Price-UpdateDE,UA
Ukrainischer und deutscher Weizen: Stabile UA-CPT, Hitzebedingter Auftrieb in DE-Basis
Weizenpreise stabil CPT Odessa und fester EXW Deutschland, da Schwarzmeer-Logistik und europäische Hitzewelle kurzfristige Basis und Risikoaufschläge bestimmen.
Ukrainischer Weizen CPT Odessa hält sich in EUR gerechnet weitgehend stabil, während die Basis für deutschen Futterweizen aufgrund hitzebedingter Ertragsrisiken und fester europäischer Referenzpreise leicht anzieht. Exportbeschränkungen an den ukrainischen Schwarzmeerhäfen begrenzen die Erzeugerpreise trotz solider Ernteaussichten, während in Deutschland milde Witterungsunterstützung auf die Kassamärkte trifft, da sich die Hitze über Mitteleuropa aufbaut.
Weizenterminkontrakte sind weltweit im vergangenen Monat etwas gefallen, liegen aber weiterhin über dem Vorjahresniveau, da ein starkes Schwarzmeerangebot die schweren Ernteausfälle in den USA ausgleicht. In Europa wird Mühlweizen an der Euronext komfortabel im Bereich der mittleren 210 EUR je Tonne gehandelt, während deutsche Futterweizen-Referenzen im Raum Mannheim in der Mitte der 160 EUR liegen. Vor diesem Hintergrund dominieren lokale Faktoren: Logistik und Kriegsrisiko in der Ukraine sowie Hitzestresssignale in Deutschland. Kurzfristig erscheinen die Preise CPT Odessa in einer Seitwärts-Spanne, mit leichtem Aufwärtspotenzial bei deutschen EXW-Niveaus, falls die Hitzewelle anhält.
Auf Makroebene haben sich die globalen Weizenbenchmarks zuletzt abgeschwächt: der von TradingEconomics nachverfolgte CFD schloss am 23. Juni nahe 587 USc/bu, fast 8 % im Monatsvergleich tiefer, aber immer noch rund 10 % über dem Vorjahresniveau. Euronext-Mahlweizenfutures werden für nahe Fälligkeiten im unteren bis mittleren Bereich von 210 EUR/t gehandelt, wobei der Kontrakt Dez‑26 am 22. Juni um 213 EUR/t notierte, etwa 2 % fester zum Vortag – ein Spiegelbild für eine gewisse Rückkehr von Wetter- und Risikoaufschlägen. Am physischen EU-Markt liegen indikative Futterweizenpreise für Deutschland (Mannheim) bei rund 167 EUR/t für Juni, im Monatsvergleich leicht fester.
Prices
BASIC
Marktdaten-Tabelle
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Schwarzer Pfeffer6.850 €/t+2,3 %
Koriander1.240 €/t−0,8 %
Kreuzkümmel2.100 €/t+1,5 %
Zimt (Cassia)8.900 €/t+0,4 %
Kurkuma3.200 €/t−1,2 %
Kardamom grün18.500 €/t+3,1 %
Ingwer (getr.)1.850 €/t+0,9 %
Chili (getr.)2.750 €/t−0,5 %
Die vollständige Tabelle mit aktuellen Preisen und Trends findest du auf CMBroker.
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Supply & Demand Drivers
Die Ukraine startet mit soliden Produktionsaussichten in die Saison 2026/27: Branchen- und Beratungsprognosen gehen von einer Weizenproduktion im mittleren 20‑Mio.-Tonnen-Bereich aus, mit einem Exportpotenzial von rund 17 Mio. t, gegenüber etwa 13,5 Mio. t in 2025/26. Anhaltende kriegsbedingte Störungen begrenzen jedoch weiterhin die Flüsse. Russische Angriffe auf Infrastruktur und Energieanlagen am Schwarzen Meer haben die Getreideexporte im bisherigen Verlauf des Vermarktungsjahres 2025/26 deutlich eingeschränkt, zwingen zu verstärkten Bahnverkehren und Ausweichhäfen und treiben die Logistikkosten nach oben. Auf der Nachfrageseite hat die Ukraine ihr Weizenzollkontingent in die EU für 2026 vollständig ausgeschöpft, was trotz politischer und logistischer Gegenwinde auf eine starke Nachfrage europäischer Käufer hinweist. Gleichzeitig bleiben die globalen Bilanzen dank guter Schwarzmeer- und EU-Ernten relativ komfortabel und gleichen damit teilweise den starken Rückgang der diesjährigen US-Produktion aus. In der EU‑27+UK wird die gesamte Getreideerzeugung für 2026 leicht unter dem Vorjahresniveau erwartet, die Weichweizenproduktion bleibt jedoch mit etwa 144 Mio. t robust, wobei speziell für Deutschland gute Bedingungen gemeldet werden.Weather & Crop Conditions (DE, UA)
Im Süden der Ukraine (Oblast Odessa) deutet die Kurzfristprognose auf warmes, überwiegend günstiges Druschwetter hin: teils sonnig, Tageshöchstwerte von 26–30 °C bis 26. Juni, mit etwas Luftfeuchtigkeit und einzelnen Gewittern sowie einer offiziellen gelben Warnung vor Gewittern, Hagel und Windböen bis 15–20 m/s heute. Diese Mischung kann Feldarbeiten oder Ladeaktivitäten in Hafennähe vorübergehend verzögern, gefährdet das Ertragspotenzial in der Fläche jedoch bislang nicht. In Norddeutschland (Drentwede, Niedersachsen) baut sich eine Hitzeepisode auf. Prognosen zeigen überwiegend sonnige Bedingungen mit Höchstwerten von 34 °C am 24. Juni, 32 °C am 25. Juni und bis zu 37 °C am 26. Juni, begleitet von einer offiziellen Hitzewarnung des Deutschen Wetterdienstes wegen starker Wärmebelastung. Für Winterweizen in der Kornfüllungsphase erhöhen kurze, intensive Hitzewellen vor allem die Risiken für Hektolitergewicht und Proteinwerte, weniger für einen Totalausfall; eine längere Dauer könnte jedoch die Ertragserwartungen schmälern und die lokale Basis stützen.Fundamentals & Basis
Ukraine (CPT Odessa)- Erzeuger- und CPT-Preise für Futter- und Mühlweizen um 180–191 EUR/t werden mit einem deutlichen Abschlag zu Euronext-Mahlweizen (≈210+ EUR/t) gehandelt, was erhöhte Transportkosten, Sicherheitsaufschläge und Engpässe an den Schwarzmeerhäfen widerspiegelt.
- Berichte deuten darauf hin, dass russische Angriffe die Exportmengen über Odessa und andere Schwarzmeerterminals in den vergangenen Monaten stark begrenzt haben, sodass Exporteure verstärkt auf die Donau und EU-Landkorridore mit höheren Kosten ausweichen müssen.
- Mit der herannahenden neuen Ernte und begrenzten Lagerkapazitäten könnte Verkaufsdruck aus der Landwirtschaft eine kurzfristige Preiserholung trotz günstiger globaler Preisniveaus begrenzen.
- EXW-Futterweizen bei rund 196 EUR/t in Drentwede wird jetzt nur mit einem moderaten Abschlag gegenüber den auf Qualität und Transport angepassten Mannheim-Benchmarks gehandelt, was auf ein engeres lokales Angebot und einen hitzebedingten Risikoaufschlag hindeutet.
- Der jüngste Ausblick von COCERAL beschreibt die Bestandsbedingungen in Deutschland insgesamt als gut, wodurch der Spielraum für größere fundamentale Preisspitzen begrenzt bleibt – es sei denn, die aktuelle Hitzewelle zieht sich in die kritische Phase Ende Juni/Anfang Juli hinein.
- Europäische Käufer bleiben aufgrund der Preiswettbewerbsfähigkeit beim ukrainischen Ursprung aktiv, doch das vollständige Ausschöpfen des EU-Weizenkontingents signalisiert, dass weitere Zuflüsse auf höhere Zollhürden treffen könnten, was die EU-Binnenpreise am Rand stützt.
3‑Day Outlook & Trading View
Handelsausblick (kurzfristig, 3–7 Tage)- Ukraine (CPT Odessa): Erwarten Sie einen weitgehend seitwärts tendierenden Markt um 180–190 EUR/t. Das Wetter ist überwiegend unterstützend, und Exportbeschränkungen bleiben der Hauptbelastungsfaktor für Erzeugerpreise; jede Eskalation bei Angriffen auf Häfen könnte rasch einen Risikoaufschlag einpreisen.
- Deutschland (EXW Drentwede): Leichtes Aufwärtspotenzial für Futterweizen, während die Hitzewelle ihren Höhepunkt erreicht; lokale Käufer mit kurzfristigem Deckungsbedarf könnten höhere Preise zahlen müssen, um Mengen zu sichern, falls sich Feldbedingungen verschlechtern oder Erzeuger Vorverkäufe verschieben und klare Ertragssignale abwarten.
- Futures / Hedging: Mit Euronext-Mahlweizen im Bereich der unteren 210 EUR/t und einer von Wetter und Geopolitik getriebenen Volatilität könnten kommerzielle Marktteilnehmer eine leichte Absicherung ihres Engagements für Q3–Q4 in Erwägung ziehen, mit der Flexibilität zur Anpassung, falls sich die Exportkorridore im Schwarzen Meer verbessern oder sich Hitzeschäden in Europa als begrenzt erweisen.
- Ukraine – CPT Odessa Futter- & Mühlweizen: 180–192 EUR/t, stabil bis leicht fester (erntestützendes Wetter vs. anhaltendes Logistikrisiko).
- Deutschland – EXW Drentwede Futterweizen: 195–200 EUR/t, leicht fester mit starker Hitze und fester EU-Basis.
- Euronext-Mahlweizen (Frontmonate): etwa 210–215 EUR/t, seitwärts mit wettergetriebenen Intraday-Schwankungen.
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