Walnussmarkt beschleunigt dank boomender US-Exporte und festen Preisen in China
US-Walnuss-Exporte steigen dank starker MENA- und EU-Nachfrage kräftig, während die Preise in China fest bleiben. Kompakter Ausblick zu Preisen, Handelsströmen und kurzfristigen Risiken.
Preise
FOB-Angebote für chinesische Walnusskerne sind im letzten Monat insgesamt stabil geblieben, nach einem moderaten Anstieg Ende Juni. Unter Verwendung eines indikativ angenommenen EUR/USD-Kurses von 0,92 ergeben sich derzeit näherungsweise folgende Referenzniveaus:
In China sind die Exportofferten für Walnüsse in den vergangenen Wochen um rund 70–160 EUR/Tonne (entspricht 0,07–0,16 EUR/kg) gestiegen und bestätigen damit einen festeren Ton sowohl für Ware in Schale als auch für Kerne. Dies steht im Einklang mit der rasanten Zunahme der US-Exportnachfrage, insbesondere aus dem Nahen Osten und Nordafrika, wodurch das Angebot an preislich wettbewerbsfähiger Ware verknappt wird.
Angebot & Nachfrage
Das US-Angebot bleibt reichlich, doch Logistik und nachfrageseitige Faktoren sind die dominierenden Treiber. Die kumulierten Verschiffungen von Walnüssen in Schale haben nahezu 300 Millionen Pfund erreicht und sich damit im Vergleich zum gleichen Zeitraum der Vorsaison mehr als verdoppelt. Die gesamten Exportmengen liegen rund 114 % höher, während die inländischen US-Auslieferungen um 47 % zugenommen haben – ein Hinweis auf breit angelegtes Verbrauchswachstum statt eines Anstiegs in nur einer einzelnen Region.
Der Nahe Osten und Afrika sind die auffälligsten Nachfragemotoren. Die Verschiffungen in diese kombinierte Region sind um etwa 395 % gestiegen, von 37 Millionen Pfund auf rund 183 Millionen Pfund. Die Türkei hat sich als am schnellsten wachsendes Einzelziel herauskristallisiert, wobei die Einfuhren von US-Walnüssen in Schale sich nahezu verfünffacht haben. Deutliche Zuwächse werden auch in die VAE, nach Algerien, in den Libanon, den Irak und nach Marokko gemeldet, wo Käufer offenbar Lagerbestände wieder aufbauen und auf wettbewerbsfähige US-Preise und -Qualität reagieren.
Die Nachfrage nach Kernen wird von Europa angeführt. Die gesamten Kernel-Verschiffungen im Mai lagen 23 % höher als im Vorjahr, und die kumulierten Kernel-Exporte der Saison bewegen sich etwa 18 % über dem Vorjahresniveau. Europa bleibt der größte Absatzmarkt, mit einem Plus von 24 % bei den Verschiffungen dank solider Käufe aus Deutschland, Spanien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich und Italien. In Asien hat Vietnam seine Käufe um 88 % erhöht, und auch Taiwan kauft mehr, was den ungefähr 10%igen Rückgang der Lieferungen nach Indien teilweise kompensiert. Insgesamt bleibt der asiatisch-pazifische Raum ein noch moderater, aber wachsender Beitragsfaktor zur Nachfrage.
Fundamentaldaten
Der aktuelle Walnussmarkt ist durch eine starke Nachfrage aus vielfältigen Exportdestinationen geprägt, statt von einem einzelnen dominanten Käufer. Das rasante Wachstum der In-Shell-Nachfrage aus MENA, eine robuste europäische Kerne-Nachfrage und feste chinesische Preise signalisieren zusammen, dass der Markt das verfügbare Angebot effektiv aufnimmt. Der kräftige Anstieg der US-Verschiffungen deutet darauf hin, dass Lagerbestände aus der Vorsaison schneller als erwartet abgebaut werden, was das Risiko einer anhaltenden Überversorgung reduziert.
Auf der Preisseite zeigt die Stabilisierung der chinesischen FOB-Angebote nach dem Anstieg im Juni, dass der Markt seine Tiefstände hinter sich gelassen hat und ein höheres Gleichgewichtsniveau austestet. Die geringen Woche-zu-Woche-Veränderungen der chinesischen Kernel-Preise von Ende Juni bis Mitte Juli sowie die stabilen Aufschläge für Bio-Hälften aus den USA und Indien deuten auf einen festen, aber noch nicht überhitzten Markt hin. Weitere Aufwärtspotenziale hängen voraussichtlich von den finalen Ertragserwartungen in den USA und China sowie davon ab, ob die MENA-Nachfrage auf ihrem derzeit erhöhten Niveau bis in das neue Vermarktungsjahr hinein anhält.
Kurzfristiger Ausblick & Handelsideen
- Importeure in MENA und Europa: Da die US-Exporte von Ware in Schale in die Region bereits nahezu vervierfacht sind und die chinesischen Preise fester tendieren, sollte erwogen werden, einen größeren Anteil des Q4-Bedarfs frühzeitig zu decken, insbesondere bei Premium-Kalibern und hellen Kernen.
- Asiatische Käufer (ohne Indien): Die höheren Käufe Vietnams und Taiwans deuten auf zunehmende Konkurrenz um Kerne hin; gestaffelte Käufe über die nächsten 4–8 Wochen können das Risiko weiterer Preissteigerungen begrenzen.
- Industrielle Verwender in Europa: Angesichts stabiler EUR-basierter Angebote für chinesische Stücke und Bruchkerne kann es sinnvoll sein, Volumina für höherveredelte Produkte zu fixieren, solange die Spanne zu Hälften attraktiv bleibt.
- Erzeuger und Exporteure: Die Kombination aus schnellem Exportabbau und breit diversifizierter Nachfrage spricht für eine disziplinierte Vorwärtsvermarktung statt aggressiver Rabattierungen, insbesondere für hochwertige Ware in Schale und Bio-Hälften.
3-tägige indikative Preisrichtung (EUR-basiert)
- Chinesische Walnusskerne, FOB Dalian: Stabil bis leicht fester in EUR/kg, mit begrenztem Abwärtsrisiko, solange die US-Exportnachfrage stark bleibt.
- US-Walnusskerne, FOB Europa (London): Stabil; Aufschläge für Bio-Hälften dürften sich angesichts der guten europäischen Nachfrage halten.
- Indische Walnusskerne, FOB Neu-Delhi: Stabil, mit gewisser Widerstandsfähigkeit gegenüber weiteren Aufschlägen, da die Importnachfrage in Indien weicher ist, die grundlegende globale Festigkeit aber spürbare Rückgänge begrenzt.