschoben werden, was die Inlandsnachfrage nach Saat stützt. 

• Die strategischen Schwarzmeer-Risiken bleiben nach wiederholten Angriffen auf russische Energieinfrastruktur erhöht, doch die Massenexportströme für Agrargüter aus der Region laufen bislang mit nur begrenzten direkten Störungen weiter; gleichwohl können Frachtkosten und Risikoaufschläge bei jeder Eskalation rasch anziehen. 

Wetterausblick (Fokus Ukraine)

• Odessa: Für die nächsten drei Tage (30. Juni–2. Juli) werden überwiegend sonnige und heiße Bedingungen mit Tageshöchstwerten um 29–33 °C und warmen Nächten über 22 °C prognostiziert.  Dies begünstigt eine rasche Abreife und Erntebereitschaft, kann bei anhaltendem Muster ohne Niederschlag jedoch die Bodenfeuchte verknappen.

• Kiew: Ähnliche Bedingungen werden erwartet, mit Höchstwerten um 32–34 °C unter meist sonnigem Himmel und ohne nennenswerte Niederschläge im kurzfristigen Horizont.  Für blühenden bzw. früh in der Schotenfüllung befindlichen Raps erhöht dies das Hitzestress-Risiko auf leichteren Böden, wenngleich die aktuelle Bodenfeuchte im Allgemeinen ausreichend ist.

• Insgesamt ist die kurzfristige Wettertendenz ertragsneutral bis leicht negativ: günstig für Feldarbeiten und frühe Erntelogistik, doch ein anhaltend heiß-trockenes Wetter bis in den Juli hinein würde das Ertragspotenzial zu schmälern beginnen und könnte einen moderaten Wetterrisikoaufschlag in die Preise einpreisen.

Handelsausblick & 3-Tages-Preisindikation (Ukraine)

Handelsausblick (nächste 1–2 Wochen)

  • Erzeuger: Bei inländischen CPT/FCA-Preisen nahe jüngster Hochs und offiziell gestützt durch höhere Mindestexportpreise ist eine schrittweise Vorwärtsvermarktung von Alt- und frühen Neusaisonmengen sinnvoll, insbesondere wenn die Lagerkapazität am Hof begrenzt ist.
  • Ölmühlen: Die Deckung des kurzfristigen Bedarfs aufrechterhalten, aber kein aggressives „Hinterherlaufen“ über den aktuellen Benchmarks; hohe Crush-Margen könnten sich einengen, falls die Euronext weiter nachgibt, während die Mindestexportpreise hoch bleiben.
  • Exporteure: Fokus auf gut abgesicherte Partien mit gesicherter Logistik; das Basisrisiko gegenüber Euronext bleibt beherrschbar, könnte sich jedoch ausweiten, falls heißes Wetter oder politische Risiken die Schwarzmeer-Fracht- und Versicherungskosten vorübergehend anheben.

Indikativer 3-Tages-Trend (30. Juni–2. Juli, ukrainischer Raps)

  • Odessa, CPT, Klasse 1: Seitwärts bis leicht fester. Heißes, trockenes Wetter und hohe offizielle Mindestexportpreise begrenzen das Abwärtspotenzial; es sind Intraday-Bewegungen im Bereich von etwa ±0,01 EUR/kg äquivalent zu erwarten.
  • Odessa & Kiew, FCA 42% Öl: Überwiegend stabil. Inländische Crush-Nachfrage und Logistikengpässe stützen die Basis; leichte Festigungen sind möglich, falls sich die EU-Futures erholen.
  • Spread vs. Euronext: Der Preisabstand dürfte weitgehend unverändert bleiben, da beide Märkte starke Fundamentaldaten gegen moderate makroökonomische und Energiemarkt-Gegenwinde abwägen.
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